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Wer kennt das? Bei meiner ersten Einnahme wg meinen Angstzuständen in der Nacht und beim Einschlefen nahm ich die empfohlenen 15 Tropfen. 2 Min. Später war ich wie stark betrunken und eine MInute schlief ich wie erschlagen. Seit 2 Monaten nehme ich sie fast täglich nur vorm Schlafen gehen.
Meine, dass die Wirkung nachlässt, ich nicht einschlafen kann und die Tropfen nicht mehr helfen. Keine Gedankenlosigkeit mehr - im Gegenteil.
Was wäre eine Alternative?
Kann ich Dosis steigern? Bin allerdings 32 Jahre , 176 cm groß und wiege 49 kg also schön untergewichtig. War aber schon immer so. Bulimi ist nicht.

20.06.2009 19:18 • 20.06.2009 #1


3 Antworten ↓


Christina
Zitat von schnattel:
Seit 2 Monaten nehme ich sie fast täglich nur vorm Schlafen gehen.
Superidee ... des verordnenden Arztes! Diazepam hat eine sehr lange Halbwertzeit und ist daher als Schlafmittel ungeeignet. Du hast garantiert einen Nachhang und wenn Du es täglich nimmst, bist Du erstens dauerbreit und zweitens fröhlich auf dem Weg in eine Medikamentenabhängigkeit. Normalerweise soll man Benzodiazepine nicht länger als zwei Wochen lang täglich einnehmen. Für "richtige" Schlafmittel gilt das übrigens auch.

Zitat von schnattel:
Meine, dass die Wirkung nachlässt, ich nicht einschlafen kann und die Tropfen nicht mehr helfen. Keine Gedankenlosigkeit mehr - im Gegenteil.
Was wäre eine Alternative?
Klar lässt die Wirkung nach, Du hast eine Toleranz entwickelt. Medikamentöse Alternativen - wenn es primär ums Schlafen geht - wären Promethazin, Opipramol, sedierende ältere, trizyklische Antidepressiva oder Mirtazapin. Von letzterem nehmen die meisten zu, was bei Dir ja kein Problem wäre. Generell gegen die Angstzustände könntest Du Dich auf ein SSRI einstellen lassen.

Zitat von schnattel:
Kann ich Dosis steigern?
Du kannst schon... 15 Tropfen entsprechen m.W. 5 mg Diazepam, das ist eine niedrige Dosis. Aber es ist ein Medikament mit einem primären Abhängigkeitspotential, deshalb solltest Du es keinesfalls erhöhen, sondern (langsam!) absetzen. Am besten gehst Du zu einem Facharzt und klärst mit dem, wie Du das Diazepam ausschleichst und was Du stattdessen gegen die Ängste und/oder zum Schlafen nehmen könntest.

Liebe Grüße
Christina

20.06.2009 21:39 • #2



Valocordin Diazepam

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danke für deine Antwort. du machst mir ja noch zusätzlich Angst.Grins. Das Medi hab ich vom Kardiologen. Ich habe es schon ohne die Tropfen versucht-Albträume, irre Gedankengänge die meine Angstzustände wieder richtig aufleben lassen. Er meinte die wären genau das Richtige. Die blöden Gedanken krieg ich eh wenn ich Ruhe hab , Kinder im Bett mit Mann vorm TV. Im Bett ganz schlimm. Deswegen trau ich mich nicht mehr ohne. Einschlafstörungen kommen ja von den AZ. Was sollte ich mir da am besten verschreiben lassen?
Beim Pychiater bin ich auch in Behandlung übrigens. Er will erst mit mir alles "fertig reden" bevor er mir was verschreibt.

20.06.2009 21:46 • #3


Christina
Zitat von schnattel:
Was sollte ich mir da am besten verschreiben lassen?
Ich kann Dir nur sagen, welches Medikament in etwa welche Wirkung hat (siehe meine erste Antwort). Aber was für Dich speziell geeignet wäre, musst Du mit dem Arzt zusammen überlegen.

Zitat von schnattel:
Beim Pychiater bin ich auch in Behandlung übrigens. Er will erst mit mir alles "fertig reden" bevor er mir was verschreibt.
Hach ja... Schuster, bleib bei deinem Leisten! Kann er die Psychotherapie nicht den Psychotherapeuten und die Entscheidung über eine Psychotherapie nicht seiner Patientin überlassen? Natürlich ist die Beratung und ein Stück weit psychotherapeutische Tätigkeit auch seine Aufgabe, und es ist gut, wenn er nicht gleich den Rezeptblock zückt. Aber Du musst doch auch über den Tag (und die Nacht) kommen... Ich vermute, dass der Psychiater nichts von der Diazepam-Medikation weiß. Gut finden wird er sie sicherlich nicht. An Deiner Stelle würde ich ihm nochmal deutlich machen, dass es im Moment ohne medikamentöse Unterstützung nicht geht und dass Du dringend Alternativen zu Diazepam brauchst. Notfalls würde ich den Arzt wechseln. Es kann doch nicht sein, dass Dich die Leichtfertigkeit des Kardiologen und der therapeutische Ehrgeiz des Psychiaters in eine Benzodiazepinabhängigkeit treiben. Tut mir leid, wenn ich Dir damit Angst mache, aber diese Angst ist berechtigt. Der Entzug von Benzos ist absolut kein Spaziergang - ohne Angststörung nicht und erst recht nicht mit einer zugrunde liegenden Angststörung.

Liebe Grüße
Christina

20.06.2009 23:07 • #4




Dr. med. Andreas Schöpf