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Hallo liebe Gemeinde,

ich freu mich sehr hier auf ein Forum gestoßen zu sein in dem man endlich mal mit den richtigen Leuten über seine dunklen Ecken reden kann - vor allem wenn diese wieder mal so groß sind, die Nächte so lang und der Schlaf so mega unerholsam. Es ist jetzt 4:44 Uhr in der Früh - eine Schnapszahl zum Schnapstrinken hätt ich noch vor einigen Tagen aus Jux gesagt. Ich trink den aber ganz bestimmt nicht denn ich versuche gerade Tavor/ lorazepam zu nehmen.

Und hier ist mein Problem: Ich habe nach einigen schrecklichen Nächten von einem Notarzt 2 Tabletten überlassen bekommen die ich dann auch eingenommen hatte. Vorher kannte ich nichtmal den Namen des Mittels. Es hieß Tavor. Es wirkte gut. Keine Beanstandungen außer dass die Angst irgendwann weg war und ich schlafen konnte.

Dann zu meinem Hausarzt gegangen und mir das verschreiben lassen. In der Apotheke bekam ich dann von einer bekannten Marke Tavor (blaue Pillen 0,5mg) in die Hand gedrückt und damit fing der Spaß an. Schon nach der Einnahme einer kleinen Dosis (0,25 - halbe Tablette) nach ungefähr 25 Minuten das Gefühl das mich etwas anfängt stark zu beeinflussen (kann ich kaum beschreiben - dauerte auch nur ein bis zwei Sekunden). Danach das Gefühl (absoluter Horror) Atemnnot! So lange dass ich schon anfing darüber nachzudenken wo ich Hilfe herbekommen könnte. Nach den schrecklichen Momenten der Luftnot hab ichs dann noch dreimal probiert. Jeweils immer kleinere Tablettenteile eingenommen. Sobald die Dosis bei der Einnahme hoch genug war fing dieser Horror wieder an. Also Pillen ins Klo gespült. Hatte die Nase voll!

Zum Arzt gerannt und ihm die ganze Geschichte erzählt. Ärzte halten Leute wie mich eh für absolute Phantasten und Hypochonder, glauben einem nix aber wollen sichs auch nicht verscherzen und deshalb bekam ich dann ein neues Rezept.

So nun hab ich Lorazepam von Mylan hier und jetzt hab ich Angst es einzunehmen. Fang jetzt an die Pille sozuagen Portionsweise einzuschleichen weil ich einfach mit den Nerven am Ende bin !

Meine Frage wäre, wer ähnliche Erfahrungen mit den blauen Pillen (von Pf....) gesammelt hat? Kann es an der Beschaffenheit der Tablette liegen (wie sie hergestellt wurde)? Die ersten Tabletten von einem anderen Hersteller hatten diese Reaktionen eben nicht ausgelöst.
Kann es sich um eine allergische Reaktion handeln? Die Atemnot war wirklich sehr schrecklich weil sie sich nicht wie eine Panikattacke anfühlte (das kenn ich ja schon) sondern direkt im Zusammenhang mit dem Tavor stand. Das ist mir wichtig bevor wieder jemand mutmasst dass ich als seelisch aufgeweichte Gestalt natürlich nur wieder eine Panikattacke hatte.

Vielen Dank für eure Hilfe
Herzliche Grüße von eurem
Blaufisch

02.09.2018 04:09 • 04.09.2018 #1


14 Antworten ↓


la2la2
Hey,
lass das lieber mit Benzos (Tavor, Lorazepam,....), die können abhängig machen. Bei regelmäßiger Einnahme (ab etwas 4-5 pro Woch übee mehr als 3-4 Wochen), kann es zur Abhänigkeit kommen. Und eine Benzoabhängigkeit ist schlimmer als Alk.. Bei einer Abhängigkeit wirken die Benzos jedoch NICHT mehr (also keine Angstlösender Effekt mehr), beim weglassen kommt es dann jedoch zu schwersten Entzugserscheinungen!


Bei Schlafproblemen würde ich es an deiner Stelle zuerst mit Melatonin versuchen (das natürliche Schlafhormon - hat so gut wie keine Nebenwirkungen und macht nicht abhängig).
Wenn das nicht reicht, könntest du es mit 7,5mg Mirtazapin probieren (niedrige Dosen bis max. 15mg wirken am besten Schlaffördernernd).

02.09.2018 06:59 • x 5 #2



TAVOR einer bestimmten Marke ist der Alptraum

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Angor
Hallo und herzlich Willkommern im Forum

Ich stimme da la2la2 absolut zu, Bezos sind nichts für den Dauergebrauch, Tavor ist z.B. ein Notfallmedi, falls nichts anderes mehr hilft.
Bei Schlafproblemen lass Dir bitte was anderes verschreiben, viele haben hier enorme Probleme, die Benzos wieder abzusetzen.

Als ich wegen meiner Angsstörung sehr unter den PAs gelitten hatte, habe ich Escitalopram verschrieben bekommen, und komme sehr gut zurecht, nehme nicht mal die Dosis, die mehr der Arzt verschrieben hat sondern komme mit weniger aus.

Nichtsdestotrotz hilft ein Medi nur bei den unliebsamen Symptomen, aber irgendwoher müssen die ja kommen.
Es muß eine Baustelle geben, die das alles ausgelöst hat, und die solltest Du, mit Hilfe von unterstützenden Medis, in Angriff nehmen.

LG Angor

02.09.2018 07:12 • x 1 #3


petrus57
Bei der Einnahme von Tavor kann auch eine Atemdepression auftreten aber nur im Zusammenhang mit Alk, etc.

Vielleicht tritt sie bei dir ja auch so auf. Oder es war die Angst vor den Tabletten.


Die von Pfizer sind die Originalen. Daher die Besten. Ich hatte bisher mit keiner Sorte Probleme.

02.09.2018 07:14 • x 1 #4


Lokalrunde
Ich denke auch das du eine Baustelle hast, vom Notarzt zwei Pillen bekommen wegen den unerträglichen Nächten, warum sind sie unerträglich? Vom Hausarzt weiter bekommen auf Rezept, hat mal einer gefragt nach deinem Problem? Ich habe Lorazepam Dura liegen als Notfall Medi, wirkt schnell und ohne unangenehme Symptome also keinen blassen schimmer woher deine Nebenwirkungen kommen könnten. Es ist eine Art Wundermittel gegen Angst Panik Unruhe etc. sollte aber nur in einem Notfall eingenommen werden oder in einer Therapie zur Unterstützung durch Ärzte die wissen was sie da verordnen. Dann wird auch nicht viel schlimmes damit angerichtet.

Du solltest vielleicht mal von dein Grundproblemen die Sache aus anpacken und dir dafür auch Hilfe suchen bei Ärzten die dafür geeignet sind, ich persönlich rate da meist an erst einmal einen Facharzt für Neurologie u. Psychiatrie zu konsultieren aber mit bedacht und Vorsicht, haben die meist wenig oder keine Zeit sich ausgiebig zu beschäftigen, geht man beim ersten/zweiten Besuch nur mit einem Rezept nach Hause ohne weiter Maßnahmen lass die Finger davon. Besser du suchst dir dann einen Facharzt für psychosomatische/psychotherapeutische Medizin, weil dass lange dauern kann solltest du vorerst einen Psychologen aufsuchen und dir eventuell eine Selbsthilfe Gruppe suchen.

Vorsicht bei deinen Medis zumindest wenn du es längere Zeit und täglich konsumierst! Ja, es macht abhängig. Es gibt auch Hausärzte die eine psychosomatische Grundversorgung anbieten, also keine Skrupel schnell zu wechseln.

02.09.2018 08:04 • x 1 #5


Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen!
Tavor ist für den ABSOLUTEN NOTFALL gedacht, mit dem Zeug IST NICHT ZU SPAßEN.
Ein Entzug von Tavor ist schlimmer als ein Dro. Enzug.

Lieber vom Psychiater eingestellen lassen!
Und eine Therapie beginnen, deine Angstzustände kommen ja nicht von ungefähr...

Wünsche dir gute Besserung, ganz liebe Grüße

02.09.2018 08:59 • x 2 #6


Icefalki
Lass die Finger weg von dem Zeug. Als Notfall ok, aber wann ist Notfall? Sei froh, dass dir dein Körper signalisiert hat, dass du das nicht willst.

Meine Vorredner haben alle Recht. Und deinen Hausarzt mag ich nicht. Ist wie ne Blinddarmentzündung mit Schmerzmittel therapieren zu wollen.

Die Frage an dich, warum kannst du nicht schlafen?

02.09.2018 09:13 • x 1 #7


Von Hausärzten und Psychiatern/Neurologen ist da außer Medikamente keine große Hilfe zu erwarten. Die können nur die grobe Richtung anweisen. Ist halt das straffe Zeitmanagement unseres Gesundheitssystems. Psychotherapie kann helfen, aber bis man da zeitnah einen gescheiten Therapeuten erwischt ist es reines Glücksspiel. In der Zwischenzeit ist man auf sich gestellt. Bis so eine Therapie fruchtet dauert es auch meist. Die wollen/sollen eigentlich nur sicherstellen das du trotz Probleme verschiedenster Art in unserer Leistungsgesellschaft leistungsfähig bleibst.

Warum du die blauen Pillen nicht verträgst ist seltsam, ist der gleiche Wirkstoff nur eben niedriger dosiert. Ob der Farbstoff oder evtl. andere Hilfsstoffe Allergien auslösen kann, möglich?!

02.09.2018 14:53 • x 1 #8


Hallo ihr Lieben,

ich bedanke mich ganz herzlich für eure Antworten und werde auch noch persönlicher darauf eingehen.

Wichtig ist mir noch zu sagen dass ich weiß dass Benzos schnell abhängig machen und dass das sozusagen der Notfall ist für den ich sie haben will. Das Problem ist solange ich die Angst habe diese nicht in den Griff bekommen zu können quält sie mich weiter. Typische Angst vor der Angst. Mich beruhigt es ungemein zu wissen dass ich etwas da habe womit die Angst abgestellt wird. Mir ist auch aufgefallen (bin relativ starker Pschosomatiker) dass sich nach einigen Tagen Angstzustände auch mein Körper verändert, oder die Art wie ich ihn wahrnehme. Liege ich dann nachts im Bett, mache das Licht aus, schließe die Augen flackert es, wie wenn jemand die Kerzen angelassen hätte, surrt und vibriert es in meinem Körper wie wenn ich an einer Batterie angeschlossen wäre, der Herzschlag fühlt sich ungemein laut an. Nehme ich dann so eine Pille vergeht dieser ganze (sorry fürs Kraftwort) Dreck und kommt nicht sofort wieder zurück. Ich kann mich dann endlich entspannen.

Übrigens ist das alles aufgrund eines Auftrages passiert (bin freiberuflich) in welchem der Auftraggeber mich nach Strich und Faden nur ausgebeutet hat. Arbeiten an allen Wochenenden/ Feiertagen, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Danach war ich komplett fertig. Von der Kohle habe ich nichts weil ich davon jetzt meinen Ausfall (mittlerweile einige Monate) finanzieren muss. Diese Lumpen waren am Ende auch noch der Meinung ich hätte zu viel bekommen. Aber eigentlich haben sie mich zu 50-60% unterbezahlt weil sie alles pauschal eingekauft haben .... und dann ständig alles verändert sehen wollten. Na ja....... kann allen vom Freiberuflersein nur abraten.

Herzliche Grüße an euch alle!

02.09.2018 17:44 • #9


Noch ein kleiner Nachtrag:

Ich bin dann kurz nach meiner Arbeit im Juni in einen Angstzustand gerutscht und habe dort die zwei wundersamen Pillen erhalten. Die hatten auch gut geholfen. Danach hatte ich Ruhe von den Ängsten aber es gab Zonen wo ich jedesmal das Gefühl hatte wenn ich diese überschreite/ dort eindringe fange ich an zu hyperventilieren und die Angst kommt zurück. Zum Beispiel sich sportlich zu bewegen. Ist der Herzschlag erstmal so hoch und die (normale) erste Luftnot da, die sich beim Bewegen ja immer einstellt verbindet dass mein Körper mit der Angst und baut daraus eine Panikattacke und produziert noch mehr Luftnot. Und das wollte ich Ende letzter Woche angehen. Daraus habe ich dann die verdrängten Ängste wieder so stark aufgewühlt (was ja meine Absicht war) und wollte sie aus den von mir gebrauchten Zonen meines Lebens verdrängen. Leider hatte es nicht geklappt. Statt dessen endete es in einer Panikattacke (die ich, weil ich es ja schon kenne schnell in Griff bekam) aber mein Körper hatte sich die Angst irgendwie gemerkt und abends kam dieser ganze Müll plötzlich raus und ließ mich dann tagelang nicht mehr schlafen. Deshalb wollte ich etwas dass das es endlich abstellt.

02.09.2018 17:56 • #10


Für solche Zustände sind die Benzodiazepine ja auch gedacht um den Angstkreislauf der sich immer weiter zuspitzen kann kurzfristig zu unterbrechen. Langfristig muss man sich Strategien überlegen, auch die berufliche Perspektive.

Schon mal pflanzliches probiert? Hoch dosierte Passionsblume, Lavendel, CBD-Öl kann auch beruhigen, die Wirkung sollte man nicht unterschätzen, setzt aber etwas Geduld voraus. Auch das angesprochene Melatonin ist ein Versuch wert. Wenn man aber erst einmal in eine Benzotoleranz kommt, kann man oft pflanzliches erst recht vergessen.

02.09.2018 18:18 • x 1 #11


Zitat von la2la2:
Hey,
lass das lieber mit Benzos (Tavor, Lorazepam,....), die können abhängig machen. Bei regelmäßiger Einnahme (ab etwas 4-5 pro Woch übee mehr als 3-4 Wochen), kann es zur Abhänigkeit kommen. Und eine Benzoabhängigkeit ist schlimmer als Alk.. Bei einer Abhängigkeit wirken die Benzos jedoch NICHT mehr (also keine Angstlösender Effekt mehr), beim weglassen kommt es dann jedoch zu schwersten Entzugserscheinungen!


Bei Schlafproblemen würde ich es an deiner Stelle zuerst mit Melatonin versuchen (das natürliche Schlafhormon - hat so gut wie keine Nebenwirkungen und macht nicht abhängig).
Wenn das nicht reicht, könntest du es mit 7,5mg Mirtazapin probieren (niedrige Dosen bis max. 15mg wirken am besten Schlaffördernernd).



Wie heißt noch mal der pflanzliche Blutdrucksenker, der recht wirksam, aber heute ziemlich in Vergessenheit geraten ist?

03.09.2018 11:58 • #12


la2la2
Meinst du Strophanthin?

03.09.2018 12:09 • x 1 #13


Ja, das war es. Danke!

04.09.2018 09:42 • #14


la2la2
@Acanthurus :
Bereite dich auf das Arztgespräch etwas vor, wenn du ein Rezept für Strophanthin haben möchtest.
Manche Ärzte neigen dazu es mit Digitalis zu verwechseln - Digitalis stresst das Herz und zwingt es kräftiger zu Pumpen. Strophanthin hingegen wirkt entspannend und entlastend auf das Herz.
Und falls der Arzt anfängt von wegen Herzinfarkt: Damit wurden früher zwar wirklich Herzinfarkte behandelt, aber dann wurde es intravenös gespritzt...... Außerdem ist es ein pflanzliches Mittel und außer Unwohlsein bei Überdosierung drohen keine ernsthaften Nebenwirkungen.

Kleiner Tip: Nimm zum Arzt schon nen Zettel mit, auf dem genau steht, was auf das Privatrezept geschrieben werden muss. Und unbedingt Privatrezept: Der Arzt bekommt sonst Ärger mit der Kasse (das wäre sehr schlecht, wenn er Ärger bekommt, weil er so nett ist dir was zu verschreiben), außerdem belasten Privatrezepte das Budget nicht - die kosten nur das Papier und die 2 min. das Rezept auszustellen.
Das einfachste ist es in ner Online Apotheke zu bestellen - gibt aber nur ne Hand voll, die das vertreiben. Falls du wissen willst, was genauf aufs Rezept geschrieben werden muss oder keine Online Apotheke findest, kannst du mir ne PN schicken - gilt natürlich auch für alle anderen, die interessiert sind.....

04.09.2018 10:56 • #15



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Dr. med. Andreas Schöpf