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KeWa
Hallo ihr Lieben,

ich nehme jetzt seit 24 Tagen Sertralin. Eine Woche 25, dann 50mg. Verbunden war die letzte Zeit auch mit Tavor, da meine Ängste (deshalb nehme ich das Sertralin in erster Linie) sich extrem verstärkt haben. Ich habe an genau 17 Tagen Tavor genommen. Erst immer 0,25mg, dann die letzten 6 Male schon 0,5mg. Es gab nur ab und zu mal einen Tag ohne dazwischen.

Ich brauche keine Erklärungen mehr dazu, was Tavor ist und dass es abhängig macht. Denn das weiß ich und genau das ist gerade meine große Sorge!

Mein konkretes Problem:
Nachdem mein Therapeut mich ordentlich angesch**** hat, weil ich das nehme, hat er mir Zopiclon verschrieben. Ich dürfte eigentlich beim Sertralin keine Angstverstärkung haben, sollte das auch so aushalten und die Panikattacke vorbei gehen lassen können usw. Kann ich aber nicht. Es kommt nicht kurz und heftig, sondern das Panikgefühl baut sich auf und bleibt im schlimmsten Fall den kompletten Tag da mit starkem Bluthochdruck, Schwindel usw. Und abends geht es dann einfach manchmal nicht mehr, wenn ich keinerlei Ablenkung mehr habe und schlafen will. Da ist nichts mit "vorbei gehen"!

Und jetzt zu meiner Frage:
Ich hatte Montag nachts eine furchtbare Nacht. Bin mit Panik aus dem Schlaf aufgewacht und nachdem ich mich um 5 Uhr morgens immer noch nicht eingekriegt hatte, habe ich eine halbe Tavor genommen (0,5). Der Dienstag war dann nach dem Aufstehen ein super Tag, wenn auch bis nachmittags noch etwas beduselt. Ich habe abends eine Zopiclon genommen und gut geschlafen. Mittwoch war ich dann total aktiv, bin mit dem Auto rumgefahren, habe mich Sachen getraut, die ich lange nicht gemacht hatte vorher. Ich hatte zwar ein leichtes Angstgefühl den ganzen Tag über im Bauch, aber nicht dramatisch. Abends war ich sehr nervös und habe wieder eine Zopiclon genommen. Und Donnerstag ging es dann los. Es ging mir ab morgens schlecht. Das Angstgefühl im Bauch (wie pures Adrenalin - rein körperliche Angst, auf nichts bezogen, ich musste auch nichts Besonderes machen oder so) war super stark und ich habe den Tag mit starker Angst, Zittern, Bluthochdruck usw. versucht rumzukriegen. Um 17 Uhr habe ich es echt nicht mehr geschafft. Konnte mich ja nichtmal still hinlegen. Nur noch Panik. Dann habe ich wieder ne halbe Tavor genommen und selbst danach war es nur ein bisschen besser.


Meint ihr, dass diese Panikgefühle nach den 2 komplett recht guten Tagen ohne Tavor Absetzerscheinungen waren/ sind? Oder dass das eher vom Sertralin kommt und quasi wieder eine schlechte Phase ist? Oder sogar vom Zopiclon, was ich ja an diesen beiden Abenden vorher genommen hatte?
Macht es bei Entzugssymptomen von Tavor Sinn, wenn das erst gute 50 Stunden später losgeht? Und in den 50 Stunden vorher eigentlich alles soweit ok ist ohne Tavor?


Ich bitte wirklich um Hilfe.
Ich will diesen ganzen Kram nicht nehmen. Bis vor 3 Wochen und vor Sertralin habe ich gar keine solchen Medikamente genommen - nie. Und wenn es nur eine Unruhe wäre oder ich auch nur ein Auge zu tun könnte, würde ich auch drauf verzichten. Ich habe Angst, dass ich nächste Woche in eine Klinik gehen muss, um das Tavor wieder los zu werden. Weil ich es ohne nicht schaffe mit dem Sertralin. Das Sertralin hat mir zwar schon viel Antrieb gegeben und bringt in puncto Depression glaub ich ein bisschen was, aber angsttechnisch ist alles bisher VIEL schlimmer als vorher. Nach über drei Wochen. Ich will natürlich trotzdem weiter durchhalten. Ich weiß einfach nicht mehr ein und aus. Was gerade das schlimmste Übel ist. Ich habe auch noch Hoggar Night zu Hause (laut Arzt und Apothekerin hat das keine Wechselwirkungen mit Sertralin). Ob ich das mal zum Schlafen probieren sollte, falls das Zopiclon das eigentliche Problem war/ ist?
Nächste Woche Dienstag bin ich erst bei meiner HÄ und nachmittags bei meinem Therapeuten. Der hat mir das Sertralin verschrieben, aber mir letztes Mal deutlich gesagt, dass er kein (niedergelassener, er ist nämlich schon eigentlich auch Psychiater!) Psychiater ist und außer in besonderen Notfällen nicht dafür zuständig ist, mit mir meine Medikationen zu beratschlagen in der Therapie. Dafür sollte ich mir dann einen Psychiater suchen, wenn es nicht so einfach klappt. Toll. Da kommt man ja auch bestimmt sofort dran.

06.03.2015 15:32 • 07.03.2015 #1


5 Antworten ↓


Icefalki
KeWa, leider kenne ich mich mit den ganzen tavor und dem Rest nicht aus.

Ich würde den Arzt anrufen.

Was du vielleicht Bedenken solltest, das du evtl. Wenn nicht körperlich, so doch psychisch vom tavor abhängig bist. Anders gesagt, durch die extreme Besserung mit tavor, hast du dich evtl. Noch nicht genügend mit deiner erkrankung auseinander gesetzt.

Das sage ich jetzt nicht böse, sondern nur als Gedanke, denn wie gesagt, ich kenne mich tavormässig nicht genügend aus.

06.03.2015 15:42 • #2



Tavor - Absetzerscheinungen?

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KeWa
Ja, das mag stimmen. Aber wie soll ich das ändern? Ich versuche ja auf Teufel komm' raus, das nicht mehr zu nehmen jetzt. Hab's ja immerhin auch 2 1/2 Tage geschafft diese Woche...
Und ich dachte eigentlich, dass ich das übergangsmäßig nehme, weil das Sertralin mich ja entspannter machen sollte und meine Ängste zumindest abschwächen sollte. Bisher macht es das absolute Gegenteil mit mir!


Weiß sonst jemand was?

Konkret: Wann setzen körperliche Entzugserscheinungen ein, wenn man kein Tavor mehr nimmt und abhängig sein könnte?!

06.03.2015 15:46 • #3


Also wann genau die absetzerscheinungen auftreten weiss ich nicht.eine absetzerscheinung sind zb auch sogenannte brainzaps im gehirn.fühlt sichh an wie stromschläge.ich war auch mal kurzzeitig abhängig und habe es mit ausschleichen geschafft.paralell dazu noch ein antidepressiva.und ja ich hatte sehr heftige entzugserscheinungen.tavor ist fluch und segen zugleich.aber du nimmst ja immerhin nur eine niedrige dosis da kannst du dann auch gut ausschleichen.lies doch mal in der packungsbeilage ab wann man ausschleichen soll. Ich habe zum schlafen mirtazapin , das macht nicht abhängig.ausschleichen muss man es aber auch so wie alle antidepressiva.die gefahr bei einem benzo ist wenn man fie dodierung ständig erhöht um eine wirkung zu haben.ich würde das alles am besten mit einem psychiater besprechen.....ich nehme bei bedarf auch ein benzo.habe das auch erst neulich beim einschleichen von venlafaxin gemacht.ich finde es einfach eichtig das man den überblick nicht verliert wieviel und wielange man dad benuo nimmt.mach dich bitte nicht verrückt wegen einer evtl abhängigkeit, du kannst es sehr gut ausschleichen

06.03.2015 22:18 • #4


shg-admos
Normalerweise sollte nach 17 Tagen eigentlich keine so rechte Abhängigkeit entstehen. Ich war Tavor-Abhängig und kenne das brutale Leid der Entzugserscheinungen. Das erinnert mich zwar in der Tat ein wenig daran, was du schreibst, aber das kann in der Tat auch vom Sertralin kommen. Ich würde an Deiner Stelle nochmal mit einem Arzt sprechen und das Zeug erstmal nicht mehr anrühren. Sollten es wirklich Entzugserscheinungen sein, so würden diese aber nach der Kürze der Einnahme (17 Tage) innerhalb einiger Tage vermutlich abklingen. Ich denke, dass Du Dir in diesem Falle keine allzugroßen Sorgen machen solltest.

06.03.2015 23:09 • #5


KeWa
Ich danke euch sehr!
Ich habe Angst, dass meine Erfolge allesamt nur dem Tavor zu verdanken waren. Dass das auch noch den ganzen nächsten Tag wirkt, wenn ich abends vorm Schlafen was genommen hatte, war mir irgendwie nicht klar. Ich dachte dann "toll, du schaffst ja voll viel und bist einigermaßen ruhig!"
Die letzte Nacht habe ich ohne geschafft. Mehr schlecht als recht, aber egal.
Psychisch bin ich total abhängig davon. Ich denke an nichts anderes. Weil ich mich halt so ängstlich fühle...

Wie ist es bei so einer Abhängigkeit? Hätte man denn da nicht schon am ersten Tag ohne Probleme?

07.03.2015 08:55 • #6





Dr. med. Andreas Schöpf