Zitat von Fabio: (noch etwas über 100kg bei 1,74m), nur verliere ich gerade ordentlich Gewicht aufgrund der brutalen Anspannung und der geringen Nahrungsaufnahme. (Das war 2024 auch bereits so.) Jeder sagt mir unbedenklich, aber trotzdem lässt mich der Gedanke nicht los, dass ich mir damit irgendwann selbst schade wenn ich so wenig/gar nichts esse. Wenn‘s mir gut geht, ohne Anspannung usw., esse ich ganz normal.
Da die Anspannung ja eines deiner Haupt-Symptome zu sein scheint und dein Essverhalten damit in direktem Zusammenhang zu stehen scheint, wird das Essen dann vermutlich auch nur in diesem Kontext besprochen werden (wenn überhaupt), aber nicht extra als individuelles Problem behandelt werden.
Unter diesen Umständen wird ein Klinik-Therapeut das vermutlich nur dann extra thematisieren, wenn du es tust und explizit wünschst. Und da man sich ja eh ziemlich genau überlegen muss, welche Themen man in der Klinik in den Therapien besprechen kann, liegt es dann an dir, ob dir dieses Thema so wichtig ist, dafür Therapien in der Klinik zu verwenden (die Anzahl an Therapiestunden ist ja ziemlich begrenzt).
Das ist so ein bisschen ein Problem, das viele Patienten unterschätzen: Die Anzahl an Therapie-Stunden während so eines Klinikaufenthalts ist ziemlich begrenzt und langt eigentlich nie für alle Themen, die man so hat. Man muss sehr genau priorisieren. Darum wird der Therapeut wissen wollen, wo genau du den Fokus setzen möchtest, was dein Haupt-Thema ist.
Und wenn du selber der Meinung bist, dass du (vielleicht sogar mehrere) Verhaltensweisen hast, mit denen du dir selber schadest und das dein Haupt-Thema ist, könnte das ja ein therapeutisch relevanter Fokus sein.
Und dann kann das Essverhalten in diesem Kontext angeschaut werden.
Wenn das Essverhalten eine direkte Folge deiner generellen Anspannung ist, stellt sich die Frage, wie sinnvoll es dann ist, es extra vordergründig zu thematisieren und ob du die Therapiestunden dann nicht eher dafür verwenden möchtest, die Ursache der Anspannung zu analysieren.
Versteh' mich nicht falsch, natürlich ist das Essverhalten ein wichtiges Thema, keine Frage. Ich möchte nur sagen: Überlege dir vor dem Klinikaufenthalt, welches Thema im Vordergrund stehen soll, weil nicht für alle relevanten Themen Zeit sein wird. Und wenn du ohne Anspannungs-Problematik auch keine Störung des Essverhaltens hast, stellt sich die Frage, inwieweit eine individuelle Thematisierung dessen dann Sinn macht.
(Viele Patienten unterschätzen auch, dass Essverhalten oftmals ein Thema ist, das in der Therapie sehr viel Raum einnimmt, wenn man es priorisieren möchte, da geht dann sehr viel Therapie-Zeit rein).
Zitat von Fabio: Ich habe mir fast gedacht, dass man dafür erstmal etwas stabiler sein muss. Ich krieg momentan nicht viel hin, außer den Tag zu überstehen und zu hoffen, dass die/das Medikament bald hilft. Dafür ist wie gesagt diese Anspannung usw. viel zu krass. Weiß dann einfach nicht wohin mit mir.
Wäre es denn eine Option für dich, eventuell vollstationär zu gehen?
Wie gesagt, ich würde nochmal das Gespräch mit der Tagesklinik suchen und darüber sprechen, inwieweit eine Behandlung dort aktuell für dich Sinn macht.