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110

P
S.gedanken als häufige NW ist kein "Fakt", sondern eine (vielleicht versehentliche) falsche Behauptung.
Den Text zur Rezeptorbelegung habe ich nicht als Faktenlage verstanden und mich darauf auch nicht bezogen, sondern auf den ersten Punkt.
Es kann aber durchaus vom einen aufs andere SSRI gewechselt werden ohne aus- und wieder einschleichen zu müssen, da die SSRI eben äußerst ähnlich wirken. Sie zielen alle selektiv aufs Serotonin und sind austauschbar. Wobei es da trotzdem gerne mal in der Übergangsphase herausfordernd werden kann.

Vielleicht haben wir eine unterschiedliche Definition von "Fakten". Für mich sind Fakten in diesem Zusammenhang hier medizinisch wahre, nachweisbare Sachverhalte.

#41


F
Ja, PME und Achtsamkeitstraining, das hilft aber nicht bei dieser extremen Anspannung bzw. ich kann mich in diesen Momenten auf nichts fokussieren, außer auf die nervigen kreisenden Gedanken.

Aber sehe ich das richtig, das ist gerade das überreizte/überlastete Nervensystem was erst wieder etwas runterkommen muss, oder ist das anders zu erklären?

Zwecks Bewegung, ich war jetzt gerade ca. ne Std. spazieren. Hat die Anspannung kaum gelöst. Jetzt weiß ich nicht ob ich‘s einfach aushalten soll, oder ob ich mir eine Tavor nehme. Kostet auf jeden Fall wahnsinnig viel Kraft dagegen zu halten, zumal ich nicht mal so richtig weiß was mich so extrem anspannt. Denk mal allgemein Ängste bzgl. Zukunft und wie lange ich den Zustand noch ertragen muss. Versuch mich auch zwecks des Essens nicht so verrückt zu machen.

x 1 #42


A


Sertralin + Tavor

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P
Ich würde die Tavor nur dann nehmen, wenn es so schlimm ist, dass ich kurz davor wäre, die 112 zu wählen.

Versuche doch, dir morgen Promethazin verschreiben zu lassen.

Die Anspannung kommt daher, dass dein ZNS sich sozusagen umstellt. Das wird nachlassen, versprochen.

x 1 #43


L
Zitat von Pauline333:
S.gedanken als häufige NW ist kein "Fakt", sondern eine (vielleicht versehentliche) falsche Behauptung. Den Text zur Rezeptorbelegung habe ich nicht als Faktenlage verstanden und mich darauf auch nicht bezogen, sondern auf den ersten Punkt. Es kann aber durchaus vom einen aufs andere SSRI gewechselt werden ...

Ich meinte nicht Austausch von SSRI, sondern dass Ärzte oft willkürlich AD wechseln, Also statt SSRI dann z.B. SSNRI und da werden sehr wohl andere Rezeptoren belegt. Ein SSRI gegen ein anderes zu tauschen bringt ja meist nichts, denn wenn eines nicht wirkt, wird ein anderes derselben Wirkstoffklasse auch nicht wirken. Oder wenn eines zuviele NW hat wird dieselbe Wirkstoffklasse dieselben NW machen.
Viele Ärzte wechseln aber kunterbunt die Wirkstoffklassen ohne Ein- und Ausschleichen, und das halte ich für falsch.
Gibt sicher viele die damit zurecht kommen und keine Probleme haben, aber viele eben ganz und gar nicht.
Man deklariert das dann immer als Verschlimmerung der Grunderkrankung, aber es sind oft diese viel zu schnellen Wechsel im Galopp.
Oder überhaupt zu schnelle Absetzempfehlungen. Das hat schon sehr viele Menschen in furchtbare Zustände gebracht.

Ebenso finde ich Medikamentenempfehlungen hier im Forum nicht angebracht.
Neuroleptika in Kombination mit AD können ebenfalls Wechselwirkungen machen und NW verstärken.

Aber ist alles OT und ich bin da jetzt raus.

x 1 #44


Greta__
Ich habe Sertralin damals leider nicht vertragen. Ab 50 hab ich Ängste entwickelt, ab 75 kamen noch Panikattacken on top. Da hat man versucht noch Quetiapin dazu zu geben, das ging böse in die Hose.

Ich habe dann darauf bestanden auf Escitalopram umgestellt zu werden. Das habe ich vertragen.

Das war 2021 vollstationär, das war da wohl die Standard-Wahl, keine Ahnung.

Letztes Jahr war ich in der Tagesklinik, da wurde meine AD-Einstellung nochmal angepasst, das war 1000 x besser als in der vollstationären Klinik.

Mittlerweile bin ich bei Escitalopram 5 mg.

Ich finde AD's wichtig und ich bin froh das ich mich seinerzeit dazu entschlossen habe es zu versuchen. Nur hat Sertralin bei mir nicht geholfen und leiden sollte keiner unter einem Medikament. Das kannst aber nur du entscheiden ob du es weiter mit Sertralin versuchst oder sagst du möchtest ein anderes.

Alles Gute für dich. 🌼

x 1 #45


F
ok, aber diese aktuelle Anspannung z.B. ist kaum auszuhalten und mein Psychiater meinte ja eig. 2x am Tag Tavor (was ich nicht machen möchte). Anderes Bedarfsmedikament habe ich nicht und die gängigen Methoden mich runterzukriegen helfen kaum.

x 1 #46


F
@Greta__ wenn ihr sagt „leiden unter einem Medikament“, ich dachte das muss man am Anfang bei allen, oder nicht? Keines davon wirkt doch direkt bzw. löst meine Anspannung so rasch, dachte ich. Die Anspannung war davor bereits da und jetzt ist sie ähnlich wenn nicht sogar etwas schlimmer während ich gerade einschleiche. Nebenwirkungen habe ich wie gesagt kaum welche, nur diese ekelhafte Anspannung macht mich auf Dauer fertig.

x 1 #47


Greta__
Zitat von Fabio:
@Greta__ wenn ihr sagt „leiden unter einem Medikament“, ich dachte das muss man am Anfang bei allen, oder nicht? Keines davon wirkt doch direkt ...

Die Anspannung ist eine Nebenwirkung. Sie kann, muss aber nicht auftreten.

Bei mir war es unter Sertralin Angst und Panikattacken. Eine Nebenwirkung, die nicht jeder hat. Ich hatte sie und damit ging es mir schlimmer denn je. Das meine ich mit Leiden müssen.

Escitalopram ist auch ein SSRI, bei mir hat es keine Nebenwirkungen ausgelöst, bei anderen dagegen schon.

Jeder Mensch ist anders und entscheidet selbst ob er/sie mit den Nebenwirkungen leben kann oder nicht. Das wollte ich damit sagen.

x 1 #48


P
Zitat von luciana:
Neuroleptika in Kombination mit AD können ebenfalls Wechselwirkungen machen und NW verstärken.

Das stimmt, das sollte immer mit einem Arzt, am besten einem Psychiater, besprochen werden. GsD sind diese Art Medikamente ja auch alle verschreibungspflichtig und niemand kann einfach so Empfehlungen umsetzen.

Falls du meine Empfehlung meinst:
Ich selbst habe damals Sertralin und Promethazin vom Psychiater verschrieben bekommen und zusätzlich noch bei einem Wechselwirkungsrechner verifiziert, dass man beides zusammen nehmen darf.

Promethazin ist übrigens eigentlich ein altes Antihistaminikum bzw. -allergikum, was aufgrund seiner sedierenden Wirkung dafür nicht mehr genutzt wird und nun als atypisches Neuroleptikum firmiert.
Also wirklich ziemlich harmlos, aber solide in der beruhigenden, schlaffördernden Wirkung.

#49


F
ok, aber woher nimmt man die Kraft da solange dabei zu bleiben und rumzuprobieren? Muss ich mir das so vorstellen, wenn ich theoretisch jetzt ein anderes AD einschleichen würde, hätte ich evtl. diese Anspannung nicht? Wie gesagt, die war bereits vor dem Einschleichen da.

Ich denke das ist auch mit unter ein Grund wieso ich so angespannt bin. Ich weiß nicht so recht was richtig und falsch für mich ist, oder ob ich was anderes machen sollte. Z.B. keine Ahnung wie ich so schnell an ein anderes AD oder Bedarfsmedikament komme oder wie lange ich mir den Zustand noch gebe und mir Tavor einschmeiße, usw.

#50


P
Zitat von Fabio:
wenn ihr sagt „leiden unter einem Medikament“, ich dachte das muss man am Anfang bei allen, oder nicht?

Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit des Leidens am Anfang recht hoch.
Ich habe unter Citalopram-Einschleichen extrem gelitten. Beim zweiten Mal sogar mit Selbsteinweisung in die Psychiatrie.
Ich wusste aber, dass es bald besser wird, deswegen habe ich damit weiter gemacht und nicht wie in der Klinik vorgeschlagen gewechselt.

2 x 1mg Tavor und das für einige Wochen ist wirklich heftig. Da kann es dir schlechter mit gehen als ohne.

In der Klinik haben damals fast alle in den ersten 4 Wochen "zum Runterkommen" 3x0,5mg Tavor bekommen und die meisten fühlten sich ab Woche 5 so schlecht wie nie zuvor
Mich haben zuvor (zuhause) 0,5mg Tavor an 3 Tagen auch noch schlechter fühlen lassen nach jeweiligem Substanzabbau, also morgens/vormittags.

Deswegen habe ich Tavor in der Klinik abgelehnt und mich so viel bewegt wie es ging. Baldrian in Höchstdosis genommen, Aromatherapie, Akkupunktur, Snouzeln und alle Ablenkungen mitgemacht, die ich bekommen konnte, um irgendwie durch diese alles verzehrende Unruhe zu kommen. Das hatte bei mir schon Akathesie-Maße, ich konnte die meiste Zeit nicht still sitzen und habe über 14kg in 3 Wochen angenommen.

Das muss natürlich jeder selber wissen, wie weit er gehen mag oder kann. Für mich gab es keine Alternative zum Citalopram (damals) und ich wollte auf keinen Fall ein anderes SSRI ausprobieren, weil ich wusste, die machen alle mehr oder weniger unruhig am Anfang

#51


P
Zitat von Fabio:
ok, aber woher nimmt man die Kraft da solange dabei zu bleiben und rumzuprobieren? Muss ich mir das so vorstellen, wenn ich theoretisch jetzt ein ...

Niemand kann dir was raten, klar. Ich kann dir nur sagen, ich würde versuchen, durchzuhalten. Vielleicht noch Promethazin dazu statt Tavor. So würde ich es machen.

#52


kadisha
@Pauline333 auf welche Dosis bist du damals in der Klink gegangen beim zweiten wiedereinschleichen? Und wie lange hat’s gedauert bis es dir wieder gut ging?

#53


F
Puh, ok… keine Ahnung wie ich das so durchstehen soll, also mit der aktuellen Angespanntheit. Weiß null wohin mit mir und wie ich das über längere Zeit aushalten soll. Ich hoffe ich schaffe das daheim und muss nicht dafür in eine Klinik. (Das sorgt auch wiederum für Anspannung = Teufelskreis)… Das bereits 2024 durchgemacht zu haben hat mir eig. gereicht. Keine Ahnung wie ich da ohne Bedarfsmedikament usw. durchgekommen bin.

x 2 #54


kadisha
@Fabio du hast vor drei Monaten abgesetzt. Wahrscheinlich zu schnell oder? Diese Unruhe etc. Sind Entzugserscheinungen. Bis auf 150 würde ich niemals hoch. Ich würde bei den 25 Mg bleiben und dem ganzen Zeit geben

x 1 #55


F
von 100 auf 50, das ca. 4 Wochen gehalten und dann nochmal 4 Wochen bis auf 0… meinst du wirklich nur 25mg? Ich war halt wieder voll im Leben und Anfang August (weil viel Arbeit abgefallen ist), bin ich in ein Loch gefallen und wusste nicht wohin mit mir. Es ist eig. alles soweit erträglich bis auf diese brutale Angespanntheit und man weiß einfach nicht was richtig und falsch für einen ist.

x 1 #56


P
Zitat von kadisha:
@Pauline333 auf welche Dosis bist du damals in der Klink gegangen beim zweiten wiedereinschleichen? Und wie lange hat’s gedauert bis es dir wieder ...

Hier aus meinem Profil, da steht auch zur ersten und dritten SSRI Phase was und zum Ausschleichen.

"Beginn Citalopram Ende Dezember 2019: 2,5mg für 1 Woche, dann 5mg für 1 Woche, dann 7,5mg mit dem erstem Besuch in psychiatrischer Notfallambulanz, dann 10mg, kurz danach Mitte Januar Selbsteinweisung, 2 Tage nach Beerdigung meiner Mutter (tagelang 0 geschlafen, unerträgliche Unruhe, permanente Angst), 2 Wochen später selbst entlassen, 2 gute Wochen gehabt, dann erneuter Absturz: 15mg für ein paar Tage, dann 20mg, wieder Selbsteinweisung Ende Februar. In Klinik auf 30mg erhöht, dann ging es wieder steil bergauf. Am 3.3.2020 hatte ich meine letzte PA, am 13.3. in Absprache mit Klinik entlassen, 3 Wochen später wieder arbeiten gegangen und alles war wieder gut. Besser sogar lachen Diesmal inkl. langem Urlaub zu Beginn der Krise und anschließender Krankschreibung fast 3 Monate nicht arbeiten."

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F
ok und ihr meint ein Wechsel wäre vlt. angebracht? Nach all den Nachrichten weiß man selber nicht so recht was man denken/glauben soll. Dachte mir Sertralin mache ich erstmal nichts falsch, auch wenn die Angespanntheit teilweise unerträglich ist.

Methoden mich runterzubringen wären top, aber PME und Achtsamkeit gehen gerade gar nicht. Ich denke es wird später wieder eine Tavor werden bevor ich 0,0 schlafen kann.

#58


L
Die Wahl des AD hat was damit zu tun ob man eine agitierte Depression hat oder eine Depression mit verminderten Antrieb.
Bei ersterer würde man eher ein sedierendes AD geben, bei zweitem ein antriebssteigerndes.
Sertralin ist ein antriebssteigerndes.

x 1 #59


F
Was sedierendes hätte ich jetzt gerne, ja. Aber mein Psychiater meinte, er will unbedingt wieder Sertralin einschleichen. Ich finde nur die Geschwindigkeit usw. etwas bedenklich + das Tavor mit 2x 1mg pro Tag. Ich denke heute werde ich nicht daran vorbeikommen, zumindest wenn der Zustand so bleibt wie bisher.

x 1 #60


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Dr. med. Andreas Schöpf
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