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201902.03




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Verschlechterung nach Herstellerwechsel Sertralin

Liebe Forenmitglieder,

dies ist mein erster eigener Beitrag, nachdem ich mir hier schon öfter mal Erfahrungen und Tips angelesen habe. Grund für meinen Beitrag ist, dass ich eine ziemliche Verschlechterung meiner Symptomatik habe, seitdem ich vor einigen Tagen den Hersteller meines Sertralin 50mg gewechselt habe.

Aber vorab ganz kurz was zu meinem Hintergrund: ich plage mich seit ca 1,5 Jahren mit Ängsten in verschiedenen Gewändern und wechselhaft starken Depressionen rum. Vor ca. 6 Wochen habe ich eine relativ dunkle Phase gehabt und (obwohl ich gewiss kein Fan davon bin) mit der Einnahme von Sertralin 50mg begonnen. Nach ein paar fiesen Tagen mit u.a. der Verschlechtertung der Depression, habe ich nach 10-14 Tagen eine Verbesserung gespürt. Seitdem nehme ich das Mittel natürlich regelmäßig und war bei 60%-70% Verbesserung der Depression und der Ängste sehr zufrieden. Der Rest sollte mit der Zeit kommen und mit einem neuen Lebensabschnitt, für den ich wieder die Kraft hatte.

Letzten Samstag bin ich dann in die Apotheke, um eine neue Packung Sertralin zu kaufen. Die Apothekerin meinte, es wäre kein Problem das Antidepressivum von einem anderen Herstellern zu nehmen, dann müsse ich auch nicht auf eine Bestellung warten. Vor 6 Tagen habe ich dann also mit der Einnahme des "neuen" Sertralins begonnen (nun Mylan Dura und nicht mehr 1 A Pharma). Vor 5 Tagen ging es los, dass ich plötzlich wahnsinnig müde wurde, mich sehr schlapp und grippig fühlte und in den folgenden Nächsten schlecht geschlafen und sehr wirr geträumt habe. Seit 3 Tagen fühl ich mich außerdem wie eine Maschine und kann mich auf absolut gar nichts mehr konzentrieren. Ich unterhalte mich mit Leuten und habe dabei - gefühlt - keinerlei Kontrolle darüber, was ich sage. Hinzu kommt in den letzten Tagen ein ganz unschönes diffuses Angstgefühl mit dem Gefühl unbedingt an einen "sicheren" Ort zu müssen.

Nun meine Frage: kennt jemand einen ähnlichen Effekt beim Herstellerwechsel? Aus anderen Foren habe ich entnommen, dass unterschiedliche Beistoffe bei den Herstellern zu unterschiedlichen Nebenwirkungen führen können. Für mich wirkt es aber grad so, als würde die zugrundeliegende Symptomatik hoch kommen. Ich habe nach 4 Tagen Mylan Dura wieder zurück auf 1 A Pharma wechseln können und nehme deren Sertralin wieder seit 3 Tagen. Ich habe die Sorge, dass die vier Tage des anderen Herstellers mich in meiner Therapie nachhaltig zurückgeworfen haben könnten. Was meint ihr?

Vielen Dank im Voraus für eure Erfahrungen!

Lieben Gruß
J

Auf das Thema antworten


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Ostsee
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  02.03.2019 20:28  
Zitat:
Bioverfügbarkeit des Generikums nicht weniger als 80 % und nicht mehr als 125 % des Originalmedikaments betragen.

https://www.medikamente-per-klick.de/ap ... /generika/
Heißt im Extremfall könnten deine beiden Medikamente einen Unterschied von 45% haben..... das merkt jeder sofort. Aber auch kleinere Abweichungen können sich bemerkbar machen, wenn man sensibel reagiert.
In Zukunft einfach drauf bestehen, dass du das gleiche wieder bekommst. Falls die Apotheke sich weigert: Der Arzt kann "aut idem" auf dem Rezept ankreuzen, dann MUSS die Apotheke dir genau das Präparat von dem Hersteller verkaufen, das auf dem Rezept steht.

julianx92 hat geschrieben:
Ich habe nach 4 Tagen Mylan Dura wieder zurück auf 1 A Pharma wechseln können und nehme deren Sertralin wieder seit 3 Tagen. Ich habe die Sorge, dass die vier Tage des anderen Herstellers mich in meiner Therapie nachhaltig zurückgeworfen haben könnten. Was meint ihr?

In spätestens ner Woche sollte alles wieder wie vorher sein. Falls nicht, wird es dafür höchstwahrscheinlich irgendeine andere Ursache geben.

julianx92 hat geschrieben:
ich plage mich seit ca 1,5 Jahren mit Ängsten in verschiedenen Gewändern und wechselhaft starken Depressionen rum.

Schonmal mit einer Gesprächstherapie beim Psychotherapeuten versucht (statt mit Pillen)?



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  03.03.2019 15:34  
Ersteinmal vielen Dank für deine Antwort!

la2la2 hat geschrieben:
Bioverfügbarkeit des Generikums nicht weniger als 80 % und nicht mehr als 125 % des Originalmedikaments betragen.

Heißt im Extremfall könnten deine beiden Medikamente einen Unterschied von 45% haben..... das merkt jeder sofort. Aber auch kleinere Abweichungen können sich bemerkbar machen, wenn man sensibel reagiert.
In Zukunft einfach drauf bestehen, dass du das gleiche wieder bekommst. Falls die Apotheke sich weigert: Der Arzt kann "aut idem" auf dem Rezept ankreuzen, dann MUSS die Apotheke dir genau das Präparat von dem Hersteller verkaufen, das auf dem Rezept steht.


Also beim Einschleichen mit direkt 50mg habe ich sehr stark mit Nebenwirkungen reagiert. Insofern würde das mit der Sensiblität hinhauen. Sollte die Differenz zwischen beiden Medikamenten realistischerweise so bei 10-20% gelegen haben, kann ich mir die starke Körperreaktion aber irgendwie trotzdem nicht vorstellen. Dass ein Generikum individuell gar nicht zur Wirkung kommt, weil die anderen Nebenstoffe den Hauptstoff nicht vernünftig in die Blutbahn "geleitet" haben, kann nicht sein oder?

Ich muss noch ganz kurz den Klugscheissmodus anstellen. Bei 80% und 125% liegt die maximale Differenz - bezogen auf die 80% - bei über 55% mMn. Nur, weil ich das jetzt schon öfter mit den 45% gelesen habe..

la2la2 hat geschrieben:
julianx92 hat geschrieben:ich plage mich seit ca 1,5 Jahren mit Ängsten in verschiedenen Gewändern und wechselhaft starken Depressionen rum.
Schonmal mit einer Gesprächstherapie beim Psychotherapeuten versucht (statt mit Pillen)?


Ohja, unbedingt. Wie gesagt: Chemie ist für mich ultima ratio. Eine Gesprächstherapie habe ich jetzt seit 9 Monaten. Aber naja.. neuer Lebensabschnitt... den entscheidenen Schritt muss ich halt selber machen.

Danke1xDanke


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NRW
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  09.03.2019 09:32  
Kann ich bestätigen, war so mittelwitzig. Habe dann den alten Hersteller erzwingen können, seitdem allerdings mehr Nebenwirkungen. Als hätte der Körper bei dem Wechsel gemerkt, dass man in seine Chemie eingreift und nun dagegen vorgeht. :p

Danke1xDanke


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  09.03.2019 13:37  
chrian hat geschrieben:
Kann ich bestätigen, war so mittelwitzig. Habe dann den alten Hersteller erzwingen können, seitdem allerdings mehr Nebenwirkungen. Als hätte der Körper bei dem Wechsel gemerkt, dass man in seine Chemie eingreift und nun dagegen vorgeht. :p


Haargenau den Eindruck habe ich auch. Seit 10 Tagen bin ich wieder bei dem ursprünglichen Herrsteller, aber die Nebenwirkungen/ Irritationen vom Herstellerwechsel sind bisher nur leicht wieder zurück gegangen. Aktuell denke ich, dass das vielleicht auch nur eine Frage der Zeit ist, bis die Nebenwirkungen wieder beim (akzeptablen) Niveau von vor dem Wechsel sind. Der Körper ist irritiert und muss sich hoffentlich nur wieder eingrooven.

Wie ist das bei dir? Wie viel Zeit ist vergangen seitdem du wieder bei dem "richtigen" Hersteller bist?

Edit: Die Hauptwirkung ist übrigens zu 100% wieder bei dem Stand von vor dem Wechsel.



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NRW
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  09.03.2019 13:44  
Hatte nach dem Herstellerwechsel erstmal wieder mit 25mg (ist so drei Wochen her) angefangen, reichte aber scheinbar nicht ganz, da nach eineinhalb Wochen wieder Anflüge einer PA kamen, bin seit Montag wieder auf 50mg hoch und die Symptome/ Nebenwirkungen lassen glücklicherweise langsam nach. Bin etwas entspannter und achte nicht mehr so sensibel auf kleinste »Zuckungen« des Körpers, auch diese »Schwummerigkeit« hat gefühlt etwas nachgelassen. Bin aber auch echt ein Sensibelchen was Medikationen und deren Dosierungen angeht und schlucke nur im äußersten Notfall überhaupt irgendwas.

Drücke Dir die Daumen, dass die NWen bei Dir bald abklingen!



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  09.03.2019 18:38  
chrian hat geschrieben:
Hatte nach dem Herstellerwechsel erstmal wieder mit 25mg (ist so drei Wochen her) angefangen, reichte aber scheinbar nicht ganz, da nach eineinhalb Wochen wieder Anflüge einer PA kamen, bin seit Montag wieder auf 50mg hoch und die Symptome/ Nebenwirkungen lassen glücklicherweise langsam nach. Bin etwas entspannter und achte nicht mehr so sensibel auf kleinste »Zuckungen« des Körpers, auch diese »Schwummerigkeit« hat gefühlt etwas nachgelassen. Bin aber auch echt ein Sensibelchen was Medikationen und deren Dosierungen angeht und schlucke nur im äußersten Notfall überhaupt irgendwas.

Drücke Dir die Daumen, dass die NWen bei Dir bald abklingen!


Gut zu hören, dass das bei dir Aufwärts geht! Und danke für die gedrückten Daumen.

Danke1xDanke


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NRW
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  10.03.2019 11:56  
Wie ist denn der Plan? Sollst/Willst Du auf den 50mg bleiben?
Ich bekomme dieses leichte »grieseln« irgendwie nicht weg, werde das jetzt mal noch ein paar Tage beobachten und wenn es nicht besser wird, wieder versuchen auf 25mg runter zu gehen und augmentierend niedrig dosiert 5-HTP zu probieren.

Kann man eigentlich auch theoretisch abwechselnd 50mg, 25mg, usw. nehmen oder ist die Halbwertszeit so gering, dass der Wirkstoffspiegel dann immer einsackt und hochschießt? Die Dosis von 50mg ist ja an sich schon recht niedrig wenn ich das richtig durchblicke, das geht ja teilweise bis 200mg hoch.



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  10.03.2019 15:42  
chrian hat geschrieben:
Wie ist denn der Plan? Sollst/Willst Du auf den 50mg bleiben?
Ich bekomme dieses leichte »grieseln« irgendwie nicht weg, werde das jetzt mal noch ein paar Tage beobachten und wenn es nicht besser wird, wieder versuchen auf 25mg runter zu gehen und augmentierend niedrig dosiert 5-HTP zu probieren.

Kann man eigentlich auch theoretisch abwechselnd 50mg, 25mg, usw. nehmen oder ist die Halbwertszeit so gering, dass der Wirkstoffspiegel dann immer einsackt und hochschießt? Die Dosis von 50mg ist ja an sich schon recht niedrig wenn ich das richtig durchblicke, das geht ja teilweise bis 200mg hoch.


Und wenn du dieses "grieseln" mit den 5-HTP wegbekämest, ginge es dir dann "perfekt"? Ich merke in den letzten Tagen eine Verbesserung, aber klar: da ist nachwievor eine Dämmerigkeit, Müdigkeit und ein latentes leichtes Panikgefühl. Ich werde aber weiterhin bei den 50mg bleiben und darauf vertrauen, dass sich der Körper mit denen arrangiert. Ich habe dich das mit dem "perfekt" gefragt, weil ich gar nicht erwarte, mich bei einer AD-Medikation "perfekt" zu fühlen. Frei nach dem Motto: "keine Wirkung, ohne Gegenwirkung". Auch wenn bei den modernen AD die Wirkung bestenfalls deutlich gravierender ist, als die Nebenwirkung. Also ich versuche, die Nebenwirkung so wenig wie möglich zu beachten und viel für meine Achtsamkeit zu tun. Dazu gehört: Meditation, mich mehrmals am Tag zu "zentrieren", ab und zu Tagebuch zu schreiben und das Buch "Lebe Balance" von der AOK durchzuarbeiten. Dieses "grieselige" Gefühl kann ja auch auf psychologischer (und nicht physiologischer) Ebene bedeuten, dass man nicht so ganz bei sich ist.

Dir weiter viel Glück!

Edit: Aber klar, das Ziel ist, mittelfristig auf 25mg runterzugehen. Aber dann auch beständig. Ich würde nicht zu häufig zwischen 25mg und 50mg wechseln. Stichwort: Körper und Kopf irritieren



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NRW
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  16.03.2019 09:21  
Kleines Update:

Hatte mit die Tage einen Tablettenteiler besorgt und bin am Mittwoch von 50mg auf 37,5mg runter, bisher keinerlei Probleme (trotz des echt unterirdischen Wetters). Die Nebenwirkungen haben sich leicht gebessert, weniger flimmriger Blick. Werde das mal ein paar Tage beobachten und eventuell zum Ende der nächsten Woche wieder auf 25mg runter. Damit führ ich bis zum Magen-/Darminfekt ja eigentlich ganz gut.

Alles Gute euch!



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  08.04.2019 22:18  

Gefühl der Überangestrengtheit

Hallo Freunde!
Nehme seit ca 3 Wochen Sertralin 50 mg und habe da seltsame Nebenwirkungen festgestellt!
Einerseits habe ich bei jeden kleinen Anstrengung das Gefühl der Überangestrengtheit, was sich durch einen sehr unangenehmen Herzschlag bzw Herzklopfen äussert. Andererseits empfinde ich des öfteren einen unangenehmen Lufthunger bzw Atemnot ohne dabei zu wissen ob es reell oder eingebildet ist. Bei beiden Symptomen möchte ich am liebsten aus meiner Haut raus und meine gleich verrückt zu werden die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben!
Meine Frage in diesem Zusammenhang wäre ob das bei Sertralin oder einem anderen Medi schon aufgefallen ist und wenn ja ob diese Nebenwirkungen wieder verschwinden!
Zu meiner Geschichte, leide seit 11 Jahren an einer Panikstörung und war mit Venlafaxin gut eingestellt bis diese ihre Wirkung leider verloren haben!
Mir wurde daher der Wechsel zu Sertralin empfohlen!
Würde mich über Antworten freuen!
Lg



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  10.04.2019 09:23  
Hallo Hoffender,

ja, die von dir beschriebenen Symptome stehen alle auf der umfangreichen Liste der Nebenwirkungen von Sertralin. Viele Ärzte sagen, dass man besser nicht in die Lister schaut.

Manche Nebenwirkungen sollten innerhalb von 1 oder 2 Wochen verschwinden, andere bleiben leider auch über einen längeren Zeitraum bzw. verschwinden gar nicht.

Sollte das der Fall sein, und wenn das Medi dann auch nicht richtig wirkt, sollte man über eine Alternative nachdenken.


lg




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  10.04.2019 13:31  
Hallo Fred M!
Ja ich setze es gerade ab und nehme wieder Venlafaxin!
Das hatte am Schluss zwar auch nicht mehr so gewirkt aber habe es jahrelang gut vertragen
Längere Zeit eine gute Lebensqualität gehabt!
Notfalls muss ich halt mehr als 75 bzw 150 mg nehmen!
Hast du mit Venlafaxin auch Erfahrungswerte?



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  10.04.2019 14:44  
Ich habe leider mit fast allen ADs und auch diversen Neuroleptika negative Erfahrungen gemacht.

Mir hilft keins von allem, und schon kurz nach der Einnahme bekomme ich massive Nebenwirkungen mit Verschlimmerung der Symptomatik, die auch nach der berühmten "Erstverschlimmerungsphase" nicht aufhören.

Ich würde ja gerne ein paar Nebenwirkungen in Kauf nehmen, wenn das Medi denn auch nur ansatzweise gegen die Grundkrankheit helfen würde. Passiert leider nicht.


lg




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  10.04.2019 22:33  
Oje das ist natürlich nicht schön!
Bin mittlerweile auch nicht mehr sicher ob ich überhaupt noch ein Medi vertrage.
Am liebsten würde ich keins nehmen aber dann komm ich gar nicht mehr aus der daueranspannung raus.
Was für eine grunderkrankung hast du wenn ich fragen darf?
Bei mir wie geschrieben Panikstörung mit depressiven Episoden!



Dr. med. Andreas Schöpf

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