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Hallo zusammen,
ich hab jetzt hier auf anhieb keinen Forenbeitrag dazu gefunden. Aber aus aktuellem Anlass beschäftigt mich das Thema gerade.
Ich bin Schwanger in der 21 ssw. sozusagen Halbzeit. Aufgrund von Panikattacken nehme ich seit mehreren Jahren Mirtazapin 7,5 mg. Absetzversuche sind leider immer gescheitert. Aber mit dem Medikament habe ich keine Probleme. So kam natürlich vor mehreren Jahren ein Kinderwunsch auf, der aufgrund anderer Probleme unerfüllt blieb, bis Anfang diesen Jahres.
Embryotox sowie mehrere Ärzte bestätigten mir, dass ich das Medikament weiter nehmen darf bis zur Entbindung. Unser Kind entwickelt sich super, keinerlei Probleme oder Auffälligkeiten. Aber die Geburt rückt langsam näher und man liest immer wieder von Anpassungsstörungen bei Neugeborenen, deren Mütter Psychopharmaka genommen haben. Aber es ist ein Tabuthema und viel Berichte von Müttern sind im Netz nicht zu finden.

Meine Frage ist jetzt, gibt es hier Personen, die in der selben Lage wie ich waren? Gab es Anpassungsstörungen und wie geht es den Kindern heute? Oder war alles gut?

Ich frage, weil ich im Moment am grübeln bin, ob ich noch einen Absetzversuch wagen soll oder das Medikament bis zur Geburt durchnehmen sollte. Hab auch von Frauen gehört, die nach dem Absetzen Fehlgeburten hatten.

Vielen Dank schon einmal für eure Antworten.

28.04.2021 13:07 • 17.05.2021 #1


23 Antworten ↓


Lottaluft
Meine Freundin ist in der 28ssw und nimmt sertralin während der Schwangerschaft
Sie hat es vorher schon genommen und nimmt es mit engmaschiger Überwachung auch weiter und niemand hat ihr gesagt das es dem Kind schaden wird
Ich kenne aber auch aus meinem Umfeld Frauen die aufgrund von Medikamenten ihre Schwangerschaft abbrechen mussten ..die haben dann aber neuroleptika genommen
Von anpassungsstörungen habe ich ehrlich gesagt in dem Zusammenhang auch nie etwas gehört

28.04.2021 13:26 • x 1 #2



Schwanger und Psychopharmaka

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Zitat von Lottaluft:
Meine Freundin ist in der 28ssw und nimmt sertralin während der Schwangerschaft Sie hat es vorher schon genommen und nimmt es mit engmaschiger ...


Ja bei mir ist es auch so, dass die Ärzte alle sagen es sei kein Problem. Das mit den Anpassungsstörungen hab ich aus Internetforen. Aber immer nur von Ärzten die davor warnen, selten mal ein abschließender Erfahrungsbericht einer betroffenen Frau.

28.04.2021 14:04 • #3


Du könntest die Frage mal in einem Schwangerschafts- bzw. Elternforum stellen, wenn sich hier niemand meldet.

Ich würde aber davon ausgehen, wenn alle Ärzte sagen, das sei kein Problem, dann stimmt das auch 1000 %ig. Gerade, wenn es um Schwangerschaft geht, ist man extremst vorsichtig und rät eher ab als zu.

Alles Gute weiterhin für die Schwangerschaft und eine komplikationslose Geburt!

28.04.2021 16:15 • #4


Zitat von Pauline333:
Du könntest die Frage mal in einem Schwangerschafts- bzw. Elternforum stellen, wenn sich hier niemand meldet. Ich würde aber davon ausgehen, wenn ...


Ja, das wäre noch eine Idee. Ich dachte halt, dass hier mehr Leute mit ähnlichen Beschwerden sind und somit vielleicht auch welche mit Erfahrungswerten.
Ja ansich hast du recht. Aber meine Panikattacken entstanden damals, aufgrund eines Behandlungsfehlers. Hatte von einem Arzt ein Medikament bekommen und das nicht vertragen, aber der Arzt führte die Symptome nicht auf Nebenwirkungen zurück. Lag dann 3 Monate im Krankenhaus und seither habe ich Panikattacken. Deshalb fällts mir unheimlich schwer, ausschließlich auf Ärzte zu hören.

28.04.2021 16:25 • #5


Icefalki
Ja, es könnte zu Anpassungsstörungen bei Kind kommen, habe es nachgelesen, ABER es nützt dir auch nichts, wenn du wieder Probleme bekommst. Ich denke, das wägen die Ärzte sehr wohl ab. Deine Dosis ist ja auch nicht besonders hoch.

28.04.2021 16:45 • x 2 #6


Islandfan
Ich nehme seit 13 Jahren Mirtazapin und mir hat die Ärztin gesagt, dass ich es auf keinen Fall in der Schwangerschaft nehmen dürfte. Ich war aber nie schwanger, deshalb brauchte ich es nicht absetzen.

28.04.2021 16:50 • #7


Bahari
Hallo Lucy,

ich kenne auch einige die während der SS ADs nehmen musste oder noch nehmen.. und es war alles Top.
Ich weiss nicht wie Mirtazapin ist, aber die Ärzte wissen schon was sie verschreiben und was nicht.

Ich hatte Paroxetin und musste sofort absetzen, weil man das während der SS nicht einnehmen darf...

VG
Bahari

28.04.2021 16:52 • x 2 #8


Bahari
Es gibt bestimmte Gruppen von PP, die verwendet werden dürfen.
Wichtig ist ab dem 3. Monat.. da kann man dan schon "mehr" nehmen.. also die Auswahl ist größer..
Mein Doc meinte, während der SS sind SSRIs die erste Wahl: Cipralex/Cipramil/ - Lustral/Sertralin und Fluoxetin..

VG
Bahari

28.04.2021 16:58 • x 2 #9


DieSonne
Hallo. Erstmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft. Ich habe tatsächlich auch wärend meiner Schwangerschaft Mirthazapin 15mg genommen. Bei mir sagten die Ärzte das der Nutzen von dem Medikament, die Risiken überwiegt. Dem Baby wäre nicht geholfen, wenn es dir in der Schwangerschaft schlecht geht. Ich zitiere meine Frauenärztin: "wenn es dir schlecht geht, geht es dem Baby auch schlecht!" Ich würde allerdings auch über mögliche Anpassungsstörungen aufgeklärt. Deswegen habe ich in einem Krankenhaus geboren, in dem angrenzend auch ein Kinderkrankenhaus ist. Nur für den Fall der Fälle, damit sie trotzdem in meiner Nähe bleiben kann.

Letzten Endes ist alles gut gewesen. Sie ist gesund und munter zur Welt gekommen und hatte keinerlei Auffälligkeiten. Auch später nicht (sie wird im Sommer 4). Allerdings habe ich dann auch bewusst aufs Stillen verzichtet, weil ich ihr das nicht noch über die Muttermilch geben wollte. Das war meine Entscheidung, was aber nicht heißen soll, dass sie richtig war!

28.04.2021 17:00 • x 3 #10


Zitat von Islandfan:
Ich nehme seit 13 Jahren Mirtazapin und mir hat die Ärztin gesagt, dass ich es auf keinen Fall in der Schwangerschaft nehmen dürfte. Ich war aber ...
naja kommt drauf an, wann der Arzt das gesagt hat. Ich wurde unter anderem in einer Klinik beraten. Die meinten Mitazapin sei eins der Mittel der Wahl. Mittlerweile gibt man das wohl auch bei schweren Fällen von Schwangerschaftsübelkeit, weil es dagegen super wirkt. Deshalb stimmt das mit dem auf keinen Fall nicht mehr. Aber eben kein Arzt hat mich über Anpassungsstörungen aufgeklärt, das hab ich wie gesagt erst online gelesen.

28.04.2021 17:17 • x 3 #11


Zitat von Icefalki:
Ja, es könnte zu Anpassungsstörungen bei Kind kommen, habe es nachgelesen, ABER es nützt dir auch nichts, wenn du wieder Probleme bekommst. Ich ...


Ja, da hast du auf jeden Fall auch recht mit. Stimmt natürlich schon, dass es dem Kind dann auch nicht gut gehen würde. Ich frag mich halt, ob die Anpassungsstörungen häuftig sind oder eher was seltenes. Aber im Grunde kann man das eh nicht vorhersagen.

28.04.2021 17:19 • #12


Zitat von DieSonne:
Hallo. Erstmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft. Ich habe tatsächlich auch wärend meiner Schwangerschaft Mirthazapin 15mg genommen. Bei ...


Herzlichen Dank für deine Antwort das macht auf jeden Fall Hoffnung, dass alles gut gehen kann. Ich werde auch in einer Klinik mit Kinderintensivstation entbinden.
Bei mir meinten die Ärzte auch, dass der Nutzen das Risiko überwiegt. Und das man die geringe Dosis bis zum Schluss nehmen kann. Aber ich wollt jetzt einfach mal noch nach paar Erfahrungen fragen

28.04.2021 17:22 • x 2 #13


Islandfan
Naja, ich habe gerade in den Beipackzettel geschaut ubd da steht, dass man bei einer Schwangerschaft oder einer geplanten Schwangerschaft unbedingt den Arzt fragen sollte und dass es zum letzten Drittel der Schwangerschaft zu ernsthaften Schäden des Fötus kommen kann. Mich wundert es, dass man es gegen Schwangerschaftsübelkeit bekommt, wo es doch harmlosere Mittel gäbe. Muss jeder selbst wissen, aber ich hätte es im Falle einer Schwangerschaft abgesetzt.

28.04.2021 17:58 • #14


Zitat von Islandfan:
Naja, ich habe gerade in den Beipackzettel geschaut ubd da steht, dass man bei einer Schwangerschaft oder einer geplanten Schwangerschaft unbedingt ...


Bei Embryotox steht, dass man es nehmen darf. Das ist auch die Seite, auf der sich Ärzte und Apotheker informiert und die Informationen stmen von der Charité in Berlin, die da ständig neue Informationen zusammenträgt und auswertet.

Aber es geht mir auch nicht darum, ob man es nehmen darf. Darüber hatte ich mich vor meiner Schwangerschaft ausgiebig informiert und mich beraten lassen.

Wenn es nach Beipackzetteln geht, dann darf man fast nichts einnehmen, weil die Hersteller dafür nicht gerade stehen möchten. In meinem Beipackzettel steht nichts von Schweren Fehlbildungen, nur Anpassungsstörungen.

https://www.embryotox.de/arzneimittel/d...irtazapin/

28.04.2021 18:03 • x 1 #15


Islandfan
Es können aber Fötusfehlentwicklungen auftreten steht da auch, wenn auch selten. Das muss jeder für sich entscheiden, für mich wäre das aber Grund genug, das Mittel in der Schwangerschaft nicht zu nehmen.
Dort steht ja auch, dass zunächst erprobte Mittel wie Citalopram versucht werden sollten.
Ist jetzt auch keine böse Kritik meinerseits, nur meine Sicht der Dinge.

28.04.2021 18:08 • #16


Zitat von Islandfan:
Es können aber Fötusfehlentwicklungen auftreten steht da auch, wenn auch selten. Das muss jeder für sich entscheiden, für mich wäre das aber ...


Ja danke, aber das war nicht meine Frage. Ich hab mich im Vorfeld, vor meiner Schwangerschaft ausgiebig informiert und beraten lassen ob man es während der Schwangerschaft nehmen darf und mich dafür entschieden es zu machen. Mir gehts nur um die Anpassungsstörungen, denn denen könnte ich ggf. noch entgegenwirken, weiß aber noch nicht ob ich das Rückfallrisiko eingehen will. Deine Antwort bringt mich insofern nicht weiter, da die Hälfte meiner Schwangerschaft bereits vorbei ist.

28.04.2021 18:17 • #17

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Icefalki
Zitat von Luthy:
Rückfallrisiko eingehen will.

Zumal dann noch die Hormonumstellung kommt. Und kein Säugling hat was von einer Mutter, die zu nix mehr fähig ist.

Natürlich macht man sich da einen Kopf, hat auch Gewissensbisse, da man das Wohl des Kindes über das eigene stellen würde, wenn........

Ich hatte heftige Panikattacken während der Schwangerschaft. Mein Sohn hat das auch überlebt, und natürlich könnte man jetzt seine Macken auch damit begründen, wenn man nicht wüsste, dass jeder seine Eigenheiten hat.

Ich würde einen Rückfall als schlimmer einschätzen, zumal ja geschrieben wird, es kann zu Anpassungsstörung führen, nicht, es wird definitv dazu führen.

28.04.2021 19:00 • x 2 #18


Zitat von Icefalki:
Zumal dann noch die Hormonumstellung kommt. Und kein Säugling hat was von einer Mutter, die zu nix mehr fähig ist. Natürlich macht man sich da ...


Ja genau, so sehe ich das auch.
Es hat ewig gedauert, bis ich das richtige Medikament gefunden habe. Citalopram hat mir, gegen die Ängste gar nicht geholfen. Somit kam ein Wechsel für mich nicht in Frage. Natürlich würde ich auch lieber nichts nehmen. Aber andere chronisch Kranke wie Diabetiker, Asthmatiker, Epileptiker usw. müssen ihre Medikamente auch in der Schwangerschaft nehmen. Und wenn 3 Ärzte und eine Klink sowie die Beratungsstelle von Emryotox sagen, "wenn man gut eingestellt ist, dann soll man es weiter nehmen" dann vertrau ich dem Wissen jetzt einfach, auch wenn in der Packungsbeilage abgeraten wird.

28.04.2021 19:37 • x 1 #19


Icefalki
Zitat von Luthy:
dann vertrau ich dem Wissen jetzt einfach,


Eben, weil keiner leichtfertig mit Schwangeren umgeht. Ich denke, darauf kannst du dich auch verlassen.

28.04.2021 20:06 • x 3 #20



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Dr. med. Andreas Schöpf