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Hallo zusammen,

nach rund 18 Jahren Angsterfahrung und Psychotherapien sowie SSRI (seit 2 Jahren nur noch phasenweise, jetzt seit geraumer Zeit gar nicht mehr) hat sich die Panikstörung generalisiert und ein anderes Gesicht bekommen. Es sind keine Situationen mehr, sondern eher eine diffuse, generalisierte Todesangst, die mich oftmals einfach so erwischt. Nachdem wir den durch diese Zustände oftmals entgleisten Blutdruck (2x Notaufnahme dieses Jahr mit 230/135, 150) medikamentös mit Ramipril in den Griff bekommen haben (Lercanidipin, HCT waren wirkungslos - Betablocker wurden wieder abgesetzt), bleibt die psychische Komponente. Es sind so starke Angstgefühle und Depersonalisierung, dass ich aus Verzweiflung oftmals am liebsten den Notarzt rufen würde. Nicht, weil ich eine als realistisch bewertete Angst habe, zu sterben - sondern damit er "macht, dass es aufhört".

Nun habe ich Atosil verschrieben bekommen und soll das bei Bedarf nehmen. Und nun der Klassiker: ich habe Angst vor dem Kontrollverlust durch das Medikament. Insbesondere Denkstörungen / Verwirrtheitszustände machen mir enorm Angst.
Aus dem Grund trinke ich auch keinen Alk. mehr (ab 0,5 B. empfinde ich das Gefühl als bedrohlich).

Ist das Medikament wirklich geeignet oder besteht die Gefahr einer paradoxen Reaktion in der Konstellation?

Danke und Grüße!

18.12.2017 19:37 • 18.12.2017 #1


3 Antworten ↓


Eine paradoxe Reaktion wird da nicht kommen ,ich fürchte nur,dass es gegen Angstzustände und Panikattacken nur bedingt hilft.
Mich hat es eher müde gemacht,war nicht unangenehm aber bei stärkeren Unruhezuständen kann es auch unangenehm sein,dass man dann zu der inneren Unruhe auch noch müde wird (und sich dadurch wehrloser fühlt).

Mir hat gegen Angst und Panik am besten Tavor geholfen,macht aber leider schnell abhängig.Also lieber nur im absoluten Notfall nehmen.
Das nächst wirksame war bei mir entweder Amitriptylin (Antidepressivum) oder Perazin (Neuroleptikum).

Langsfristig hilft mir gegen die GAS Lyrica,muss man aber langsam einschleichen,da es die ersten 3 Wochen müde macht.

Insgesamt kann ich Dir nur Mut zusprechen,es zu versuchen mit Medikamenten.Es ist normal,dass man zu Beginn Angst hat,sie einzunehmen.
Mir persönlich haben die Medikamente aus der Angsthölle herausgeholfen,man kommt ja sonst kaum noch zur Ruhe geschweige denn dazu,eine Art Alltag zu bewältigen.

18.12.2017 19:48 • x 1 #2



Promethazin / Atosil gegen akute Angstzustände

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Ich weiss nicht. Ich würde Promethazin allein aus dem Grund, dass es ein Neuroleptikum ist, nicht (mehr) nehmen, aber ich glaube, wenn Leute davon irgendwas an Nebenwirkungen haben, dann, dass sie nur müde werden. Kontrollverlust ist mir überhaupt nicht bekannt davon und ein Zombiemedikament ist es auch nicht. Es macht halt nur ein bisschen müde und beruhigt. Sonst nichts.

18.12.2017 19:50 • #3


pferd123
Ich nehme es auch bei Bedarf seit Jahren. Es hilft mir sehr gut . Kann es nur weiter empfehlen

18.12.2017 19:56 • #4




Dr. med. Andreas Schöpf