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K
Hallo an Alle, hab schon einige Beiträge hier geschrieben, ich habe im Juni versucht nach längerer Einnahme Venlafaxin 75mg runterdosieren, das ging leider mächtig schief, totale Gefühlschaos, Blutdruck Probleme, Angstzustände etc. Hab wieder auf 75mg probiert aufzudosieren, hat sich nichts gebessert, meine Ärztin riet mir auf Citalopram 20mg zu Wechseln und Mirtazapin 15mg am Abend zu nehmen, nach 6 Wochen ging es mir solala, meinte sie Erhöhen auf 30mg,da merkte ich eine deutliche Besserung, ich war die ganze Zeit krank geschrieben und muss auch sagen, die Arbeit war so stressig und belastend, dass ich froh war vor ein paar Tagen einvernehmlich zu kündigen. Aber seit dem Tag der Kündigung geht's mir immer schlechter, bin furchtbar depressiv, kann mit mir nichts mehr anfangen, nur am heulen, finde diese Hoffnungslosigkeit unerträglich! Ich hab morgen Termin bei der Ärztin, hab keine Ahnung ob Erhöhung auf 40mg was bringt, finde 30mg schon hoch, oder wieder wechseln auf snri? Hat schon wer mehr ausprobieren müssen bis was passt? Macht das Sinn? Wieder Wechsel? So schlimm wenns einem schon gut ging und dann stürzt man total in ein Loch.

10.10.2023 09:31 • 10.10.2023 #1


6 Antworten ↓


C
Hi @Kara_80
Ich lese heraus, dass einige Ereignisse dazu führen, dass es dir schlechter geht. Eine Kündigung ist sicher eine große Umstellung, weshalb es einem schlechter gehen kann. Dazu die Medikamentenumstellung, die auch nicht ohne ist. Ich würde dir raten, erstmal weiter Geduld zu üben, bevor die Medikamente erneut umgestellt werden das kann schon mal mehr als 8 Wochen in Anspruch nehmen. Soweit meine Erfahrungen mit Escitalopram in Kombination mit Mirtazapin. Ich glaube dein Körper braucht noch etwas Zeit, um sich wieder zu stabilisieren.
Als es bei mir fast nicht auszuhalten war, habe ich mich mit körperlichen Tätigkeiten abgelenkt. Ich habe viel aus Holz gebastelt und Gitarre geübt. Ich denke Malen, etwas anderes basteln tuts genauso. Halte durch und gute Besserung!

10.10.2023 09:49 • x 1 #2


A


Plötzliche Verschlechterung Citalopram 30mg

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Icefalki
Zitat von Kara_80:
So schlimm wenns einem schon gut ging und dann stürzt man total in ein Loch.


Ja, aber das gehört leider zu dieser Erkrankung.

Lass mal beim Hausarzt noch deine Vitamin D, B - Werte checken, dann
noch Schilddrüse, Eisen. Wer so lange den Stress mit den Gefühlen hat, hat meistens niedrige Werte. Und wenn das dann auch noch dazu kommt, braucht man sich nicht wundern, wenn gar nix hilft.

Und was die Kündigung anbelangt, - ja, das knallt nochmals so richtig rein, da man das Gefühl hat, auf der ganzen Linie zu versagen und man jetzt den ganzen Tag Zeit hat, sich noch mehr mit allem zu beschäftigen.

Versuch jetzt mal die Zeit zu nutzen, um dahinter zu kommen, was dich so ängstigt. Ich denke, du weisst, wie Therapie funktioniert:

Wie war deine Kindheit? Welcher Typ Mensch bist du? Wie kannst du dich gegen Widrigkeiten im Leben behaupten? Ja- oder Neinsager, wie gut verdrängt du Probleme......?

Jetzt hat du Zeit, dich mit dir zu beschäftigen, denn hinter Ängsten steckt in der Regel eine Imbalance in dir selbst.

Bei Depressionen sieht es anders aus. Da ist der Hirnstoffwechsel durcheinander und/oder es fehlen eben Substanzen, die nötig sind, damit wir uns gut fühlen.

10.10.2023 10:22 • #3


K
@Icefalki ja leider hab ich zu lange den Stress und die Sorgen von der Arbeit runtergeschluckt, hab immer funktioniert und versucht arbeitsmäßig allen alles recht zu machen, bin auch krank arbeiten gegangen, jetzt ist wohl mit der Kündigung all der Druck rausgekommen... Das hatte ich vor vielen Jahren schon einmal, und nach der Kündigung damals bin ich in eine heftige Erschöpfungsdepression gefallen, daran muss ich echt arbeiten... Werte passen, ausser leichten Eisen und Vitamin D Mangel, da nehm ich immer hochdosierte Tropfen... Versuche mich abzulenken, Haushalt, malen, spazieren gehen, halt schwer wenn der Antrieb gerade fehlt...

10.10.2023 10:35 • #4


Icefalki
Zitat von Kara_80:
halt schwer wenn der Antrieb gerade fehlt...


Ja, du bist auf Leistung getrimmt und wenn man die bringt, wenn man es allen Recht machen möchte, dann überfordert man sich, denn wo beginnt man, wo hört man auf.

War im Übrigen auch mein Thema und hier kannst du super mit arbeiten.

Als erstes dich damit abfinden, dass du bisher keine Grenzen gezogen hast, wenn es um dich geht. Daher frag dich, warum du das tust?

Und jetzt kannst du erkennen lernen, was passiert, wenn du nicht rechtzeitig deine Bedürfnisse erkennst und die der anderen über deine stellst.

Wenn du das erarbeitet hast, geht es dir besser. Aber diese geistige Arbeit muss sein. Und ich kann dir nur versprechen, dass sie sich lohnt.

Menschen wie wir haben immer Angst, dass ein Verneinen oder weniger Funktionieren unseren Wert mindert. Und jetzt hast du die Quittung für deine Denkweise bekommen. Ergo, wir liegen mit unserer Meinung grottenfalsch und sollten dringend umdenken.

Deswegen geht es dir mit der Kündigung auch schlechter, da sie signalisiert: Du hast versagt.

Jaja, es sind immer wieder die gleichen Probleme, die basierend aufgrund von falsch verstanden, oder aufgrund Erziehung oder sonstigen Erfahrungen , den Stresslevel so hoch pushen, dass am Schluss ne Angsterkrankung und dann ne Depri das Ergebnis sind.

Bist definitiv nicht die einzige.

10.10.2023 10:51 • #5


K
@Icefalki Du kennst dich da ja sehr aus, soweit hab ich noch nicht gedacht, du hast vollkommen Recht, ich fühl mich wie ein Versager und habe richtig Schuldgefühle... Hast/nimmst du Medikamente? Ich weiß dass die unterstützend sein können, man stabilisiert sich und ist klarer im Kopf und kann dann besser an sich arbeiten, ich bin auch für eine Reha angemeldet, mit Gruppen/Gesprächstherapie... Wird mir hoffentlich auch helfen

10.10.2023 11:03 • #6


Icefalki
Zitat von Kara_80:
Hast/nimmst du Medikamente


Nein, schon lange nimmer. Aber dieses Thema ist ein Lebensthema, da bei uns eine extremst grosse Leistungsbereitschaft existiert, die aus Angst vor Negativität resultiert. Wenn man das man begriffen hat, und erkennt, welchen Schaden das verursacht, kann man gegenhalten.

Ist zwar anstrengend, funktioniert aber immer besser. Aber ganz in den Griff bekommt man das nie. Aber zumindest so, dass man den extremen Stress nimmer so ausgesetzt ist.

Atme mal auf, da der ganze Mist nur dazu dient, dass du zukünftig besser mit deinen Kräften haushalten wirst. Und lernst, so gut NEIN zu sagen, dass andere dadurch nicht verletzt werden.

10.10.2023 11:16 • x 1 #7





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