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Hallo,
Hatte vor 5 Jahren (war damals 35) meine erste Krise mit schwerer Panikstörung. Kam damals zusammen mit einer Borreliose - zuvor hatte ich nie psychische Probleme. Meine Ärztin verschrieb mir damals 150mg Venlafaxin. Das half gut und zeitnah, aber als ich es wieder absetzen wollte, merkte ich, dass es doch ein Teufelszeug ist. Hab letztlich über 1 Jahr gebraucht. Zum Jahreswechsel waren 1 Jahr später wie aus dem Nichts die PA wieder da. Da ich nicht nochmal die Absetzerei mit Venlafaxin durchmachen wollte, verschrieb mir meine Ärztin citalopram. Ich sollte 40mg nehmen, aber das einschleichen war ab 30mg so abartig, das ich nun keine Angst mehr vorm Sterben habe (ich weiß, andere nehmen das doppelte und haben keine Probleme, aber leider bekomme ich immer bei allen Medikamenten alle möglichen Nebenwirkungen). Nun nehme ich morgens 20mg und abends 10mg und es geht mir meist ganz gut damit. Nur bekomme ich täglich zwischen 17.00 und 19.00 ein schweres tief, manchmal auch mit leichteren PA. Ich vermute, dass dann der Spiegel absackt und meine Erkrankung wieder durchkommt. Ab 19.00 fühle ich mich vollkommen gesund - paradox, nicht wahr? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Meint ihr, es würde was bringen, die 30mg auf einmal zu nehmen?

09.03.2014 23:31 • 11.03.2014 #1


8 Antworten ↓


kyra96
Wie lang nimmst Du die Citas schon?
Du hast aber nicht gleich mit 30 mg angefangen?
Man muss das Medikament auch einschleichen. Ich habe mit 10 mg angefangen und bin nach ca 5 Wochen auf 20 mg.

09.03.2014 23:37 • #2



Citalopram - sind 30mg zu wenig?

x 3


Seit Januar. Hab 4 Tage lang 10mg genommen, dann 2 Wochen 20mg. Dann dachte ich, ich bin wieder fit, bin Arbeiten gegangen und nach 3 Tagen kam der Rückfall. Also hoch auf 30mg und sofort in das tiefste loch gefallen. Ich hatte plötzlich nur noch Panik. Eine Stunde nach der Einnahme ging mein Puls auf Anschlag hoch und ich rechnete mit einem Herzinfarkt. Da das täglich so war, kam ich mir vor, wie bei einer Scheinhinrichtung, so dass irgendwann Depressionen dazu kamen. Ging aber nach zwei Wochen wieder weg. Nun habe ich nach dem ganzen Mist Angst, meinen metastabilen Zustand zu gefährden, zumal ich auch wieder arbeiten kann. Aber so richtig gut geht's mir eben auch nicht...

09.03.2014 23:48 • #3


kyra96
Du hast zu schnell erhöht. Da streikt jeder Körper.
bevor du weiter erhöhst, frag bitte Deinen Arzt.
Ich bin nicht höher als 20 mg gegangen und nach 4 Monaten hab ich es mit Psychologen ausschleichen lassen.
das war nicht angenehm.

09.03.2014 23:54 • #4


Ich habe mich exakt an die Anweisungen meiner Ärztin gehalten. Naja, ich wiege auch 106 kg. Ich hatte eigentlich gehofft, das ausschleichen sei einfacher als bei Venlafaxin? Die verbliebenen Nebenwirkungen sind schon viel weniger, bin viel empathischer als unter Venlafaxin und kann auch meine ehelichen Pflichten uneingeschränkt erfüllen...

10.03.2014 00:04 • #5


Hallo Kyra,

hab noch eine Frage: hatte dir Citalopram eigentlich gar nicht geholfen oder warum hattest Du es so schnell wieder abgesetzt? Da es so lange dauert, bis ich überhaupt eine Wirkung merkte, frage ich mich manchmal: wo stünde ich ohne das Medikament? Vielleicht wäre ich auch ohne Medi genausoweit, oder sogar weiter? Oder bleibt mir nix anderes, als doch wieder auf Venlafaxin umzusteigen...

10.03.2014 15:49 • #6


kyra96
War alles ok, ich wollte nur wieder ICH sein und nicht ferngesteuert sein. Wollte wieder mal zum Essen ein Glas Wein oder B. trinken.
Das war ja mit den Pillen nicht möglich.

10.03.2014 17:19 • #7


Hallo,

ich empfehle dir jede Dosisveränderung mit der Ärztin abzusprechen. Diese Medikamente wirken bei jedem anders, daher
sind Empfehlungen von anderen oft wenig aufschlussreich. Ich habe z.B. Venlafaxin über 1,5 Jahre genommen und dann von 150mg auf 75 und dann
auf 0 abdosiert. Zwei Wochen hatte ich "brainzaps" aber ansonsten ging es mir gut.

Da ich leider wieder in ein Depressionsloch mit zug. Ängsten gefallen bin, nehme ich es wieder und nach nunmehr 6 Wochen geht es wieder aufwärts.
Die Frage ob es mit oder ohne Medikamente besser wäre, ist also auch sehr individuell. Ich denke, du könntest dem Citalopram noch etwas Zeit geben. Die volle Wirkung
bei diesen Medikamenten kann auch erst nach 8-12 Wochen entfaltet sein. Danach ist vll. eine Dosiserhöhung oder ein Wechsel im Absprache mit dem Doc. in Erwägung zu ziehen.

Klar sollte aber sein, dass keines dieser Medikamente einem zu einem völlig ausgeglichenen Menschen macht.

Lg

CptChaos

PS: Bin etwas erstaunt über die Verteilung auf morgens und abends, da Citalopram ja eher antriebssteigernd wirkt. Es könnte von daher schon sinnvoll sein die verordnete Dosis morgens zu nehmen.

10.03.2014 21:11 • #8


Hallo CptChaos,

danke für dein post. Ich hatte mir von Cit. erhofft, dass es besser verträglich ist. War leider ein Trugschluss und zudem wirkt es bei mir kaum. Hab am Montag wieder Termin bei meiner Ärztin. Ich halte viel von ihr und sie hat mich bislang nie hängen lassen. Ich werde Ihr vorschlagen, wieder zu Venlafaxin zu wechseln, denn so geht es nicht weiter. Hab jetzt auch noch ne depressive Verstimmung dazu bekommen, wahrscheinlich normal wenn man solche schlimmen Zeiten durchmacht. Wenigstens gings es mir unter Venlafaxin nach 4 Wochen wieder gut. Ich hatte unter der Einnahme keine einzige PA mehr, allerdings auch keine Lust mehr auf Sex und meine Frau sagt, ich war nicht mehr ich. Als ich dann auf 75mg runter bin, ging es aber einigermaßen. Nur das Schwitzen war weiterhin extrem. Vielleicht hat sie ja aber auch noch ein Zaubermittelchen, sowas wie Tavor ohne Abhängkeit
Ich hatte die 10mg abends genommen, weil ich schon bei 20mg immer wahnsinniges Herzrasen hatte. Daraus wurden dann immer lustige PA. Aber es stimmt - ich schlafe sehr schlecht. Werde heute mal MIttag die 10mg nehmen und abends weglassen.

11.03.2014 10:10 • #9




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Dr. med. Andreas Schöpf