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Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

105

M
Zitat von silberauge:
Doofe Nebenwirkungen ja... habe ich da in Kauf genommen.

Wenns vertretbar war ist das dir und jedem überlassen.
Ich hatte selbst nur Fehlbehandlungen hinter mir mit üblen Sachen - von Blutdruck von jetzt auf gleich auf (ohne Witz) über 200 geschossen, zerstörter Kreislauf, ständiger Trmor und kaum auszuhaltende innere Unruhe, konnte weder stehen noch sitzen, liegen und selbst in bewgung wars übel, ständiger Tunnel bzw Fischaugenblick, Gewicht von 74 Kilo rauf auf 160 innerhalb von einem halben Jahr, kein Sättigungsgefühl und trotzdem gleichzeitig eineLadung Steine im Magen plus Übelkeit usw. Von der sedierenden Wirkung abgesehen, die auch grauenvoll war.
Wenns jemandem hilft und der das gut verträgt bitte (ich bin selbst kein Freund davon), aber es ist nur unterstützdend gedacht. Die eigentliche Therapie beginnt in erster Linie im Kopf und bei den eigenen Emotionen und man sollte sich auch bewusst sein, dass esien 100%ige Heilung in dem Sinn auch nich gibt, sondern man "nur" lernt mit seinen Problemen umzugehen.

x 1 #81


SilentRoG
Zitat von Marc_Sky:
Die eigentliche Therapie beginnt in erster Linie im Kopf und bei den eigenen Emotionen und man sollte sich auch bewusst sein, dass esien 100%ige Heilung in dem Sinn auch nich gibt, sondern man "nur" lernt mit seinen Problemen umzugehen.

Und da muss ich dir widersprechen.
Wenn nämlich ein Mangel vorliegt, kannst du durch Ausgleich des Mangels eben auch vollständig geheilt werden.

Allerdings muss dieser eben erstmal erkannt werden. Und da fehlt erst Mal der Diagnose Ansatz in die Richtung.

x 1 #82


A


Petition für Vollblutanalyse gestartet!

x 3


S
Das klingt ja wirklich schlimm und tut mir leid, dass du solch schlechte Erfahrungen mit Medikamenten gemacht hast.

Zitat von Marc_Sky:
Die eigentliche Therapie beginnt in erster Linie im Kopf und bei den eigenen Emotionen und man sollte sich auch bewusst sein, dass esien 100%ige Heilung in dem Sinn auch nich gibt, sondern man "nur" lernt mit seinen Problemen umzugehen.

Ja, dass sehe ich auch so. Man kann lernen damit umzugehen, aber eine gewisse Anfälligkeit, Verletzbarkeit wird wohl bleiben. Aber diese Sensibilität hat ja durchaus auch positive Seiten.

x 2 #83


M
@silberauge Danke aber seis drum, ist passiert und kanns nichtmehr rückgängig machen. Die schlimmsten akuten Symptome sind zum Glück überwiegend weg

Zitat von silberauge:
Ja, dass sehe ich auch so. Man kann lernen damit umzugehen, aber eine gewisse Anfälligkeit, Verletzbarkeit wird wohl bleiben. Aber diese Sensibilität hat ja durchaus auch positive Seiten.

Sehe ich auch so. Und wer das vergisst, zur Seite schiebt oder meint das kurieren zu "müssen" vergisst dabei das wesentliche: Mensch zu sein und zu bleiben

x 1 #84


Sonnenzauber
Medikamente schwieriges Thema, die einen vertragen sie die anderen nicht. Ich könnte ohne meine nicht schlafen, und bin froh dass ich sie habe.

x 1 #85


DrSeltsam
Zitat von SilentRoG:
Aber mal ehrlich betrachtet, wie würdest du die Wirkung betiteln?

Heilen sie dich? Nein.
Was machen Sie dann? Sie dämpfen die Symptome trifft es meiner Meinung nach auf den Punkt.

Dadurch helfen sie einigermaßen zu funktionieren.

Nein, sie sind keine Wundermittel und heilen können sie in den allermeisten Fällen auch nicht. Sollen sie auch nicht.

In der Regel st eine Depression oder Angststörung kein körperliches, sondern ein psychisches Problem. ADs sind dazu da, den Patienten so schnell wie möglich wieder in einen Zustand zu bringen, in dem er wieder lebensfähig ist, ein bisschen Lebensfreude empfinden kann und somit überhaupt in der Lage ist seine psychischen Probleme zu erkennen, zu bearbeiten und aufzulösen.

Es macht m. M. n. auch keinen Sinn, die Mittel so hoch zu dosieren, dass die Krankheit komplett überdeckt und "ausgeschaltet" wird. Kann man natürlich machen und manch einer lebt damit ein glückliches und zufriedenes Leben.

Das bedeutet: ADs sind ein wichtiges und notwendiges Hilfsmittel, um die oftmals jahrelange Arbeit an der eigenen Psyche überhaupt angehen und durchstehen und trotzdem ein gutes Leben führen zu können. Und in machen Fällen sind sie notwendig, einen Patienten überhaupt am Leben zu halten.

Natürlich macht es auch Sinn, im Laufe so einer Erkrankung auch den Körper gründlich zu untersuchen und dafür zu sorgen, dass es keinen Mangel gibt. Das kann aber nur eine Ergänzung sein und ein wieder korrigierter Magnesium-Haushalt sorgt nicht dafür, dass die Depression geheilt ist und die ADs abgesetzt werden können.

x 2 #86


DrSeltsam
Zitat von Marc_Sky:
Ich hatte selbst nur Fehlbehandlungen hinter mir mit üblen Sachen - von Blutdruck von jetzt auf gleich auf (ohne Witz) über 200 geschossen, zerstörter Kreislauf, ständiger Trmor und kaum auszuhaltende innere Unruhe, konnte weder stehen noch sitzen, liegen und selbst in bewgung wars übel, ständiger Tunnel bzw Fischaugenblick, Gewicht von 74 Kilo rauf auf 160 innerhalb von einem halben Jahr, kein Sättigungsgefühl und trotzdem gleichzeitig eineLadung Steine im Magen plus Übelkeit usw. Von der sedierenden Wirkung abgesehen, die auch grauenvoll war.

Sowas ist natürlich sch .. - aber es ist ja sowieso meist ein Abwägen zwischen zwei "nicht optimalen" Zuständen.
Was ist schlimmer: der "Zustand" oder die Nebenwirkungen?

Als ich in der Klink war, habe ich zu meinen normalen Tabletten morgens noch eine Extradosis Doxepin bekommen. Keine Ahnung warum ich das ausgerechnet morgens bekommen habe, aber dadurch hab' ich den halben Tag im Sessel auf dem Flur vor mich hingedämmert, um mich den anderen halben Tag darüber zu "wundern", dass ich überhaupt keine Gefühle jedweder Art mehr hatte.

Aber: ich hatte seit Monaten keine Angst mehr!

Ich hätte den Kram glaube ich auch genommen, wenn ich dadurch aus den Ohren geblutet hätte oder mir die Zähne ausgefallen wären.

Heute natürlich undenkbar.

Ich hatte - hab' ich irgendwo hier letztens schon mal geschrieben – aber auch saumäßig Glück mit allem. Also dass Klinik, Ärzte, Therapeuten, Medis usw. auf Anhieb "gepasst" haben. Schade, dass das bei dir so daneben gegangen ist ...

#87


SilentRoG
Zitat von DrSeltsam:
Nein, sie sind keine Wundermittel und heilen können sie in den allermeisten Fällen auch nicht. Sollen sie auch nicht. In der Regel st eine ...

Bei der Beschreibung sagt aber auch nicht mehr als dass sie eben Symptome dämpfen, und die Leute damit wieder funktionieren können.

Nährstoffe sind in dem Zusammenhang ein mächtiges Puzzelteil, deren Mangel nicht nur durch die Krankheit entstehen kann, sondern deren Mangel die Psychische Krankheit auslösen kann. So gesehen ist das Gehirn auch nur ein Organ, dass zur Funktionalität entsprechende Nährstoffe braucht.

Depressionen, schwere Erschöpfung, Psychosen, Paranoia, Gedächtnisstörungen:
B-Vitamine sind essenziell für die Bildung von Neurotransmittern (Serotonin, Dopamin). Ein schwerer B12-Mangel kann eine Demenz oder Psychose vortäuschen.


Depressive Verstimmungen, chronische Erschöpfung (Fatigue), Angstzustände, ADHS-ähnliche Symptome:
Eisen transportiert Sauerstoff ins Gehirn und steuert die Dopamin-Synthese. Zu wenig Eisen führt zu mentalem "Nebel" und Antriebslosigkeit.

Saisonal abhängige Depression (SAD), klinische Depressionen, erhöhte Reizbarkeit:
Vitamin D wirkt im Gehirn wie ein Hormon und schützt die Nervenzellen. Es moduliert unter anderem die Stimmung.


Starke innere Unruhe, Angststörungen, Panikattacken, Schlafstörungen:
Magnesium blockiert bestimmte Stress-Rezeptoren im Gehirn. Fehlt es, läuft das Nervensystem permanent auf Hochtouren.


Depressionen, Angstzustände, emotionale Instabilität, ADHS:
Das Gehirn besteht zu großen Teilen aus Fett. Omega-3 hält die Zellmembranen flexibel, sodass Botenstoffe richtig andocken können.


Für mich persönlich war Magnesium ein Game Changer.
Meine Unruhe und Angstzustände haben sich dadurch extrem abschwächen lassen, so dass mein Bedarfsmedikament mittlerweile nicht mehr benötigt wird.

Ein Nährstoffmangel wird daher sicher nicht für alles eine Lösung sein, aber kann unterstützend zur Besserung beitragen. Allerdings muss er dafür diagnostiziert werden und in den wenigsten Fällen werden diese Werte bezogen, BEVOR Medis verabreicht werden.

#88


M
Zitat von DrSeltsam:
Was ist schlimmer: der "Zustand" oder die Nebenwirkungen?

Das war beides mieserabel genug. Beim Zweiten Anlauf warens dann "nur" die Nebenwirkungen aber die haben dann auch gereiucht weil die schlimmer als beim ersten Anlauf waren und eine Wirkung im positiven Sinn (Angst und Deprssionlösend) nicht eingetreten ist, obwohl die Psychiaterin dann noch auf höhere Dosen gepusht hat.
Von daher ist es immer schwierig zu sagen "schluck ne Pillle und du wirst wieder gesund" oder von rein körperlicher Diagnostik und Lösung auszugehen (organisch induzierte Depressionen gibt es zwar, aber die können dann entsprechend mit weniger Aufwand diagnostiziert werden und sind auch ziemlich selten und mit anderen Mitteln als Psychopharmaka zu behandeln)

Wieauchimmer, es braucht nicht unbedingt ein Blutbild um di eeigentlichen Ursachen zu bekämpfen, das geschieht rein um Kopf, bei und mit den Emotionen und in der Vorgeschcihte, alles andere ist bestendfalls eien Unterstützung für körperliche Symptome.
Für die eigentlichen mentalen Symptome brauch es aber definitiv andere Mittel und mehr als Medikamente.
Meiner Meinung nach brauch es ein stabiles emotionales und gegenseitiges unterstützendes Umfeld mit einer (oder zwei) engen Bezugsperson(en) um eine größere Chance zu haben mentale und emotionale Schwierigkeiten während Therapien und überhaupt schweren Lebensphasen durchzustehen ohne dabei zu zerbrechen oder heillos überfordert und allein gelassen zu sein. Und das kann leider kein Bluttest diagnostizieren oder ein Medikament herstellen.
(Und vorallem ist sowas auchweder bezahlbar noch überhaupt mit Geld aufzuwiegen.
Quelle: eigene Erfahrungen und das Leben selbst.)

x 1 #89


DrSeltsam
Zitat von SilentRoG:
Bei der Beschreibung sagt aber auch nicht mehr als dass sie eben Symptome dämpfen, und die Leute damit wieder funktionieren können.

Ich behaupte mal, dass meine Beschreibung auf die Du dich beziehst nicht so zum 🤮 ist wie die hier:
Zitat von Johannesschraub:
anstatt jahrelang falsch behandelt oder mit teuren Symptom-Dämpfern (wie Antidepressiva) ruhiggestellt zu werden.

Das ist anmaßend und beleidigend.

Oder das hier:
Zitat von Johannesschraub:
Wer den chronisch Kranken in diesem Land wieder eine echte Perspektive geben will, setzt seine Unterschrift darunter!

Aha. Alle anderen die nicht unterschreiben wollen also keine Perspektive für chronisch Kranke (und schubsen vermutlich auch Omas vor die Straßenbahn).

Ich sage ja nicht, dass an der Sache selbst nicht was dran ist. Hab' ich oben geschrieben und seinerzeit hab' ich auch so ziemlich alles testen lassen, weil ich nach jedem Strohhalm gegriffen habe und sicher sein wollte, dass mein Körper soweit in Ordnung ist.

Aber die ganze polemische Art, das haltlose rumgerechne wieviel Millionen (Milliarden!) gespart werden könnten, das rumgehacke auf ADs, das vermitteln nur mit einer VBD gäbe es eine richtige Diagnose und das ganze andere Geschwurbel ist abstoßend ...

#90


SilentRoG
Zitat von DrSeltsam:
Ich behaupte mal, dass meine Beschreibung auf die Du dich beziehst nicht so zum ist wie die hier:

Über das Wording lässt sich auf jeden Fall streiten. Aber mir geht es um die Funktion. Und da sagt auch deine Beschreibung nichts anders als das Symptome gedämpft werden.

#91


Johannesschraub
Hallo SilentRoG,

es liegt mir wirklich absolut fern, dich oder irgendwen hier im Forum persönlich anzugreifen oder zu beleidigen. Wenn das so rübergekommen ist, tut mir das leid und ich möchte das hiermit direkt geraderücken. Niemand schubst hier Omas vor die Straßenbahn, nur weil er eine Petition nicht unterschreiben möchte.

Dass du damals selbst nach jedem Strohhalm gegriffen und alles Mögliche hast testen lassen, zeigt mir einfach, dass wir im selben Boot sitzen. Wir beide wissen ganz genau, wie verdammt zermürbend dieser Leidensdruck und die ständige Ungewissheit sind.

Warum ich manchmal so emotional und scharf mitschreibe:
Wenn ich von „Symptom-Dämpfern“ oder „Ruhigstellen“ rede, dann meine ich damit niemals uns Betroffene! Ich nehme doch selbst seit Jahren Sertralin und stehe da auch vollkommen zu. Mein Frust richtet sich einzig und allein gegen unser träges System. Es wird einfach viel zu oft viel zu schnell ein Rezept ausgestellt, anstatt mal ganz tief an den Ursachen zu graben. Wenn der Körper im Inneren der Zellen – vielleicht durch einen kranken Darm – gar nicht das Baumaterial hat, um überhaupt Glückshormone herzustellen, dann reicht es einfach nicht, nur oben drauf den Deckel mit Pillen zuzuhalten. Da muss man doch an die Wurzel ran.

Zu den ganzen Zahlen:
Ich verstehe völlig, dass diese riesigen Summen erst einmal utopisch oder zusammengerechnet wirken. Aber das sind die offiziellen Zahlen, wenn man sich die Daten vom Statistischen Bundesamt oder der Bundesanstalt für Arbeitsschutz anschaut. Wenn wir auch nur einen kleinen Teil der chronisch Kranken früher richtig diagnostizieren, fallen extrem viele Fehldiagnosen, unnötige Klinikaufenthalte und Fehltage im Job weg. In unserem ohnehin maroden Gesundheitssystem geht es da nun mal direkt um enorme Summen. Eine automatisierte Laboruntersuchung kostet die Kassen am Ende fast nichts im Vergleich zu jahrelangen Irrwegen für uns Patienten.

Ich weiß selbst, dass ich hier manchmal sehr forsch und fast schon zu kämpferisch rüberkomme. Aber wenn man gegen die dicken Bretter der Politik und der Krankenkassen anrennen will, wird man leider nur gehört, wenn man laut ist. Mit einer leisen Bitte erreicht man in Berlin leider gar nichts.

Mir geht es im Kern einfach nur darum, dass diese tieferen Blutanalysen kein Luxus für Leute mit dickem Geldbeutel bleiben, sondern dass jeder von uns ein Recht darauf hat. Ich hoffe, wir können uns trotz meiner manchmal anstrengenden Art darauf einigen, dass wir Patienten an der Basis einfach eine bessere Aufklärung verdient haben.

Und noch ein kurzes Wort an @Marc_Sky:
Du glaubst gar nicht, wie recht du hast. Das ist das Schönste und Ehrlichste, was ich hier seit Langem gelesen habe! Ja, ich versuche das jeden Tag. Ein Lächeln, eine Umarmung oder eine kleine, nette Geste kosten keinen Cent, sind aber oft die stärkste Medizin für die Seele. Meine laute Art hier im Thread gilt nur dem System – im echten Leben und hier mit euch ist mir das „Mensch sein“ und das gegenseitige Mutmachen das allerwichtigste Gut. Danke für diese wunderbare Erinnerung!

Viele Grüße
Johannes

#92


Elly79
Na das ist ja mal wieder hitzig hier.

Ich finde die Idee ganz gut, es sollte unproblematisch sein diese VBA alle 3 Jahre beim Check up mitzumachen, das wäre ein guter Mittelweg.

AD zu verteufeln oder ihnen gar ihren Nutzen abzusprechen halte ich für mehr als fahrlässig.
Ich für meinen Teil bin dankbar über mein AD, ich lebe im Moment ein sehr stabiles Leben, gehe arbeiten und studiere. Ohne AD wäre das zwar machbar aber doch mit Einschränkungen. Ich nehme es nun zum 3. mal und es hat mir jedes Mal durch schwierige Zeiten geholfen.

Hier werden verschiedene Dinge miteinander vermischt, schade. Die Petition würde ohne AD Bashing besser rüberkommen, die Intention dahinter ist gut.
Das fehlende Vitamine, Mineralien und durcheinander gebrachte Hormone richtig viel durcheinander bringen können ist ja bekannt. Und ich sehe es auch, dass diese Kontrolle nicht fehlen sollte um Ursachen auszuschließen.

x 4 #93


Johannesschraub
Hallo Elly,

das finde ich klasse! Danke für deinen absolut konstruktiven Beitrag.

Dein Vorschlag mit dem Mittelweg – die Vollblutanalyse einfach alle drei Jahre fest in den gesetzlichen Check-up ab 35 zu integrieren – ist eine fantastische Idee. Das wäre genau der richtige, unkomplizierte Ansatz, um Mängel rechtzeitig zu erkennen, bevor überhaupt chronische Probleme entstehen.

Ich möchte hier auch noch einmal ganz klar betonen: Ich will Antidepressiva auf gar keinen Fall verteufeln! Es freut mich unendlich zu hören, wie stabil dein Leben läuft, dass du arbeitest und studierst. Genau so soll es sein, und dafür sind diese Medikamente ein absoluter Segen. Ich nehme ja selbst seit über 3 Jahrzehnten SSRI und stehe da auch vollkommen zu. Ohne diese Unterstützung wäre ich in meinen dunkelsten Phasen untergegangen.

Du hast aber recht mit deiner Kritik: Wenn das in meinen vorherigen Texten wie reines „AD-Bashing“ rübergekommen ist, war das unglücklich formuliert und so nicht gemeint. Mein Frust richtet sich niemals gegen die Medikamente oder gegen uns Patienten, die sie brauchen. Mein Frust gilt der Tatsache, dass viele Ärzte im System die Pillen viel zu schnell verschreiben, ohne vorher zu schauen, ob dem Körper einfach nur das zelluläre Baumaterial fehlt. Es war für mich bei meiner Petition unheimlich schwierig, eine im Prinzip so ganz einfache Sache bei den Verantwortlichen mit ihren fest verankerten Ansichten überhaupt verständlich rüberzubringen. Da redet man oft gegen eine Wand, und das spiegelt sich dann leider manchmal in meiner Tonalität wider.

Es sollte ein „Hand in Hand“ sein: Erst die präzise Ursachenforschung im Labor, um den Körper optimal einzustellen, und dann eventuell, wenn die Biochemie im Körper als völlig in Ordnung angesehen wird und es trotzdem zu den Symptomen kommt, die AD obendrauf.

Danke dir jedenfalls für deine ehrlichen Worte und die Unterstützung für mein eigentliches Ziel!


Viele Grüße
Johannes

x 1 #94


M
@Johannesschraub Gerne und weißt, so wie du es jetzt geschrieben hast kommt das auch wesentlich besser rüber weil menschlicher und dein eigentlicher Gedanke dabei wird besser ersichtlich. Da gebe ich dir in einigen Teilen durchaus Recht und bestreite das auch nicht, allerdings finde ich, dass für eine insgesamte Verbessewrung von psychishchen Beeinträchtigungen mehr braucht. Ernährung ist auf jeden Fall ein Wichtiger Teil (insbesondere wenns dir Richtige ist), Biochemie ändert sich natürlich auch, aber da muss man auch unterscheiden ob die - wie du da richtig erwähnt hast - eher sedieren und die teils künstlich beeinträchtigen, allerdings haben da andere Erkrankungen und die Psyche (also das Denken, Verhalten etc) selbst auch einen großen Einfluss drauf.
Und durch solche kleinen Gesten kann man da durchaus wesentlich mehr erreichen. Bitte für die Erinnerung, ich hoffe die hilft dir etwas (auch wenns nur im Stillen ist, aber das darf so sein)

#95


Johannesschraub
(Hinweis vorab: Inhalt und Ideen stammen zu 100 % von mir. Für die fehlerfreie Grammatik und Formulierung nutze ich KI-Unterstützung.)


Liebe Mitdiskutierende,

ich muss das Thema hier noch einmal aufgreifen. Ich wurde in diesem Thread ja oft genug belächelt, wenn ich vorgerechnet habe, wie viel Geld in unserem Gesundheitssystem an den falschen Stellen verpulvert wird. Meine Rechnungen wurden von einigen als reine Polemik abgetan.

Aber die Realität hat uns gerade alle eingeholt. Heute steht in der Tagespresse ein unglaublicher Skandal zu den Krankenkassen.

Es ist jetzt offiziell bewiesen, dass mindestens 17 gesetzliche Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen über 170 Millionen Euro an Versichertengeldern – also unser aller Beitragsgelder! – in riskanten Immobilienfonds komplett verzockt haben. Allein die KKH hat über 47 Millionen Euro in den Sand gesetzt, die KV Baden-Württemberg sogar 50 Millionen. Im Hintergrund wird sogar von einem Gesamtschaden von bis zu 500 Millionen Euro gesprochen.

Wenn mir jetzt noch einmal jemand hier im Forum erzählen will, dass kein Geld für eine ganz einfache Vollblutanalyse da ist, fehlt mir dafür jedes Verständnis. In Großlaboren würde dieser Test die Kassen durch die riesige Masse an Proben und die automatische Abwicklung vielleicht 15 bis 25 Euro pro Patient kosten (Skaleneffekte).

Für illegale Renditejagd und riskante Geschäfte fließen die Millionen bei den Kassen also völlig mühelos aus dem Fenster. Aber wenn es darum geht, uns chronisch Kranken an der Basis endlich eine vernünftige Diagnostik zu bezahlen, damit wir nicht jahrelang von Arzt zu Arzt rennen müssen und fehlerhaft therapiert werden – dann wird plötzlich jeder Cent dreimal umgedreht und über Kostendruck gejammert.

Das Geld in unserem System ist da. Es wird nur einfach an den völlig falschen Ecken verbrannt, anstatt es in die Gesundheit der Menschen zu stecken. Genau darum kämpfe ich für meine Petition. Wir brauchen endlich eine Medizin, die nach den echten Ursachen sucht, anstatt unsere Beiträge an den Finanzmärkten zu verzocken.

Könnte dieser Skandal jetzt vielleicht der entscheidende Impuls für euch sein, umzudenken und meine Petition für eine sinnvolle Labordiagnostik auf Krankenkasse zu unterschreiben? Hier ist der Link: openpetition.org/nqnsk

(Ihr könnt den Text einfach mit der Maus markieren, kopieren und oben in die Adresszeile eures Internet-Browsers einfügen. Alternativ könnt ihr den Kurzlink openpetition.org/nqnsk auch einfach per Hand oben in die Adresszeile eintippen, um direkt zur Abstimmung zu gelangen.)

Viele Grüße
Johannes

#96


SilentRoG
Zitat von Johannesschraub:
(Hinweis vorab: Inhalt und Ideen stammen zu 100 % von mir. Für die fehlerfreie Grammatik und Formulierung nutze ich KI-Unterstützung.) Liebe ...

Hast du einen Link zu dem Pressebericht?

#97

Mitglied werden - kostenlos & anonym

Elly79
Zitat von SilentRoG:
Hast du einen Link zu dem Pressebericht?

https://www.tagesschau.de/investigativ/...s-100.html

#98


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Dr. med. Andreas Schöpf
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