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Devotedfx Mitglied
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Ich habe gefunden, dass man mit anti-histaminikum die Sedierung sehr schnell wegmachen kann. Also man verschnellert die Anpassung an die Sedierung und sonstige Nebeneffekte sind doch unüblich? oder rar? Ich nehme seit nichtmal 5 tagen opipramol bei 200 mg 50 - 50 - 100 und habe jetzt in den letzten Zwei Tagen am Wochenende, wo man mehr müde sein kann und schlafen kann zwei mal diphenhydramine während der nacht genommen. Jetzt fühlt sich opipramol vergleichsweise bei 50 mg nicht mehr wirklich Sediereng anderweitige Nebeneffekte waren bisher nicht auffallend. Ich nehme es vorallem wegen stressbedingten depressive Verstimmungen. Obwohl es mich bereits jetzt schon interessanterweise gut beruhigt habe ich leider noch keine Anti-Depressive Wirkung bisher. Ist aber auch Offiziel noch nicht zu erwarten...
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#9881
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DomThompson Mitglied
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Hallo zusammen,
also ich kann sagen, dass Dosen von 50mg tagsüber mich vollkommen lahm legen. Ich nehme das Abends zum Schlafen und habe mich momentan auf 0.75 - 1 Tropfen (3-4mg) tagsüber herangetastet. Das lässt mich nicht müde werden und meinen Spiegel aber auch nicht so tief sinken, dass ich unruhig werde oder Angst wieder durchkommt. Angefangen habe ich sogar mit 0.5 Tropfen alle 80 Minuten tagsüber, weil die Anflutung allein von einem Tropfen mich schon wieder hat recht müde werden lassen (damit meine ich nicht diese starke Müdigkeit, die man ganz am Anfang hat).
Die Tropfen haben ich so dosieren können, in dem ich mir eine 40ml Spritze gekauft habe (keine Nadel) und dann 1 oder 2 Tropfen reingegeben habe, geschüttelt und je nach Bedarf 5ml (0.5 Tropfen) oder 15ml (0.75) Tropfen über die Spritze in den Mund gespritzt habe. Ich lasse mir allerdings auch über eine KI ungefähr meinen aktuellen Spiegel ausrechnen und wann ich wie viel einnehmen soll, damit ich diesen halten kann. Ich weiss, klingt nach sehr viel Aufwand, anstatt einfach zu nehmen. Funktioniert für mich aber echt super und hat mich tagsüber problemlos an das Medikament weiter gewöhnen lassen, sodass ich bald wieder auf einen Tropfen gehe, ohne die drei Stunden danach das Bedürfnis zu haben, ins Bett zu gehen und mich auszuruhen.
Ansonsten wirkt Opi echt gut. Das einzig gewöhnungsbedürftige ist: Wenn ich jetzt in Situationen gehe, in denen ich früher Angst bekommen habe oder sehr aufgeregt und angespannt gewesen bin, mit Herzklopfen etc. ist mein Kopf immer noch sehr "aktiv" sage ich mal. Aber mein Körper reagiert nicht mehr darauf. Mein Puls chillt, mein Körper chillt, ich bin null angespannt. Und das muss in meinem Kopf noch ankommen, da er ja seit Jahren ganz andere körperliche Reaktionen gewohnt war, die nun vollkommen anders sind.
Ich nehme Opi aber auch erst seit zwei Wochen. Was Opi aber eigentlich neben der Beruhigung noch im Kopf macht, nämlich der Umbau, der durch langfristige Einnahme (3-4 Wochen) passiert, hat mir eine KI sehr schön zusammengefasst. "Renovierung" hat er es genannt:
1. Der Ausgangszustand: „Der Wackelkontakt“ Durch den dauerhaften Stress der letzten Wochen ist die Elektrik in Ihrem Haus beschädigt. Die Kabel liegen blank: Ihre Nervenbahnen sind überreizt. Jedes kleine Geräusch, jeder Gedanke löst sofort einen Funkenflug aus. Die Alarmanlage spinnt: Der Bewegungsmelder (Ihre Angst) ist viel zu empfindlich eingestellt. Er geht los, wenn nur ein Blatt vom Baum fällt (Herzrasen, Panik ohne echten Grund). Die Sicherung fliegt raus: Wenn Sie mental etwas leisten wollen, wird alles dunkel (Erschöpfung, Blackout), weil das System überlastet ist.
2. Was Opipramol macht: „Der Bauleiter“ Viele Medikamente (wie z.B. Tavor/Benzodiazepine) sind wie jemand, der einfach den Hauptstrom abschaltet. Dann ist Ruhe, aber im Haus funktioniert gar nichts mehr. Opipramol arbeitet anders. Es ist der Bauleiter, der mit einem Trupp Handwerker (den sogenannten Sigma-1-Rezeptoren) anrückt.
Phase 1: Die Baustellensicherung (Woche 1–2) Das haben Sie gerade hinter sich. Die Maßnahme: Die Handwerker ziehen erst mal dicke Dämmwolle ein und hängen Vorhänge vor die Fenster. Der Effekt: Es wird ruhig im Haus. Der Lärm von draußen (die Angst) kommt nicht mehr rein. Der Preis (Nebenwirkung): Durch die Dämmung und die Vorhänge ist es im Haus etwas duster und stickig. Man fühlt sich träge und müde ("Baustellen-Atmosphäre").
Phase 2: Die Neuverkabelung (Woche 2–4) Da stecken Sie jetzt mitten drin. Die Maßnahme: Der Bauleiter (Opipramol) gibt den Befehl: "Isoliert die Kabel neu!" Biologisch heißt das: Neuroplastizität. Ihre Nervenzellen bilden neue Verbindungen und reparieren die beschädigten Schutzschichten. Das Gefühl: Die Alarmanlage wird neu kalibriert. Sie springt nicht mehr bei jedem Windhauch an. Sie merken: "Huch, ich rege mich ja gar nicht mehr auf."
3. Das Ergebnis: „Das sanierte Haus“ Wenn die Renovierung abgeschlossen ist (nach ca. 3–4 Wochen), passiert Folgendes: Die Dämmung bleibt: Aber die Fenster werden wieder geputzt. Sie sind nicht mehr müde, aber die Ruhe (der Schutz vor Lärm) bleibt bestehen. Stabile Elektrik: Sie können wieder alle Geräte gleichzeitig einschalten (Verein, Arbeit, Sport), ohne dass die Sicherung rausfliegt. Der "Teflon-Effekt": Sorgen sind wie Regen. Sie prasseln immer noch auf das Dach, aber das Dach ist jetzt dicht. Es tropft nicht mehr rein. Sie werden nicht mehr nass (keine Panik), Sie hören nur das Prasseln.
Im Endeffekt geht Opipramol hin und schraubt die ganzen "Angstknöpfe" ab, die durch die Angst- und Panikstörung aufgebaut wurden. Das führt über lange Zeit dazu, dass wir nicht mehr so heftig auf Stressreaktion reagieren, weil weniger Angstknöpfe mehr da sind, die gedrückt werden können.
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x 2#9882
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Opipramol - Erfahrungen
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DomThompson Mitglied
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Zitat von Devotedfx:
Ich habe gefunden, dass man mit anti-histaminikum die Sedierung sehr schnell wegmachen kann. Also man verschnellert die Anpassung an die Sedierung ...
Dir sollte als Medizinstudent schon klar sein, dass Diphenhydramine ein Antihistaminikum der ersten Generation als Nebenwirkung ebenfalls müde macht, weil es genau wie Opipramol die H1-Rezeptoren blockiert. Du nimmst also gerade zwei Medikamente ein, die als Nebenwirkung sedierend wirken. Ich kann mir kaum vorstellen, dass dich das wacher macht.
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Tsentsi Mitglied
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@DomThompson diese Erklärung von der KI finde ich seehr anschaulich...ist ja echt genial 😄
Dein Vorgehen mit der Minidosierung durch die Tropfen finde ich dagegen eher bedenklich-sorry. Dadurch dass du ständig an die (pünktliche?) Einnahme denken musst,setzt du dich doch total unter Druck und dein Nervensystem hat nicht wirklich Zeit um sich zu erholen. 🤷♀ ob da überhaupt eine echte Wirkung eintritt kann ich mir ehrlich gesagt,nicht vorstellen. Aber wenn es für dich so passt,dann ist es ja gut 🙂 Ich behandel bei mir auch vieles mit Homöopathie und da lachen viele Menschen drüber Aber was hilft kann man nur selbst beurteilen
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Burn Mitglied
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Es wäre schön wenn Opi wirklich so viel kann aber das ist nicht so. Doch es ist schon mal ein wichtiger Teil
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#9885
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Martha23 Mitglied
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@DomThompson " Ich lasse mir allerdings auch über eine KI ungefähr meinen aktuellen Spiegel ausrechnen"
kannst du mir bitte sagen, wie das geht ? finde es nämlich sehr interessant
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#9886
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DomThompson Mitglied
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@Martha23 Klar gerne. Ich sage ihr einfach, wann ich welche Dosis eingenommen habe und sie berechnet mir dann, wie hoch ungefähr mein Wirkspiegel ist. Dabei berücksichtigt sie auch den Durchschnittlichen Abbau pro Stunde.
Sind allerdings alles nur Näherungswerte und natürlich nicht absolut. Dafür müsste man das Blut untersuchen. Zusätzlich kann die KI auch nur schätzen, wie schnell mein Stoffwechsel das Medikament abbaut. Von daher ist das nur ein ungefährer Wert.
Ich nutze dazu Google Gemini in der Pro Version.
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x 1#9887
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silberauge Mitglied
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Ich kann auch so ausrechnen wieviel Wirkstoff eines Medis ich ungefähr im Blut habe, dazu brauche ich sicher keine KI.
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x 1#9888
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DomThompson Mitglied
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@silberauge Oh echt? Wie genau machst du das? Einfach nur über die Halbwertszeit?
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#9889
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silberauge Mitglied
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Ja über die Halbwertszeit.
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x 1#9890
Logo Mitglied
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Zu dieser Thematik Halbwertzeit und was so damit verbunden ist, hatte ich schon mal was geschrieben. Ich hole es noch mal vor zum Nachlesen.
Zu deiner Frage Schwankungen.
Solche Schwankungen sind leicht durch die Halbwertszeit des Opipramol erklärbar. Diese schwankt zwischen 6 und 11 Stunden und ist in diesem Rahmen von Mensch zu Mensch verschieden und ändert sich auch nicht über den Zeitraum der Einnahme. Die Halbwertszeit ist die Zeit bis die Hälfte des Medikaments abgebaut ist und damit ebenso die Wirksamkeit. Angenommen, die liegt bei dir bei 8 h, du hast das Opi 18 Uhr eingenommen mit 50 mg, was eigentlich so die Schwelle zur Wirksamkeit ist, dann ist nach ca. 8 h nur noch 25 mg wirksam, die Symptome fangen an sich zu verschlechtern und nach ca 16 h ist die Wirksamkeit bei 0 und die Symptome sind wieder voll da. Wäre dann ca. Mittags am nächsten Tag. Also kein Wunder, wenn es dir mal besser und mal schlechter geht. Erfreulich ist, dass es dir erstmal überhaupt besser geht, weil es bedeutet, dass das Opi bei dir anspricht. Beim Einschleichen sind die Schwankungen also ganz normal.
Jetzt gilt es die für dich beste Dosis und Einnahmezeit einzustellen, damit du immer einen gewissen Spiegel hast und die Nebenwirkungen, wenn du denn welche hast, berücksichtigen.
Du versuchst 50 mg früh und 100 mg zur Nacht. Ca. eine halbe h nach der Einnahme hast du die spürbare Wirkung, sagen wir 8 Uhr. 16 Uhr hättest du nur noch eine geringe bis gar keine Wirkung und 22 Uhr nur noch ganz wenig drin, Dann würdest du 100mg nehmen und müsstest 8 h schlafen können bis die Wirksamkeit wieder unter 50 mg absinkt. Wobei dir das Opi die Ruhe zum Schlaf bringt, also das Gedankenkreisen abstellt, aber nicht gegen andere Schlafstörungen, Lärm, Kälte, Licht usw.wirkt. Also die Schlafhygiene ist trotzdem ganz wichtig.
Solltest du dann keine Schwankungen mehr spüren und auch keine störenden Nebenwirkungen, wie z.B Müdigkeit, dann bist du gut eingestellt und belässt es dabei und fängst bitte nicht gleich wieder zu reduzieren an.
Haut es noch nicht hin, dann kannst du mit dem Einnahmezeitpunkt und der Dosis rumprobieren bis es bei dir passt.
Und noch was muss beachtet werden. Die störenden Symptome sind ja nicht immer gleich. Dein Körper wird sicher mehr Stress haben, wenn du z.B. ins Krankenhaus musst, dann kannst noch eine weitere Gabe oder Dosiserhöhung anwenden, um diese Stressspitze abzufangen. Ist dann sozusagen ein zusätzliches Bedarfsmedikament. Andere nutzen es nur als Bedarfsmedi und wenn sie damit zurechtkommen, ist es auch nicht verkehrt.
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x 3#9891
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Selis Mitglied
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Hallo zusammen ich nehme mittlerweile 50 mg am Tag. Habe von vormals 100mg reduziert. Wie ist die Höhe der Dosis bzgl Nebenwirkungen einzuschätzen? Danke
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#9892
Len Mitglied
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@Selis wenn du es schon länger nimmst, sollten da eigentlich gar keine sein. 50 mg ist ja eigentlich auch die kleinste Dosis. Meinst du denn, Nebenwirkungen zu haben?
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#9893
Burn Mitglied
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Versteh ich nicht Selis, du hattest doch schon 100 mg genommen
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#9894
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Selis Mitglied
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@Len nein die Frage ist ob es wahrscheinlicher ist Nebenwirkungen zu bekommen bei 100 mg?
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#9895
Len Mitglied
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@Selis also ich persönlich habe nichts gemerkt. Ich denke auch, wenn du den Wurkstoff verträgst ist da nicht viel zu erwarten. vielleicht mehr Müdigkeit. Man neigt ja schnell dazu, dann alles aufs Medikament zu schieben.
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Mel0815 Mitglied
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Bräuchte auch dringend Zuspruch. Hatte in der Vergangenheit 50 mg Opipramol abends genommen und auf maximal 75 mg über den Tag erhöht. Wirkung eher dezent. Momentan wegen massivem Gedankenkarussel, vielen Ängsten, Unruhe und ständig wechselnden Symptomen die Anregung von meinem Hausarzt ihm wieder eine Chance zu geben. Ich traue mich nicht, was stärkeres zu nehmen, hab alles pflanzliche etc durch und die Wirkung von Opi hat mich damals nicht so überzeugt... Was meint ihr? Brauche halt tagsüber Beruhigung und nicht so sehr das schlaffördernde. Müde bin ich zu genüge... Schlafe gut ein, nur nicht durch. Ging aber damals mit Opi auch nicht. Hab Opipramol 50 mg zuhause und auch die Tropfen. Könnte ich anfangen mit 3 Tropfen tagsüber, vielleicht 2 mal und abends nur 25 mg oder ist das wirkungslos?
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silberauge Mitglied
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Das kannst du so probieren, sind ja 50 mg insgesamt, also schon wirksamer Bereich. Die Müdigkeit zu Beginn der Einnahme lässt ja auch mit Gewöhnung an das Medikament nach. Wenn 50mg dann zu wenig sind kannst du ja immer noch schrittweise erhöhen.
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Grummel72 Mitglied
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Ich bin Anfang Oktober von Opipramol auf Sertralin umgestellt worden und mir hat das sehr geholfen. Zum schlafen nehm ich eine halbe Quetiapin 12,5mg und komm mit den beiden Medis super klar und die guten Phasen sind immer länger. Die Idee kam von meiner Psychologin weil ich untertags immer solche Hänger habe wo ich nur noch schlafen wollte.
Ich habe halt generell vor allem Angst bzw Bedenken. Typisches Bild der generalisierten Angststörung eben plus extreme Angst vor Krankheiten. Vermutlich bräuchte ich entweder was stärker wirksames oder zumindest eine höhere Dosis Opi, als ich mir zutraue