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hallo zusammen ,
nehme seit knapp nem halben Jahr Escitalopram (SSRI ) 10 mg aufgrund von Depression/Angst.
Habe die Gefühlsdämpfung (mir ist mittlerweile vieles einfach egal was mich füher total aus der Fassung gebracht hat) bisher als angenehm empfunden.
Jetzt habe ich eine Frau kennengelernt welche Charakterlich und generell von ihrer Persönlichkeit 100% zu mir passt , die Klassische Traumfrau...eigentlich.
Ich habe das Gefühl das sich bei mir nicht mehr als Freundschaftliche Gefühle entwickeln können , dennoch ist mir "rational" gesehen klar das man so eine Frau nicht unbedingt 2x mal im Leben trifft.

Meine Frage : Hat jemand Erfahrungen mit Antidepressiva und verlieben/sein ?
Hat sich jemand trotz AD richtig verlieben können ?
Geht es jemandem genauso das er das Gefühl hat sich nicht verlieben zu können ?

Bin verzweifelt , war so froh das es mir endlich wieder mal "gut" ging aber bin jetzt am überlegen ob ich es wieder ausschleichen soll...

Bin über jede Erfrahrung die ihr berichten könnt dankbar

LG Jan

17.04.2018 18:14 • 14.05.2020 #1


14 Antworten ↓


Timeless76
Hallo,

Du bist vielleicht gelassener aber sich verlieben geht trotzdem. Bist du dir sicher, dass es die richtige Frau ist oder wünschst Du dir das nur?

Lg

18.04.2018 16:17 • x 1 #2



Mit Antidepressiva keine Gefühle / unfähig zu lieben?

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aldia249
Hey Jan,

bin in derselben Situation. Nehme auch ein AD und bin mir unsicher bei meinem Partner, der objektiv perfekt ist, aber diese klassischen liebes oder Verliebtheitsgefühle fehlen einfach. Ist schwierig weil es bei mir noch nie wirklich ausgeprägt war oder sogar mit Bindungsangst verbunden war.. jetzt weiß ich auch nicht wirklich was mit mir los ist. An einen Zusammenhang zu meinem Antidepressivum habe ich noch nicht gedacht, bin aber auch mal auf andere Meinungen gespannt.
LG

18.04.2018 16:41 • #3


Psychopharmaka dämpfen das Gefühlsleben insgesamt.
Meine Therapeutin hat es mir mal so erklärt:
Das Medikament nimmt zwar die negativen Spitzen weg aber leider auch die positiven.
Soll natürlich nicht heissen,dass man nichts positives mehr empfindet aber es ist eben nicht so intensiv.

Meine Erfahrung ist,dass man sich durchaus trotzdem sehr auf einen Menschen einlassen kann.
Die berühmten "Schmetterlinge im Bauch" empfindet man dann halt nicht ganz so stark.

Ich glaube eher,dass man durch die Medikamente überhaupt erst die Chance bekommt,eine Beziehung zu gestalten,weil man sonst nur mit Angstzuständen kämpft und gar keine Zeit oder Nerven dafür hat,sich mit sowas überhaupt zu befassen.

Davon abgesehen: jede Annäherung ist ein Wagnis,weil man könnte ja abgelehnt werden.
Da gibt es tausend Gründe,warum und wieso.

Da gibt es nur eins,mit oder ohne Medikamente: langsam darauf zugehen und es ausprobieren.

18.04.2018 16:57 • x 3 #4


Ich hab mich mit AD über beide Ohren verliebt!

18.04.2018 17:01 • x 2 #5


Skeletor
Zitat von Jan-Felix:
nehme seit knapp nem halben Jahr Escitalopram (SSRI ) 10 mg aufgrund von Depression/Angst.
Habe die Gefühlsdämpfung (mir ist mittlerweile vieles einfach egal was mich füher total aus der Fassung gebracht hat) bisher als angenehm empfunden.
Jetzt habe ich eine Frau kennengelernt welche Charakterlich und generell von ihrer Persönlichkeit 100% zu mir passt , die Klassische Traumfrau...eigentlich.
Ich habe das Gefühl das sich bei mir nicht mehr als Freundschaftliche Gefühle entwickeln können , dennoch ist mir "rational" gesehen klar das man so eine Frau nicht unbedingt 2x mal im Leben trifft.

Meine Frage : Hat jemand Erfahrungen mit Antidepressiva und verlieben/sein ?
Hat sich jemand trotz AD richtig verlieben können ?
Geht es jemandem genauso das er das Gefühl hat sich nicht verlieben zu können ?

Bin verzweifelt , war so froh das es mir endlich wieder mal "gut" ging aber bin jetzt am überlegen ob ich es wieder ausschleichen soll...

Bin über jede Erfrahrung die ihr berichten könnt dankbar

LG Jan

Du nimmst ein Serotonin-selektives AD. Das ist eine durchaus übliche "Nebenwirkung" dieser Medikamentengruppe.



Du könntest zusätzlich zum Escitalopram noch Bupropion nehmen, da dieses die Norepinephrin und Dopamin-Ausschüttung ankurbelt: Hilft gegen SSRI-bedingte Zombifizierung. Mirtazapin als Zusatz soll auch ganz gut sein.

18.04.2018 17:21 • x 1 #6


Danke schon mal für eure Erfahrungen , Tipps
Ja also ich muss auch ganz klar sagen ohne das AD hätten wir uns auch überhaupt nicht kennengelernt davor hatte ich überhaupt keinen "Kopf" für beziehungen

18.04.2018 19:08 • #7


Zitat von Timeless76:
Hallo,

Du bist vielleicht gelassener aber sich verlieben geht trotzdem. Bist du dir sicher, dass es die richtige Frau ist oder wünschst Du dir das nur?

Lg


In gewisser Weise wird es das natürlich auch sein.
Bin seit knapp 6 Jahren Single , hab mich aufgrund der Depression nicht ein einziges mal mit einem Mädchen verabredet.
Jetzt gehts mir plötzlich wieder ziemlich gut , ich lerne jemanden kennen der in so vieler Hinsicht ähnlich ist und auch den gleichen Humor hat...da "muss" das doch einfach passen
Also ich werde das Medi nicht abesetzen nachdem was ihr hier berichtet habt und werde wohl abwarten müssen ob sich da ja vielleicht doch noch was gefühlsmäßig entwickelt

18.04.2018 19:13 • #8


Jan-Felix
Wenn das mit dem Verlieben nichts wird dann ist es halt vielleicht wirklich nicht "Deine Herzdame",
deswegen kann sie trotzdem ne super Frau sein und vielleicht ergibt sich eine echt gute Freundschaft.

18.04.2018 19:17 • x 1 #9


Zitat von mamamia75:
Ich hab mich mit AD über beide Ohren verliebt!


Puhh das freut mich zu hören
War es ein SSRI oder ein anderes ?

18.04.2018 19:18 • #10


Ich glaub SSRI - Citalopram. Dazu noch ne Höchstdosis Seoquel - also nichts was einen hibbelig machen würde.

Und ich hab mich in der Zeit nicht nur einmal so richtig langanhaltend verguckt.
(Nacheinander )

Dabei vergebe ich mein Herz sehr selten.

18.04.2018 19:23 • x 1 #11


Hallo,

ich habe mich in einen Mann verliebt, der Escitalopram nimmt. Als wir uns kennenlernten hatte er die Tabletten noch nicht so lange eingenommen (ein paar Wochen). Wir haben uns gut verstanden und wie ich finde passen wir ziemlich gut zusammen. Er sieht das genauso. Er konnte aber keine Schmetterlinge fühlen. Wir haben uns darauf geeinigt es laufen zu lassen, solange es sich gut anfühlt. Es war einige Monate lang sehr harmonisch. Wenn wir zusammen waren, fühlten sich Berührungen, die Art wie er mich ansah sehr echt an. Mir ist eigentlich nicht aufgefallen, dass er nicht wirklich verliebt ist...er hat es hin und wieder gesagt, dass er immer noch keine Schmetterlinge, verliebt sein empfindet. Er konnte mir aber so viel Gefühl vermitteln. Es fällt mir sehr schwer zu glauben, dass er nicht verliebt ist. Er fühlt es nur leider nicht.

Nach einigen Monaten, ich wollte eigentlich nur helfen...seinen Gefühlen auf die Sprünge zu helfen (ich lerne noch zu verstehen, dass das nicht geht) bat ich ihn darüber nachzudenken, was er sich wünscht und wie er sich eine Beziehung weiterhin vorstellt wenn er nichts fühlt. Das hat er getan, mit dem Ergebnis: er fühlt nichts und er kann sich nicht vorstellen, dass sich das noch ändert. Um mir nicht weh tun ist jetzt leider Schluss.

Ich weiß, dass da was ist zwischen uns oder leider auch war. Ich liebe Ihn und bin alles andere als glücklich über die jetzige Situation. Wisst ihr ob sich das ändern kann und Gefühle noch entstehen können? Er möchte die AD nicht ewig nehmen. Kann es sein, dass nach absetzen der AD plötzlich Gefühle da sind?

Lieben Dank
Lis

28.04.2020 23:31 • #12


Calima
Die berühmten Schmetterlinge werden nach meiner Erfahrung überbewertet. Letzten Endes spielt tatsächlich nur die Chemie verrückt, und auch wenn der Zustand wirklich nett ist, ist er nicht ausschlaggebend für die Entwicklung einer echten Liebe.

Im Gegenteil: Viele Beziehungen enden, wenn die Chemie sich beruhigt, weil Menschen meinen, der Zustand müsste dauerhaft so bleiben. Ich kenne nicht wenige, die auf der Jagd nach diesem Gefühl von einer Beziehung in die nächste hüpfen und nicht in der Lage sind, Normalität und Alltag miteinander zu leben.

Mir ist beides vertraut: Liebe, die aus heißer Verliebtheit entstanden ist und Liebe, die sich sanft und behutsam angeschlichen hat. Beides war wunderbar, und Letztere hat sich zu meiner längsten (25 Jahre bisher) und tiefsten Liebe entwickelt.

Gemeinsames Lebensglück ist von so viel mehr abhängig, als von ein paar hochkochenden Hormonen. Lasst euch Zeit, entdeckt und genießt euch, alles andere wird sich offenbaren.

29.04.2020 08:35 • x 3 #13


Keldor
Ich wundere mich darüber, dass Leute SSRIs in Monotherapie nehmen und sich dann über besagte Effekte wundern. Dies ist kein unbekanntes Phänomen. Viele Ärzte sind leider zu ignorant um es anzuerkennen.

29.04.2020 15:23 • #14


Vielen Dank für eure Antworten. Ich habe mittlerweile sehr viel gelesen über Wirkung dieser Medikamente. Ich denke sie haben ihre Berechtigung und sie haben meinem Freund auch geholfen. Er konnte sich sortieren, kam raus aus dem Tief. Das er keine Gefühle verspürt, hat er nicht in Zusammenhang mit den AD gebracht. Man hat ihm die Wirkung anders erklärt.
Er möchte Kontakt zu mir momentan eben auf freundschaftlicher Basis. Er möchte mich nicht verletzen oder ausnutzen... Da er mein Herzensmensch ist, akzeptiere ich das. Wir verstehen uns sehr gut, lachen wieder zusammen, machen zusammen Sport, kochen, reden. Ich habe das Gefühl, dass für ihn der Druck weg ist, das ist schön zu sehen und macht das Zusammensein entspannter.
Meine Gefühle haben sich nicht geändert, es ist schwer nur eine Freundin für ihn zu sein aber um mich geht es gerade nicht. Ich genieße jede Minute mit ihm, schaue aber auch dass es mir gut geht. Wenn er die Medikamente irgendwann nicht mehr nimmt, werden wir sehen was bzw. ob etwas passiert.

Lieben Dank
Lis

14.05.2020 22:23 • x 1 #15



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Dr. med. Andreas Schöpf