Hallo,

Ich habe seit längeren eine Soziale Phobie, die sich an meiner letzten Arbeitsstelle irgendwie verstärkt hat und seitdem traue ich mich nicht mal mehr zu einem Vorstellungsgespräch zu gehen. Ich habe auch total die Probleme damit weite Strecken zu gehen und überhaupt damit vor die Türe zu gehen.
Bei meiner letzten Arbeitsstelle und davor in meiner Ausbildung fühlte ich mich auf der Arbeit extrem emotional instabil (zuhause auch oft) und dachte auch extrem oft an Selbstmord damit ich das auf der Arbeit nicht mehr mitmachen muss, denn ich hatte ja tagtäglich mit Kunden zu tun, nicht gerade schön bei meinem Problem.
Als ich dann auf dem Weg nach Hause war, war ich meistens so fertig das ich total heulen musste und zuhause dann das gleiche und das fast jeden Tag.

Ich ging dann auchmal zu einem Arzt, da war ich etwa fünf mal gewesen denn ich hatte bei ihm nur alle 3 Monate einen Termin gehabt und die Gespräche waren etwa 5 Minuten lang er fragte halt nur nach Symptomen.
Ja und der Arzt wollte mir keine Bescheinigung geben das ich zurzeit Arbeitsunfähig bin, er meinte das sowas schlecht wäre da ich ja wieder lernen soll rauszukommen.
Doch was nützt es wenn ich doch arbeiten gehe und dabei zerbreche?
Ich gehe zurzeit nicht arbeiten und bin auf der Suche nach einem Therapeuten, doch ich habe halt ein schlechtes Gewissen gegenüber Leuten die arbeiten gehen.
Ich denk dann halt das die Leute denken das ich einfach zu faul wäre um arbeiten zu gehen und manchmal schäme ich mich auch dafür das ich zurzeit nicht arbeiten gehe.
Schäme ich mich denn zu recht dazu und sollte ich das vor, während und nach der Arbeit einfach versuchen auszuhalten? Bekomme ich mit Recht dafür keine vorrübergehende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?
Ich brauche ein wenig Hilfe!

Lg Paulina

24.11.2011 22:55 • 27.11.2011 #1


11 Antworten ↓


ich habe das (in etwa) gleiche problem!

begab mich zum hausarzt und bekam nach mehreren krankenscheinen, auf wunsch ein attest.
wo stand das ich wegen einer krankheit(die es auch gibt) erstmal für die nächsten wochen nicht vermittelbar sei.
ich schäme mich auch aber was nutzt es, wenn es dir nicht gut geht?
denk an dich und nicht daran was andere von dir denken.

vielleicht hilft dir meine antwort.

drück dir fest die daumen.
denn müssen musst du nichts, nur wollen und das kommt von "ich will".

gruß
Bommel1

24.11.2011 23:07 • #2


Ich versteh zu gut was du meinst.
Da wir keine körperliche Behinderung haben, denken die Leute, die es nicht verstehen, gleich wir wären arbeitsscheu oder arbeitsfaul oder würden uns bloß anstellen.

Aber Leute, die nicht betroffen sind, können es nicht verstehen oder nachempfinden. Die, die kein Verständnis zeigen, finde ich wirklich mies.

Ich bin wegen meiner Agora-Phobie ebenso "arbeitsunfähig", da ich Bus/Bahn fahren meide, somit keine Ausbildung beginnen kann, da ich nicht mehr sehr belastbar bin. So ist es schwer wieder reinzukommen und hier und da ein Wunschjob um die Ecke findet man auch nicht alle Tage. Wenn ich gefragt werde, was ich zur Zeit mache, ist es mir sehr unangenehm die Wahrheit zu gestehen. Was andere verstehen ist natürlich nur "Aha, arbeitslos also." -.-

Warst du bisher nur bei einem allgemeinen Arzt? Sie können dich nur überweisen. Suche einen Verhaltenstherapeuten, wobei ich für dich dann nur hoffen kann, dass dieser nett ist. Meine ist streng und regt sich schnell auf, weil ich träge bin. Sie ist jedenfalls nicht gerade der Therapeut, den ich mir vorgestellt/erhofft hatte, aber da so viele anderen Praxen überfüllt sind, kann man sich das noch aussuchen? :-/

Zitat:
und der Arzt wollte mir keine Bescheinigung geben das ich zurzeit Arbeitsunfähig bin, er meinte das sowas schlecht wäre da ich ja wieder lernen soll rauszukommen.


immer diese Ärzte. Kaum zu glauben, dass sogar ein Arzt sowas sagt. Immer dieses leicht Reden. Mehr sagte er nicht?

24.11.2011 23:11 • #3


Hallo Bommel,

Darf ich fragen was du gehabt hast? Denn für eine körperliche Krankheit bekommt man ja meistens mehr verständis als für eine Psychische.

24.11.2011 23:14 • #4


ich habe nichts körperliches!

ich habe ADHS, das ist ebenso im kopf wie bei allen anderen hier im forum auch!
nur mit dem unterscheid das es von geburt an da ist, manche merken es früh und manche später und manche nie.



24.11.2011 23:19 • #5


Hallo Roey,

Der Arzt bei dem ich war war nur ein Neurologe, der hat mir zwar Tabletten gegen Deprimierte Stimmung verschrieben doch die haben mir überhaupt nicht geholfen im Gegenteil.
Bei einer Verhaltenstherapeutin hatte ich einen Ersttermin gehabt und die sagte mir auch gleich das wenn ich nicht arbeiten gehen kann, kann sie mir auch nicht weiterhelfen, naja also wollte sie keine Therapie mit mir machen
Und nein der Arzt sagte mir nur das sich zuhause meine Symtome verschlimmern würden, womit er ja sogar recht hat doch ich schaff es einfach nicht gleich wieder arbeiten zu gehen weil sich dann alles noch mehr verschlimmert, ich denke ich muss erstmal wieder lernen überhaupt unter Menschen zu gehen.

Von einer Agoraphobie habe ich auch schon gelesen das muss auch schlimm sein wenn man immer Angst haben muss eine Panikattacke zu bekommen.
Ich hatte auch schon einige Panikattacken aber bei mir sind diese zum Glück nur Nachts und das auch nur ziemlich seltend.

24.11.2011 23:22 • #6


Wurde mir auch gesagt, dass es nur schlimmer werden kann, wenn man nichts dagegen tut.
Aber dazu braucht man erstmal den Willen und die Motivation zum "üben".
Sie haben alle leicht Reden.
Ich besuche zwar eine Therapeutin, aber im Grunde hätte ichs mir auch sparen können. "Fahr 3 Stationen, täglich, bis du keine Angst mehr hast" oder dieses "Fahr bis da und da hin" - üben üben üben. Als ob man nicht selber drauf gekommen wär. Und wenn die Leute dann so wenig Verständnis und Mitgefühl zeigen, wer fühlt sich dann wohl?

Sowas hätte ich am wenigstens von Ärzten erwartet :/

Wie kommt es, dass deine Panikattacken nur nachts kommen? Irgendwie fühl ich mich gelassener nachts, also wenns dunkel ist.
Tagsüber finde ichs schlimmer, weil da alle Menschen aktiv unterwegs sind, hell undso...

24.11.2011 23:31 • #7


Ja ich glaub das müssen die Therapeuten so machen da solche Therapieformen ja so vorgeschrieben sind (also sich der Angst stellen) aber ich fände das auch nur wirksam wenn deine Therapeutin mehr Mitgefühl und Verständnis mit dir zeigen würde.
Erzählst du deiner Thera denn auch nach deinem Busfahrten wie du dich gefühlt hast?
Denn das ist der Punkt, das du dich nach mehreren Versuchen besser fühlst, aber bei mir würde sowas auch nur klappen wenn der Thera verständnis mit mir hätte und ich mit ihm über alles reden könnte.
Ich würde mich an deiner Stelle nach einer neuen Therapeutin umgucken, weil ich glaube auch das wenn kein Vertrauen da ist es auch wenig hilfreich ist.

Meine nächtlichen Panikattacken nennt man "Nächtliche Panik" und da ich diese ja nur sehr seltend habe, habe ich somit keine Panikstörung.
Das die Panikattacken bei mir nur Nachts kommen hat damit zu tun das wenn ich im Bett liege immer viel nachdenken muss und wenn ich ständig über meien Sorgen grüble und dann einschlafe, wache ich auf einmal mit Herzrasen und allen anderen Anzeichen einer Panikattacke auf und habe dabei tierische Angst einen Schlafanfall zu bekommen..naja.
Und meine Angst und Panik während dieser Attacke beruht dann auf der Angst vor einem Schlaganfall und auf meinen Sorgen zusammen...ich denke ich sterbe wenn ich sowas habe.

Wenn du magst kannst du mir auch über deine Agoraphobie und deine Panikattacken erzählen.

24.11.2011 23:53 • #8


Ich hasse es, wenn man sich der angst stellen muss. dass das die einzige therapieform ist... aber was soll man schon machen -_-
Ja, ich erzähle ihr auch, wie es mir bei den übungen geht, aber ausser nicken und verstehen, kann sie auch nicht viel tun.
als ich sie fragte, wie ich mich bei der Fahrt am besten "ablenken" kann, antwortete sie nur, ich soll lästern. also die leute um mich herum beobachten und innerlich lästern.
das hab ich versucht, aber es hilft mir nicht gerade, weil mir nichts einfällt xD
musik hören/lesen sei aber leider keine hilfreiche ablenkungsmethode sagte sie.
dir fällt nicht zufällig eine andere methode ein?

stimmt von der nächtlichen panik hab ich gehört. das hatte meine mutter mal, weil sie auch anfängt nachts im bett über allemöglichen probleme zu denken, dann fing sie an zu zittern vor angst :/

Vielleicht gibt es spezielle medikamente für nächtliche ruhe?
meine schwester trinkt immer grün tee um sich zu beruhigen, sie sagt das hilft ihr ganz gut! aber ob tee jedem was bringt... ich weiss nicht. sind mir etwas zu schwach, aber kannst du ja mal probieren?

wenn du keine herzprobleme hast und erst 21 bist, brauchst du keine angst ein schlaganfall zu erleiden

naja meine agoraphobie.. wie gern würde ich das loswerden, das hängt ja auch mit der "angst-vor-übelkeit-phobie" zusammen, wie auch immer der fachbegriff nochmal war.
wenn ich unterwegs bin, bekomme ich angst wenn ich auf toilette muss und nirgends hin kann, dann wird mir übel, dann kommt noch eine zusätzliche angst dazu, dann krieg ich panik :/ alles, was ich tun kann, ist üben und langsam hab ich keine motivation mehr...

25.11.2011 16:29 • #9


Ich würde aber auch sagen das man sich am besten Ohrstöpsel in die Ohren steckt und dann Musik hört und am besten gar nicht drauf achtet was runterrum passiert, das würde mir jedenfalls bei meiner Sozialen Phobie etwas helfen.
Am besten ist es ja wenn du gar nicht an deine Ängste denkst, aber sie zu unterdrücken stärkt sie ja meistens noch, das ist wirklich eine sozusagen blöde Situation.
Wie wäre es denn wenn du dir bei deinen nächsten Busfahrten einfach mal vornimmst auszusteigen sobald du auf die Toilette musst?
Meistens hilft es auch sobald du etwas gutes sieht indem "aufs klo müssen" dh.eine Person könnte dir eine kleine Belohnung erteilen wenn du bei der nächsten Busfahrt wieder aufs Klo musst, denn dann wartest du sozusagen sehnsüchtig darauf wieder auf die Toilette zu müssen und wenn man etwas will funktioniert es meist nicht mehr:)
Nur so eine Idee...

Das stimmt, Beruhigungstee hilft mir schon manchmal schneller einzuschlafen und mich ein wenig zu beruhigen..aber naja dann habe ich auch ein Toiletten Problem und kann deshalb nicht zur Ruhe kommen
Normalerweise habe ich auch keine Angst einen Schlaganfall zu bekommen doch wenn ich eine Panikattacke habe dann ist die Angst davor auf einmal da.
Ich habe gelesen das sich bei einem Schlaganfall manchmal das Gesicht verzieht und ich habe während der Panikattacke panische Angst davor und fühle dann andauernd ob mein Gesicht nun schief ist..hört sich echtt krank an.

25.11.2011 21:14 • #10


Eine Arbeit, die mental und emotional überfordert, ist nichts für Soziophobiker.
Du machst Dich nur kaputt.
Es sei denn, daß unter günstigen Umständen (freundliche und verständnisvolle Menschen) das Leistungspotenzial abgerufen werden kann, sodaß eine innere Stärke und ein gesundes Maß an Selbstwertgefühl erhalten bleibt.

Gruß,
Joe

26.11.2011 13:56 • #11


Ja, wenn ich muss, steige ich auch in der nächsten station aus, wo ich weiss, dass es Toiletten gibt. ^^ Doof, dass man bei einigen aber erstmal Geld einwerfen muss.

Vor paar Jahren, als ich auf dem Hinweg zur schule war, musste ich einmal so dringend, dass ich ausgestiegen bin, Geld eingeworfen habe und oh schock, die tür öffnete sich trotzdem nicht! ging ich zum kiosk, direkt nebenan und fragte nach, ob sie evtl. einen Schlüssel hätten, der aber hatte keine ahnung.
ich hatte aber wirklich gerade noch Glück gehabt, dass um die ecke zwei wachleute der hvv standen, und sie hatten (gott sei dank!!) die schlüssel. rettung in letzter sekunde -.-
seitdem ist auch noch zusätzlich die angst da, dass im notfall die tür nicht öffnen kann. dann sitzt man wirklich in der schei....

Hehe, ja stimmt, vorm schlafen gehen trink ich auch nicht zu viel, sonst wach ich alle 2 stunden auf, wegen des toiletten-problems ^^

Ich dagegen hatte mal angst, dass ich einen herzinfarkt haben könnte, als mir mal der linke arm wehtat. aber dann denk ich mir wieder, "das kann nicht sein, ich bin zu jung dafür" ^^

27.11.2011 14:47 • #12




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Reinhard Pichler