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Hallo Leute, ich bin ganz neu hier in diesem Forum und habe mich extra hier angemeldet um diese Frage stellen zu können.

Momentan bin ich echt nur verzweifelt.
Ich bin schon seit längerem in psych. Behandlung und im Zuge dessen war ich auch vom 23.04-10. Juni diesen Jahres in einer hessischen Fachklinik.

Meine Hauptsymptomatik war Dauerschwankschwindel, Depression und gestörtes Essverhalten, daher auch etwas Untergewicht.

WIe dem auch sei, gestern vor 9 Wochen habe ich noch in der Klinik mit der Einnahme von Mirtazapin begonnen. In der 1. Woche hatte ich wirklich recht heftige Nebenwirkungen, wie Drehschwindelattacken etc, aber das legte sich schnell. Ich habe auch schon recht viel zugenommen, was aber egtl erstmal eher positiv ist.

Mein Problem: Seitdem ich Mirtazapin nehme, bin ich ständig müde und schlapp. Was mich soweit wenig verwundert, diese Wirkweise ist ja bekannt. Ganz neu aber: PANIK.
Ich hatte nie zuvor Panik. Doch mit jeder Woche die ich Mirtazapin nun nehme geht es mir schlechter.

Erste Woche der Einnahme: Ich ging ganz normal einkaufen und mehrere Stunden am Tag spazieren.
Heute: Es fällt mir schwer überhaupt noch einen Schritt vor die Tür zu tun. Mir ist den ganzen Tag furchtbar schwindelig, ich habe auch niedrigen Blutdruck, was ich zuvor auch noch nie hatte.
Sobald ich irgendwo hingehe gehts dann los: Ich krieg kaum Luft, mir wird übel, ich zittere, Herzrasen, wahnsinnige Angst ohnmächtig zu werden, eben das ganze Programm.

Meine konkrete Frage: Ist es wirklich möglich das all das durch Mirtazapin verursacht wird? Ich meine, ich habe nun wirklich keine andere Erklärung, aber dennoch, immerhin nehme ich ja auch nur 15mg täglich.

Ich kann meinen Termin beim Psychiater nächste Woche kaum erwarten, weiß aber aus momentaner Sicht gar nicht wie ich diie Praxis erreichen soll. Ich bin wirklich NUR verzweifelt grad.

Wäre schon wenn mir jemand "(weiter)helfen" könnte.

Danke

29.07.2009 14:13 • 12.08.2009 #1


8 Antworten ↓


Christina
Zitat von Buongiorno:
Meine konkrete Frage: Ist es wirklich möglich das all das durch Mirtazapin verursacht wird? Ich meine, ich habe nun wirklich keine andere Erklärung, aber dennoch, immerhin nehme ich ja auch nur 15mg täglich.
Ja. Niedriger Blutdruck ist eine seltene Nebenwirkung von Mirtazapin, Angststörungen sehr selten - aber doch bekannt und im BPZ aufgelistet. Und oft wirkt niedriger Blutdruck angstverstärkend. Es dürfte für Dich das falsche Medikament sein. Ich an Deiner Stelle würde den Psychiater spätestens morgen schon mal anrufen und das Absetzen von Mirtazapin sofort klären. Evtl. kann er Dir dann ein Rezept für ein beruhigendes Medikament zuschicken, damit Du nächste Woche überhaupt zu ihm gehen kannst. Kann aber natürlich auch sein, dass sich die Angstproblematik mit dem Absetzen in Luft auflöst, was ich Dir jedenfalls wünsche.

Liebe Grüße
Christina

29.07.2009 14:32 • #2



Mirtazapin und Panik

x 3


Vielen Dank für die schnelle Antwort!
Mein Verdacht geht auf jeden Fall auch in die Richtung...und im übrigen niedriger Blutdruck bedeutet in meinem Fall um die 85/55...also wirklich sehr niedrig.
(Ich musste sogar mal wegen Bluthochdruck behandelt werden, also muss es ja dadurch kommen).

Deine Antwort beruhigt mich auf jeden Fall etwas. Danke nochmals!

29.07.2009 14:37 • #3


Christina
Hallo,

ich habe auch eine Frage an Dich: Konnte Dir bezüglich des Schwankschwindels geholfen werden? Falls ja, wie und in welcher Fachklinik war das? Ein Freund von mir leidet schon sehr lange unter Schwankschwindel und würde sich über jeden Tipp freuen...

Liebe Grüße
Christina

29.07.2009 20:57 • #4


Ich war in der Medizinisch Psychosomatischen Klinik Bad Arolsen in Bad Arolsen.

Nun ja. Zu der Klinik ist zu sagen, das die Klinikengruppe zu der sie gehört in den vergangen Jahren zemlich gehypt wurde (Schön Kliniken, vielleicht sagt die auch Klinik Bad Bramstedt oder Roseneck was).

Ich war, wie bereits erwähnt, 7 Wochen dort und kann mich nicht beschweren. Es geht mir zwar nicht tausendfach besser, aber ich habe auch gelernt warum das so ist.
Zum Schwankschwindel: Es wurde mir vermittelt, das der Schwankschwindel als psychosomatisches Symptom schlichtweg die Folge meiner Depression/Stress etc etc ist und das ich diese bekämpfen muss um den Schwindel loszuwerden.
Einen direkteren Weg gibt es ganz offenbar schlichtweg nicht.

Natürlich wurde vorher alles körperliche gründlich durchgecheckt. Ich nehme an, dass das bei deinem Freund auch der Fall ist.

Wenns noch ausührlicher sein soll (was Inhalte oder was weiß ich betrifft), schreib mich doch einfach persönlich an.

29.07.2009 22:17 • #5


Schlafkappe
Hallo Buongiorno,
meine Erfahrung mit Mirtazapin war schrecklich. Ich hab fast nur noch geschlafen, hatte extreme Träume und wußte morgens nicht, was davon tatsächlich passiert ist. Ich konnte also nichts mehr zuordnen und bin den ganzen Tag wie eine Schlafwandlerin rumgelaufen. Ich möchte das Medikament nicht schlecht machen, aber bei mir hat es nicht geholfen.
Inzwischen nehm ich Citalopram und es geht mir so gut, dass ich seit heute angefangen habe es langsam ausschleichen zu lassen. Wie Christina auch schon geschrieben hat, würde ich auch nicht bis nächste Woche warten um etwas zu unternehmen. Meine Psychologin hat mir angeboten, jederzeit anzurufen, wenn sich jetzt etwas ändern sollte. Das gibt mir natürlich auch ein gutes Gefühl.
Also ran ans Telefon.

29.07.2009 23:09 • #6


Hallo Schlafkappe!

Was du beschreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Ich bin vor ca. 20 Minuten aufgestanden.

Früher war ich der klassische: Ich bin wach, los gehts Typ.
Nun brauche ich jedes Mal ne knappe Stunde um "klarzukommen". Ich träume ungeheuer viel und muss morgens erstmal realisieren, was jetzt tatsächlich real ist. Schlimm.

Auf jeden Fall habe ich morgen einen Termin bei meiner Psychologin, der Weg ist zwar echt weit, aber irgendwie werde ich es schon bis dahin schafffen, hoffe ich doch einfach mal.

In jedem Falle Danke für deine Antwort.

PS: In der Klinik in Hesses sagte man mir, dass man lange Zeit zwischen Mirtazapin und Citalopram für mich geschwankt hat, sich aber für Mirtazapin entschlossen hat, weil es eine Appetitsteigernde Wirkung hat. Nun ja, mehr Appetit habe ich nicht unbedingt, aber innerhalb von 9 Wochen Einnahme 7 Kilo zugenommen, was ich auch schrecklich finde.

30.07.2009 10:26 • #7


Schlafkappe
Guten Morgen Buongiorno,
ja ich bin auch gerade erst aufgestanden, aber nicht weil ich noch müde bin, sondern weil ich heute nicht viel vorhabe und es mir gemütlich gemacht habe. Versuch egal wie, morgen den Weg zu schaffen. Hast du niemanden, den du mitnehmen kannst?
Citalopram kann ich wirklich nur empfehlen, aber das ist ja bei jedem anderst. Ich hatte am Anfang auch mit diesem Medikament Nebenwirkungen. Schwindel, Müdigkeit usw. Leider habe ich auch 6 kg abgenommen, was aber mit Sicherheit an etwas anderem gelegen hat. Aber das hat sich inzwischen auch geändert. Gott sei Dank, weil ich auch nicht gerade zu viel habe. Also noch einmal, mir geht es nach Anfangsschwierigkeiten wieder echt super. Das ist ein Gefühl, kann ich dir sagen, herrlich.
Wie alt bist du eigentlich, männlich oder weiblich?
Ich drück dir für morgen auf jeden Fall die Daumen und denk an dich!

30.07.2009 10:43 • #8


Hallo, ich überlege auch in die Klinik in Bad Arolsen zu gehen. Kannst Du mir vielleicht noch mehr dazu erzählen? Viele Grüße, winni

12.08.2009 20:29 • #9




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