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Hallo,

kurze Frage an euch.
Ich habe seit 3,5 Monaten eine Belastungsstörung. Habe mir direkt Hilfe gesucht und bin in Therapie.
Hatte vorher noch nie mit Panikattacken oder sonstigen phsychischen Herausfoderungen zu kämpfen, was für mich daher zu Beginn sehr schlimm war.
Meine Neurologin hat mir Opipramol 2 mal tgl. 50 mg. aufgeschrieben, welches ich nach 3 Wochen direkt wieder abgesetzt hatte (starke Nebenwirkungen und kein wirklicher Mehrwert). Sie wollte mir daher Paroxetin 10 mg verschreiben.
Nach Rücksprache mit meinem Psycholgen meinte dieser jedoch, dass ich das absolut nicht brauche und über die eigenen Ressourcen verfüge, um das zu verarbeiten.
Ich schlafe gut, auch ohne Medikamente, arbeite, was mal mehr oder weniger gut klappt und versuche regelmäßig Sport zu treiben und Freunde zu sehen sowie zu meditieren. Panikattacken hatte ich trotz des Absetzens von Opiramol auch keine mehr.
Ich bin dennoch etwas hin und hergerissen, ob ich das Medikament doch versuchen soll.
Klar gibt es mal Tage, da denke ich schaffe das alles nicht mehr und das Gedankenkarusell dreht sich, aber dann gibts auch wieder die Momente, wo es mir wirklich gut geht, aber irgendwo denke ich jedem Menschen geht das mal mehr oder weniger so.

Wie seht ihr das?

19.03.2022 16:46 • 19.03.2022 #1


3 Antworten ↓


Wofo
Hey also 3 wochen ist schon recht wenig.
Es dauert bis zu 6 wochen bis eine wirkung.
Eintritt bei manchen sogar bisschen länger.
Ob es jetzt von nutzen ist es zu probieren.
Würde ich nochmal mit deiner Ärztin/ten.
Absprechen.


LG

19.03.2022 17:07 • #2



Medikament Paroxetin nehmen - Ja oder Nein?

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Zitat von Angsthase2022:
Hallo, kurze Frage an euch. Ich habe seit 3,5 Monaten eine Belastungsstörung. Habe mir direkt Hilfe gesucht und bin in Therapie. Hatte vorher noch nie mit Panikattacken oder sonstigen phsychischen Herausfoderungen zu kämpfen, was für mich daher zu Beginn sehr schlimm war. Meine Neurologin hat mir Opipramol 2 mal ...

Ich kann Dir nur meine MEINUNG aufschreiben - ich bin kein Arzt und das soll auch keine Empfehlung sein.

Wenn Du Deinen Alltag einigermaßen auf die Reihe bekommst und zwischendrin auch gute Tage hast, würde ich an Deiner Stelle kein AD nehmen. Ich habe mich die letzten zwei Jahre intensiv damit beschäftig und mir auch einiges an wissenschaftlichem Zeug dazu reingezogen - fakt ist, dass man aktuell wieder auf dem Kenntnisstand ist, dass man nicht weiß, wie und warum ein AD wirkt. Die Serotonin-Mangel-Hypothese ist mittlerweile vom Tisch. Es gibt mittlerweile mehrere Meta-Studien die belegen, dass Sport und Therapie ebenso gut wirken wie ein AD, und das bei geringerem Rückfallrisiko.

Wenn jemand eine schwere depressive Episode mit Selbstmordgedanken hat bin ich absolut dafür - da müssen alle Register gezogen werden. Aber bei mittelgradigen oder leichten Episoden bzw. anderen Störungsbildern ist das oft mit Kanonen auf Spatzen schießen. Es ist hat total einfach, mal eben so ein Mittelchen zu verschreiben, alles andere würde Zeit und Geld kosten. Wenn es dann aber Probleme mit dem Absetzen gibt, wird man hängen gelassen.

Ich bin bei dem Thema mittlerweile echt auf Krawall gebürstet.

19.03.2022 18:11 • x 1 #3


Ich bin auch der Meinung, dass AD tatsächlich das letzte Mittel der Wahl ist. Wenn die Depression oder Angststörung so groß ist, dass sie den bisherigen Alltag sehr erschwert oder gar unmöglich macht.
Wenn man nur leichte bis mittelschwere Probleme hat und sogar auch immer msl wieder gute Tage, würde ich ein solches Medikamente nicht nehmen.
Der Leidensdruck muss schon sehr hoch sein, dass es die Einnahme rechtfertigt.

19.03.2022 18:24 • x 1 #4




Dr. med. Andreas Schöpf