» »

201816.02




333
5
Bergisches Land :)
247

Status: Online online
1, 2, 3, 4  »
Hallo liebe Foren Gemeinschaft!

Gerade komme ich vom Psychiater, meinem Ersttermin nach inzwischen 2,5 Monaten Panikattacken. Ich sollte dort von meiner Hausärztin hin zwecks Diagnoseabklärung. Ich muss gestehen, ich war von vornherein voreingenommen, da ich Medikamente (bis auf Notfall Benzos) sehr ablehne, was so der Spielplatz des Psychiaters ist. Es mag Fälle geben, in denen ist es angebracht, um überhaupt erst Therapiefähigkeit zu erreichen, aber ich bin trotz der leidigen Attacken ausreichend stabil, dass ich mit Passiflora gegen die Unruhe klar komme. Die Panikattacken stehe ich halt irgendwie durch, es geht sogar schon was besser und hat sich verändert, oder nehme im Notfall mal Lorazepam.

Nun, gerade war ich halt beim Psychiater, der mich fragte, was ich denn wolle. Darauf meinte ich u.a., dass ich mir vorstellen könne, dass mir ein stationärer Aufenthalt in einer Rehaklinik helfen würde wieder schneller zu Kräften zu kommen. Er meinte, er müsse mich da desillusionieren, da ich nicht lange genug krank wäre und auch keine Behandlungsgeschichte hätte, die den Bedarf untermauern könne und dazu gehöre auch die Einnahme von Psychopharmaka. Und wenn das nicht gegeben sei, würde die Rentenkasse einer Reha nicht zustimmen.

Ich bin soooo wütend! Da ist man bereit sein Schicksal selber in die Hand zu nehmen und das ohne die Wirkung von Psychopharmaka (also er wollte mir SSRI verschreiben, die hätten vielleicht ein paar Nebenwirkungen.... und darauf basierend dann Therapie). Das kann doch nicht sein? Diese Tablettengläubigkeit kotzt mich an! Ich will hier niemandem zu nahe treten, der ohne nicht klar kommt. Das kann ich alles nicht beurteilen und das ist bei einigen sicherlich auch der Fall, aber ich glaube auch, das sooooo oft dieser Weg eingeschlagen wird, um einen schnell wieder "gebrauchsfähig" zu bekommen. Ich möchte aber meine Tiefs auch noch recht bewußt erleben, um auch wahrzunehmen, welche Therapien, welche Erfahrungen, Entscheidungen und Gedanken meine Empfindungen beeinflussen. Die Angst ist doch verdammt nochmal ein Symptom und ein kleiner Helfer um mich in den Hintern zu treten, dass da was im Argen liegt. Dazu kommt noch diese unthaltbare Situation, dass es so unglaublich schwierig ist einen Therapieplatz zu bekommen - ich bin ja längst privat zahlend aktiv geworden, aber das kann's ja nicht sein! Derzeit habe ich ein paar einzelne Termine bei meiner alten Therapeutin ergattert und dazu noch ein, zwei Termin mit einer eventuellen Aussicht auf eine Gruppentherapie.

Manchmal glaube ich, dass die Pharmalobby die ganze Ärzteschaft so dermaßen unterminiert, dass so viele viel zu schnell zum Rezeptblock greifen.

So, sorry, jetzt hab ich mal richtig ausgek**** .... Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen machen müssen? Irgendwie untermauert das nur mein sowieso latent vorhandenes schlechtes Gewissen, ich wäre vielleicht faul und würde mich drücken. Muss nur die richtige Pille einwerfen und schon funktioniere ich wieder.... oh Mann, werde schon wieder wütend! Ist unser System wirklich so?

Danke für's Zuhören!

Auf das Thema antworten
Danke1xDanke


  16.02.2018 15:04  
Also ich nehme keine Medikamente und fahr demnächst in Reha. Schleppe das Problem allerdings auch schon lang mit mir rum. Für Rehaantrag brauchst nicht unbedingt Facharzt. Mein Hausarzt und Psychotherapeut haben mir dabei geholfen.





333
5
Bergisches Land :)
247

Status: Online online
  16.02.2018 15:06  
Danke für die Info! Ist bei dir auch die Rentenkasse Träger, bist du krank geschrieben?

Danke2xDanke


2251
1238

Status: Online online
  16.02.2018 15:10  
Warum muss es unbedingt ne Reha sein?

Probiers lieber mal bei nem Facharzt für Psychosomatik. Oder lass dich vom Hausarzt stationär in die Psychosomatik einweisen. (NICHT Psychiartrie!)
Dort bekommst du am ehesten das, was du willst. ;)

Danke1xDanke


488
3
Chemnitz
380
  16.02.2018 15:10  
Grundsätzlich ist es immer besser, eine reine Panikstörung ohne Medis zu behandeln. solange dies möglich ist. Ich denke, einen kleinen Formfehler machst du da und auch der Psychiater. Er hat insoweit recht, das die Wahrscheinlichkeit einer Reha über die Rentenkasse gering ist, bei so einer kurzläufigen Krankengeschichte. Denn eine Reha soll dich wieder fir für den Arbeitsmarkt machen, das hat erst mal nichts mit Therapie an sich zu tun. Eine stationäre Therapie ist auch über Krankenkasse in einer Psychosomatischen Klink z.B. möglich und die wird durchaus auch komplett medikamentenfrei durchgeführt, wenn die Indikation passt. Obwohl ich bei reinen Panikstörungen eher auf ambulant oder Tagesklinik verweisen würde...

Danke1xDanke




333
5
Bergisches Land :)
247

Status: Online online
  16.02.2018 15:19  
@la2la2
ok, prima Tipp! Dann mache ich mich da mal schlau.

@rockinger
tja, ich taste mich gerade da heran... habe auch noch einen anderen Termin bei einer anderen Psychiaterin und hoffe, die ist anders drauf und werde das dann nochmal wie du's schreibst ansprechen. Bei dem Mann bei dem ich gerade war, fühlte ich mich eh nicht wohl, war nur der erste Termin den ich bekommen hatte. Danke für deine Tipps zu den Formfehlern.



4191
40
3259
  16.02.2018 15:24  
Ich verstehe dich gut sülchen.
Mir geht es auch auf den Senkel, dass die Psychiater immer ihren Rezeptblock anbeten als gäbe es ncihts besseres.
Ich selbst bin auch gegen diese Einnahme, habe es aber früher über einige Zeit versucht und seither noch mehr dagegen ;-)

Ich kann nur sagen.... um einen guten Psychiater zu finden muss man lange suchen. Auch diese Psychosomatik Ärzte sind...oft bescheiden.

Mit der Reha ich weiß nicht. Ja einerseits geht es meistens darum, für den Arbeitsmarkt wieder fit gemacht zu werden. Andererseits gibt es auch Rehakonzepte die auf Lebensqualität anspielen.
Denn ich bin ja unbefristet berentet - wenn es da nur um Arbeitsfähigkeit ginge dann würde ich ja zB gar keine mehr bekommen.

Eine Tagesklink könnte ich mir für dich auch vorstellen. Dann hättest du hinterher auch etwas in der Hand was einen Erfolg oder Misserfolg angeht und falls es dir nichts gebracht hat ein Argument mehr für stationäre Reha.
Und eine psychosomatik würde ich dir so oder so empfehlen. Ja da gibt es auch Kassenkliniken und andere die nur über den Rententräger abrechen. Da kannst du dich ein bisschen umgucken.

Aber was das ohne Medis keine Reha angeht - das stimmt so einfach nicht!
Aber es wird halt einfach gerne gemacht.
Pille rein, Mensch wieder auf Arbeit schicken und gut is. *würg
Dafür sind Psychiater da. Manchmal habe ich auch den Eindruck gewonnen, dass sie für mehr als das nicht taugen. Aber es gibt auch andere.
Meine Thera ist Psychiaterin und Oberärztin und die ist definitiv nicht so. Aber eben die Nadel im Heuhaufen.
Wenn du mehr brauchst hilft tatsächlich nur eine gute ambulante Therapie.

Ich kann deine Wut so gut verstehen.
Drück dich.

Danke2xDanke


488
3
Chemnitz
380
  16.02.2018 15:26  
Ich als alter Psychosomatiker hab mit Psychiatern auch keine guten Erfahrungen gemacht... Ausnahmen bestätigen die Regel. Sie sind halt Ärzte und Ärzte arbeiten mit Medikamenten. Gegen die Ursachen für Panikattacken gibt es aber keine Medikamente und Benzos sind einfach Dro.. Kann man im Akutfall mal nehmen, aber die ändern nichts an Ursachen. Die kappen einfach nur das Panikgefühl.



  16.02.2018 15:29  
sülchen hat geschrieben:
Danke für die Info! Ist bei dir auch die Rentenkasse Träger, bist du krank geschrieben?


Ich bin seit 11/16 AU und die Krankenkasse hatte die Reha vorgeschlagen. Bin dann zum Hausarzt und der hat dann die körperlichen Beschwerden dokumentiert und der Therapeut seine Einschätzung dazu und die Rentenversicherung hat dann gleich das okay gegeben.





333
5
Bergisches Land :)
247

Status: Online online
  16.02.2018 15:37  
@kopfloseshuhn
Hühners, du schaffst es immer wieder, dass es mir nach deinen Beiträgen besser geht :) DANKE!

@rockinger
meine 3 Notfall Tavor aus dem Krankenhaus hatte ich auch 2 Monate nicht genommen. Als ich dann im Urlaub (hatte meine Eltern dort besucht und ich denke, das hat meine Panik auch getriggert ... Angst die ich empfinde ist die Angst die aus der Überfürsorglichkeit meiner Mama entstanden ist ... da hab ich dann die Woche über abends 0,5 Lora genommen. Zu Hause geht's besser ... hatte nur die letzten 3 Tage Botulismus... also auf die Symptome gewartet. Jetzt kann ich sarkastisch drüber schreiben, wenn ich auf das Doppelbildsehen warte ist's grad nicht so lustig

@enana
DANKE! Das sind genau die richtigen Infos für mich :)

@all
Ganz lieben Dank für eure tollen Hinweise und Ideen! Da sollte doch was draus zu machen sein!

Danke1xDanke

« Absetzsymptome bei Escitalopram Viel Positives über Citalopram » 

Auf das Thema antworten  31 Beiträge  1, 2, 3, 4  Nächste

Foren-Übersicht »Angst & Panikattacken Forum »Medikamente bei Angst- & Panikattacken


 Themen   Antworten   Zugriffe   Letzter Beitrag 
Ärzte nehmen Panik nicht ernst - Antidepressiva nehmen?

» Agoraphobie & Panikattacken

22

1240

04.10.2017

Ab morgen in die Reha!

» Einsamkeit & Alleinsein

38

5914

14.02.2009

In der Reha verliebt

» Liebeskummer, Trennung & Scheidung

33

5022

13.02.2014

Angst vor reha

» Kummerforum für Sorgen & Probleme

9

3277

14.12.2016

AUS DER REHA ZURÜCK

» Agoraphobie & Panikattacken

15

2103

06.11.2008







Angst & Panikattacken Forum