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Hallo ihr Lieben,

ich nehme seit vier Wochen Venlafaxin (1. Woche 37.5 und drei Wochen 75mg). Da ich es vor kurzem schonmal über 8 Jahre einnahm und es mir gegen meine Depression (scheinbar aber gegen Angst) nicht mehr half und die Nwbenwirkungen mich quälten (Muskelschmerzen, Alpträume mit nächtlichem Zucken, starkes Schwitzen, emotionale Zombiefizierung) wurde mir in der Klinik ein Wechsel auf Duloxetin Nahe gelegt. Ich würde lieber auf ein SSRI wechseln nämlich zu Sertralin.

Ich habe dazu einige Fragen und vielleicht hat ja jemand Erfahrung mit einem solchen Wechsel und kann mir mit Rat zur Seite stehen

1. Muss ich bei einem fliegenden Wechsel (also ohne vorheriges Ab- und Aufdosieren) mit neuen Anfangsnebenwirkungen des neuen Medikamentes rechnen z.B. Übelkeit bei Sertralin oder mit Absetzbeschwerden des Venlafaxins?

2. Ergibt ein Wechsel von SNRI zu SNRI bezüglich der Nebenwirkungen Sinn oder kann ich bei Duloxetin auch wieder mit den gleichenMuskelschmerzen, Alpträumen, etc. rechnen?

3. Ergibt ein Wechsel von SNRI zum SSRI Sertralin einen Sinn bezüglich der Wirkung wenn Venlafaxin nicht mehr richtig gewirkt hat?
Also ist es wahrscheinlich, dass Sertralin mir helfen wird?

Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen freuen. Als Alternative steht mir sonst nur wieder eine Erhöhung des Venlafaxins auf 150 zur Verfügung und so sind zumindest meine Ängste ein wenig gedeckelt.

LG
Chrizzle

14.06.2020 21:35 • 30.06.2020 #1


13 Antworten ↓


Lottaluft
Also ich habe selbst lange Zeit Duloxetin genommen und mir hat es sehr gut in Sachen Ängsten geholfen
Hab es auch damals in der Klinik verschrieben bekommen und hatte Garkeine Nebenwirkungen
Denke wenn du in der selben Sparte wechselst solltest du auch nicht so stable Nebenwirkungen haben

Das Problem bei ssri ist zB bei mir das einschleichen
Das treibt meine angst so hoch das ich das nicht aushalte und mit heftigen Nebenwirkungen reagiere auf Grund der antriebssteigernden Wirkung
Wie du was absetzen und einschleichen sollst bespricht natürlich am besten dein Psychiater mit dir

14.06.2020 22:13 • x 1 #2




Vielen lieben Dank für deine Antwort Lotta!

Zitat von Lottaluft:
Das Problem bei ssri ist zB bei mir das einschleichen
Das treibt meine angst so hoch das ich das nicht aushalte und mit heftigen Nebenwirkungen reagiere auf Grund der antriebssteigernden Wirkung


Ja, die Erfahrung hatte ich auch mit Escitalopram gemacht. Schrecklich!

Ich hätte aber eigentlich erwartet, dass diese Agitiertheit bei SNRI noch schlimmer auftreten würde, weil sie ja auch auf Noradrenalin wirken und damit den Antrieb steigern sollen. Deshalb wollte ich lieber ein SSRI statt ein anderes SNRI nehmen. Hmm, das hört sich ja wirklich so an, als sollte ich es Mal mit Duloxetin probieren. Hat noch jemand diese Erfahrung gemacht oder kann mir erklären warum SSRIs mehr Unruhe bringen zu Beginn statt SNRIs?

14.06.2020 23:00 • #3


Meine Meinung: Sertralin + Nortriptylin. Damit hast Du ein wesentlich potenteres SNRI mit besseren pharmakologischen Eigenschaften!

Fliegender Wechsel von 75g Venlafaxin auf 37,5 - 50mg Sertralin ist problemlos möglich.

15.06.2020 09:50 • x 1 #4


Zitat von Keldor:
Fliegender Wechsel von 75g Venlafaxin auf 37,5 - 50mg Sertralin ist problemlos möglich.


Allerdings wahrscheinlich mit Sertralin spezifischen Nebenwirkungen zu Beginn, oder?

Weißt du auch welche Dosis Duloxetin äquivalent zum Venlafaxin wäre?

15.06.2020 09:57 • #5


Hallo ihr Lieben,

sind nach einem Wechsel eigentlich meine erzielten "Erfolge" mit Venlafaxin 75 mg für die Katz? Das sind eine etwas verbesserte Konzentration und die Beruhigung meiner extremen Unruhe/Agitiertheit. Ich meine die gesteigerte Serotonin Verfügbarkeit wurde ja schon durch das Venlafaxin hergestellt und diese Aufgabe würde doch dann ein anderer "Player" übernehmen und genau an der Stelle weitermachen, oder?

LG
Chrizzle

15.06.2020 18:34 • #6


Hallo, auch wenn hier wenig Resonanz herrschte möchte ich euch doch meine Erfahrungen über den Wechsel von Venlafaxin zu Duloxetin mitteilen. Vielleicht hilft es ja dem Einen oder Anderen in ähnlicher Situation.

Ich habe nach der ersten Einnahme von Duloxetin erst einmal eine ordentliche Panikattacke bekommen aus der Erwartung es würde mir schlechter damit gehen (denn die Tablette könnte in dieser Zeit noch nicht gewirkt haben). Danach war alles entspannter. Ich habe den Wechsel sehr gut vertragen von Venlafaxin 75 auf Duloxetin 30. Ich hatte mehr positiven Antrieb, eine bessere Konzentration und war optimistisch. Dies hat drei Tage angehalten und nun seit zwei Tagen ist es wieder schlechter aber wer weiß ob es morgen nicht wieder bergauf geht. Die Dosis wird demnächst auf 60 mg erhöht.

21.06.2020 12:40 • #7


Zitat von Chrizzle:
Hallo, auch wenn hier wenig Resonanz herrschte möchte ich euch doch meine Erfahrungen über den Wechsel von Venlafaxin zu Duloxetin mitteilen. Vielleicht hilft es ja dem Einen oder Anderen in ähnlicher Situation.Ich habe nach der ersten Einnahme von Duloxetin erst einmal eine ordentliche Panikattacke bekommen aus der Erwartung es würde mir schlechter damit gehen (denn die Tablette könnte in dieser Zeit noch nicht gewirkt haben). Danach war alles entspannter. Ich habe den Wechsel sehr gut vertragen von Venlafaxin 75 auf Duloxetin 30. Ich hatte mehr positiven Antrieb, eine bessere Konzentration und war optimistisch. Dies hat drei Tage angehalten und nun seit zwei Tagen ist es wieder schlechter aber wer weiß ob es morgen nicht wieder bergauf geht. Die Dosis wird demnächst auf 60 mg erhöht.


Hallo Chrizzle,

wie geht's dir jetzt mit Duloxetin?
Ich nehme seit 2 Wochen 60mg ein und merke seit einer Woche, wie sich meine kognitiven Fähigkeiten im Bereich der Sprache verändern.
Ich vergesse Wörter, sie wollen mir nur schwer oder gar nicht einfallen. Manchmal sage ich Dinge wie "syschtem" statt System.
Mache auch viele grammatikalische Fehler und weiß nicht mehr, welchen Fall ich anwenden soll. Passiert alles natürlich binnen Sekunden.

Sonst habe ich starke Mundtrockenheit, bin emotionaler und spüre einen positiven Antrieb. Hatte aber zu Beginn auch eine leichte Unruhe, war aber nicht sehr schlimm.

Wie schaut es bei dir aktuell aus?

Liebe Grüße

27.06.2020 00:38 • x 1 #8


Zitat von Sarah2020:
Hallo Chrizzle, wie geht's dir jetzt mit Duloxetin? Ich nehme seit 2 Wochen 60mg ein und merke seit einer Woche, wie sich meine kognitiven Fähigkeiten im Bereich der Sprache verändern. Ich vergesse Wörter, sie wollen mir nur schwer oder gar nicht einfallen. Manchmal sage ich Dinge wie "syschtem" statt System. Mache auch viele grammatikalische Fehler und weiß nicht mehr, welchen Fall ich anwenden soll. Passiert alles natürlich binnen Sekunden. Sonst habe ich starke Mundtrockenheit, bin emotionaler und spüre einen positiven Antrieb. Hatte aber zu Beginn auch eine leichte Unruhe, war aber nicht sehr schlimm.Wie schaut es bei dir aktuell aus?Liebe Grüße


Hi Sarah,

diese Sachen kommen bei mir wohl eher von der Grunderkrankung. Mir ging es nach 30mg zunächst viel besser, aber der Effekt hat jetzt nachgelassen. Ich werde demnächst auch auf 60mg erhöhen und hoffe auf dauerhafte Besserung dadurch. Bist du denn gleich mit den 60mg eingestiegen? Ich denke du solltest noch etwas ausharren. Die Nebenwirkungen können alle noch weggehen.

Liebe Grüße
Chrizzle

28.06.2020 22:22 • #9


Zitat von Lottaluft:
Also ich habe selbst lange Zeit Duloxetin genommen und mir hat es sehr gut in Sachen Ängsten geholfen Hab es auch damals in der Klinik verschrieben bekommen und hatte Garkeine Nebenwirkungen Denke wenn du in der selben Sparte wechselst solltest du auch nicht so stable Nebenwirkungen haben Das Problem bei ssri ist zB bei mir das einschleichenDas treibt meine angst so hoch das ich das nicht aushalte und mit heftigen Nebenwirkungen reagiere auf Grund der antriebssteigernden Wirkung Wie du was absetzen und einschleichen sollst bespricht natürlich am besten dein Psychiater mit dir


Ich hätte eine Frage, wie wurde Duloxetin bei dir eingeschlichen? Es gibt ja nur 30mg und höher. Ich soll auch Duloxetin nehmen, aber bin mir unsicher mit 30mg direkt zu beginnen (habe vorher kein anderes Antidepressiva genommen, also keinen Spiegel im Gehirn aufgebaut)

29.06.2020 12:35 • #10


Zitat von LeoR:
Ich hätte eine Frage, wie wurde Duloxetin bei dir eingeschlichen? Es gibt ja nur 30mg und höher. Ich soll auch Duloxetin nehmen, aber bin mir unsicher mit 30mg direkt zu beginnen (habe vorher kein anderes Antidepressiva genommen, also keinen Spiegel im Gehirn aufgebaut)


Ich glaube beim Einschleichen brauchst du dir mit 30 mg keine großen Sorgen machen. Bei mir wird morgen auf 60 erhöht und ich hoffe, ich vertrage es so gut wie die 30er Einnahme. Beim Ausschleichen irgendwann in der Zukunft sieht die Sache wohl anders aus. Da kann man die Kapseln öffnen und zum Beispiel die Hälfte einer 30er Kapsel wegschütten (oder in eine andere Magensaftresistente Kapsel geben) und erhält so 15mg Kapseln (oder andere Dosierungen)

29.06.2020 22:16 • x 1 #11


Heute Tag 1 auf 60 mg musste ich viel Weinen. Und zwar auch vor anderen, was sonst gar nicht geht. Es ging mir schon wesentlich besser aber halt auch schlechter... Vielleicht kommen langsam die Emotionen wieder

30.06.2020 15:09 • #12


Zitat von Chrizzle:
Ich glaube beim Einschleichen brauchst du dir mit 30 mg keine großen Sorgen machen. Bei mir wird morgen auf 60 erhöht und ich hoffe, ich vertrage es so gut wie die 30er Einnahme. Beim Ausschleichen irgendwann in der Zukunft sieht die Sache wohl anders aus. Da kann man die Kapseln öffnen und zum Beispiel die Hälfte einer 30er Kapsel wegschütten (oder in eine andere Magensaftresistente Kapsel geben) und erhält so 15mg Kapseln (oder andere Dosierungen)


Danke für die Info, hattest du denn beim einschleichen starke Nebenwirkungen mit Duloxetin oder war es auszuhalten? Hilft es dir denn gut? Ich setze viel Hoffnung auf dieses Medikament.

30.06.2020 19:10 • x 1 #13


Zitat von LeoR:
hattest du denn beim einschleichen starke Nebenwirkungen mit Duloxetin oder war es auszuhalten? Hilft es dir denn gut? Ich setze viel Hoffnung auf dieses Medikament.


Ja , das geht mir ebenso. Ich habe glaube ich kaum Nebenwirkungen. Eventuell heute stimmungslabil aber ich glaube die meisten Sachen kommen von der Depression. Ich hatte direkt nach der ersten Einnahme eine sehr positive Wirkung auf meinen Antrieb, und das hat sich ca. 1,5 Wochen immer Mal wieder gezeigt. Seit Freitag geht's mir wieder schlechter. Ich nehme das Medikament noch nicht lange genug um eine positive Wirkung einschätzen zu können.

30.06.2020 21:41 • x 1 #14



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Dr. med. Andreas Schöpf