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Hallo,

im Moment habe ich extreme Unruhe... als Bedarfsmedikament habe ich Rivotril (Clonazepam), ein Benzo.... über die Gefahren der Abhängigkeit bin ich mir bewusst. Wochenlang kam ich mit lächerlichen 2 Tropfen auf 1,5 Liter Wasser verdünnt aus, aber seit einigen Tagen peitscht es mich in totale Unruhe... gestern kam ich mit 4 Tropfen unverdünnt so gerade über den Tag. Ein Arzt sagt: "Durchhalten". Der andere sagt: "Zum Runterkommen ruhige die Dosis etwas erhöhen, denn mit ständiger Unruhe und Bluthochdruck rumrennen kann auch nicht gesund sein!". Ich kann im Moment auch wieder nichts essen bzw. werde nach dem Essen extrem unruhig. Alles in mir ist hyperempfindlich... Licht, Geräusche, alles... draussen rumrennen und Energie abbauen macht es nur noch schlimmer.

Was soll ich jetzt tun? Etwas mehr Benzo nehmen und mich nicht darüber ärgern oder es "irgendwie" durchhalten? Bin total ratlos... ;(

25.03.2013 12:51 • 13.03.2021 #1


21 Antworten ↓


Versuch es durchzuhalten, Nello.

Kann das vielleicht eine Art "Entzugserscheinung" sein? Kenne mich da nicht aus aber wenn du sagst, dass es sehr abhängig macht kann das doch sein oder?


Du packst das Liebe Grüße. Versuch dich abzulenken. Vielleicht Sport oder sowas? Kommt das in Frage?

25.03.2013 13:30 • #2



Die Angst ist aktuell extrem Benzo ja, Benzo nein?

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Sport macht es noch schlimmer, ablenken geht gar nicht, bin total aufgepeitscht... ;(

25.03.2013 13:39 • #3


crazy030
Klare Regel bei Benzos oder Opiaten: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Bedeutet aber trotzdem, so hoch dosieren, wie man es braucht.


Bei Rivotril Tropfen liegt die Tagesdosis (Erwachsene) bei 4-8 mg, möglichst auf 3-4 Einzelgaben verteilt. Und 1 Tropfen entspricht 0,1 mg. Bedeutet also, 10 Tropfen sind 1 mg. Die Tagesdosis liegt also bei 40 bis 80 Tropfen. Das deine 2 oder auch 4 Tropfen quasi nichts bringen, dürfte klar sein.

25.03.2013 13:48 • #4


Hallo Crazy,

die 1 - 2 Tropfen haben ja lange funktioniert. Und mein Doc sagt: "Lass die Finger von dem Zeug". Der andere sagt: "Nimm etwas mehr um stabil zu bleiben!". Der nächste will mir Lyrica zum Ausschleichen des Rivotril geben, aber ich habe davor Angst, mich mit einem zweiten Mittel zuzuklatschen das am Ende auch wieder abhängig machen kann. Ich bin einfach total ratlos. Angst vor Sucht oder Dosissteigerung, Angst es wegzulassen und die Frage: Warum ging es Monate mit einer Minidosis gut und warum haut`s mich auf einmal wieder um? Grauenvoll... 1 Tropfen entsprechen übrigens 0,125mg *klugscheissmodus aus*.

25.03.2013 13:52 • #5


crazy030
Zitat:
1 Tropfen entsprechen übrigens 0,125mg
Steht es so in deiner Packungsbeilage? Ich lese was von 1 Tropfen gleich 0,1 mg. Ok, vielleicht gibt es verschiedene.

Keine Ahnung, was für dich gut ist. Aber auf Dauer sind Benzos vielleicht nicht das Mittel der Wahl. Ich denke aber, man muss das immer im Einzelfall betrachten.

25.03.2013 14:00 • #6


Tini74
hey ich misch mich mal kurz ein....

ich glaube darin liegt das Hauptrisiko von Beruhigungsmitteln: Der Körper gewöhnt sich daran und man braucht dann irgendwann immer mehr um die selbe Wirkung zu erzielen.

Ich kann dich gut verstehen, leide auch seit Monaten unter innerer Unruhe. Habe mich daher entschieden ein Antidepressivum zu nehmen. Das macht zumindestens nicht körperlich abhängig und gegen das Hauptproblem hilft wohl nur eine langfristige Verhaltensveränderung mit Hilfe einer Therapie.

Wünsche dir viel Glück


PS: putzen lenkt mich manchmal von der Unruhe ab...

25.03.2013 14:12 • #7


Ich habe jetzt doch meinen Vertrauens- und Entzugsarzt erreicht, er meinte, ich sollte im Moment kurz hochgehen um stabil zu sein und mir kein schlechtes Gewissen einreden, das macht die Sache ja auch nicht besser. Und er kennt meine Problematik, dass wochen- oder Monate alles super läuft und dann der "Flash" kommt. Und "Flash" heisst bei mir, dass ich MAXIMAL 10 Tropfen (über den Tag verteilt) brauchte - und das auch nur für einen Tag, danach konnte ich immer wieder auf 2 - 1 Tropfen runter. Übrigens: 2,5mg pro ml = 20 Tropfen = 0,125mg pro Tropfen. Ich treffe mich mit dem Arzt in Kürze um klare Strukturen zu schaffen, morgen habe ich einen NEUEN Termin bei einer Therapeutin in der Hoffnung, dass es nicht die 4te ist die nach 1 Stunde sagt: "Super, aber bei mir sind sie falsch!". Ich werde es erleben und kann nur hoffen. Bis dahin werde ich das Rivotril etwas höher ansetzen um hier nicht vollends im Dreieck zu hüpfen...

AD habe ich probiert: Hautausschlag, Nesselfieber, übereuphorie - und das nach nur 5 Tagen bei einer Minidosis ;(

25.03.2013 14:12 • #8


crazy030
Na ja..., ich bin ja da auch eher so, was Minidosis angeht. Aber man muss halt auch sagen, Minidosis ist meist witzlos, gerade bei AD. Es MUSS eine therapeutisch vernünftige Dosis sein, ansonsten hat man keine oder kaum Wirkung, aber Nebenwirkungen.

25.03.2013 14:18 • #9


Tini74
meine Therapeutin meinte das es unterschiedliche Fachgebiete gibt. Manche machen nur Verhaltenstherapie und andere Tiefenpsychologie oder so ähnlich. Vielleicht liegt es daran das die dich immer nicht behandeln wollen.

Guck dochmal im Internet ob alle bei denen du warst das gleiche Fachgebiet vertreten. Vielleicht ersparst du dir dann noch eine Enttäuschung. Weis ja nicht was bei dir nötig wäre, aber das würde ich mal gucken.

25.03.2013 14:19 • #10


crazy030
Ich wurde vor 3 Jahren auch von 2 Psychologen hintereinander abgelehnt nach den Erstgesprächen. Es gibt Psychologen, denen ist es mit manchen Patienten zu viel. Wurde mir auch von einer Psychologin so gesagt.

25.03.2013 14:28 • #11


Selbst die, deren Fachgebiet das Richtige sei (laut Aussage der anderen) meinten, dass ich bei Ihnen nicht richtig sei....

25.03.2013 14:32 • #12


Tini74
mit was für einer Begründung ? Kann dich doch nicht einfach weg schicken...ohne einen Hinweis worauf du bei der nächsten achten musst...

25.03.2013 14:38 • #13


novemberrain
Hallo Nello,

vermutlich bin ich zu spät, denn ich würde Dir raten, die Medis nicht zu nehmen.
Du verlässt Dich sonst immer mehr auf dieses Zeug.

Hast Du eine reine Angststörung oder noch andere Sekundärkrankheiten außer Angst/Panik?

25.03.2013 14:38 • #14


Was mir halt Gedanken macht ist: Wochen- oder Monate laufe ich mit einer Minidosis Benzos stabil... entspannt... ruhig... und von einen auf den anderen Tag nehme ich 4 oder 5 Tropfen hintereinander und merke: NIX. Hätte ich die Menge vor 2 Wochen genommen: Ich hätte den ganzen Tag gepennt, jetzt bin ich "voll auf"... ;((

Und ja, zu spät... aber bis ich keine therapeutische DAUERHAFTE Hilfe und einen festen Plan habe, muss ich mich damit anfreunden das "Zeugs" zu nehmen...

25.03.2013 15:08 • #15


crazy030
Das hat nicht immer was mit Fachgebiet zu tun. Wenn da einer mit 10 psychiatrischen Diagnosen auftaucht und 30 Problemen, dann ist es machen Psychologen einfach zuviel.

25.03.2013 15:32 • #16


Ich persönlich halte es für durchaus sinnvoll, für den Übergang ein Benzodiazepin zu nehmen. Dafür sind sie nämlich da............

Dass sie so oft verteufelt werden hängt auch mit den Marketingstrategien der Pharmamafia zusammen. Benzos sind billig.......

Abgesehen davon kann man sich mit AD im Langzeitgebrauch auch übele Leberschäden zuziehen. Bei Benzodiazepinen geht die Wahrscheinlickeit gegen Null.

Kann jeder Apotheker bestätigen.

25.03.2013 15:41 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von crazy030:
Das hat nicht immer was mit Fachgebiet zu tun. Wenn da einer mit 10 psychiatrischen Diagnosen auftaucht und 30 Problemen, dann ist es machen Psychologen einfach zuviel.


Tja, aber was soll ich machen? Hinkommen und sagen: "Mir geht`s schei."? Gegenfrage: "Warum?" meine Reaktion: "Nun ja, das kam alles so..." und BUMMS: "Öhm, nö, für mich ist das nix, tschüss!"

25.03.2013 16:04 • #18


Zitat von wernereiskalt:
Ich persönlich halte es für durchaus sinnvoll, für den Übergang ein Benzodiazepin zu nehmen. Dafür sind sie nämlich da............

Dass sie so oft verteufelt werden hängt auch mit den Marketingstrategien der Pharmamafia zusammen. Benzos sind billig.......

Abgesehen davon kann man sich mit AD im Langzeitgebrauch auch übele Leberschäden zuziehen. Bei Benzodiazepinen geht die Wahrscheinlickeit gegen Null.

Kann jeder Apotheker bestätigen.


Und genau das ist es ja, was mir auch durch den Kopf geht:

Wenn ich jetzt für einige Zeit Benzos nehme und es (bisher) immer wieder geschafft habe gegen Null zu fahren: Kann das Potential der Abhängigkeit ja nicht so groß sein. Und: Wenn ich jetzt 5 oder 10 Jahre lang ein AD schlucke, möchte ich nicht wissen, was das mit meinem Körper, der Seele und diversen Leber- und Nierenwerten anstellt. NUR: Wenn man genau so argumentiert, bekommt man zu hören: "Aus Ihnen spricht die Sucht, typische Argumente!". Du hast gar keine Chance, Deine Sichtweisen darzulegen... was ist "gefährlicher": 1 Jahr lang Benzos in einer überschaubaren Minidosis oder 5, 10 oder mehr Jahre Unmengen an ADs mit 50, 100 oder mehr mg am Tag, ggf. dazu noch Neuroleptika (die ich nach eigener Erfahrung als noch teuflischer ansehe bzw. intensive, unschöne Erfahrungen hatte).

Ich denke, ein zweischneidiges Schwert.... und als "Ersatz" Lyrica? Ich weiss nicht, ich weiss nicht. Das eine kennt mein Körper und so weit ich weiss, sind Benzos von allen Mitteln am wenigsten toxisch, weil sie dem Körper oder körpereigenen Stoffen sehr verwandt sind... zumindest hat mir das mal eine Apothekerin gesagt die meinte: "Nicht mit den Gedanken über diese Mittel quälen sondern erst einmal hinnehmen das sie in Krisen helfen!".

Ich glaube, da gibt es nur DIESE oder DIESE Sichtweise und kaum eine "goldene Mitte"...

25.03.2013 16:09 • #19


Sümy

13.03.2021 11:40 • #20



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Dr. med. Andreas Schöpf