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Skeletor

Skeletor
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Folgende Artikel möchte ich euch nahe legen:
https://psychotropical.info/clomipramin...epressant/

Clomipramin scheint ein sehr potentes Antidepressivum zu sein: SNRI, Antagonist des 1-adrenergen Rezeptors, Antagonist von Histamin H1 Rezeptoren, Serotonin 5-HT2A, 5-HT2C Rezeptoren, Dopamin D1, D2 und D3 Rezeptoren... unter anderem. Außerdem hemmt Clomipramin im lysosomalen Lipidstoffwechsel die saure Sphingomyelinase und gehört somit zur pharmakologischen Gruppe der FIASMAs. Clomipramin dient bis heute als Vergleichsstandard bei der Entwicklung von neuen Psychopharmaka zur Behandlung der Zwangsstörung. Wegen seiner hohen Wirksamkeit wurde Clomipramin als einziges Medikament in die WHO-Liste der unentbehrlichen Arzneimittel in der Kategorie obsessive compulsive disorders (Zwangsstörungen) aufgenommen. Das spricht für sich.

Ich möchte auch auf folgendes Ranking aufmerksam machen:
Zitat:
Die Zahlen basieren auf zusammengefassten Patientenbewertungen!

Top 7:
1.25 Phenelzin
1.23 Tranylcypromin
1.22 Clomipramin
1.07 Selegilin
1.06 Nefazodon
1.04 Imipramin
1.02 Escitalopram

Die Top 3 sind sehr dicht beieinander, dann mit etwas Abstand folgen Selegilin, Nefazodon, Imipramin, Escitalopram und der Rest....

Natürlich muss man bei solchen Analysen immer etwas vorsichtig sein, aber auch die klinischen Beobachtungen zur Wirksamkeit verschiedener Antidepressiva kommen zu recht ähnlichen Ergebnissen...

http://slatestarcodex.com/2015/04/30/pr...versities/


Wer von euch war auf Clomipramin und wie waren eure Erfahrungen damit?

Mehr auch bei Wikipedia:

https://en.wikipedia.org/wiki/Clomipramine
https://de.wikipedia.org/wiki/Clomipramin

30.04.2020 #1


228 Antworten ↓
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electrocution
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Zitat von Skeletor:
Welche Nebenwirkungen hattest Du?
Und mit welchen Antidepressiva kommst Du am besten zurecht?


...es ist schon ein paar jahre her, aber soweit ich mich erinnern kann, hatte ich folgende nebenwirkungen: starkes herzklopfen, schlafstörungen, verlust des hungergefühls, harnverhalten, libidoverlust, anorgasmie, einen extrem trockenen mund, erweiterte pupillen, lichtempfindlichkeit, zittrige beine, allg. kraftlosigkeit, übelkeit, geschmacksveränderungen, pelziges gefühl im mund und das gefühl gar nicht richtig in der realität zu sein, alles wirkte anders und befremdlich. mir ging es wieder deutlich besser, als ich es komplett weg ließ.

gegen die depression hilft mir am besten escitalopram, so um die 15mg. sertralin hingegen hilft mir dann besser, wenn mir irgendwas richtig den boden unter den füßen wegreißt, da es mich emotional irgendwie tauber macht und das grübeln auflöst, gleichzeitig meine depressivität aber nicht signifikant bessert. in manchen situationen wünschenswert, in anderen wiederum nicht. beide mittel kommen für mich allerdings nicht als dauermediaktion in frage, weil sie S.ualstörungen verursachen und ich sie deshalb immer nur phasenweise für wenige monate nehme. zurzeit schleiche ich escitalopram nach sechsmonatiger einnahme wieder aus und bin bei 5 mg. mit diesen beiden mitteln habe ich die besten erfahrungen gemacht. demnächst werde ich milnacipran testen, aber erst nach einer "auswaschphase".

15.02.2018 10:39 • x 1 #29


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Clomipramin: Der Goldstandard bei Depressionen & OCD?

x 3


mamilein10

mamilein10
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Hallo
ich habe Escitalopram verschrieben bekommen (ähnlich Cipralex) gibt es auch schon sehr lange.
Die ersten 2 Wochen hatte ich sehr starke Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel Brechreiz usw
Jetzt in der 3 Woche gehts ein bisschen besser zumindest habe ich wieder mehr Antrieb.
Jetzt brauche ich nur noch was für die innere Unruhe die ständigen Grübelgedanken. Hier habe ich nun Proneurin derzeit auf 25 mg die ich mittags eine nehme. Abends dann noch mal eine.
Lasea habe ich auch noch und nimm diese 1 mal am Tag.
Schaun wir mal wie es weiter geht.
Was nimmt ihr denn bei diesen Symptomen? In eine Klinik möchte ich nicht nochmal. Hab schon 3 Aufenthalte hinter mir in früheren Jahren. Hatte dort alles durch danach wurde es aber nicht gerade besser. Ich habe mich dann mit 1 mg Tavor die ganzen Jahre durchgeschlichen. Irgendwann habe ich Sie nicht mehr gebraucht. Jetzt sind über 20 Jahre rum und das gleiche fängt von vorne an.

21.03.2018 14:08 • #108


Zum Beitrag im Thema ↓


Skeletor
Vertrieben wird es auch noch: :klick:

Schon krass! Ein Antidepressiva, das älter als ein halbes Jahrhundert ist, gehört noch immer zu den effektivsten Psychopharmaka.

#2


Skeletor
Imipramin ist ebenfalls ein potentes SNRI, aber besitzt nur schwachen 5HT-Antagonismus, während Clomipramin ein deutlich stärkerer 5HT-Antagonist ist. Ich nehme mal an, dass dieser pharmakologische Unterschied für die (statistische) Überlegenheit von Clomipramin verantwortlich ist... ?

Außerdem antagonisiert Clomipramin die Dopamin D1, D2 & D3 Rezeptoren... keine Ahnung ob und welchen klinischen bzw. medizinischen Mehrwert dies hat? Falls überhaupt...

Im lysosomalen Lipidstoffwechsel hemmt Clomipramin die saure Sphingomyelinase...
"Clomipramine also acts as a functional (potent!) inhibitor of acid sphingomyelinase (FIASMA)"
https://en.wikipedia.org/wiki/FIASMA
https://de.wikipedia.org/wiki/FIASMA

Einige interessante Graphen zu FIASMAs & Antidepressiva https://d-nb.info/1011278227/34
alternativer Link: http://docplayer.org/23019817-Konzentra ... ssiva.html

#3


Skeletor
Parallelthread läuft auch noch im englischsprachigen Socialanxietysupport: http://www.socialanxietysupport.com/for ... d-2148482/

Wink

#4


la2la2
@Skeletor : Hast du mit Clomipramin selbst sehr gute Erfahrungen gemacht oder bist du unentschieden ob du es mal ausprobieren willst oder nicht?

x 1 #5


Skeletor
Zitat von la2la2:
@Skeletor : Hast du mit Clomipramin selbst sehr gute Erfahrungen gemacht oder bist du unentschieden ob du es mal ausprobieren willst oder nicht?

letzteres Wink
Ich höre allgemein recht viel gutes zu Clomipramin und die Tatsache, dass es H1- und 5HT Antagonismus mit Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmung vereint, ist sehr interessant. Ich möchte NRI haben, aber nicht zu aufgedreht sein und an Insomnia leiden, daher ist Clomipramin mit am interessantesten, weil es beides hat... (in der Theorie jedenfalls)

Ich hatte letztens, als ich im Uniklinikum war, ein beiläufiges Gespräch mit dem stellvertretenden Chefarzt der Psychiatrie, und der bestätigte mir ebenfalls, dass sie im klinischen Stationärbetrieb mit stationären Patienten sehr gute Erfahrungen mit Clomipramin machen und es als "effizienter" einstufen im Vergleich zu z.B. SSRIs.

#6


la2la2
Falls keine irreversiblen Nebenwirkungen bekannt sind, spricht doch nichts dagegen es mal auszuprobieren oder? Wink
So intensiv wie du dich damit beschäftigst hast du vermutlich einen sehr hohen Leidensdruck....

x 1 #7


Skeletor
Zitat von la2la2:
Falls keine irreversiblen Nebenwirkungen bekannt sind, spricht doch nichts dagegen es mal auszuprobieren oder? Wink
So intensiv wie du dich damit beschäftigst hast du vermutlich einen sehr hohen Leidensdruck....

Eigentlich nicht... ich habe jedoch viel Respekt vor TZAs, weil ich die Nebenwirkungen nicht einschätzen kann... Embarassed

#8


la2la2
https://www.netdoktor.de/medikamente/clomipramin/
Die Nebenwirkungen klingen jetzt nicht schlimmer als bei anderen Psychopharmaka. Die harmloseste Lösung wäre es ganz langsam einzuschleichen und bei störenden Nebenwirkungen wieder abzusetzen.

Hast du denn einen Arzt, der dir das verschreiben würde oder hast du eher so große bedenken, weil du es dir "inoffiziell" beschaffen willst? Selbst dann kann nichts passieren: Dann kann ein Arzt zwar den Zeigefinger heben, aber ansonsten kann und darf er nichts machen und muss die Nebenwirkungen behandeln.....

x 1 #9


Acanthurus
Clonazpin hatte nur wenige bei uns in der Klinik, wg. Zwänge. Schlafstörungen hatten die nicht, eher das Gegenteil, aber auch schon vor dem Medikament. Nervös und etwas hibbelig Tagsüber, wahrscheinlich die puschende Wirkung vom Dopamin und Noradrenalin.

x 1 #10


Skeletor
Zitat von Acanthurus:
Clonazpin hatte nur wenige bei uns in der Klinik, wg. Zwänge. Schlafstörungen hatten die nicht, eher das Gegenteil, aber auch schon vor dem Medikament. Nervös und etwas hibbelig Tagsüber, wahrscheinlich die puschende Wirkung vom Dopamin und Noradrenalin.

Hallo Acanthurus,

meinst Du mit "Clonazpin" Clomipramin oder Clonazepam / Klonapin?

#11


S
Wie schlägt sich Clomipramin gegen Ängste? Bin mal für eine Woche von escitalopram 50 mg Haare raufen darauf gewechselt, aber es war eher schlimmer damit.

Leide unter extremen Ängsten und Zwangsgedanken und nehme extrem hohe Dosen escitalopram, die mich völlig antriebslos und gleichgültig machen

Alle anderen SSRI und Venlafaxin etc hab ich auch probiert. Sertralin und Fluoxetin sind super für den antrieb , aber teilweise extrem schlecht für die Ängste.

Hat jemand eine Idee ? Ich hab Ängste vor dem durchdrehen, mir kommt zu jedem Gegenstand verrückte Ideen aggressiver Art zum Beispiel

x 1 #12


Acanthurus
Sorry, meinte das Clomipramin.

x 1 #13


Skeletor
Zitat von Serthralinn:
Wie schlägt sich Clomipramin gegen Ängste? Bin mal für eine Woche von escitalopram 50 mg Haare raufen darauf gewechselt, aber es war eher schlimmer damit.

Leide unter extremen Ängsten und Zwangsgedanken und nehme extrem hohe Dosen escitalopram, die mich völlig antriebslos und gleichgültig machen

Alle anderen SSRI und Venlafaxin etc hab ich auch probiert. Sertralin und Fluoxetin sind super für den antrieb , aber teilweise extrem schlecht für die Ängste.

Hat jemand eine Idee ? Ich hab Ängste vor dem durchdrehen, mir kommt zu jedem Gegenstand verrückte Ideen aggressiver Art zum Beispiel


Zitat:
Clomipramin ist bei der Behandlung von Zwangsstörungen deutlich wirksamer als die SSRI.[11] Es besitzt ein breites therapeutisches Spektrum: So wird es in der Therapie von schweren, behandlungsresistenten und chronischen Depressionen sowie Angstzuständen (z. B. Agoraphobie) häufig verwendet und zwar mit einem gut dokumentierten Erfolg.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Clomipramin

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php ... lomipramin

Schwer zu sagen... einerseits ist es ein starkes SRI und 5HT-Antagonist, sollte also gut gegen Ängste wirken, andererseits ist da natürlich auch die starke NRI Komponente, die Ängsten weniger zuträglich ist, wobei diese durch die starke H1-Antagonist-Komponente ausgeglichen werden könnte.... Mr. Green

#14


S
Vielleicht hab ich es stets zu kurz probiert?
Da ich mehr geschwitzt habe, ist der Noradrenalin Effekt wohl deutlich.

Nachts vor Albträumen aus dem Bett gefallen bin ich allerdings nicht wie bei Venlafaxin.

Mit Venlafaxin erlebt man quasi maximal realistische Albträume mit grauenhaften Horror Fantasien und schlägt und tritt um sich. des Weiteren ist der Puls ziemlich hoch und man schwitzt wie irre. Noradrenalin während der Nacht ist definitiv keine gute Idee.

x 1 #15


Skeletor
Zitat von Serthralinn:
Vielleicht hab ich es stets zu kurz probiert?
Da ich mehr geschwitzt habe, ist der Noradrenalin Effekt wohl deutlich.


Ich würde es mindestens 6 Wochen antesten bis sich alle Rezeptoren & Hormonpegel eingepegelt haben. Bei zu kurzer Anwendungsdauer ist es objektiv schwer zu beurteilen. Welche Dosis hattest Du probiert?

Zitat von Serthralinn:
Mit Venlafaxin erlebt man quasi maximal realistische Albträume mit grauenhaften Horror Fantasien

Das kenne ich auch von Sertralin... Mr. Green
Teils echt übel, wenn man im Traum Liveleak Videos "nachspielt"... Shocked

#16


S
Wobei mir die Albträume eher auf Noradrenalin zurückzugehen scheinen. Dopamin finde ich da nicht so heftig.

Extrem seltsamerweise kann Noradrenalin aber auch maximal müde machen und beruhigen. Und Angst sogar verbessern.

Leider scheinen Ängste von allen Botenstoffen abzuhängen, hier ist offensichtlich ein Gleichgewicht ganz gut. Serotonin spielt sicher eine entscheidende Rolle, aber mit viel Serotonin ist man nicht automatisch wenig ängstlich

Vielleicht liegt es aber auch einfach an meiner Vielzahl an Symptomen. Irgendwie hab ich so ziemlich jedes Symptom.

x 1 #17

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Skeletor
Zitat von Serthralinn:
Extrem seltsamerweise kann Noradrenalin aber auch maximal müde machen und beruhigen. Und Angst sogar verbessern.

z.B. bei einer ADS/HDS Komponente Wink

Wenn Du noch mal Clomipramin ausprobieren möchtest:
https://www.Dro..com/dosage/anafranil.html
https://www.Dro..com/dosage/clomipramine.html

Mit 25 einsteigen, auf 50 und danach auf 75mg hochgehen. 75mg sollten bei Depressionen und Ängsten locker ausreichen. Siehe hierzu die Tabelle "SERT occupancy by SRIs at clinically approved dosages" @ https://en.wikipedia.org/wiki/Clomipram ... codynamics

#18


Skeletor

E
clomipramin war mein erstes und einziges tza. ich musste abbrechen, weil ich so starke nebenwirkungen hatte, wie bei keinem anderen neueren antidepressivum. teilweise fühlte ich mich wie auf schlechten Dro.. diesen zustand hätte ich nicht über wochen ertragen können, bis eine mögliche wirkung eintritt. ich bin ja bereit, nebenwirkungen in kauf zu nehmen, aber nur bis zu einem gewissen grad und das war in meinem fall echt übel. ansonsten bin ich eigentlich mit jedem neueren mittel halbwegs zurecht kommen.

x 1 #20


A


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Dr. med. Andreas Schöpf
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