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Hallo an Alle,

(Das wird jetzt sehr lang, ich bin dankbar für Jeden der sich für meine Geschichte interessiert und mir mit seinen Erfahrungen vielleicht helfen kann...)

gerade jetzt, wo ich das hier schreibe, klopft mein Herz sehr stark, unregelmäßig und das Atmen fällt mir schwer.
Dieser Zustand streckt sich seit nunmehr über einem Jahr fast täglich, den ganzen Tag.
Ich versuche mich kurz zu fassen: Seit Dez. 2016 leide ich an diagnostizierter Panikstörung, generalisierter Angststörung und Panikattacken. Das begann jedoch nicht so. Zu allererst wurde mir im Dez. 2016 eines Abends beim gemütlichen Filme schauen ganz anders, erst eine art Schwindel unwohlsein und kurz darauf folgte extremes Herzrasen. Das war der erste Anfall in meinem Leben. Ich muss dazu sagen, ich bin 25 Jahre alt und weder habe ich krankhaftes Übergewicht, noch zähle ich medizinisch zu einer Risikogruppe.
Wie denke ich jeder andere Mensch in so einer Situation, reagierte ich mit extremer Panik und war davon überzeugt gleich an einem Herzstillstand oder Infarkt zu sterben. Also rief mein besorgter Mitbewohner umgehend einen Notwagen, ich schleppte mich zum Hauseingang und rechnete damit jederzeit das Bewusstsein zu verlieren. Als die Sanitäter kamen, trugen diese mich zum Wagen. Dort sah man dann auch deutlich, dass mein Puls knapp 210 betrug, mein Blutdruck sprengte die Tabellen und man hatte einen Verdacht auf Herzinfarkt. Ich muss dazu sagen, dass ich aus einer Gegend stamme in welcher die medizinische Versorgung katastrophal ist, abnormer Ärztemangel. (ja, leider auch hier in Deutschland ein Problem)
Ich wurde dann in einer Wartezone abgestellt und man verabreichte mir eine Placebo Tavor. Die Panikattacke dauerte zu dem Zeitpunkt bereits mehr als eine halbe Stunde an und verbesserte sich nicht, sie wurde lediglich schlimmer. So ließ man mich dann weitere 2 Stunden dort liegen bis ich irgendwann in einen Behandlungsraum geschoben wurde, in welchem zwei Ärzte mich begutachteten, jedoch miteinander russisch sprachen und ich kein Wort verstand. Alles was ich verstehen konnte war "Tachykardie, Sinus", was meine Panik (da ich nicht wusste, was das zu bedeuten hatte) um ein weiteres steigerte und ich durchweg mit einer Ohnmacht rang. Nach einem EKG schob man mich dann für weitere 6 Stunden in eine Wartezone bis ich irgendwann auf die Kardio gebracht wurde.

Und hier kommt der Punkt, von welchem ich davon ausgehe, dass dies der Auslöser der eigentlichen Panikstörung und Herzneurose wurde.
Zwischen sterbens Herzkranken, verharrte ich nun mehrere Tage, bekam ein 3 Tages EKG. Außer, dass mein Herz auffällig dauerhaft viel zu schnell schlug (Ruhepuls 125), konnte man nichts Auffälliges feststellen. Ein Blutbild wurde nicht gemacht, kein Herzecho und auch keine Untersuchung der Schilddrüse. Ich wurde dann mit den gleichen Beschwerden ohne Medikamente, Hilfe oder Rat nach 3 Tagen entlassen.
Man muss kein Einstein sein, um sich denken zu können dass ich nach wenigen Tagen in welchen ich mich immer mehr quälte, in meiner Todesangst erneut einen Notwagen rief. (Dies ist damit zu begründen dass man mich komplett im Dunkeln lies, mich ja ohne jegliche Hilfe wieder nach Hause schickte und sich in mir der Gedanke einer gefährlichen Erkrankung manifestierte) In der Notaufnahme und in der Kardio reagierte man diesmal deutlich gereizt auf meine erneute Anwesenheit. Ich war, obwohl erst das 2. mal anwesend, stigmatisiert.
Auf meinen ausgiebigen Nachdruck hin, gestattete man mir genervt ein erneutes Langzeit EKG und einen Herzultraschall. Beide waren wieder, bis auf das Herzrasen, unauffällig. Meine Diagnose dann: Sinus-Tachykardie. Und wieder stellte mich ein sporadischer Kardiologe welcher auf der Station aushalf vor vollendete Tatsachen: Gehen Sie nach Hause, ich glaube Sie haben psychische Probleme, kann aber auch ein Eisenmangel sein. (Ich weiß nicht, was man dazu sagen soll, aber jeder soll sich an diesem Punkt bitte seine eigene Meinung bilden...)
Ich war so verzweifelt und am Ende (nach mehr als 4 schlafnosen Nächten, dauerhaftes Herzrasen, Klopfen, Schwindel, Übelkeit, Ohnmachtsgefühle), dass ich nach Hilfe bettelte und so schickte man mich (vermutlich um mich endlich loszuwerden) am nächsten Tag in die ortsansässige Psychiatrie. (Diese hat einen absolut miserablen Ruf, aus gutem Grund und sollte gemieden werden, wenn möglich) Hier reagierte man recht verständnislos und behandelte mich gemeinsam mit Borderlinern, Psychotischen Menschen und Menschen mit schweren Persönlichtskeitsstörungen.
Obwohl ich noch nicht komplett medizinisch abgeklärt war, um andere etwaige Erkrankungen auszuschließen (Schilddrüse, EEG, MRT, allg. endokrinologische Befunde, Belastungs EKG) ging man einfach aufgrund meiner Vergangenheit davon aus, dass meine extrem starken körperlichen Symptome Folge eines Traumas sein MÜSSEN und ich mich doch mal zusammenreissen und mich meinen Ängsten stellen sollte. So wurde ich, so wie alle anderen Patienten auch, ohne Rücksicht, jeden Morgen dazu gezwungen (sonst gab es Konsequenzen) mich am am Frühsport zu beteiligen.
Jetzt kann man sich denken wie wunderbar (Ironie) das war. Man wacht bereits mit einem Puls von 180 auf, hat schweres Klopfen und Not nicht umzukippen und soll sich innerhalb von 15 Minuten auf Sport vorbereiten. Obwohl ich dem Personal und den Therapeuten täglich immer wieder signalisierte, dass ich es körperlich einfach nicht schaffe, wurde dies schlichtweg als 'Nicht wollen' interpretiert, Befunde ignoriert und ich habe dort 8 Wochen die Hölle durchgemacht. Nach diesen 8 Wochen einer völlig erfolglosen 'kognitiven Verhaltenstherapie' einigte ich mich mit der ebenfalls völlig überforderten Psychlogin darauf, dass die Therapie mir nichts hilfreiches mehr bieten könne und ich mich anderweitig umschauen muss.
Und damit begann dann auch der Rest der Miserie. Ich bekam für 5 Tage Medikamente, welche ich auch während des Psychiatrieaufenthalts nehmen musste, mit nach Hause (Sertralin und Mirtazapin), welche mir im übrigen absolut nicht halfen. Diese setzte ich dann selbstständig ab, auch wenn ich wusste dass man dies eigentlich nicht tun sollte. Mein Zustand verschlimmerte sich die folgenden Monate zusehends und endete in einer fast vollständigen Bettlägrigkeit. (Duschen und Toilette gingen gerade so, der Rest war nicht denkbar) Ich hatte täglich mittlere bis schwere Panikattacken, welche ich alleine bewältigen musste (keinerlei Notfall Medikation). Noch ein paar mal rief ich den Notwagen, natürlich erfolglos da man mich kurz nachdem ich in der Notaufnahme angeschaut wurde, wieder nach Hause geschickt wurde. Mehrmals drohte man mir auch mit einer Zwangseinweisung. (Ich, das zutiefst missverstandene Wesen)
Irgendwann im August 2017 traute ich mich dann aufgrund meines Leidensdruckes mir eine Hausärztin zu suchen, welche mit einem Psychiater verheiratet ist. Diese handelte wesentlich professioneller und schickte mich nochmals zu einem Kardiologen und Endokrinologen um wirklich alles organische ausschließen zu lassen. (Naja gut, ein MRT und EEG hatte ich bis heute nicht, das will hier irgendwie keiner Überweisen...) Die Befunde waren negativ und so berieten wir uns, was als nächstes zu tun sei. Ich bekam nun erneut Sertralin. Diesmal reagierte ich aber noch heftiger und negativer als das Mal zuvor darauf, und so wurde es wieder abgesetzt. Ich telefonierte sämtliche Psychologen und Psychiater und auch Neurologen in meiner Umgebung ab. Vergebens.

"Aber wo soll ich denn hin? Wo soll man denn hin wenn man eine akute, Lebenseinschränke Panikstörung hat?"
"Bitte wenden Sie sich in dringenden Notfällen an den kassenärztlichen Notdienst"


Meine Hausärztin erkämpfte mir dann für den 8. Mai diesen Jahres einen Termin in der psychiatrischen instituts-Ambulanz. Ich wurde aber bereits darüber informiert, dass man dort nicht mit Medikamenten arbeitet und auch keine Psychotherapie anbietet, es wird lediglich über Möglichkeiten geredet. Ich bin also in einer Sackgasse, da es keine Möglichkeiten gibt.
Das Ganze ist nun so schlimm geworden, dass ich, um nicht JEDESMAL einen Notwagen rufen zu müssen, über Umwege Benzodiazepine bekomme (Tafil). Diese sind mit Vorsicht zu genießen und ich nehme sie nur in absoluten Notfällen. Ich bin extrem froh, dass ich sie habe allerdings ist dies natürlich keine Dauerlösung.
Aus meiner Verzweiflung heraus und weil die Psychiater hier im Durchschnitt 3 Jahre Wartelisten haben und oft schon der AB rangeht und sagt "Wir nehmen zZ. keine Patienten mehr auf" habe ich nun für Montag einen Termin bei einem Heilpraktiker...da ich bereits mal Erfahrung mit einer Dame aus dem Bereich hatte und diese extrem negativ war, bin ich natürlich grundskeptisch eingestellt aber weiß einfach langsam nicht mehr, was ich machen soll.
Ich habe keinerlei Lebensqualität mehr, liege zum Großteil im Bett da schon die kleinste körperliche Anstrengung von meinem Körper oder eben der Psyche als Lebensgefahr bewertet wird. Täglich kämpfe ich in einem dauerhaft erregten, angespannten Zustand mit mir. Mir egal, ob ihr das jetzt weinerlich findet aber ich quäle mich täglich, simpelste Aufgaben zu erledigen. (Duschen, Toilette, meine Tiere füttern, mehr schaffe ich nicht) Mein Körper reagiert auf alles, als wäre ich gerade einen Marathon gelaufen (Herzballern, angestrengtes Atmen, Restleg Leg Syndrom, Zittern, flaues extrem unangenehmes Gefühl in Magen und Brust, Schwächeanfälle, starker Gewichtsverlust, Haarausfall, Überempfindlichkeit gegen einfach Alles)
Ich sehe kein Licht am Ende des Tunnels und fühle mich von den Ärzten komplett im Stich gelassen. Ich höre und lese immer wieder, dass Leute in akuten Situationen zB. Benzos verschrieben bekommen(die ja auch nachweislich extrem gut helfen). Hier sieht das kein Arzt für nötig, will einen lieber mit Antidepressiva (die im übrigen voller Nebenwirkungen sind und langzeit Organschäden verursachen) vollpumpen. Benzos sind (warum auch immer?) ein absolutes Tabu und komplett verteufelt, weil irgendwie jeder Arzt davon ausgeht dass man diese definitiv missbraucht. Daher muss ich sie momentan leider mehr oder weniger auf illegalem Wege bekommen. (Es sollte meiner Meinung nach gar nicht erst so weit kommen, oder stehe ich mit der Meinung alleine da?)

Nunja, das ist bis zum heutigen Tage mein Alltag seit Dez. 2016 und ich könnte einfach nur noch Ko*zen.

11.04.2018 17:54 • 13.04.2018 x 3 #1


10 Antworten ↓


Das klingt jetzt wirklich vollkommen verrückt, aber wenn dir niemand helfen kann, dann musst du das selbst tun. Ja es ist unmöglich aber es ist möglich.

Gehe jeden Tag einen Meter vor die Tür, die nächste Woche zwei Meter. Wenn du nur eine Sache gleichzeitig erledigen kannst, dann stehe mehrmals auf und erledige nur eine Sache. Oder wenn es gar nicht geht dann erledige eine Sache pro Woche. So hast du am Ende der drei Jahre ein schönes Sümmchen an Erfolgen. Du kannst auch extra Panikattacken hervorrufen. Mach das mal. Desensibilisiere dich mal. Übrigens helfen auch YouTube Meditationen kurzzeitig sehr gut.

Ich weiß wie empört man immer ist, wenn man Sofas hört. Aber willst du wirklich die besten Jahre deines Lebens mit diesem Schmu vergeuden?

11.04.2018 18:06 • #2



Benzos oder Antidepressiva - was spricht dagegen?

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la2la2
Zitat von RabbiT:
Seit Dez. 2016 leide ich an diagnostizierter Panikstörung, generalisierter Angststörung und Panikattacken.

F-Diagnosen sollte man nur den Stellenwert einer Behauptung geben. Erst wenn durch eine psychische Behandlung eine deutlich Besserung zu merken ist, darf aus der Behauptung eine Diagnose werden.

Zitat von RabbiT:
klopft mein Herz sehr stark, unregelmäßig

Im EKG oder Langzeit EKG bewiesen, oder schlägt es nur subjektiv gefühlt unregelmäßig?

Zitat von RabbiT:
Ein Blutbild wurde nicht gemacht, kein Herzecho und auch keine Untersuchung der Schilddrüse. Ich wurde dann mit den gleichen Beschwerden ohne Medikamente, Hilfe oder Rat nach 3 Tagen entlassen.

Bodenlose Frechheit.....

Zitat von RabbiT:
Gehen Sie nach Hause, ich glaube Sie haben psychische Probleme, kann aber auch ein Eisenmangel sein.

Und wurde mal der Ferritin Wert bestimmt?

Zitat von RabbiT:
Obwohl ich noch nicht komplett medizinisch abgeklärt war, um andere etwaige Erkrankungen auszuschließen (Schilddrüse, EEG, MRT, allg. endokrinologische Befunde, Belastungs EKG) ging man einfach aufgrund meiner Vergangenheit davon aus, dass meine extrem starken körperlichen Symptome Folge eines Traumas sein MÜSSEN und ich mich doch mal zusammenreissen und mich meinen Ängsten stellen sollte.

Deren Meinung endet an der Türschwelle nach der Entlassung.

Zitat von RabbiT:
Noch ein paar mal rief ich den Notwagen, natürlich erfolglos da man mich kurz nachdem ich in der Notaufnahme angeschaut wurde, wieder nach Hause geschickt wurde. Mehrmals drohte man mir auch mit einer Zwangseinweisung. (Ich, das zutiefst missverstandene Wesen)

Dann fahr doch einfach in die Notaufnahme der Nachbarstadt. Denen sagst du natürlich NICHTS darüber, was in dem Saftladen in deiner Stadt passiert ist...... Mit etwas glück nehmen die dich auf und untersuchen dich mal gründlich.


Zitat von RabbiT:
(Herzballern, angestrengtes Atmen, Restleg Leg Syndrom, Zittern, flaues extrem unangenehmes Gefühl in Magen und Brust, Schwächeanfälle, starker Gewichtsverlust, Haarausfall, Überempfindlichkeit gegen einfach Alles)

Bei starkem Gewichtsverlust und Haarausfall sollten Ärzte eigentlich mal hellhörig werden und kritisch hinterfragen, ob das wirklich psychisch bedingt sein kann..... Eisenmangel (wie von einem Arzt erwähnt) wäre sogar eine mögliche Erklärung für ALLE Symptome, die du hast.

Zitat von RabbiT:
Benzos sind (warum auch immer?) ein absolutes Tabu und komplett verteufelt, weil irgendwie jeder Arzt davon ausgeht dass man diese definitiv missbraucht. Daher muss ich sie momentan leider mehr oder weniger auf illegalem Wege bekommen. (Es sollte meiner Meinung nach gar nicht erst so weit kommen, oder stehe ich mit der Meinung alleine da?)

Benzos machen abhängig - das ist das Problem. Manch einer ist nach 1-2 Monaten abhängig, während andere keine "echte" Abhängigkeit entwickeln.


Hat die Hausärztin denn mal Blut abgenommen und ins Labor geschickt?

11.04.2018 18:17 • x 1 #3


Ich habe genau die selben Symtome seid knapp 3 Jahren mal mehr mal weniger:.



" Ich habe keinerlei Lebensqualität mehr, liege zum Großteil im Bett da schon die kleinste körperliche Anstrengung von meinem Körper oder eben der Psyche als Lebensgefahr bewertet wird. Täglich kämpfe ich in einem dauerhaft erregten, angespannten Zustand mit mir. Mir egal, ob ihr das jetzt weinerlich findet aber ich quäle mich täglich, simpelste Aufgaben zu erledigen. (Duschen, Toilette, meine Tiere füttern, mehr schaffe ich nicht) Mein Körper reagiert auf alles, als wäre ich gerade einen Marathon gelaufen (Herzballern, angestrengtes Atmen, Restleg Leg Syndrom, Zittern, flaues extrem unangenehmes Gefühl in Magen und Brust, Schwächeanfälle, starker Gewichtsverlust, Haarausfall, Überempfindlichkeit gegen einfach Alles!"


Dazu kommt noch sobald ich liege oder sitze vibriert alles in mir wie ein beben in der Herzgegend als ob man durchgerüttelt wird ist kaum aus zu halten das man fast weinen muss

Bin froh das ich nicht der einzigste bin habe auch so viel Angst vor Pillen und bin froh wenn ich bald davon weg bin!

Hatte paar Tage Ruhe und bam Herzstolpern und wieder am kämpfen jeden Tag obwohl ich gesund bin hoffe das hat bald ein ende. LG

11.04.2018 18:24 • x 1 #4


@la2la

Nun, dank meiner Hausärztin bekam ich ja (zwar viel zu spät aber was solls) vor kurzem eine endokrinologische Untersuchung (hierbei wurde der Schwerpunkt auf die Nieren gelegt, da viele Hormonstörungen mit akuten Kreislaufprobleme in Verbindung stehen, aber auch die Schilddrüse und andere relevante Werte wie Eisen usw. (leichter Mangel) wurden untersucht) und auch nochmal ein 1-Tages EKG.
Beide Befunde waren negativ, auffällig ist lediglich gewesen, dass ich eben bei kleinsten Anstrengungen sofort einen zu hohen Puls habe. Die Kardiologin sagte dann, sie sieht keinen Grund Betablocker oder andere Medis zu verschreiben die sich auf die Herzfrequenz auswirken da ich auch keine Herzrhythmusstörungen habe (lediglich ein paar extra Schläge, aber das ist ganz normal)
Man riet mir ich solle Sport machen.
Das habe ich dann auch krampfhaft versucht aber wenn man nach 1 Treppe und 200 Meter laufen fast zusammenklappt und einem das Herz fast aus der Brust springt, dann ist es nachvollziehbarerweise ...naja schwer das zu machen.

Das mit, dass ich mich mal in ein benachbartes KH bringen lassen soll, ist hier ansich nicht möglich. Man ruft ja beim Notruf an, die sehen dass ich aus x. komme und schicken immer das naheliegendste KH vorbei. Um selber hinzufahren habe ich zum ersten kein Auto, Taxi kann ich mir in diesem Ausmaß nicht leisten und hm ja.

Bis heute sitz ich im Prinzip da und weiß immer noch nicht wo ich eigentlich stehe, weißt du. Ich weiß, dass ich keine Herzerkrankung habe, keine organische Erkrankung. Lediglich mein Gehirn wurde nie untersucht. Ich weiß, dass bei Panikstörungen und Angsterkrankungen sich Regionen im Hirn verändern (Amygdala), aber wen keiner für mich nachguckt, bleibe ich im Dunkeln..
Das mit dem Haarausfall und der starken Gewichtsabnahme ist laut Hausärztin auf den dauerhaften Stress dem ich ausgeliefert bin zurückzuführen, da die endo Befunde eine organische Ursache ausschließen.

Und das mit dem Herzklopfen ist im EKG unauffällig, aber ich spüre es eben extrem stark und auch wenn jemand anderes zb. seine Hand an meinen Hals legt oder auf meinen Brustkorb spürt er das Herzbeben, es schlägt mir wortwörtlich bis zum Hals. Mein Blutdruck ist aber meist ca. 99/60 -120/70, also völlig normal.

11.04.2018 18:33 • #5


Zitat von Rouven V:
Ich habe genau die selben Symtome seid knapp 3 Jahren mal mehr mal weniger:. " Ich habe keinerlei Lebensqualität mehr, liege zum Großteil im Bett da schon die kleinste körperliche Anstrengung von meinem Körper oder eben der Psyche als Lebensgefahr bewertet wird. Täglich kämpfe ich in einem dauerhaft erregten, angespannten Zustand mit mir. Mir egal, ob ihr das jetzt weinerlich findet aber ich quäle mich täglich, simpelste Aufgaben zu erledigen. (Duschen, Toilette, meine Tiere füttern, mehr schaffe ich nicht) Mein Körper reagiert auf alles, als wäre ich gerade einen ...


Ich weiß nur zu gut. wie es dir geht. Ich habe halt das Pech, dass ich in einem extrem unwirtschaftlichen, sozial minderbemittelten Teil Deutschlands lebe. Ich bin mir sicher, würde ich woanders wohnen wo es kompetente Ärzte gibt die einen nicht als Geldschein betrachten oder ihre Berufswahl völlig verfehlt haben, könnte man mir auch helfen.
Wie sieht es denn bei dir aus? Hast du einen Psychiater oder sowas, oder kommst du auch an keinen Arzt ran?

11.04.2018 18:45 • #6


la2la2
Zitat von RabbiT:
Das mit, dass ich mich mal in ein benachbartes KH bringen lassen soll, ist hier ansich nicht möglich. Man ruft ja beim Notruf an, die sehen dass ich aus x. komme und schicken immer das naheliegendste KH vorbei. Um selber hinzufahren habe ich zum ersten kein Auto, Taxi kann ich mir in diesem Ausmaß nicht leisten und hm ja.

Nicht fahren lassen, sondern selbst hingehen. Es fährt garantiert regelmäßig ein Zug oder Bus im ÖPNV zur nächsten Stadt. Und wenn du so schlapp bist, wie du beschreibst, dann kannst du natürlich "leider" nicht entlassen werden, da du den Weg nach Hause nicht schaffst.....

Zitat von RabbiT:
Eisen usw. (leichter Mangel)

Wurde der Ferritin Wert bestimmt? Wie hoch war der?
Ein leicht erniedrigter Hämoglobinwert kann harmlos aussehen, obwohl im gesamten Körper ein sehr schwerer Eisenmangel vorliegt, der zig Symptome verursachen kann.......
Folsäure und B12 sollte man eigentlich auch bestimmen.... aber naja das Gesundheitssystem lässt grüßen mit den Geizereien an der falschen Stelle.

Zitat von RabbiT:
Ich weiß, dass ich keine Herzerkrankung habe, keine organische Erkrankung. Lediglich mein Gehirn wurde nie untersucht.

Eisenmangel, Hormonstörungen usw. findet man auch nur, wenn man danach sucht. Genauso wie alle anderen möglichen Ursachen.
Zitat von RabbiT:
da die endo Befunde eine organische Ursache ausschließen.

Schwachsinn. Es kann immer nur das ausgeschlossen werden, was untersucht wurde. Sonst kann sie genauso gut das Pendel rausholen und mal pendeln, was die Symptome verursacht.....
Für jedes Symptom gibt es viele verschiedene mögliche Ursachen....

11.04.2018 18:48 • #7


Zitat von la2la2:
Nicht fahren lassen, sondern selbst hingehen. Es fährt garantiert regelmäßig ein Zug oder Bus im ÖPNV zur nächsten Stadt. Und wenn du so schlapp bist, wie du beschreibst, dann kannst du natürlich "leider" nicht entlassen werden, da du den Weg nach Hause nicht schaffst.....


Wurde der Ferritin Wert bestimmt? Wie hoch war der?
Ein leicht erniedrigter Hämoglobinwert kann harmlos aussehen, obwohl im gesamten Körper ein sehr schwerer Eisenmangel vorliegt, der zig Symptome verursachen kann.......
Folsäure und B12 sollte man eigentlich auch bestimmen.... aber naja das Gesundheitssystem lässt grüßen mit den Geizereien an der falschen Stelle.


Eisenmangel, Hormonstörungen usw. findet man auch nur, wenn man danach sucht. Genauso wie alle anderen möglichen Ursachen.

Schwachsinn. Es kann immer nur das ausgeschlossen werden, was untersucht wurde. Sonst kann sie genauso gut das Pendel rausholen und mal pendeln, was die Symptome verursacht.....
Für jedes Symptom gibt es viele verschiedene mögliche Ursachen....


Naja..aus ärztlicher Sicht hier, bin ich komplett untersucht. Weißt du ich kann ja nicht zaubern und muss mich hier mehr oder weniger den Ärzten beugen. Natürlich kann ich mich am liebsten weinend auf den Boden werfen und fragen warum ich immernoch so starke körperliche Beschwerden, täglich, habe wenn ich doch kerngesund sein soll.
Also ich habe was das angeht schon alle Möglichkeiten hier ausgeschöpft. Wenn man nochmal bei den Ärzten klopft, reagieren die komplett gereizt und raten einem sich in die Geschlossene zu begeben. Ferritin sagt mir jetzt gar Nichts aber mir wurde vom Endokrinologen versichert, dass er ein komplettes, erweitertes Blutbild gemacht hat und er alles ausschließen kann. Ich nehme trotzdem seit einiger Zeit täglich Eisen, meine Symptome haben sich nicht gebessert.#
Also ich kann die Ärzte ja zu Nichts zwingen.. die helfen mir oder eben nicht, interessiert hier leider kein Schwein und meine Möglichkeiten sind wegen meiner körp. Verfassung stark eingeschränkt, öffentliche Verkehrsmittel undenkbar da krieg ich nen Herzkasper. Mitm Taxi würde mich die fahrt in den nächsten Ort mit KH an die 80Euro Kosten. Im Endeffekt würde man wieder Nichts finden (ist ja nicht das erste Mal) und mich im schlimmsten Fall wieder in die Burg schicken wo der ganze Mist dann von vorne losgeht..

11.04.2018 18:56 • #8


la2la2
Zitat von RabbiT:
Naja..aus ärztlicher Sicht hier, bin ich komplett untersucht.



Zitat von RabbiT:
Weißt du ich kann ja nicht zaubern und muss mich hier mehr oder weniger den Ärzten beugen. Natürlich kann ich mich am liebsten weinend auf den Boden werfen und fragen warum ich immernoch so starke körperliche Beschwerden, täglich, habe wenn ich doch kerngesund sein soll.

Stichworte: Freie Arztwahl und du hast das Recht frei zu entscheiden, ob Ärzte davon erfahren, was "Kollegen" meinen.

Zitat von RabbiT:
Also ich habe was das angeht schon alle Möglichkeiten hier ausgeschöpft. Wenn man nochmal bei den Ärzten klopft, reagieren die komplett gereizt und raten einem sich in die Geschlossene zu begeben.

Entweder hast du sehr merkwürdige Ärzte oder du verhältst dich sehr auffällig......

Zitat von RabbiT:
Ferritin sagt mir jetzt gar Nichts aber mir wurde vom Endokrinologen versichert, dass er ein komplettes, erweitertes Blutbild gemacht hat und er alles ausschließen kann.

Entweder hat er bewusst Mist erzählt oder er glaubt selbst dran..... beides vollkommen inakzeptabel.

Zitat von RabbiT:
Also ich kann die Ärzte ja zu Nichts zwingen..

Doch, wenn du in ner anderen Stadt in der Notaufnahme mit extrem hohen Blutdruck und Pulswerten hereingetaumelt kommst. Dann heißt es Klappe halten und NICHTS (absolut garnichts) davon sagen, was bislang war. Ich wette in den darauffolgenden Stunden wirst du intensiver untersucht als von allen anderen Ärzten zuvor.
Wenn du dich irgendwie überwinden kannst mit Bus oder Bahn zu fahren, werden die Werte wahrscheinlich so hoch sein, dass du ohne Wartezeit sofort drankommst.

12.04.2018 08:53 • #9


gfrjpn
Zitat von RabbiT:
Meine Hausärztin erkämpfte mir dann für den 8. Mai diesen Jahres einen Termin in der psychiatrischen instituts-Ambulanz. Ich wurde aber bereits darüber informiert, dass man dort nicht mit Medikamenten arbeitet und auch keine Psychotherapie anbietet, es wird lediglich über Möglichkeiten geredet. Ich bin also in einer Sackgasse, da es keine Möglichkeiten gibt.


Also hier bei mir in der Stadt gibt es in einer Klinik auch genau so eine Psychiatrische Institutsambulanz und der Sinn davon ist gerade, dass man ohne Termin einfach hingehen kann, wenn man eine aktuelle Krise hat und nicht weiter weiß, gerade WEIL die Wartezeiten bei ansässigen Therapeuten usw. so unmenschlich lang sind. Bist du sicher, dass das bei dieser Ambulanz in deiner Stadt nicht auch möglich ist? Ich bin dort hin, nicht mal 15 Minuten Wartezeit, hatte ein ewig langes Gespräch mit einem Arzt für Psychiatrie UND Psychotherapie, der mir den nächstmöglichen Platz angeboten hat für eine Therapie in der Klinik. Medikamente kamen gar nicht zur Sprache, erst als ich danach fragte.
Ich weiß nicht, wie die Zustände in Sachen ärztlicher Versorgung bei dir sind, deinen Beschreibungen nach zu urteilen grottenschlecht. Da ich diese Institutsambulanzen eben für Akut-Notfälle kenne, würde ich dort einfach ohne Termin hinfahren (hast du jemanden, der dich fahren könnte?) und wenn du dort in dem Zustand, in dem du schon so lange bist, einfach weggeschickt wirst, dann falle ich vom Glauben ab.

12.04.2018 14:57 • #10


Zitat von gfrjpn:
Also hier bei mir in der Stadt gibt es in einer Klinik auch genau so eine Psychiatrische Institutsambulanz und der Sinn davon ist gerade, dass man ohne Termin einfach hingehen kann, wenn man eine aktuelle Krise hat und nicht weiter weiß, gerade WEIL die Wartezeiten bei ansässigen Therapeuten usw. so unmenschlich lang sind. Bist du sicher, dass das bei dieser Ambulanz in deiner Stadt nicht auch möglich ist? Ich bin dort hin, nicht mal 15 Minuten Wartezeit, hatte ein ewig langes Gespräch mit einem Arzt für Psychiatrie UND Psychotherapie, der mir den nächstmöglichen Platz angeboten hat für eine Therapie in der Klinik. Medikamente kamen gar nicht zur Sprache, erst als ich danach fragte.
Ich weiß nicht, wie die Zustände in Sachen ärztlicher Versorgung bei dir sind, deinen Beschreibungen nach zu urteilen grottenschlecht. Da ich diese Institutsambulanzen eben für Akut-Notfälle kenne, würde ich dort einfach ohne Termin hinfahren (hast du jemanden, der dich fahren könnte?) und wenn du dort in dem Zustand, in dem du schon so lange bist, einfach weggeschickt wirst, dann falle ich vom Glauben ab.


Ich wünschte das wäre hier eine Option, aber ja die psych. Institutsambulanz ist genauso wie auch alle anderen ambulanten/stationären Plätze hier komplett überfordert, vor allem seit der Flüchtlingswelle 2015 geht da gar nichts mehr.
Und ja die med. Versorgung hier ist grottenschlecht. Das weiß auch jeder, der hier länger wohnt oder geboren wurde, aber es ist immer ganz leicht zu sagen "Dann heul nicht rum und zieh um". Obwohl sowas eigentlich immer von Sozios oder Leuten kommt, die davon eben keine Ahnung haben, oder schlichtweg Alöcher sind. Meine Hausärztin hat mir, wiegesagt, für den 8. Mai einen Akuttermin erkämpft, da fahr ich dann mit dem Taxi hin. (Bus und Bahn geht gar nicht, Auto habe ich nicht und auch niemanden der Zeit hätte, mich hinzubringen)

13.04.2018 12:50 • x 1 #11



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Dr. med. Andreas Schöpf