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Hallo,

nehme seit ca. 100 Jahren Citalopram 20mg, seit anderthalb jahren wurde auf 40mg erhöht.

Die Medikamente (und die Hypnosetherapie) haben mir wunderbar geholfen!
Ich bin jetzt 48 Jahre und habe mir zum erstenmal in meinem Leben einen eigenen kleinen Garten gestaltet und bin mächtig stolz darauf. Jedes kleine Pflänzchen hege und pflege ich wie meinen Augapfel! Sowas war mir früher egal, da ich ja eh nur in den 4 Wänden sass.
Meine Lebensgeister sind geweckt und die vielen, vielen Ängste sind auf ein normales Mass reduziert.

Deshalb (und zugegebenermassen auch wegen meinem Gewicht) will ich jetzt langsam reduzieren.
Mein Arzt empfahl mir, anstatt 40 erstmal auf 30 'runterzugehen.
Ich nehme zusâtzlich noch 3 * Täglich 5mg Alprazolam, so dass ich auch eine "Sicherheit im Kopf" habe.

Die erste Woche verlief prima, ohne dass ich etwas spürte, aber jetzt merke ich, dass meine Träume wieder traurig sind, Einsamkeit, verloren, etc.
Und so ein bisschen "Angst vor der Angst" habe ich doch.

Jetzt weiss ich nicht: sind das Entzugserscheinungen oder sind das meine alten Ängste, die mir da 'reinpfuschen?

Wer hat damit Erfahrung?

Liebe Grüsse,
Gauloise

24.05.2011 10:19 • 30.05.2011 #1


14 Antworten ↓


Zitat von Gauloise:
Hallo,

nehme seit ca. 100 Jahren Citalopram 20mg


25.05.2011 12:32 • #2



Ausschleichen von Citalopram

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Die erste Woche verlief prima, ohne dass ich etwas spürte, aber jetzt merke ich, dass meine Träume wieder traurig sind, Einsamkeit, verloren, etc.
Und so ein bisschen "Angst vor der Angst" habe ich doch.

Jetzt weiss ich nicht: sind das Entzugserscheinungen oder sind das meine alten Ängste, die mir da 'reinpfuschen?



Ich hatte mit einem Arzt mal ein längeres Gespräch über Psychopharmaka. Unter anderem war auch das Absetzen ein Thema. Acuh wenn ich dir ein bißchen Angst mache, möchte ich dir folgendes schildern.

Die Medikamente wie auch Citalopram bekämpfen bzw. unterdrücken die Symptome, jedoch beseitigen sie nicht die Ursache der Ängste und Depressionen.
So kann es geschehen, dass bei Absetzen die Probleme wieder zum Vorschein kommen.
Deshalb sollte man die Psychopharmaka am besten nur zur Unterstützung einer Psychotherapie, günstig Verhaltenstherapie, nehmen.

Die Langzeitauswirkungen sind übrigens bei langer Einnahme noch unzureichend erforscht.

25.05.2011 14:09 • #3


Mal am Rande: Hier gibt es ja wirklich massig Threads zu SSRI, gerade Citalopram. Man kann hier also viel lesen und irgendwie wiederholt sich alles 1000 mal.

25.05.2011 14:20 • #4


Strand
Weiss eigentlich jemand, bzw. wie lang nimmt man denn Citalopram im Schnitt? Wenn man das überhaupt so generell sagen kann...wie lang habt ihr es so genommen?
Ich nehme Cita seit Dezember und will es unbedingt wieder absetzen können, weil ich mir gern ein Kind wünsche in nicht allzu ferner Zukunft...

Ich mache VT und das tut auch voll gut. Aber trotzdem hab ich noch grosse Stimmungs- und Angstschwankungen
Mache mir Sorgen dass es garnicht mehr ohne AD geht

Was meint ihr?

LG
Strand

25.05.2011 21:22 • #5


Hallo Strand!!
Ich kann deine Bedenken gut verstehen, aber ich denke ein gutes halbes Jahr bis ein Jahr sollte das citalopram genommen werden, so hat es mein Arzt zumiondest gesagt.
Hast du denn keinen Neurologen? der sollte duir doch auf jedenfall sagen können wie langsam es am besten ausgeschlichen werden soll.
auch du wirst es schaffen ohne medikamente auszukommen denn es ist nur zur Unterstützung und nur Übergangsweise. Du schaffst es auchohne vielleicht läßt du dir einfach noch ein wenig mehr Zeit und setzt dich nicht selber so unter Druck.
Bespreche es mit deinen Ärzten und dann gehe es langsam an, und versuche ganz locker zu bleiben, ich weiß das es nicht einfah ist es auch zu leben , aber dein Weg ist der richtige und du packst das. Ich wünsche dir alles Gute und freue mich über tolle Neuigkeiten.
Lg Zuckerschnecke

25.05.2011 22:31 • #6


Zitat von crazy030:
Mal am Rande: Hier gibt es ja wirklich massig Threads zu SSRI, gerade Citalopram. Man kann hier also viel lesen und irgendwie wiederholt sich alles 1000 mal.


Hallo Crazy,

ja, da hast Du wohl recht!
Ich gab "Citalopram" in der Suchfunktion ein und tatsâchlich erschienen "1000" Beiträge! Und genau da liegt das Problem:
Da sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht!
In welchem Thread finde ich "mein" Problem? Ich kann doch nicht alle Beiträge lesen?
Auch aus den Überschriften ist oft nicht zu erkennen, welche Fragen dort gerade behandelt werden. Zumal in den Threads immer weitere Fragen und Hinweise auftauchen.
Hier zum Beispiel die Frage, wie lang man es einnehmen soll.
Oder der Hinweis, dass Cito nur begleitend eingesetzt wird und nichts an den Ursachen ändert(Danke, batava!).

Vielleicht wäre es sinnvoll, zu immer wiederkehrenden Fragen eine Art "Lexikon" zu machen, eine art Sammlung "häufig gestellte Fragen"?

Viele Grüsse,
Gauloise

26.05.2011 09:00 • #7


Hi,
ich finde gerade wenn es um Medikamente geht, sollte man ausschließlich nur mit dem Arzt sprechen.
Hier kann niemand von uns sagen welches Medikament das bessere ist.
Hier kann niemand sagen wie hoch die optimale Dosis sein soll.
Wie oft, wie lange, Nebenwirkungen, usw. kann niemand von uns hier sagen.

Es gibt aber leider genügend Menschen, die genau diese Erfahrungen auf sich übertragen, und selbstständig mit ihren Medikamenten umgehen, ohne dies mit ihrem Arzt zu klären, Selbstexperimente machen....

Irgendwie verstehe ich es auch nicht...., denn wenn wir für unsere Mandelentzündung Antibiotiker 10 Tage vom Arzt verschrieben bekommen, nehmen wir es ohne jegliche Rückfrage!

26.05.2011 09:22 • #8


Irgendwie verstehe ich es auch nicht...., denn wenn wir für unsere Mandelentzündung Antibiotiker 10 Tage vom Arzt verschrieben bekommen, nehmen wir es ohne jegliche Rückfrage!

Na, ich nicht. Antibiotika zu verschreiben, damit sind Ärzte leider auch sehr schnell.
Es müssen schon eine Entzündung nachgewiesen sein, bevor ich es nehme.
Außerdem greifen Antibiotika nicht dermaßen in das ZNS ein und diese medikmentösen Therapie richtet sich gezielt auf nachgewiesene Bakterien.

26.05.2011 10:06 • #9


Hallo Gauloise,

ja, das hast Du irgendwo recht und natürlich ist jedes Problem individuell, meint der Verfasser zumindest.

Wenn man sich aber hier umsieht, dann ist es schon rein vom Empfinden her so, jeder 10. Thread geht um Citalopram oder andere SSRI, die ja letztlich vom Nebenwirkungsprofil fast alle gleich sind. Und dazu gibt es dann noch gefühlte 1 Milliarde Beiträge im Internet allgemein, in Foren, Blogs, Fachseiten (sanego.de etc.).

Und mal ehrlich, fast immer dreht es sich um die Dosis, Einschleichen, Ausschleichen und wie lange man sie nimmt. Und darum ist es an dem Punkt eben doch so, es wiederholt sich alles ständig, auch hier. Und darum ist es dann im Endeffekt eben doch nicht mehr so individuell.

Aber jeder Verfasser möchte eben aus seinem Problem ein neues machen, weil er meint, es könnten andere Antworten kommen, was aber nicht so ist. Zu jedem Medikament gibt es im Internet auf alle erdenklichen Fragen so viele Antworten, da bräuchte man die nächsten 100 Jahre gar keine neuen Threads mehr dazu. In in besondrem Maße trifft das gerade auf SSRI zu, wie eben Citalopram oder Cipralex.

26.05.2011 10:15 • #10


Strand
Liebe Zuckerschnecke,

Danke für Deine nette Antwort

@alle mir kommts so vor, als ob viele die ADs nehmen, es einfach laaaange weiter nehmen und mir hat noch niemand geschrieben, der es erfolgreich ohne Rückfälle abgesetzt hat. Also AD-frei ist. Das macht mir Sorge. Oder sind die alle nicht mehr om Forum?!

Lg
Strand

27.05.2011 09:47 • #11


Hallo Strand

Ich habe in der Vergangenheit Citalopram zwei mal nach
etwa einem Jahr abgesetzt, nach dem es mir subjektiv
wieder besser ging.
Beides mal hat sich das als Fehler herausgestellt und es
kam zu einem "Rückfall".

Ich fürchte nun auch, dieses Medikament wird mich noch
sehr lange Zeit begleiten müssen.

Viele Grüsse, Der Beobachter

27.05.2011 11:33 • #12


Hallo Crazy,

es stimmt: ich hatte irgendwo gehofft, dass mir jemand doch eine individuelle Antwort für genau MEIN Problem geben könnte.
Und wenn ich ehrlich bin: dieser Gedanke ist wahrscheinlicjh aus dem Bedürfnis heraus geboren, mich "auskot...en zu können.
Ja, wahrscheinlich ist es nur der Wunsch nach Zuwendung.

Und Söckchen:
Auch Du hast recht: der erste Ansprechpartner muss der Arzt sein!
Er kennt sich am besten aus und man ist ja schliesslich nicht sein einziger Patient, der dieses oder jenes Mittel einnimmt.
Der Arzt hat 1000e von Patienten und für jeden muss er das "passende" Medikament finden.

Ich hatte mal ein Antidepressivum nicht vertragen, das mir mein Hausarzt verschrieben hatte und musste den Sonntagsdienst rufen.
Andere vertragen es ohne Probleme und es wirkt wunderbar bei ihnen.
Aber wenn ich jetz hier schreiben würde:"Medikament X hat mir heftigste Herzschmerzen und atemnot bereitet", dann würden einige sicherlich vor diesem Medikament zurückschrecken, auch wenn es ihr arzt ihnen anraten würde!
Internetaustausch KANN auch schaden!

Danke Euch allen für's Augenöffnen!
Liebe Grüsse,
Gauloise

27.05.2011 12:40 • #13


Christina
Schau mal da... Im Zweifel kannst du Michael sicher auch anschreiben.

Liebe Grüße
Christina

27.05.2011 13:18 • #14


Danke Dir, hab' ich gemacht!

Ciao,
Gauloise

30.05.2011 13:30 • #15



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Dr. med. Andreas Schöpf