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Hallo liebe Foris!

Ich hab mal eine ganz aktuelle Frage zu Antidepressiva und Gewichtszunahme....
Ich nehme jetzt seit Juli folgende Medikamente:

- 200 mg Seroquel (reduziert von 500)
- 90 mg Cymbalta (SSRI)
- 125 mg Trimipramin (trizyklisches AD, vor 1 Woche reduziert von 150)
- 600 mg Carbamazepin


Das Trimipramin habe ich reduziert wegen einer Gewichtszunahme von 13 kg mittlerweile....ich war immer ein schlanker Typ, der eigentlich essen konnte, was er wollte. Daher schockt mich das total. Zudem hängt das sehr eng mit meinem Selbstgefühl zusammen, sodaß ich nur noch am Weinen bin. Passe nur noch in 1 Hose, und da platzen die Knöpfe ab....Ich trainiere 4 mal die Woche, und auch da zeigt sich, daß ich das Gewicht (70 kg statt 75.......) nicht mehr stemmen kann. Ich werde immer phlegmatischer und verzweifelter, liege immer mehr im Bett. Versuche, Diät mit Früchten zu halten, endeten in Unterzucker und Weinkrämpfen sowie Panikattacken....auch das kenne ich nicht;früher konnte ich auch zur Note tagelang nichts essen ohne Probleme zu bekommen.

Seit ich das Triminpramin jetzt reduziert habe, kommen die DRs und DP wieder zurück, ich muss es jetzt wieder erhöhen, sonst werde ich komplett suizidal. So ist das kein Leben mehr.

Kennt einer von Euch vielleicht ein AD, das gegen Ängste hilft und NICHT dick macht? So kann es nicht weitergehen.... !


Tausend Dank!


daheim

22.01.2010 12:33 • 28.01.2010 #1


9 Antworten ↓


Christina
Zitat von daheim:
Ich nehme jetzt seit Juli folgende Medikamente:

- 200 mg Seroquel (reduziert von 500)
- 90 mg Cymbalta (SSRI)
- 125 mg Trimipramin (trizyklisches AD, vor 1 Woche reduziert von 150)
- 600 mg Carbamazepin
Meine Güte, ist diese Sammlung wirklich nötig? Eigentlich sollte ein AD ausreichen, warum bekommst du Cymbalta und Trimipramin? Bei der Gewichtszunahme kann außerdem Seroquel eine Rolle spielen. Bekommst du Carbamazepin als Phasenprophylaxe oder gegen Epilepsie? Ich kann dir nur empfehlen, mit deinem Arzt zu besprechen, ob und wie man die Anzahl der Medikamente reduzieren kann. Trimipramin ist ja als altes AD nicht unbedingt das erste, was einem bei Angststörungen einfällt. Cymbalta ist wie Venlafaxin (Trevilor) ein SNRI und sollte eigentlich als einziges AD ausreichen. Mir wurde bei der Entscheidung zwischen Cymbalta und Trevilor erklärt, dass Trevilor eine bessere Wirkung gegen Ängste hätte. Und: Trevilor gilt (als das einzige AD?) als gewichtsneutral. Das kann ich bestätigen, aber auch da gibt es mindestens mal Ausnahmen. Vielleicht könnte man statt Cymbalta + Trimipramin nur Trevilor nehmen, das aber ggf. höher dosiert. Und auch wegen Seroquel mal überlegen, inwieweit das für die Zunahme verantwortlich ist und ob man es ggf. weglassen oder ersetzen könnte.

Liebe Grüße
Christina

22.01.2010 13:17 • #2



ADs ohne Gewichtszunahme?

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Hallo und danke für Deine Antwort!

Ich hab mich jetzt auf die Warteliste für die Klinik setzen lassen, weil ich einen Nervenzusammenbruch nach dem anderen habe durch die 25 mg weniger Trimipramin.....bin übers WE auch nicht da und kann ab 14:00 nicht mehr ins Netz....Tja, und der Grund für das Seroquel sind Zwangsgedanken und Gedankenkreisen, das ich nicht steuern kann, für das Carbamazepin die Phasenprophylaxe, für das Cymbalta die Depressionsschübe und für das Trimipramin die Tatsache, daß bei mir 2 Monate versucht wurde, nur mit einem AD auszukommen, ich aber dann nur am Weinen bin und total suizidal.
Das Ganze begann nach einem Tavorentzug im Februar 2009..... hatte drei Jahre lang täglich 0,5 mg Tavor genommen wegen Angstzuständen und Panik.


daheim

22.01.2010 13:27 • #3


Christina
Zitat von daheim:
Ich hab mich jetzt auf die Warteliste für die Klinik setzen lassen, weil ich einen Nervenzusammenbruch nach dem anderen habe durch die 25 mg weniger Trimipramin.....bin übers WE auch nicht da und kann ab 14:00 nicht mehr ins Netz....
Ich drück' dir die Daumen, dass es mit der Klinik schnell geht. Hier im Forum ist übers Wochenende wohl eh nichts los wegen Serverumzug...

Zitat von daheim:
Tja, und der Grund für das Seroquel sind Zwangsgedanken und Gedankenkreisen, das ich nicht steuern kann, für das Carbamazepin die Phasenprophylaxe, für das Cymbalta die Depressionsschübe und für das Trimipramin die Tatsache, daß bei mir 2 Monate versucht wurde, nur mit einem AD auszukommen, ich aber dann nur am Weinen bin und total suizidal.
Bei Zwangsgedanken dürfte Seroquel wirklich angebracht sein, vielleicht auch bei Depersonalisations- und Derealisationssymptomen. Nun sind zwei Monate des Rumprobierens noch nicht irre lang, ich bezweifle, dass da wirklich das Spektrum der Möglichkeiten ausgeschöpft sein kann. Vielleicht kann man das ja stationär machen, wo man schneller aufdosieren und so mehr "ausprobieren" kann. Wurde (das sauteure) Trevilor überhaupt versucht? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, denn allein zum Aufdosieren hätte man mindestens drei Wochen gebraucht und das wäre - um die Dosis auszureizen - extrem schnell gewesen. Mit deinen Symptomen und immer wiederkehrender Suizidalität wärst du eigentlich jemand für einen Versuch mit Lithium. Aber da steht "Gewichtszunahme" ziemlich weit vorn in den Nebenwirkungen. Andererseits habe ich mal einen Patienten erlebt, bei dem die Umstellung auf Lithium einer Wunderheilung gleichkam.

Zitat von daheim:
Das Ganze begann nach einem Tavorentzug im Februar 2009..... hatte drei Jahre lang täglich 0,5 mg Tavor genommen wegen Angstzuständen und Panik.
Wenn man bedenkt, wie wenig organschädigend Benzodiazepine sind, scheint eine Niedrigdosisabhängigkeit fast schon das kleinere Übel zu sein... Aber da käme es im Laufe der Zeit zu Persönlichkeitsveränderungen und Depressionen. Ist die Wahl zwischen Not und Elend...

Liebe Grüße
Christina

22.01.2010 13:57 • #4


Die Attacken, die ich habe (zum ersten Mal beim Tavorentzug), sind wie extrem starke "Momentdepressionen". Das bahnt sich an mit Unruhe, Horrorgedanken, Todesangst, Verzweiflung, absoluter Leere, bis hin zu Weinkrämpfen, Kreislaufschwäche, totaler Panik, Horrortrips; quasi eine innere Zerstörung. Nach 5 Minuten bis 1/2 h ebbt das dann ab und weicht einer totalen Erschöpfung, bis es sich wieder aufbaut. Abends, so ab 17 Uhr ist dann Ruhe.

Kennst Du sowas vielleicht? Ich bin schon lange in Behandlung und weder mein Arzt (Chfarzt einer Klinik), noch die Ärzte im Krankenhaus (größte Psychiatrie Europas) haben sowas schon mal gesehen.

Bin am Ende.

daheim

22.01.2010 14:05 • #5


Also ich möchte dir keine angst machen, aber was ist das für ein arzt, wo dich mit so viel verschiedenen medikamenten zudröhnt??

Also da kann es einem auch nicht mehr gut gehen, ich bin geschockt!

Vorallem sind alle überdosiert, als der standart erlaubt??

Sorry aber bitte wende dich an einen anderen arzt, das kanns ja wohl nicht sein!

Alles gute dir kata

22.01.2010 20:35 • #6


Christina
Zitat von Marsupilami:
Also ich möchte dir keine angst machen, aber was ist das für ein arzt, wo dich mit so viel verschiedenen medikamenten zudröhnt??
Sie hat doch geschrieben, welches Medikament wofür bzw. wogegen gedacht ist. Für eine psychiatrische Medikation ist das jetzt nicht so ungewöhnlich. Ich wundere mich nur darüber, dass anscheinend 25 mg Trimipramin mehr oder weniger solche Effekte haben.

Zitat von Marsupilami:
Vorallem sind alle überdosiert, als der standart erlaubt??
Da vertust du dich wohl gerade, die sind im Rahmen des Üblichen.

Liebe Grüße
Christina

22.01.2010 21:10 • #7


Okay dann hab ich vielleicht ein bisschen überreagiert.... bin halt erschrocken... weil meine ärztin mir auch dauernd lyrica andrehen will zu meinen paroxetin und ich halt mich wehre 3 pillen am tag zu schlucken ^^

lyrica muss man ja morgends und abends nehmen soviel ich gelesen habe... ich finde das trotzdem hart.

ich persönlich kann mir nicht vorstellen gesund zu werden wenn man so zugedröhnt wird... echt sorry...

Einfach nur meine meinung

22.01.2010 22:07 • #8


Christina
Die Attacken, die ich habe (zum ersten Mal beim Tavorentzug), sind wie extrem starke "Momentdepressionen". Das bahnt sich an mit Unruhe, Horrorgedanken, Todesangst, Verzweiflung, absoluter Leere, bis hin zu Weinkrämpfen, Kreislaufschwäche, totaler Panik, Horrortrips; quasi eine innere Zerstörung. Nach 5 Minuten bis 1/2 h ebbt das dann ab und weicht einer totalen Erschöpfung, bis es sich wieder aufbaut. Abends, so ab 17 Uhr ist dann Ruhe.

Kennst Du sowas vielleicht? Ich bin schon lange in Behandlung und weder mein Arzt (Chfarzt einer Klinik), noch die Ärzte im Krankenhaus (größte Psychiatrie Europas) haben sowas schon mal gesehen.Ich kenne sowas ansatzweise. Wenn ich heute Angst bekomme, ist es nicht mehr so wie früher mal Angst, sondern auch eher eine "Momentdepression" mit starken Sinnlosigkeitsgefühlen, die mir dann wiederum Angst machen, zumal ich autoaggressive Zwangsgedanken habe (eigentlich eher hatte, aber die werden dann heftig aktiviert). Aber ich glaube, da spielst du wirklich in einer anderen Liga.

Was mir aufgefallen ist: Tageszeitlich abhängige Beschwerden wie deine sind v.a. für Depressionen typisch, aber auch für hormonelle Störungen - nicht nur der Sexualhormone übrigens. Und in deinem Vorstellungsthread habe ich gelesen, dass du die Pille nimmst, weil irgendwie dein Hormonhaushalt mit da rein spielt. Der Sache würde ich an deiner Stelle nochmal genauer nachgehen, vielleicht ist anlässlich des Tavor-Entzugs etwas aus dem Gleichgewicht geraten. Wenn deine Behandler sowas noch nie gesehen haben, liegt es vielleicht daran, dass es nur zum Teil ein psychiatrisches Problem ist. Wer Läuse hat, kann eben auch Flöhe haben. Um zu meinem "Lieblingsthema" zu kommen, weil ich da selbst betroffen bin: Ist deine Schilddrüse gecheckt worden (Blutwerte, Antikörper, Ultraschall)? Ist definitiv und zweifelsfrei alles in Ordnung oder - falls nicht - sind alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft (hier findest du Infos dazu). Ist dein Hormonstatus zu verschiedenen Tageszeiten und zyklusabhängig eingehend untersucht worden? Im Zweifelsfall schau in diese Liste mit von Patienten empfohlenen Ärzten und such dir dort vielleicht einen Endokrinologen raus. Alle deine Symptome können theoretisch auch hormonell bedingt sein, soll heißen, wenn die Hormone das schon allein bewirken können, dann können sie eine parallel existierende psychische Problematik auch gewaltig verstärken. Außerdem bekommt man die ja nicht in den Griff, wenn eventuelle hormonelle Störungen nicht behandelt werden.

Liebe Grüße
Christina

24.01.2010 20:51 • #9


Hallo!

Vielen, vielen Dank für Eure Mühe, mir zu helfen!
Ich weiß selbst, daß das sehr viele Medikamente sind, aber sie sind momentan meine Lebensversicherung, auch wenn ich ein sehr tougher Mensch bin. Eigentlich kann ich fast alles an Gefühlen akzeptieren, egal wie unangenehm, bloß suizidal bin ich nicht so gerne .
Sobald es mir besser geht, so wie jetzt zum Beispiel, versuche ich ja, möglichst nachhaltig etwas zu ändern.
Das mit den hormonellen Problemen scheint übrigens wirklich eine große Rolle zu spielen, weil ich jetzt mal wieder meine Tage habe und justament (so wie immer!) genau 4 Tage vorher ein Riesenzusammenbruch kommt.....
Alle Hormone und Schilddrüse sind übrigens schon kontrolliert worden und es ist nichts dabei herausgekommen....


LG,


daheim

28.01.2010 15:01 • #10



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