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81

S

Selphi
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Hallo und guten Abend,

Ich suche Hilfe und Austausch, denn ich bin alleine.

Mein Mann hat sich am Mittwoch nach 23 Jahren von mir getrennt.

Die Ehe lief schon länger nicht mehr so gut. Ich habe schon lange Depressionen, und mit der Zeit wurden diese wieder schlimmer. Nicht bis zur völligen Aufgabe. Aber meinen Mann konnte ich nicht mehr das geben was er gebraucht hat.

Aus trotzdem heiterem Himmel ist er am Mittwoch gegangen.

Mein Herz ist gebrochen. Ich fühle mich schrecklich alleine. Unglaubliche zukunftsängste. Und für mich das allerschlimmste, wir haben zwei Kinder. 13 und 8 Jahre.

Ich habe so große Angst die beiden zu verlieren, dass sie lieber bei ihrem Vater wohnen möchten oder ich nicht gut genug für sie bin.

Vielleicht kennt jemand diese Ängste.

Viele Grüße
Selphi

09.06.2025 #1


73 Antworten ↓
C

Cbrastreifen
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Zitat von Selphi:
oh man. Jeder Mensch hat wirklich irgendwann mal in seinem Leben arg zu kämpfen.

Ja.

Zitat von Selphi:
Kannst du denn jetzt von dir sagen, dass du glücklich bist?

Das ist extrem ambivalent, auch was meine Beziehung angeht.
Also, erstens, war ich mit Anfang 20 von einer schweren Angststörung gepeinigt, die Jahre dauerte und mein Leben dramatisch verändert hat. Anfang 40 hatte ich das Gefühl, was immer im Leben noch kommt, es hat sich gelohnt, dieses Leben.
Mit Mitte 50 stellte sich ein gewisser Überdruss ein, ich mochte das Leben noch immer, aber wollte nicht mehr jede neue Schleife mitdrehen. Ohne drepressiv zu sein.
Vor 9 Monaten kam ich unerwartet, wie waren vorher sehr gute Freunde, mit meiner jetzigen Freundin zusammen und diese Beziehung ist sehr intensiv, weil meine Freundin sehr intensiv ist.
Zudem bin ich ein spiritueller Mensch, mein Wunsch ist es, mein Ego/Ich abzubauen (ich nenne es mal, etwas unpassend so), da ist ein guter Weg, sich dem Leben zu ergeben, in meiner neuen Beziehung sind so viele Komponenten enthalten, die mir (meinem Ich) überhaupt nicht bekommen oder zumindest sehr herausfordernd sind, also spirituell gesehen alles bestens, aber wie jede(r) hier, ist mein mir bewusstes Ich natürlich auch ein Bündel an Wellnessansprüchen, die werden mal übererfüllt, dann geht es wieder ins eiskalte Tauchbecken ... tja, sag Du mir, ob ich glücklich bin.

Diese Mischung, weniger zu erwarten, gepaart mit einer wachsenden Unerschrockenheit, schwingt immer mit, ich habe Momente größten Glücks erlebt, ich nehme das jetzt einfach als karmiische Fügung, mit dem Bewusstsein, dass hier sowieso kein Ort dauerhaften Glücks ist, so ungefähr ist die Gesamtrechnung.

Zitat von Selphi:
Ich bin ein Mensch der eine bezugsperson in seinem Leben braucht.

Ich auch und meine Freundin auch. Wir erleben uns beide als halbierte Kugelmenschen, ansonsten lassen wir einander sehr viele Freiheiten.

Zitat von Selphi:
Aber ich könnte mich so nie wieder einem Mann öffnen. Ich vermisse ihn. Und ich glaube, dass ich dieses Gefühl der Geborgenheit und Liebe und Stabilität nie wieder haben werde.

Es ist normal so zu empfinden. Wenn Du an der Variante nicht eisern festhältst, wirst Du erleben, dass es doch geht. Manchmal hat man aber die Neigung es sich selbst schwer zu machen, diese Gedanken hatte ich bei einer frühen Beziehung auch schon mal, dass ich ohne sie nie wieder richtig glücklich werden könnte.
Es ging dann doch.

01.06.2025 11:26 • x 2 #58


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Trennung nach 23 Jahren

x 3


C

Cbrastreifen
Mitglied

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Mitglied seit:
Zitat von Selphi:
Wie bist du damit umgegangen?

Ich war in der Situation, in der Dein Mann ist. Auf der Arbeit verliebt, aber es war einseitig, ich habe niemandem davon erzählt, ihr auch nichts. Meine damalige Freundin hat es dennoch gemerkt und die Beziehung beendet. Die Frau, in die ich mich verliebt hatte, ist dann in ein anderes Bundesland gezogen, ich blieb ohne Beziehung und mit Liebesschmerz zurück.

Ich habe dann erst mal weiter gemacht, bei der Arbeit musste ich Teile ihrer Arbeit übernehmen, sie war meine Chefin, der Schmerz war eklig, aber da die Arbeit einigermaßen anstrengend war, half das beim Verdrängen. Irgendwann wurden die Phasen des Dauerschmerzes geringer und nach 13 Monaten war es vorbei.

Das war insgesamt ein emotionales Chaos, was aber seit etwa 5 Jahren der Dauermodus in meinem Leben ist, ich habe mich dran gewöhnt und einfach dem Leben ergeben, wenn man das so sagen kann. Aber das ist eine sehr individuelle Geschichte, ich weiß nicht, ob man so etwas auf andere Menschen übertragen kann.

Was den Trennungsschmerz angeht, so gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, nach 12 Monaten soll der vorbei sein. Ich brauchte 13, das ist noch im Rahmen normaler Schwankungen. Dass man im Alltag funktionieren muss und es auch kann, ist etwas, was einen über Wasser hält, die Normalität, die einem dort abverlangt wird ist psychisch stabilisierend, weil man erlebt, dass es wenigstens auf anderen Gebieten noch geht, wenn man Kinder hat, ist das sicher auch hilfreich.

01.06.2025 09:57 • x 1 #53


Zum Beitrag im Thema ↓


J
Du schaffst das schon. Bei mir waren es zwar nur 11 Jahre aber auch eine lange Zeit.

#2


S
Danke für deine Antwort! Ich weiß das es weitergeht. Aber die Ängste sind so groß. Vorallem der Kinder wegen. Ich werde gerade fast wahnsinnig. Ich muss aber stark bleiben für die Kinder. Meine Tochter, 13 Jahre, schläft heute bei ihrer Tante. Sie hat es hier zu Hause nicht ausgehalten. Sie musste raus aus dem Haus indem der Vater nun nicht mehr ist. Und sie kann mich gerade nicht so traurig sehen. Ich habe so angst, dass sie sich hier nie mehr wohlfühlen wird.

#3


J
Die Kinder werden so oder so groß. Und sie ist in einem Alter in der man ihr das ja verständlich erklären kann…denke das benötigt einfach seine Zeit…
zerbrich dir nicht den Kopf - es geht immer irgendwie weiter…traurig sein ist ja auch erstmal völlig ok…

#4


S
Ja, es wird hoffentlich alles werden 😔

#5


J
@Selphi vielleicht geht es dir auch gut ohne ihn? Kann alles möglich sein, für mich war dass das beste was passieren hätte können denn im Nachhinein war das die letzten 1-2 Jahre nur noch neben einander her leben.

Es gibt einen Spruch den find ich ganz gut- von einer bekannten von mir.

„Das Leben ist immer für dich- auch wenn du es im ersten Moment noch nicht siehst“

x 4 #6


S
Du hast so recht. Dieser Anfang ist einfach nur so verdammt schwer. Ich bin auch nicht mehr die jüngste, 47 Jahre. Ich glaube, so richtig werde ich nicht mehr zu mir finden.

#7


DieSonne
Ich und mein Noch- Ehemann haben uns auch kürzlich (Ende Dezember) getrennt. Haben eine Tochter die sieben Jahre alt ist aus selbigen Gründen wie @Junika2906.

Aktuell haben wir uns beide eine neue Wohnung gemietet. Unsere Tochter schläft mal bei ihn, mal bei mir. Immer im Wechsel und ohne Vorschrift.

Natürlich ist sie traurig aber sie fühlt sich bei uns beiden wohl und hat bei uns beiden ein zu Hause. Das vermitteln wir ihr auch.

Du musst aber bitte (auch wenn es richtig frisch ist) vor deinen Kindern stark sein. Wenn du alleine bist darfst du weinen, wütend sein, egal. Aber niemals vor den Kindern. Das überfordert sie. Sie wollen dir helfen aber können es nicht, weil sie eben Kinder sind.

Setzt dich nochmal mit deinem Ex zusammen und klärt, wie ihr euch die Zukunft vorstellt. Wer wohnt bei wem? Wer bleibt im Haus? Wie regelt ihr die Finanzen etc.
Aber auf keinen Fall über die Kinder. Die Große kann mir 13 sicherlich selbst entscheiden, was sie möchte aber mit 8 bezweifle ich das.

x 2 #8


Gaulin
@Selphi hey, deine Situation tut mir furchtbar leid, auch für eure Kinder. Trennungen tun meist verdammt weh, egal wie und was vorher war. Gerade nach so langer Zeit. Deine Ängste kann ich voll verstehen. Ich bin selbst Mutter und hatte eine Trennung vom Kindesvater. Daher verstehe ich dich sehr gut. Was ich dir aber aus meiner Erfahrung sagen kann ist, dass es anders wird als du jetzt denkst. Im Nachhinein betrachtet war es gut so wie es gekommen ist. Zu dieser Zeit wollte ich das nicht sehen, was ja klar ist. Mein Sohn war tatsächlich nach einiger Zeit für 1 Jahr etwa bei seinem Vater. Merkte aber dort, dass es auch nicht "schöner" oder "leichter" ist und wollte dann wieder zu mir. Mittlerweile ist er 20 und immernoch hier bei mir. Ich hatte ein richtiges Tief in dieser Zeit, aber im Nachhinein betrachtet war es auch ganz nützlich. Für mich und für meinen Sohn. Auch die Trennung war nötig, denn ich war in dieser Beziehung verdammt einsam und allein mit jeglicher Situation. Das wäre auf Dauer echt nicht gut gegangen. Für niemanden...

x 4 #9


Gaulin
Zitat von DieSonne:
Du musst aber bitte (auch wenn es richtig frisch ist) vor deinen Kindern stark sein. Wenn du alleine bist darfst du weinen, wütend sein, egal. Aber niemals vor den Kindern. Das überfordert sie. Sie wollen dir helfen aber können es nicht, weil sie eben Kinder sind.

Meine Therapeutin riet mir, auch meinem Kind gegenüber Gefühle zuzulassen und zu zeigen, aber mit einem gesunden Umgang damit. Also weinen und traurig sein darf ruhig sein, aber es muss danach auch weitergehen und man kann es dem Kind erklären. Es kommt natürlich auch aufs Alter an.

x 4 #10


Luce1
Zitat von Selphi:
Mein Herz ist gebrochen

Klar. Die ersten Monate sind die Schlimmsten, dann irgendwann kommt die Akzeptanz. Wenn Du bei der Akzeptanz angekommen bist, dann gehts langsam bergauf.

#11


S
@Luce1 bist du wieder richtig glücklich geworden?

#12


Luce1
@Selphi ja klar …

#13


Lina60
Liebe @Selphi dass Du jetzt im Schockzustand bist ( wo Dein Mann so plötzlich verschwand !) ist sehr gut verständlich. Auch wenn Dich die Ehe schon seit längerer Zeit depressiv gemacht hat, ist es noch einmal etwas anderes, wenn sie dann tatsächlich zusammen bricht. Also bitte habe Verständnis für Deine jetzigen Gefühle und Ängste.

Du solltest versuchen Dir und Deinen Kindern Zeit geben, um sich in die neue Situation anzugewöhnen. Bei meiner Trennung nach fast 40 Jahre leider meist schlechter Ehe, brauchte ich auch Zeit und Psychotherapie ( nebst Beruhigungsmitteln) um das Ganze zu überstehen. Versuch Dir und Deinen Kindern Gutes zu tun. Anfangs wird das Überwindung kosten, doch mit der Zeit fällt es immer leichter.

Ich finde es recht unverantwortlich von Deinem Mann einfach so zu gehen. Offenbar ist er sich nicht bewusst, was er in Dir und seinen Kindern ausgelöst hat ! Kenne mich ja nicht gut mit Gesetzen aus, doch hat er nicht die Pflicht, mit Euch zusammen zu sitzen, damit Ihr gemeinsame (Übergangs)Lösungen finden könnt ?

Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute. Wirst sehen, es kommen wieder bessere Zeiten !

x 1 #14


Luce1
Ich kann mich da @Lina60 nur anschließen. Hab Dir auch eine PN gesandt.

x 1 #15


J
Zitat von Lina60:
doch hat er nicht die Pflicht, mit Euch zusammen zu sitzen, damit Ihr gemeinsame (Übergangs)Lösungen finden könnt ?

Sowas gibt’s nicht. Es gibt Anspruch auf Trennungs Unterhalt- 1 Jahr lang, aber das sollte man schleunigst über einen Anwalt machen wenn man nicht mehr miteinander reden kann. Und dann gibt es die Möglichkeit auf Ehegatten Unterhalt nachehelich. Ebenso über den Anwalt.
Bei 23 Ehejahren(?) geht man da finanziell auf jeden Fall nicht vor die Hunde… je nach dem was der Mann verdient.. Ich habe 1 Jahr 1600Euro bekommen. Und war nur 10 Jahre verheiratet.

Wenn das Trennungsjahr vorbei ist- dann kannst dich auch erst scheiden lassen

x 2 #16


J
Ich rate auch übrigens jeder Frau da nicht „guten Willen“ zu zeigen- sondern darauf zu bestehen. Immerhin ist es ja auch meist so gewesen das Frau sich um alles gekümmert hat- ihren beruflichen Weg schleifen hat lassen- um alles zu managen. Das hat nichts mit „eins auswischen“ zu tun… das ist nur gerecht.

Ich habe zb in der Zeit aufgrund der Steuerklasse nur Teilzeit 30 Stunden gearbeitet - Man(n) konnte sich darauf verlassen das alles immer erledigt ist.

Keine Selbstverständlichkeit- bezahl mal ne Haushälterin zwinkern jemand der alles plant, dir Klamotten besorgt wenns Mann von der Zeit nicht reicht, ne private Büroangestellte usw.
Und wenn dann auch noch Kinder da sind, eine Kinderfrau… das würde ins uferlose gehen…

x 2 #17

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Islandfan
Keine Frau sollte in Steuerklasse 5 gehen. Mir war es immer wichtig, dass wir beide in 4 waren, das hat mir viel an Ärger nach der Trennung erspart.
Ebenso IMMER getrennte Konten. Ich würde sogar auf einen Ehevertrag bei der Hochzeit bestehen.

x 1 #18


J
Nachehelich ist nochmal so ne Sache wenn sich jemand wirklich gar nicht selber verhalten kann - ist das Sch… und wäre wünschenswert wenn da finanzielle Stütze da ist. Ich hab darauf verzichtet bzw. das gar nicht erst zu Sprache gebracht. Ich kann arbeiten.

Aber das eine Jahr Trennungsunterhalt hab ich mit genommen und das war auch gut so und für meinen Ex Mann keine Debatte

#19


J
@Islandfan naja es kommt drauf an -wenn du nicht mal annähernd auf den Bruttoverdienst des Mannes kommst macht 3/5 schon Sinn. Wenn Frau im Jahr 38.000 verdient und der Mann das doppelte ist es sinniger sich etwas zurück zu nehmen n gut bezahlten Teilzeit Job zu machen.

Ich hätte damals in Vollzeit n Witz raus bekommen- daher bin ich bei Teilzeit geblieben.

x 1 #20


A


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