Ich finde das Wort "Emophilie" nicht im Duden, sonderbar. Und es gibt ja genug Menschen, die Probleme mit Sex-, Romantik- oder Beziehungssucht haben. Von daher könnten Sie sich auch in dem Umfeld um "Stimmen" bemühen, bei Selbsthilfegruppen. - - - Ich würde mich selbst nicht zu diesen Süchtigen zählen, wenngleich ich extrem sehnsüchtig bin. Ich habe mich immerhin schon 28 Mal verliebt, etwa ein Mal pro Lebensjahr fast, gemessen ab dem "Anfang", dem 12. Lebensjahr. Habe sogar mal ein kleines Buch darüber geschrieben, also mir alle meine Verliebtheiten "notiert", das waren sehr schnell über 150 Seiten. Ich erinnere mich an alles, was diese Frauen anbelangt, wie mein Gefühl war, warum und wie ich mich verliebte. Acht, neun Mal fallen davon schon auf die Schulzeit. "Stärke" und "Versessenheit" des Gefühls sind oft sehr unterschiedlich. Es ist auch nicht immer gleich in Bezug auf die Heftigkeit des ero. Begehrens. Ich glaube, ich bin ein ziemlich frustrierter, verträumter und unsicherer Typ. Daher "beeindrucken" mich schöne Frauen sehr leicht und ich bin empfänglich für Romantik. Ich weine auch häufiger bei herzergreifenden Filmszenen. Ich träume "oft" von der perfekten Partnerin, von einer, die mich genau so "liebt", wie ich es ersehne. Und ich habe interessante "Ausschlusskriterien". Ich habe mich noch nie in eine Raucherin verliebt. Doch, eine Ausnahme, das war allerdings "nur" eine Gelegenheitsraucherin. Nie in eine, die nicht empathisch und sensibel "rüberkommt". Noch nie in eine mit unschöner Handschrift. Noch nie in eine, die "großtönend" oder selbstverliebt wirkt. Nie in eine, die nicht wenigstens ein bisschen das Hadern, Zweifeln und Unsicher-Sein kennt. Auch in Frauen mit strenger Frisur, strengem Blick und sachlich aussehendem Rundhals-T-Shirt verliebe ich mich eher nicht. Dazu fällt mir ein, dass mich an der Politikerin Frau Baerbock ihre fast immer unifarbene, schmucklose Kleidung abstößt, weil ich damit eine Reduktion und Zurückweisung von Weiblichkeit und Körperlichkeit assoziiere. Ich suche meist Partnerinnen, die ähnlich romantisch und sehnsüchtig sind wie ich. Auch das geht bei mir "automatisch", ohne rationale Überlegung, ich überlege niemals, schon gar nicht Vor- und Nachteile abwägend, wenn ich mich auf jemanden "stürze". Eigentlich ist das Sich-Verlieben so ein "Stürzen". Man hat die Mauern in einem selbst satt, möchte sie herunterreißen und jemandem sein wahres Ich zeigen. Mit allem Verlangen, der Bedürftigkeit, der Hingabe, der Kontaktlust, die in mir ist. Das ist m.E. der "Sinn" des Verliebtseins. Darüber könnte man einiges schreiben ... Und solange ich das "Mauern-Absenken" nicht in mein Leben integriert habe, werde ich mich auch weiterhin vergleichsweise oft verlieben, vergucken, verknallen. Bei der Vorsilbe "ver-" klingt ja immer ein bisschen mit: Das Sich-Vertun, Verirren, Verlaufen. Nicht dem geraden vorgezeichneten Weg folgen, sondern etwas VER-RÜCKTES zulassen. - - - Entschuldigung für diesen zu langen Beitrag. Es ist ein hochinteressantes Thema ...