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Mein Mann hängt an der DDR

201722.11




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Als ich noch in Berlin lebte, lernte ich zwei ältere Damen über 80 kennen, die im Haus lebten
und es war echt schlimm, wie sie erzählten, daß durch den Mauerbau ihre komplette Familie
auseinandergerissen wurde und daß sie sich nicht oft deswegen sehen konnten. Die eine lebte
im Westen, die andere im Osten und waren beide sehr lieb. Meine frühere Nachbarin nebenan,
hatte einst eine höhere Karriere bei der Stasi und wenn ich dran denke, wie sie uns im Haus
noch drangsaliert hat, dann will ich nicht wissen wie da die anderen waren. Sie hat alle überwacht
und verpfiffen, wenn sie irgend etwas gefunden hat. Meine Hausverwaltung teilte mir mal mit,
daß die von mir eine ellenlange Liste geschickt hat, wann ich aus dem Haus ging und wieder
kam, wann ich duschte, wann ich badete und wann ich auf dem WC war. Die war echt krank
und konnte wohl mit dem irren Stasizeug auch nicht mehr aufhören.

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  22.11.2017 13:32  
Es gibt bei uns reichlich an meinen Landsleuten , besonders von dem älteren Kaliber, die der UDSSR nachtrauen..

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  22.11.2017 13:34  
Habe ich auch schon gehört. Manche wünschen sich sogar Stalin zurück....

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  22.11.2017 13:36  
Uahhh, eine russische Freundin von früher, hat gesagt, daß Stalin auch nicht besser war als *beep* und viele sind wegen ihm verhungert.

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  22.11.2017 13:44  
@Blackstar
Haargenau wie meine Oma diese Nachbarin... Meine Oma wird von vielen Leuten in meinem Heimatdorf auch liebevoll "der General" genannt. :roll:
Ich habe früher aber wirklich sehr unter dieser Art und Weise gelitten, sie hat auch gedroht mich einzusperren damit ich meine Freundin nicht treffen kann, diese bekam Hausverbot in unseren Geschäften und einen Brief wo ihr Geld geboten wurde damit sie den Kontakt zu mir einstellt. Alles kein Witz, den Brief besitze ich noch, meine Freundin ging zum Glück nicht drauf ein sondern rief mich entsetzt an und gab mir den Brief, als ich bei ihr war. Ich bin wegen der Aktionen damals abgehauen in einer Nacht- und Nebelaktion.
Meine Oma hat ständig geschnüffelt und in den privaten Sachen gewühlt, wenn man abwesend war. Sie hat Pakete unterschlagen, sowieso Briefe geöffnet und gelesen und dazu kamen noch schlimme cholerische Ausraster...man durfte am liebsten keine eigene von ihrer abweichenden Meinung zu Dingen haben

Danke1xDanke


  22.11.2017 14:09  
Die hatten anscheinend einen Kontrollzwang und ihnen ging einer ab, wenn sie jemanden irgendwie melden oder verpfeifen konnten.
Krank, echt krank.

Danke1xDanke


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  22.11.2017 14:19  
Blackstar hat geschrieben:
Als ich noch in Berlin lebte, lernte ich zwei ältere Damen über 80 kennen, die im Haus lebten
und es war echt schlimm, wie sie erzählten, daß durch den Mauerbau ihre komplette Familie
auseinandergerissen wurde und daß sie sich nicht oft deswegen sehen konnten. Die eine lebte
im Westen, die andere im Osten und waren beide sehr lieb.

In Berlin gab es das Rentnerreiserecht. Jeder Rentner konnte ohne Angabe besonderer Gründe für einen Tag nach Westberlin. Da wurde dann Geld getauscht und Waschmittel, Kaffee und Seife gekauft und manchmal wurden auch Besuche bei Verwandt-/Bekannt gemacht. Natürlich gab es auch Rentner, die nicht nach Westberlin durften - warum auch immer. Manche wollten gar nicht nach Westberlin, weil es ihnen viel zu umständlich war.

Danke1xDanke


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  23.11.2017 00:49  
Hab nochmal nachgelesen - die Zwangsaussiedelungen waren 1952 und 1961. Die liefen unter abstrusen Decknamen.
1952 "Aktion Ungeziefer" und 1961 "Kornblume", bei der wir dabei waren. Hinterher konnten wir nur mit beantragten Passierschein unsere Verwanden im Grenzgebiet besuchen. Wohlgemerkt im eigenen Land im Grenzgebiet ...



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RGB-West
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Status: Online online
  23.11.2017 01:08  
Ich fasse mich kurz, weil mich das immer maßlos aufregt, mit welcher Doppelmoral in Deutschland einerseits der Nationalsozialismus (zurecht) verteufelt wird und der Sozialismus und alles andere Rote verharmlost, tw. glorifiziert wird. Wenn Ich schon immer im TV die Kommunistin Sahra inkl. IM Notar/Gregor sehe... Oder Ehnieee vonne Maiklötze mit Honecker-Bild in der Wohnung - man stelle sich mal vor, das wäre Himmler, Heß, Göth etc. gewesen... Skandal. *beep*. Job wech. In jedem System gab es auch gute Sachen, ein paar Kleinigkeiten sorgen aber nicht dafür, das es kein Unrechtsstaat mehr ist. Ich bin alles andere als ein Freund unseres Systems und natürlich werden auch wir manipuliert, jedoch sicherlich nicht von kleinauf in dem Maße indoktriniert wie es im Sozialismus oder Nationalsozialismus der Fall war(!) Wer die Mauer wieder haben will, kann sich ja nach China verp... Mal sehen, wie lange er bei den roten Brüdern überlebt...

Ich wollte es kurz machen... Dieses ältere Buch habe Ich vor mehren Wochen gelesen und hat mir verdeutlicht, was die DDR für ein ABSOLUTES DRECKSSYSTEM war. Das fängt schon bei der Manipulation der Kinder an und umfasst nicht nur die bekannten Dingen a la Stasi. Sehr zu empfehlen: https://www.amazon.de/Gef%C3%BChlsstau- ... 3870247096

Danke1xDanke


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  23.11.2017 01:33  
Veritas hat geschrieben:
Das fängt schon bei der Manipulation der Kinder an und umfasst nicht nur die bekannten Dingen a la Stasi.


Was heißt denn für dich Manipulation von Kindern?
Ich meine, was ist denn das Ziel der Manipulation von Kindern? Dass sie zu dogmatisch handelnden Erwachsenen werden.
Ich kenne allerdings größtenteils kritische, selbst denkende und hinterfragende Ostdeutsche, anders als viele, viele Westdeutsche. Und anders als die Generation, die gerade hier heranwächst.
War die Manipulation dann einfach... zu schlecht und unfruchtbar? War die Elterngeneration (die, die den WK II teilweise miterleben mussten) aufgrund des Erlebten zu vorsichtig und hat das weitergegeben?
Ich weiß ja durch meine Eltern, wie die schulischen Inhalte etwa aussahen, wie "der Russe" glorifiziert wurde... Aber Manipulation? Jeder wusste, dass es keine Wahlen gab. Auch anders als heute.

Danke2xDanke


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  23.11.2017 07:13  
Ich finde es sehr interessant, wie Menschen, die nicht in dem anderen System leben mußten, heute Menschen aufklären, die in dem anderen System leben mußten.

@Veritas Nationalsozialismus hat nur den letzten Wortteil mit Sozialismus gleich. So sehr beides für die Menschheit nicht erstrebenswert ist, unterscheiden sie sich in der Definition doch erheblich. Ich werde mich auch sehr davor hüten, Ostdeutsche schlechthin als Nationalsozialisten zu bezeichnen.

Man kann darüber sehr streiten, warum jemand heute sagt, daß er rückblickend findet, daß die DDR für ihn positiver war, als die BRD, in der er heute lebt. Aber man wird diesen Menschen nicht ändern und wieso sollte man ihn beschimpfen und nach Asien schicken? Man vergißt über den Unrechtsstaat, daß die Menschen darin auch ein Leben hatten und das Beste daraus machten.

Danke3xDanke


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Da, wo es am schönsten ist...
7338
  23.11.2017 08:05  
Danke @reenchen,

das waren auch meine Gedanken.

Viele kennen die DDR nur vom Hörensagen.

Zu mehr will ich mich jetzt hier nicht hinreißen lassen.

Ausser: Vllcht kehrt mal jeder vor seiner Tür.

Wenn ich die Wahl hätte zwischen sagen wir mal Köln, Düsseldorf, Fft/Main oder der DDR, was glaubste, was ich wählen würde...

Und wieviele bzw. wenige sind denn "rübergemacht"?

Der Großteil ist da geblieben und viele kommen zurück, weil sie es im güldenen Westen nicht mehr aushalten.

Das geht an niemanden persönlich, es ist allgemein gedacht.

Doch hinreißen lassen. Nä ünd...

:mrgreen:

Achso, und ich habe beides kennengelernt.

Danke2xDanke


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NRW
8971
  23.11.2017 08:26  
Ich weiß genug über die DDR, um mir mein Urteil zu bilden. :roll:

Danke1xDanke


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11209
  23.11.2017 08:33  
Angor hat geschrieben:
Ich weiß genug über die DDR, um mir mein Urteil zu bilden. :roll:

Meinung ja, Urteil ? :stirn

Danke1xDanke


6530
5
NRW
8971
  23.11.2017 08:39  
Ja, Urteil, dieses Regime hat meiner Familie und meinem Freund genug Leid angetan.
Ihr hättet meine Schwägerin mal erleben müssen, als sie immer wieder ihre Wohnung durchsucht hat, weil sie dachte, dass da Abhöranlagen installiert waren, aber egal, sie hat ihre Freiheit und ihren Frieden.
(Ihr eigener Exmann hat sie übrigens bei der Stasi angesch...)

So einen "Verein" kann man nicht schön reden, und wers tut, der hat die schlechten Seiten nie erlebt.

Danke2xDanke


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  23.11.2017 09:02  
Angor hat geschrieben:
Ja, Urteil, dieses Regime hat meiner Familie und meinem Freund genug Leid angetan.
Ihr hättet meine Schwägerin mal erleben müssen, als sie immer wieder ihre Wohnung durchsucht hat, weil sie dachte, dass da Abhöranlagen installiert waren, aber egal, sie hat ihre Freiheit und ihren Frieden.
(Ihr eigener Exmann hat sie übrigens bei der Stasi angesch...)

So einen "Verein" kann man nicht schön reden, und wers tut, der hat die schlechten Seiten nie erlebt.

Meinst du, daß du allein so ein Schicksal in der Familie hattest? Was kann einer, wie der hier genannte Mann dafür? Sind jetzt alle im Osten schuldig? Du kannst über die urteilen, die deine Schwägerin dazu trieben, nicht aber die Menschen, die auch dort leben mußten und die sich irgendwie eingefügt haben. Das kannst du gar nicht beurteilen.
Heimat ist, wo man geboren worden ist und/oder erwachsen wurde. Sieh dir die an, die Schlimmes in ihrer Heimat erlebten auf der ganzen Welt. Sie sind der Heimat trotzdem verbunden. Sag denen mal, daß sie ihre Heimat nicht mehr lieben sollen. :? Dazu hast du kein Recht.

Danke3xDanke


4474
11
Da, wo es am schönsten ist...
7338
  23.11.2017 09:04  
Den Verein redet ja auch niemand schön.

Nur hatten eben bei weitem nicht alle das Bedürfnis, das Land zu verlassen und die hatten ihre Ruhe.

Nur weil es andere in den supertollen Westen gezogen hat, muss man nicht den Eindruck erwecken, dass alle beschattet wurden oder verfolgt.

Es ist ein Streitthema, deshalb sollten wir es vllcht meiden, genau wie die Pilotik.

Hat ja zum Glück jeder seine eigene Meinung.

Danke1xDanke


  23.11.2017 09:09  
Offensichtlich je nach dem, was man erlebt hat, hat man da die entsprechende Meinung dazu.
Also ich habe die 80ger in ex UDSSR so erlebt, dass ich es schon gut finde, dass es nimmer gibt. Verfolgt wurde keine von uns, weder von KGB noch von sonst wem, aber viele Menschen lebten im Armut. Ich habe erst mit 15 meine erste Banane gegessen, damals war es was exotisches, etwas ganz besonders. Wir lutschten daran sehr lange um Genuss zu verlängern. Die Lebensmittelläden waren leer und es herrschte Korruption denn je. Gibt es aber auch heute noch in Russland, das darf man nicht verschweigen oder schön reden.

Danke1xDanke


12117
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11209
  23.11.2017 09:12  
Naja, die russischen Besatzer mochten die DDR auch. :evil:

Danke1xDanke


6530
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NRW
8971
  23.11.2017 10:47  
Reenchen hat geschrieben:
Meinst du, daß du allein so ein Schicksal in der Familie hattest? Was kann einer, wie der hier genannte Mann dafür? Sind jetzt alle im Osten schuldig? Du kannst über die urteilen, die deine Schwägerin dazu trieben, nicht aber die Menschen, die auch dort leben mußten und die sich irgendwie eingefügt haben. Das kannst du gar nicht beurteilen.
Heimat ist, wo man geboren worden ist und/oder erwachsen wurde. Sieh dir die an, die Schlimmes in ihrer Heimat erlebten auf der ganzen Welt. Sie sind der Heimat trotzdem verbunden. Sag denen mal, daß sie ihre Heimat nicht mehr lieben sollen. :? Dazu hast du kein Recht.


Was regst Du Dich denn jetzt auf? Hab ich geschrieben, dass alle schuldig sind weil sie da lebten? Ich hab von der Stasi usw geschrieben.
Aber ich schreib lieber nix mehr dazu, bevor ich den Frieden hier störe und ich deswegen noch Magenschmerzen kriege.

Danke1xDanke

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