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bin fertig mit mir und der welt. hab eine lange beziehung hinter mir die aufgrund schwerer schiksalschläge jahrelang eigentlich keine beziehung sondern eine zweckgemeinschaft war. jetzt ist meine angebetete (verdammt ich lieb sie so) nach langer psychischer krankheit endlich wieder fitt und hat mich abgeschossen. sie will leben und frei sein, sich selbst genissen und spüren. eh toll dass es ihr wieder gut geht, ist aber verdammt bitter das ich da keinen platz mehr hab an ihrer seite. leute ich sag euch, für einen menschen in schweren zeiten da zu sein ist zwar gut und edel, aber auf diese erfahrung hätt ich gerne verzichtet. lasst euch sagen gesunder egoissmus ist goldes wert, hätt ich diese einstellung schon früher gehabt hätt ich nicht meine besten jahre geopfert und sähe ich jetzt gesünder aus. das alles hat meine weltanschuung noch mehr aus den angeln gehoben als sie eh schon war, bin kurz davor mich in eine neue ebene zu versetzen......

28.08.2011 22:14 • 15.09.2011 #1


21 Antworten ↓


Fluch, wenn der Partner dich als Krücke in ein neues Leben gebraucht - die Ausnutzung der Aufopferung ist einfach nur asozial und zeigt wie egoistisch die meisten Menschen handeln. Es kann erst dann ein Segen sein, wenn beide Partner dieser Ansicht sind.

Ich kann dich verstehen, hab eine Beziehung hinter mir in die ich vieles reingesteckt habe, aufopferungsvoll hab ich meine Wertvorstellung zu Grunde gelegt und nur nach der Nase meiner Partnerin gelebt - bis ich dann irgendwann, als es ihr besser ging, weggekloppt wurde wie eine Krücke.

Tut sehr weh, ich leide seit dem unter irgendwelchen Störungen, kann die kaum definieren, irgendetwas von Herzneurose - und verzweifel ab und zu daran. Aber das ist alles nur eine Herausforderung. Ich sehe keinen Sinn mich momentan neu zu verlieben, auch wenn es ja logischer Weise die Lösung für das Problem ist, denn der Auslöser ist ja der Verlust einer Person und sollte somit auch die Lösung dafür sein. Doch dadurch steigt unsere Abhängigkeit doch nur noch.

Liebe Grüße und Kopf nach oben.

28.08.2011 23:08 • #2



Liebe segen oder fluch?

x 3


Hallo degroot!

Zitat:
hab eine lange beziehung hinter mir die aufgrund schwerer schiksalschläge jahrelang eigentlich keine beziehung sondern eine zweckgemeinschaft war.
War es von Dir aus auch eine Zweckgemeinschaft? Warst Du glücklich mit dieser Zweckgemeinschaft?

Lieber Gruß
Sven

29.08.2011 09:11 • #3


Nein es war keine zweckgemeinschaft meinerseits, war sehr glücklich mit ihr auch als es ihr schlecht ging

29.08.2011 18:00 • #4


Hi degroot!

Oh man, das tut mir echt leid!

War mir nicht ganz sicher, ob ich das richtig verstanden habe, deshalb meine Frage.

Zitat:
bin kurz davor mich in eine neue ebene zu versetzen
Magst Du mir sagen, wie Du das gemeint hast? Das kann man nämlich so oder so verstehen.

Deine Geschichte ist echt fies! Ich muss aber zugeben, dass ich etwas entfernt Ähnliches auch mit meiner zweiten Frau getan habe.

Ich weiß nicht so recht, wie ich reagieren soll. Denn aufgrund meiner eigenen Vorgeschichte habe ich sowohl für Dich als auch für Sie Verständnis.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass Du jetzt keine Lust mehr hast von mir zu hören. Wär ok für mich, kannste ruhig sagen!

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!

Lieber Gruß
Sven

29.08.2011 18:26 • #5


oh mann ... das ist wirklich schlimm, was DU da grade durchmachen musst.

Trotzdem kann ich sagen:
Ja, Die Liebe ist es wert! Nur wer zu 100 % lieben kann, sich auch zu 100 % einbringt und auch bereit ist, dem Partner in dunklen Seiten beizustehen, kann auch die 100 %tige Erfüllung erfahren, wenn die Liebe dann dauerhaft klappt.

Ich weiß, wenn man so liebt wie Du (ich liebe genau so bedingungslos wie Du), kann man sehr tief fallen (habe ich auch schon erlebt), aber dieser Risiko wird ausgeglichen durch die Chance auf echtes, ungetrübtes Glück!

Bitte glaube weiter dran, dass die Liebe ein Segen ist, bleib genau so offen wie Du ihr gegenüber warst. Wenn Du es schaffst, jetzt nicht hart und verbittert zu werden, gibt es 2 Chancen:

Deine Partnerin genießt jetzt ihre neu gewonnene Freiheit, ihr Ich-Gefühl, die Selbstbestimmtheit, das gesund sein. Ich wünsche Dir wirklich sehr, dass sie nach einer Weile Ich merkt, dass da noch jemand ist, der ihr Leben bereichern udn zu einem wir ergänzen kann und auch schon bereichert hat ... der ihr geholfen hat, der Mensch zu werden, der sie nun (wieder) ist. Wenn sie das von sich aus merkt und zu Dir zurück findet, habt Ihr eine Chance auf echtes, ungetrübtes Glück.

Und auch, wenn sie sich anders orientiert ... wenn ihre Wahrnehmung von dem, was Du in den letzten Jahren gegeben und investiert hast, durch ihre Krankheit verzerrt ist .... , dann wirst Du einen Menschen finden, der Deine Liebe zu schätzen weiß. Aber eben nur dann, wenn Du Deine Ideale nicht aufgibst.

Ich wünsch Dir viel Mut und Kraft ... wie es auch immer weiter geht

31.08.2011 15:41 • #6


AN SVEN

Hab Beruflich viel um die Ohren und daher wenig Zeit fürs Internet. bin auch nicht grad so der typische Foren-Mensch, aber die Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Das brutale bei dem ganzen ist ja dass ich SIE total verstehen kann, ich bin ein Teil aus jehner Zeit in der es Ihr echt schlecht ging, sie schliesst mit der Vergangenheit ab, und da ich ein Teil dieser bin nun auch mit mir. Ich kann dagegen nicht an, egal was ich mache. s...... ich bin echt zu verständnissvoll. Wenn ich einfach nur wütend auf sie wäre und mir die nächste suchte würd es mir nicht so schei. gehen. Aber das ist leichter gesagt als getan, ich liebe sie, sie ist der Mensch mit dem ich mein Leben verbringen möchte, umsonst hab ich nicht all die Jahre ausgehalten. ich stand immer zu ihr und wie gesagt, auch wenn es schwere jahre waren waren es doch auch glückliche für mich weil wir einfach zusammen waren. Nun gibt es kein zusammen und gemeinsam mehr.

Mich auf eine andere Ebene bringen.... einfach aufgeben und mir selbst was blödes anzutun ist nicht mein Stil, obwohl ich eingehend drüber nachdenke. Meine neue Ebene sieht aber trotzdem für mich nicht so toll aus: kalt, berechnend, auf den eigenen Vorteil bedacht sein, sich nehmen was einem nicht zusteht. Ich hab bisher immer das Gegenteil gelebt, hab auch gedacht das ich jemand gefunden habe der genauso tickt. Aber ich bin eines besseren belehrt worden. Ernüchternd aber O-Ton von Ihrich muss sehen dass es mir gut geht und tun was ich für richtig halte. Nun denn...ich werd mal probieren wie das Leben so läuft wenn man nur auf sich selbst schaut, mal sehen. denke nicht das ich dabei glücklich werde.

Mich würden deine Erfahrungen aus der anderen Perspektive interessieren, ehrlich

09.09.2011 17:02 • #7


Bitte versuch, genau das zu vermeiden ... so schwer es Dir auch scheinen mag!

Dieser kalte, berechnende, egozentrische Mensch, den Du da für Deine Zukunft siehst - das bist nicht Du und so wirst Du ganz sicher nicht glücklich, weil es nicht Deinem Wesen entspricht.

So, wie Du bisher warst und immer noch bist, bist Du ein sehr wertvoller, liebenswerter Mensch. Du bist verständnisvoll, liebevoll, und bereit, immer wieder zu geben ... aber hast auch die Antennen dafür, echte Liebe aufzunehmen und zu richtigem Glück werden zu lassen. Gib das bitte nicht auf, weil Du enttäuscht worden bist. Obwohl ich natürlich sehr gut verstehen kann, wie unfair Du dich grade vom Leben behandelt fühlst.

Ich denke, ich weiß, wovon ich rede. Obwohl ich zweimal sehr übel enttäuscht worden bin, habe ich es irgendwie geschafft, offen zu bleiben, ich selbst zu bleiben ... und ich spüre die Belohnung dafür jeden Tag.

Mein Exmann und Vater meines Sohnes hat(te) ein derbes Alk., das er lange zeit vor mir versteckt hat. Mit ihm bin ich durch die Hölle gegangen, hab alles gegeben, was ich konnte, mich aufgerieben bis zum letzten ... mit dem Ergebnis, dass er nach der Entgiftung in der Entzugsklinik eine Frau getroffen hat, die ihn angeblich viel besser versteht, als ich, weil sie die selben Probleme hat wie er.

Danach war ich ein Häufchen Elend ... hatte Gedanken wie Du, dass ich meine Seele vor solchen Enttäuschungen schützen muss ... aber irgendwie hab ich es geschafft, ich selbst zu bleiben.

Der nächste Freund, den ich hatte, hat auf meine Kosten hier gelebt und mich nach einiger Zeit wie der letzte Dreck behandelt. Ich hab immer wieder versucht, zu retten, bis ich selbst total am Boden war.

Aber

Ich hab es geschafft, offen für die Liebe und damit auch ich selbst zu bleiben und werde gerade jeden Tag dafür belohnt. Auch mein Süßer hat Probleme ... eine Angststörung, die ihm immer wieder das Leben schwer macht (der Grund, warum ich mich in diesem Forum hier rumtreibe ^^). Er liebt mich dafür, dass ich ihm zur Seite stehe, dass ich für ihn da bin und dass er sich bei mir sicher fühlen kann ... und er gibt mir das tausendfach zurück. Er ist nicht nur dankbar, sondern zeigt mir immer wieder, dass ich sein Leben bereichere, lebenswerter mache. Gemeinsam bringen wir unsere Welt zum strahlen ... und ich habe das Gefühl, dass das geben und nehmen irgendwie immer im Gleichgewicht ist.

Das alles kann ich nur erleben, weil ich nicht hart geworden bin.

Ich wünsch Dir wirklich sehr, dass Du das auch schaffst.

12.09.2011 09:35 • #8


Hallo Degroot!

Ich stimme Municat in allem zu! Du glaubst jetzt Dir eine harte Schale zulegen zu müssen, damit Du nicht mehr so verletzt werden kannst. Das ist verständlich. Aber Du würdest Dich selber verraten, so sehr müsstest Du Dich verbiegen. Und Du würdest vermutlich Andere für das büssen lassen, was Dir von EINER Frau angetan worden ist.

Degroot, egal was ich nun schreibe, beziehe das nicht auf Dich und Deine Situation. Es sind Schlüsse und Erkenntnisse, die nur meine Frau und mich betreffen und nichts mit Dir zu tun haben, oder von denen ich denke, sie wären auf Dich und Deine Situation übertragbar.

Meine Perspektive? Die nutzt Dir nicht viel. Ich habe mich von meiner Frau getrennt, weil ich für mich erkannt habe, dass die Ehe keinen Sinn mehr macht. Zu der Vorgeschichte gehört auch, dass ich mich bereits drei Jahre zuvor von ihr getrennt hatte, weil ich in der Beziehung nicht glücklich war. Ich habe ein dreiviertel Jahr versucht, damit klar zu kommen, von meiner Frau ein Entgegenkommen zu spüren, bevor ich mich von ihr trennte. Aber sie sagte mir immer wieder, sie sei glücklich so wie es ist. Sie hat dann versucht, es mir recht zu machen, weil sie mich nicht verlieren wollte. Aber an unserer Beziehung wollte sie nicht oder konnte sie nicht wirklich arbeiten. Das hätte nämlich bedeutet auch hinter die eigenen Kulissen zu schauen. Und dazu war sie nicht bereit. Anders herum war sie immer sehr schnell dabei, mir zu empfehlen, mir professionelle Hilfe zu holen, lehnte es aber für sich selbst ab.

Ich liebte sie und bin trotzdem gegangen, weil ich nicht mehr konnte. Ich hab mich dann in einen neue Beziehung gestürzt, und dann aber erkannt, dass meine Gefühle für meine Frau zu groß sind. Ich hab mich mit ihr getroffen, und glaubte erkennen zu können, dass sie ebenfalls dazugelernt hat. Das war ein Irrtum. Das klingt jetzt so, als gäbe ich ihr die alleinige Schuld. Dem ist aber nicht so. Nachdem wir wieder zusammen waren, haben wir uns beide auf die Arbeit konzentriert, anstatt auf uns. Ich rutschte noch tiefer ins Burnout (war mir damals nicht klar) und wir machten uns vor, dass wir zwar Probleme hätten, aber grundsätzlich eine gute Ehe führten. Genau genommen waren wir aber bereits nach wenigen Wochen des Wiederzusammenseins wieder im alten Trott und geändert hatte sich nichts.

Das wurde mir erst klar, als ich mehrere Wochen wegen meines Burnouts in der Klinik war. An den Wochenenden holte sie mich ab. Ich fragte sie dann irgendwann, ob sie trotz der ganzen Probleme, die wir hatten glücklich sei. Tja, und da hörte ich dann genau den gleichen Satz wie schon Jahre vorher und mir wurde klar, wenn sie glaubt so weiter leben zu können und damit glücklich zu sein, und ich bin es nicht, dann wird es wieder kein Gemeinsames an der Beziehung Arbeiten geben. Dann kamen noch ein paar andere Dinge wären meines Klinikaufenthalts oben drauf, die dann das Fass zum Überlaufen brachten. Ich war ein Ar., weil ich sie dann nicht nur verlassen, sondern auch noch betrogen habe. Etwas, dass ich für mich immer ausgeschlossen hatte, weil ich es einfach unfair, unhaltbar, unmöglich finde. Habs aber getan und kann es nicht mehr rückgängig machen.

Aber siehe da, sie ist tot unglücklich, sucht sich einen Therapieplatz und erkennt, dass sie gar nicht so glücklich war. Sie erkennt, dass auch bei ihr viele Dinge einfach falsch gelaufen sind. Etwas wofür ich ein paar Jahre vorher alles gegeben hätte, denn dann hätten wir die Beziehung retten können. Noch heute kommen bei ihr Dinge hoch, die sie jahrelang verdrängt hat. Jetzt, da es zu spät ist, erkennt sie viele Zusammenhänge.

Aus ihrer Perspektive hat sie sich für mich aufgeopfert, mich und meine Launen ertragen, und versucht mich zu unterstützen. Aber das ist nur eine Seite der Geschichte. Ich habe sie immer noch sehr gerne. Sie ist eine tolle Frau, die sehr viel zu geben hat, die unglaublich viel für mich versucht hat zu tun, die zwei Jahre meine Eifersucht ertragen hat, die aber genau so viel nimmt, weil sie mit ihrem Geben so wahllos ist, sich von anderen ausnutzen lässt und hierfür auch noch Unterstützung und Verständnis verlangt.

Heute weiß ich, dass meine Eifersucht damals nicht nur krankhaft war. Sie hat mir neulich in einer E-Mail gestanden, dass sie die ersten zwei Jahre unserer Beziehung auch noch ihrer ersten Ehe nachgetrauert hat. Etwas, dass ich damals befürchtete, was sie aber vehement abstritt. So viel zum Thema Vertrauen. Es ist wohl kein Zufall, dass meine Eifersucht genau diese zwei Jahre dauerte und dann abebbte. Die Eifersucht ist ein Mechanismus, der uns vor Dingen warnen soll, die unterhalb der Bewusstseinschwelle unserer Wahrnehmung liegen. Das ist zumindest meine Meinung.

Meine Perspektive?! Ich habe meine Frau damals gebeten, auf sich selber zu schauen. Ich habe sie angefleht, auf sich selbst acht zu geben, weil ich wusste, dass es da für sie sehr viel zu entdecken geben würde. Sie aber konnte und wollte es nicht. Ja, innerhalb gewisser Grenzen hat meine Frau sich für mich aufgeopfert. Aber nun eine Rechnung aufzumachen, wer wann was für den anderen getan hat nutzt doch nichts. Ich habe für mich entschieden, dass eine Beziehung keinen Sinn mehr hat. Eine Entscheidung, die ich das Recht hatte, alleine zu treffen, finde ich. Ich hätte noch einmal versuchen könne, die Ehe zu retten. Aber nicht mit einer Frau, die eigentlich gar nichts ändern will, außer meiner Krankheit und meiner Macken, weil sie eigentlich glücklich ist, so wie es läuft. Da liegt der Hund begraben. Sie hat einen Helferkomplex und ging in dieser Rolle ganz und gar auf. Auch was mich betrifft, aber nicht nur mich. Hat sich aber selbst damit immer wieder total aufgerieben und die Rechnung bekam dann ich präsentiert. Es ist immer leicht, aus der Helferrolle heraus zu argumentieren, weil es gegen ‚Selbstlosigkeit’ kaum Argumente gibt. Ich hatte da immer einen schlechten Stand und sollte für mein Unglück in der Ehe alleine die Verantwortung tragen. Aber da gehören eben auch zwei dazu.

Degroot, jeder entscheidet, wie viel er bereit ist zu geben. Der Lohn dafür bleibt oft aus, so dass wir uns für unsere Bemühungen auch noch gestraft fühlen. Es gibt eben keine Garantie, wenn man sich aufopfert, dass man dafür belohnt wird. Du wurdest nicht verlassen, weil Du Dich aufgeopfert hast. Diese Verbindung stellst Du selber her, weil Du es als ungerecht empfindest. Das ist es auch irgendwie. Aber hätte sie bei Dir bleiben sollen, um Dich dafür zu entlohnen, dass Du all die Jahre für sie dagewesen bist? Würdest Du das wollen? Wie hätte sie sich von Dir trennen können, dass es Dich nicht so verletzt? Das Ergebnis wäre doch in jedem Falle das gleiche gewesen, oder?

Ich verstehe Deine Gedanken und Gefühle recht gut, glaube ich. Aber so wie Du jetzt eine andere Ebene ansteuern willst, die nicht Deiner Persönlichkeit entspricht, wirst Du Dir nicht helfen können, denke ich!

Lieber Gruß
Sven

12.09.2011 11:31 • #9


Hallo weiti,

ich bin einfach grad ziehmlich wirr im Kopf wegen des ganzen. Einfach traurig und voll von Gedanken die sich nur schwer ordnen lassen.

Natürlich hab ich nicht erwartet oder will ich nicht das sie bei mir bleibt weil ich für sie da war. Das wäre irgendwie perv., und der genaue wiederspruch zu einer Beziehung aus Liebe. Ich denke nicht das ich ein Konto habe auf dem ich gute Taten einzahle und dann Zinsen dafür krieg. Ich fühl mich nicht ausgenutzt.

Schau unsere Beziehung war geprägt von ehrlicher Zweisamkeit, Vertrauen, von sehr viel gegenseitigem Austausch, die Leute sagten immer viel zu reif für unser Alter. Zwischenmenschlich echt aussergewöhnlich. Leider waren die Lebensumstände gegen uns. 3/4 unserer Gemeinsamen Zeit hatten wir zu kämpfen und hatten keinen Platz für unsere Beziehung, das meinte ich mit Zweckgemeinschaft.

Meine Ex hatte Zeit ihres Lebens keinen eigenen Entscheidungsspielraum, sie durfte nie wirklich sie selbst sein. Selbst als wir schon zusammen wahren war der Einfluss ihrer Familie grösser und stärker als wir. Wie gesagt, kurz nach beginn unserer Beziehung sorgten Schicksalsschläge dafür das sie Jahrelang richtig krank war, wieder nicht sich selbst leben konnte.

Nun seit es ihr gut geht will sie sich selbst und das Leben in vollen Zügen, alles nachhohlen. Für sich selbst sein und eigene Entscheidungen treffen. Ich verstehe und respektiere das sehr.

Aber es tut einfach unheimlich weh sie nicht mehr an meiner Seite zu haben. Ich gönne ihr ihr Glück und wünsche ihr das beste, aber ich vermisse uns einfach so sehr.


Ich denke nicht das ich hart und gefühllos werde, ich halte von solchen Menschen nicht sehr viel. Aber zur zeit ist es meine einzige Chance einen Panzer anzulegen und nichts an mich ranzulassen, bin selber randvoll mit Gefühlen. Das Leben geht ja weiter, wenn man sich verschließt nimmt man sich selbst die besten Möglichkeiten.

Bin auch ein alter Dummkopf, laber euch da mit meiner Leidensgeschichte voll und denk trotzdem irgendwie positiv. Oder auch nicht. Kann mich grad nicht entscheiden. Oft wünsch ich mir nicht so sensibel zu sein, dann würd ich das alles wohl lockerer sehen, so was passiert jeden Tag zig Menschen.

12.09.2011 18:57 • #10


Nein Degroot!

Zitat:
Bin auch ein alter Dummkopf, laber euch da mit meiner Leidensgeschichte voll und denk trotzdem irgendwie positiv. Oder auch nicht. Kann mich grad nicht entscheiden. Oft wünsch ich mir nicht so sensibel zu sein, dann würd ich das alles wohl lockerer sehen, so was passiert jeden Tag zig Menschen.
Du bist weder ein Dummkopf noch laberst Du. Du nutzt hier die Möglichkeit, Dir Deine Gedanken und Sorgen runter zu schreiben. Ich finde das mutig und sinnvoll. Wenn es Dir nur ein wenig hilft, den Kopf frei zu bekommen, dann schreibe was das Zeug hält. Ich werde versuchen zu allem etwas zu schreiben. Du hast auch das Recht, Dir hier zu wünschen, was Du hören möchtest. Trost, Zuspruch, was auch immer. Du musst Dich hier nicht auf Diskussionen einlassen, die Du nicht möchtest.

Also, fühl Dich weiter eingeladen, Dir alles von der Seele zu schreiben, was Du willst. Dafür muss man kein typischer Forie sein, denke ich.

Fühl Dich mal gedrückt!

Lieber Gruß´
Sven

PS: Später schreibe ich noch mehr zu Deinem Post.

12.09.2011 19:07 • #11


Danke Sven,

das tut mal richtig gut, ernstzunehmende konstruktive Anteilnahme und Interesse. Sonst kommt von den realen Leuten (nicht das ihr im chat nicht echt wärt

Wenn ich mal was wirklich sinnvolles höhren will zahl ich halt einmal die Woche ein Schweinegeld für eine Sitzung bei meiner Therapeutin. Das tut echt gut hier zu schreiben, ist mir auch egal wenns Blödsinn ist, hauptsache es hilft.

Nochmal danke, danke fürs lesen, Gedanken machen und zurückschreiben!!!

12.09.2011 19:32 • #12


Es ist kein Blödsinn, was Du schreibst. Ich sehe es als Hilflosigkeit, Verzweiflung und einfach nur Schmerz. Aber ich finde es gut, wenn Du das so sehen kannst.

Ja, manches Mal sind die 'virtuellen' Menschen besser zu gebrauchen, als die realen. Liegt wohl daran, dass sie Abstand haben, nicht im Geschehen stecken. Urteile nicht zu hart über Deine Mitmenschen. Oft entspringen solche Ratschläge auch der Hilflosigkeit. Weil sie einfach nicht wissen, was sie Sinnvolles sagen soll, mit der Situation überfordert sind, oder mit sich selbst so viel zu tun haben, dass sie einfach nicht mehr tun können.

Ich freue mich jedenfalls, weiter von Dir zu hören!

Ganz lieber Gruß
Sven

12.09.2011 20:03 • #13


Ja Mitmenschen triffts wohl ziehmlich gut. Für mehr als zum nebenher laufen sind sie nichts wert. Mach ihnen ja keinen Vorwurf deswegen, seh mich nur manchmal leid das ich selbst nich so teilnamslos sein kann.

Nein eigentlich bin ich froh drüber nicht so zu sein, lieber empfindsam und besondere Gefühle zulassen und erleben und den Preis dafür zahlen als sowas nie erlebt und gelebt zu haben. Selbst wenn ich das niemehr erleb, ich kann zumindest sagen einmal in meinem Leben innige und wahre Liebe gespürt zu haben. Ich weiss wie es sich anfühlt und werd drann festhalten(nicht im krankhaften Sinn, sondern in positiver Erinnerung).

Ja wenn ich meine Worte selbst so lese höhrt sich das ja alles recht vernünftig und klar an, aber der Schmerz ist allgegenwärtig und nimmt mir die Luft.
Irgendwie komm ich da wieder raus, dass weiss ich innerlich, aber es macht mir Angst mir zuzusehen wie ich mich grad selbst zerstöre. Ich hab Angst das wenn ich wieder bereit bin zu Leben ich mir zuviel kaputt gemacht habe um wieder neu anfangen zu können.

12.09.2011 20:40 • #14


Hallo Degroot, guten Morgen!

Zitat:
Ja wenn ich meine Worte selbst so lese höhrt sich das ja alles recht vernünftig und klar an, aber der Schmerz ist allgegenwärtig und nimmt mir die Luft
Wie ist es bei Dir? Ich neige dazu in so schlimmen Situationen, mich an meinen Emotionen festzuhalten, sie festzuhalten, anstatt sie loszulassen. Klar, bei Dir ist das noch alles sehr frisch. Zum Loslassen braucht es Zeit. Ich finde es wichtig, sich der Gefühle bewusst zu sein, die Du allgemein als Schmerz ausdrückst. Ich finde es wichtig die Gefühle zu versuchen beim Namen zu nennen. Dann kann ich schauen, welche Bedürfnisse dahinter stecken. Und dann kann ich gezielt versuchen, dass eine oder andere Bedürfnis zu befriedigen und die anderen erst einmal bewusst in Warteposition zu schieben. Ich weiß, klingt nach Psychomist. Aber mir hilft es, wenn ich denn dran denke, so zu handeln.

Hier mal eine Liste mit Worten für Gefühle und Bedürfnisse, falls Dir das hilft:
http://www.improwiki.de/improtheater/Gef%C3%BChlsliste
http://mosaik.homepage.t-online.de/gfkbed1.htm
http://www.gfk-mediation.de/downies/GefuehleBeduerfnisse.pdf

Und hier eine Sache, die auch hilfreich sein kann. Skills:
http://www.skillsshop.ch/files/skillsliste.pdf

Zitat:
Irgendwie komm ich da wieder raus, dass weiss ich innerlich, aber es macht mir Angst mir zuzusehen wie ich mich grad selbst zerstöre. Ich hab Angst das wenn ich wieder bereit bin zu Leben ich mir zuviel kaputt gemacht habe um wieder neu anfangen zu können.
Ist leichter gesagt, als getan, ich weiß. Aber je tiefer Du Dich da auf Dauer hinein begibst, je schwieriger wird das Leben. Wir lernen leider nicht, wie wir mit unseren Emotionen umgehen sollen. Überhaupt Emotionen zuzulassen, sie zu zeigen und darüber zu reden ist in unserer Gesellschaft nicht so normal, wie es sein sollte, denke ich.

Also, ich denke es wäre doch sinnvoll, einmal alle Schmerzen, alle Emotionen zuzulassen. Sich selbst gestatten, diese Gefühle auszuleben. Und wenn das bedeutet, zu heulen wie ein Schlosshund, dann ist das eben so. Vielleicht muss man es wiederholen. Aber wenn man sie zulässt, dann kann man sie auch schneller wieder zulassen.

So als Gedankenanstoß. Auch wieder 'Psychomist', den ich ausprobiert habe und der bei mir funktioniert. In den Wald fahren oder einen anderen Ort, wo nicht viele Menschen sind. Einen Platz suchen, zum Beispiel ein Lichtung oder so was, wo Du Dich wohl fühlst, der Dir gefällt. Dort hinstellen und einmal oder mehrmals laut schreien. Was ist egal. Frust, Trauer, Wut, Verzweiflung rauslassen. Fühlt sich erst total komisch an und kostet vielleicht Überwindung. Oder/und einen Ast nehmen und Bäume verkloppen. Dabei kann man wunderbar Spannungen abbauen und vor allem Wut, Frust und Verzweiflung rauslassen. Ein bisschen vorsichtig sein, dass brechende Astteile Dich nicht selbst treffen und auch die Baumrinde dabei möglichst nicht verletzt wird. Der arme Baum soll ja nicht leider. Ein paar Schläge machen ihm aber nichts. Oder beides zusammen.

Wenn Du Dich vorher in Stimmung bringen willst, kannste auf dem Weg dahin Kopfhörer aufsetzen und Dir laute Musik anhören. Natürlich nur, wenn Du das magst, und das auch was bringt. Was weiß ich, Mozarts Requiem, Heavy Metal, Schlager, was Du eben so magst und Dich emotional berührt.

Kannste ja vielleicht mal ausprobieren.

Lieber Gruß und nicht unterkriegen lassen! Wünsche Dir weiterhin ganz viel Kraft!
Sven

13.09.2011 08:38 • #15


Hallo Degroot,

ich kann Dich nur zu gut verstehen und mich in Dich hineinversetzen. Mir geht es gerade genauso und es schwer und tut so weh. Und ich könnte nur heulen weil vermissen und Sehnsucht ist das schlimmste Gefühl welches die Seele ertragen muss.

Ich weiss nicht was ich machen soll. Und denke auch niemand in meinem Umfeld versteht mich. Ich weiß, dass ich selbst sehr speziell bin aber es kann doch eigentlich nicht sein, dass man eine so andere Wahrnehmung und Weltanschauung hat wie die anderen.

Ich lebe und liebe so intensiv und dann auch nur ohne Kompromisse. Einfach bedningslos. Ich dachte mein Partner wäre wie ich und plötzlich kann er sich nicht auf mich einlassen.

Ich habe manchmal wie gerade jetzt das Gefühl, dass mein Herz wirklich krampft also auch physisch.

Du bist ein toller Mensch, ganz schön stark und so emotional, dass ist mehr als eine Tugend.

Herzliche Grüße

Aidan

14.09.2011 10:53 • #16


Zitat:
Also, ich denke es wäre doch sinnvoll, einmal alle Schmerzen, alle Emotionen zuzulassen. Sich selbst gestatten, diese Gefühle auszuleben


Ich will dir nicht auf die Füsse treten, aber was denkst du was ich mach? Ich heul wenn ich kann, ich versuch meine Gefühle literarisch auf Papier zu bringen, ich hab wieder angefangen zu malen und lass in den Bildern alles raus, ich zerstör meine Umwelt und mich selbst vor Schmerz, ja ich lasse den Schmerz zu und lebe ihn.

Ich weide mich an diesem Gefühl weil ich weiss dass es gross und einzigartig ist. So wie echte Liebe ist auch echter Schmerz ein Gefühl das nur wenige kennen. Dessen bin ich mir bewusst, und ich bin froh so intensiv fühlen zu können. Auch wenn es mich jetzt fast umbringt

14.09.2011 20:07 • #17

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Hallo Aidan,

doch es kann sein dass man selbst ganz speziell ist und eine ganz eigene Weltanschauung hat.

Das Problem dabei ist sich selbst treu zu bleiben und sich nicht zu verbiegen weil man glaubt den anderen entsprechen zu müssen. Man verliert sich leider viel zu schnell.

Wenn man dann einen Partner gefunden hat der anscheinend genauso tickt wie man selbst ist die Freude natürlich gross, die Enttäuschung hinterher natürlich um so grösser.

Aber ich persönlich geb die Hoffnung nicht auf wieder jemand besonderen zu finden, und wenn das passiert bin ich wieder bereit, so wie du sagst, bedingungslos zu leben und zu lieben, kompromisslos.

Behalte dir deine Lebenseinstellung bei, ist zwar nicht der leichte Weg aber der der Sinn macht überhaupt zu leben

14.09.2011 20:26 • #18


Hey Degroot!

Es gibt doch keinen Grund, dass Du Dich da unverstanden fühlst, oder? Wenn ich Dir auf die Füße getreten bin, dann doch nicht mit Absicht! Ganz bestimmt nicht!

Zitat:
Ich will dir nicht auf die Füsse treten, aber was denkst du was ich mach?
Schau mal, ich kann doch nicht wissen, wie Du mit Deinen Gefühlen umgehts. Ich habe aus dem, was ich zu lesen bekomme, meine Schlüsse gezogen, mehr nicht. Für mich klangst Du so, als ob Du Dich gegen Deine Gefühle wehrst, in dem Du versuchst hart zu sein.

Ich wollte Dir deshalb Mut machen, Dich den Gefühlen zu stellen. Gerade weil wir Kerls nicht unbedingt gerne Heulen wie Schlosshunde. Viele jedenfalls.

Also, lass uns bitte nicht über Missverständnisse in die Haare kriegen, ja? Das hilft doch keinem von uns beiden, finde ich!

Lieber Gruß
Sven

14.09.2011 20:35 • #19


Hallo degroot,

danke für deine Worte.
Ich kann mich nicht verbiegen, nicht mehr und bin stolz darauf. Anders zu sein bedeutet in meinem Fall auch allein zu sein. Was ich nicht schlimm finde. Ich war schon immer die Nachdenkliche.
Du kennst bestimmt die Moment, in denen die Traurigkeit und das Vermissen so groß ist, dass man schreien und weinen möchte. Ich bin heute einfach hinter die Firma und hab es rausgelassen.
Ich schreibe viel, ich bringe das zu Papier was ich ihm sagen möchte. Aber nicht sagen werde, weil der Kontakt mir nur neue Hoffnung machen würde.
Denkst Du manchmal auch, dass es seltsam ist, dass man selber weiß, dass dieser Mensch und Du einfach ein tolles Team wärt aber man bekommt nicht die Chance.

Aidan

14.09.2011 20:36 • #20



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