App im Playstore
Pfeil rechts
22

B

BlackSkies
Mitglied

8
2
4
Liebes Forum,

seit längere Zeit und insbesondere akut in den letzten paar Wochen quälen mich Fragen, auf die ich bisher keine finale Antwort finde. Ich fühle mich gefangen im Gedankenkarussell und bin einfach auf der Suche nach Klarheit. Klarheit darüber was ich will, was gut für mich ist und was der richtige Weg in dieser Situation ist.
Meine Partnerin und ich sind seit rund 10 Jahren zusammen. Im Grunde sind wir im Alltag ein gutes Team. Ich bin jetzt 40, sie 37. Wir haben unser gemeinsames Leben im Griff, stehen finanziell auf sicheren Beinen, haben ein kleines gemeinsames Häuschen und zwei wunderbare Main Coons, die wohl für uns so ne Art Kinderersatz sind. Kinder wollten und wollen wir beide tatsächlich nie. Dennoch gibt es schon seit lang immer wieder Streit über die selben Themen. Die Unzufriedenheit, ich denke auch auf beiden Seiten, ist immer mehr gewachsen. Bereits vor drei Jahren führte das zu einem heftigen Knall, welcher fast zur Trennung geführt hätte. Wir waren uns aber einig, dass wir all das was wir uns aufgebaut haben nicht einfach aufgeben wollen. So richtig mit den Themen auseinandergesetzt haben wir uns dennoch nicht, wohl einfach weiter gemacht und gehofft dass sich alles von selbst erledigt.
Ich spürte in den letzten Monaten von Tag zu Tag mehr, dass ich immer unzufriedener wurde. Leider steht mir in solchen Situationen dann schnell meine hohe Harmoniebedürftigkeit im Weg, was dazu führt, dass ich meine Bedürfnisse viel zu selten und nicht offen genug kommuniziere. Sie im Gegenzug ist ein relativ impulsiver Mensch, was raus muss muss raus. Zumindest oberflächlich, denn über das zu reden was gerade wirklich in ihrem Inneren abgeht, fällt ihr auch oft schwer. Es entläd sich dann einfach die Wut über die Symptome. Bei mir hat das dann oft eher wieder dazu geführt, mich zurückzunehmen, der Harmonie wegen. Ich hab irgendwie das Gefühl gehabt irgendwann, mich selbst total zu verlieren, und nur noch zu funktionieren.
Ende November kam dann ziemlich viel zusammen. Mein Chef knallte mir unvermittelt die Kündigung zum Ende des Jahres inkl. sofortiger Freistellung auf den Tisch, was mich ziemlich aus den Socken gehauen hat. Ich war natürlich die Tage darauf nicht sonderlich gut drauf, was zu Streitereien geführt hat, weil ich nicht so funktioniert habe, wie sie es sich von mir erhofft hat. Mit meiner Leidensfähigkeit am Ende, hab ich ihr dann doch endlich , geballt und natürlich viel zu spät all meine Themen auf den Tisch geworfen, die mich in der Beziehung belasten. Es ist nicht so, als hätte ich all diese Themen nicht bereits mehrfach doch schon mal angesprochen, aber wohl nie so offen und direkt wie jetzt. Die darauffolgenden endlosen Diskussionen waren so emotional aufgeladen, dass wir nur noch aneinander vorbei diskutiert haben. Dies führte dazu, dass die Trennung groß im Raum stand. Ich würde ja sowieso gerade nur völlig abdrehen, weil ich mit der Kündigung nicht klar käme.
Wir haben darauf hin in getrennten Zimmern geschlafen und sind uns im Alltag quasi komplett aus dem Weg gegangen. Ich war viel unterwegs, hab Freunde getroffen die ich lang nicht mehr getroffen habe, stumpf gesagt, meine gewonnene räumliche Freiheit genutzt. Natürlich fühlte sich das alles nicht schön an. Trotzdem tat es mir irgendwie gut. So viel Zeit und Fokus für mich zu haben.
Eines Abends fand ich einen sehr emotionalen Brief auf meinem Bett. In dem sie schrieb wie sehr sie die Beziehung will, dass sie mich vermisst, was sie sich von mir wünscht und auch sie beschrieb auch Einsicht zu den Themen, die ich angesprochen hatte.
Ich beschloss ihr ebenfalls einen Brief zu schreiben. Mein Brief fiel allerdings etwas rationaler aus als Ihrer. Ganz bewusst, weil es mir wichtig war alle Themen zu adressieren und nicht wieder an dem Punkt zu Enden, an dem man einfach weiter macht und hofft dass es sich von alleine bessert.
Ihr Hauptthema mir gegenüber ist hauptsächlich der Wunsch nach mehr Wertschätzung. Mehr Wertschätzung durch mehr Aufmerksamkeit, mehr Unterstützung im Alltag, weil sie immer wieder betont wie anstrengend ihr Job im Schichtdienst ist.
Ich hab für meinen Teil drei Themen ausgemacht. 1. Respektvoller Umgang miteinander, da sie in impulsiven Situationen sehr grenzüberschreitend sein kann und unsere Streitkultur einfach nicht so ist, wie ich mir das wünschen würde. Das sind Themen, wo mir die Stichworte emotionale Manipulation oder auch Schuldumkehr in den Sinn kommen. Ich hab ne Weile gar Streittagebuch geführt, weil sie mir ständig die Worte im Mund verdreht hat und ich mir beweisen musste, ob ich Spinne oder nicht 2. Mehr Freiheit zur persönlichen Entfaltung, Raum und Zeit für eigene Interessen und Freunde. Manchmal glaube ich, für sie gibt es nur noch ein WIR und kaum Raum für die individuellen ICHs. 3. Nähe. Körperlich, aber umso mehr emotional. Seit langem fühlte sich das alles für mich “nur” noch nach WG Leben an, als sei man einfach gute Freunde die zusammen wohnen. Sex gab es kaum noch. Ich hab aber insbesondere in meinem Brief addressiert, dass es mir gar nicht um Quantität geht. Sondern um das Gefühl dabei, als Partner wirklich gesehen zu werden. Das es vereinfach gesagt nicht darum geht, “rangelassen” zu werden, sondern es ja darum geht, dass beide Seiten Spaß daran haben. Und ich ganz sicher keinen Spaß daran haben kann, wenn ich merke, dass sie total gehemmt ist. Und wir eben an all dem Arbeiten müssen.

Die Reaktion auf meinen Brief, der rational aber ganz sicher nicht staub trocken geschrieben war, schockiert mich bis heute noch ein bisschen. Das wäre das schlimmste was ich ihr hätte schreiben können. Ihr Brief sei ja so emotional gewesen und ich würde ihr sowas abgestumpftes hinwerfen. Ich solle besser nicht mehr schreiben, denn das könne ich nicht. Dennoch konnten wir wenige Tage später über alle Themen, ihre und meine, offener und ruhiger sprechen. Sie betonte erneut, dass sie uns nicht aufgeben will. Wir uns uns so viel aufgebaut haben gemeinsam und man das nicht einfach wegwerfen sollte. Und die Chance habe ich uns dann auch einige Tage weiter gegeben. Wir haben die Betten wieder zusammengestellt, ich bemühe mich sehr, ihr die Aufmerksamkeit zu schenken die sie sich wünscht, ihr Arbeit abzunehmen wo ich kann. Ebenso merke ich, dass sie sich auch bemüht. Sie bemüht sich mir mehr Raum zu geben, sich im Streit zusammen zu reißen. Sogar im letzten Punkt - wo mir eigentlich klar war, dass das Thema Nähe ganz viel Zeit und Arbeit braucht, hat sie reagiert. Auf einmal wurde sie vor einigen Tagen aktiv, war wie ausgewechselt. So ausgewechselt, dass sich das schon fast iritierend anfühlte, weil es einer 180 Grad-Drehung glich.

Dennoch blieb in mir viele Frage bestehen… ob sie meine Seite wirklich ernst nimmt, ob sie weiterhin denkt, ich würde durch die Kündigung quer drehen und schon wieder zur Vernunft kommen? Ob ich wirklich noch so fühle wie ich sollte, oder das nur noch Gewohnheit und Freundschaft ist? Ob wir einfach zu unterschiedliche Ansichten haben inzwischen? Ob ich einfach nur Angst vor dem Neuanfang habe, weil so viel mit Haus, den Tieren, Familie und geteilten Freundeskreis auf dem Spiel steht? Ob sie vielleicht gar recht hat und mich das Chaos gerade überfordert?

Ich weiß einfach gerade nicht wie ich hier die nötige Klarheit für mich erlangen soll, darüber, was richtig ist. Kämpfen oder gehen?

Vielen Dank fürs lesen - und vielleicht gibt es ja Erfahrungswerte von jemandem dazu, der dieses Gedankenkarrussel bereits hinter sich hat?

BlackSkies

03.01.2026 #1


12 Antworten ↓


Logo
Kurze Antwort, kämpfen und neuen Job suchen.

Ich denke bei langjährigen Beziehungen kommt es immer mal zum kriseln.

Das mit dem Brief schreiben kommt mir bekannt vor.

Besser einen Schritt aufeinander zu, als voneinander weg.
Ich glaub, da seid ihr beide schon dabei.
Knapp 44 Ehejahre mit Höhen und Tiefen sprechen da aus mir.

Ihr habt euch über die Zeit etwas auseinandergelebt und das wieder Zusammenkommen wird auch nicht von heute auf morgen gehen, aber der Wille ist zu erkennen.

x 4 #2


A


Kämpfen oder gehen? Ist die Trennung das richtige?

x 3


Luce1
Es liest sich so, dass Du allgemein sehr unzufrieden in der Beziehung bist.

Das mit den Briefen mag okay sein aber viel besser wäre, dass ihr Euch zusammen setzt und wirklich redet. Nachfragen beantwortet.

Sie möchte Wertschätzung. Vielleicht spürt sie Deine Liebe nicht mehr so, machst Du mal kleine Geschenke so wie am Anfang ( das gilt natürlich auch für sie, macht sie das noch?)

x 1 #3


B
Ein kleiner Nachtrag da editieren nicht mehr geht und den ich vergessen hatte, der aber eine wichtige Rolle dabei spielt wie meine Trennungsgedanken konkreter wurden akut:

Nach meiner Kündigung entschied ich, mich ebenfalls wieder in den Schichtdienst zu bewerben, in einen Job der mir am Herzen hängt und wo ich einfach für mich entschieden habe, dass er der richtige für mich ist. Ihre Reaktion darauf war folgender Satz: "ist das dein ernst? Wenn du das machst, dann ohne mich, dann bin ich weg!". Diese Aussage, wenn gleich wie diese trotz mehrmaliger Wiederholung inzwischen relativiert hat, hat den Trennungsgedanken endgültig bei mir ins Rollen gebracht.

BlackSkies

#4


Luce1
Zitat von BlackSkies:
Wenn du das machst, dann ohne mich, dann bin ich weg


Schrecklich. Du musst Dein Leben so leben, dass DU glücklich bist. Selbst wenn Du weniger verdienst (Beispiel), Hauptsache Du gehst gerne zur Arbeit.

Sorry, was sie da abzieht geht gar nicht, mit Trennung drohen, wenn ….

Sie müsste als Partnerin doch für Dich glücklich sein, dass Du dann den Beruf machst, der Dich ausfüllt?

Warum reagiert sie so?

#5


Lina60
Lieber @BlackSkies, ich denke nicht, dass Dir hier jemand die Entscheidung ob kämpfen oder gehen abnehmen kann. Dass Du jedoch das Wort "kämpfen" ( statt z.B. "bleiben oder gehen") benutzt, zeigt, dass Du die Beziehung als Kampf betrachtest, was sie natürlich auf keinen Fall sein darf !

Euer Problem ist das vieler Menschen, gerade bei längeren Beziehungen: man hat zusammen einiges aufgebaut und eine gewisse Vertrautheit existiert. Eine Trennung ist ein Prozess ( wie auch aus Deinem Text sichtbar), der sich in die Länge ziehen kann. Man weiss schliesslich nicht wie die Beziehung heraus kommt. Möglicherweise verändert sich die Partnerschaft ( zum Besseren)...dann endet sie im Zusammenbleiben. Hört man immer wieder, auch von Leute die eine Paartherapie machten.

Möglicherweise führt der Prozess dann zur Trennung. Mein Ex-Mann und ich waren 36 Jahre verheiratet ( erschwerend haben wir zwei Kinder. Beiden von uns Eltern war es ein Anliegen wegen der Kinder zusammen zu bleiben...das habt Ihr nicht). Manchmal kam es trotzdem fast zur Trennung. Einmal zog mein EX sogar aus, kam aber dann zurück..

Schlussendlich trennten wir uns doch...wieder Jahre später...

Ich hoffe, Du kannst etwas mit meinen Zeilen anfangen, auch wenn ich Dir nicht sagen kann was zu tun ist.

Etwas fällt mir da grad noch ein: man soll während Krisen keine Entscheidungen treffen...

x 2 #6


Logo
Zitat von Luce1:
Warum reagiert sie so?

Der Zeitpunkt ist da entscheidend, war ja gerade, wo die Kacke so richtig am Dampfen war und natürlich der beschriebene Charakter, also spontan, impulsiv und raushauen, was da gerade so durch den Kopf geht.
Kann am nächsten Tag schon wieder viel gefasster sein, was ja auch so eingetreten ist.

Es ist verdammt schwierig hier jemandem zu raten, ob er eine Beziehung beenden soll oder nicht.
Es fehlt einfach die Sicht des Partners.

x 2 #7


Backaru
10 Jahre Beziehung ist eine lange Zeit und meiner Meinung nach sollte man darum kämpfen.
Im Moment bist du in einer Ausnahmesituation, weil du in deinen Job gekündigt wurdest und dann kommen die kleinen und großen Probleme in der Partnerschaft hinzu.
Damit ist man schnell überfordert und stellt auch einiges in Frage.
Ich an deiner Stelle würde erstmal abwarten, ob sich der jetzige Zustand eurer Beziehung stabilisiert und Sie weiter so auf dich eingeht, wie im Moment. Sie, aber auch du, scheinen ja die Beziehung in einigen Punkten zum besseren gekehrt zu haben.

Was mir persönlich aber sehr aufstoßen würde, ist, das deine Partnerin doch sehr wenig Empathie aufgebracht hat, als du durch den Jobverlust so fertig warst. Und deine Idee wieder in den Schichtdienst zu wechseln ohne große Diskussion sofort torpediert hat.

x 4 #8


P
Ich bin 22 Jahre mit meinem Mann zusammen. Wir haben sehr viele Höhen und Tiefen hinter uns (und sicher noch vor uns).

Es gibt einige Verhaltens-Dinge, die mich sehr an meinem Mann stören. Ich bin auch oft hin und her gerissen gewesen, zwischen Akzeptanz dieser störenden Dinge, dem Wunsch, dass er sich ändern möge und dann wiederum der Frage, wann man aufgibt und geht, wenn weder das eine oder andere klappt.

Dann bin ich über einen Spruch gestolpert, der mir die Augen geöffnet hat: "Entscheidend ist nicht, ob dein Partner so ist, wie du es dir wünschst, sondern ob du so sein kannst, wie du bist".
Und das kann ich. Absolut.


Alles andere bekommt man mit Reden hin.
Notfalls mit professioneller unterstützung.
Meine Meinung.

Mit einem anderen Mann hätte ich zweifelsohne andere Probleme. Vielleicht schlimmere. Solange ich sein kann, wie ich bin, gerne mit ihm zusammen bin, kann ich eigentlich alles händeln.

x 6 #9


E
Ich sehe die Probleme gar nicht so schwerwiegend an, das sind kleine Probleme die man zusammen angehen kann wenn beide sich darauf einlassen. Man sollte sich nicht gegenseitig bekämpfen, so weit dass man am Ende einer Beziehung angekommen ist. Ich glaube es gibt diese Beziehungen die harmonischer ablaufen weil beide den Andern als Vollwertig ansehen und die Bedürfnisse des anderen auch sehen, respektieren und sich gegenseitig darin unterstützen, sie können besser auf einander eingehen weil sie auch nicht besitzen wollen und sich nicht als Konkurrenz sehen, im ewigen Wettbewerb stehen um endlich wahrgenommen zu werden und wenn das über Jahre hinweg geht, dann verliert man die Bedürfnisse des Partners aus den Augen und sieht nur noch sich, seine eigenen und wenn beide nur noch auf ich eingestellt sind, dann gibt es Zerwürfnisse. Und wenn dann beide das Gefühl haben sie wollen über den anderen Bestimmen, dann ist es gar nicht mehr gut.

x 1 #10


B
Hi,

euch allen ganz herzlichen und lieben Dank für eure offenen und ehrlichen Antworten. Entschuldigt die etwas verspätete Antwort, aber ich brauchte im Kopf ein wenig Abstand von dem Thema, weil sich alles in Gedanken nur noch im Kreis gedreht hat. Dennoch hat bei mir ein Zitat besonders viel Eindruck hinterlassen:

Zitat:
"Entscheidend ist nicht, ob dein Partner so ist, wie du es dir wünschst, sondern ob du so sein kannst, wie du bist"


Ich denke, das trifft mein Kern-Problem auf den Punkt. Das ist mir in den letzten Stunden sehr bewusst geworden. Und dass dies vorrangig vor allem mein ganz persönliches Thema ist. Meine Harmoniebedürftigkeit genau das blockiert. Aber auch die Dynamik in unserer Beziehung, in welcher sie sehr aktiv und deutlich darauf pocht, ihre Interessen durchzusetzen. Aber ja, dazu gehören immer zwei und eben auch der, der das mit sich machen lässt. Mein Selbstwert scheint gerade auf dem Tiefpunkt, mein Energie-Level sehr niedrig, gerade zu lethargisch.
Ich hab für mich feststellen können, wie viele Bedürfnisse und Interessen mir in den letzten Monaten abhanden gekommen sind. Wie wenig Raum meine echte Persönlichkeit hat. Wie wenig meiner Persönlichkeit zB. auch in unserem Haus steckt. Ich hab mich selbst verloren, irgendwie ... und genau das ist wohl der wunde Punkt und die Kernfrage aus meiner Perspektive. Kann ich wirklich ICH sein? Faktisch wirkt sie deutlich mehr auf mich ein, in dem Sinne so zu funktionieren wie sie es sich vorstellt, als das ich es auf sie tue. Ich versuche mir gerade darüber klar zu werden, welche Dinge das sind. In denen ich anders sein würde, anders handeln würde, wenn ich "könnte". Da wären als erstes Beispiel Interessen und Hobbys, die ich schleichend aufgegeben habe, weil sie einfach Zeitintensiv sind. Und ihr ständiges "beleidigt sein" und sticheln einfach auf Dauer sehr angestrengt haben und es wohl einfacher war, dem einfach aus dem Weg zu gehen. Dazu generell immer wieder der schnelle und direkt Vorwurf, ich sei ein egoistisches Einzelkind, sobald ich den Versuch starte, mir mehr Raum zu nehmen. Und direkt ist da auch wieder der Gedanke ... "vielleicht hat sie ja Recht?" ... Wo ist die Grenze zwischen Selbstliebe, Raum für sich und Egoismus?

Lieben Gruß,
BlackSkies

x 1 #11


Flame
Soweit ich das - auch an mir und meiner eigenen langjährigen Beziehung - erkennen kann,ist es der Anfang vom Ende,wenn man bereits auf einer "Angriffsebene" gelandet ist bzw. dort verbleibt.

Die Angriffe finden ja nur deshalb statt,weil es Verletzungen gab,die "sitzen" (und die man nicht vergessen kann und die schwelen untergründig weiter).

Einziger Ausweg: raus aus der Angriffshaltung und rein hin zu sagen ,wie man sich fühlt,was man sich wünscht und AUCH dahin,dem Partner einzugestehen,was man selbst versäumt hat (Eigenanteil eingestehen).

Einfach ist das nicht (vor allem der Teil mit dem Eigenanteil).

Ggf. (sich selbst) therapeutische Hilfe holen,mal eine Aussensicht bekommen.
Die ja nicht unbedingt stimmen muss aber man bekommt zumindest mal ganz andere Denkimpulse.

Vor einigen Jahren habe ich diese Schmerzpunkte zunächst mit meiner Therapeutin besprochen und sie war dann bereit für ein Paargespräch und mein Mann auch.
Vorher war die Anspannung gross aber es lief wirklich super und danach war es wirklich so,dass der "Knoten" geplatzt war.
Ich hätte diese Verletzungen aber glaub ich nie wirklich "verwunden",wenn es dieses Gespräch nicht gegeben hätte und auch die Bereitschaft meines Mannes,das mit mir zu machen.

Das ist jetzt fast 10 Jahre her und aktuell ist wieder alles so schwer.
Habe inzwischen immerhin erkannt,dass dabei meine Ängste/Depressionen die Hauptrolle spielen:
Einerseits gut zu wissen,andererseits kann ich mich gewisser Schamgefühle darüber auch schwer erwehren.

Ihr müsst an die "neuralgischen Punkte" ran.
Bei Dir der Satz mit dem Einzelkind.
Kann im Streit gesagt worden (und eigentlich gar nicht so scharf gemeint gewesen sein) aber sowas kann noch lange und intensiv nachwirken.

Auch das möchte ich noch mitgeben (weil auch ICH der harmoniebedürftige Part bin):

Sprich mit ihr drüber,dass Du DU sein möchtest.
Was Dir dazu fehlt und ob sie meint,Dir dabei vielleicht helfen zu können in einem gemeinsamen Prozess.

Wenn Du nicht Du bist (Dich nicht traust,Dir das heraus zu nehmen) kannst Du es ihr - hart gesagt - auch nicht zum Vorwurf machen.
So ähnlich hat mein Mann mir das kürzlich auch gespiegelt.

Wie Du Dir denken kannst,war ich nicht begeistert und hab mich auch direkt wieder "angegriffen" gefühlt,weil ich dachte,jetzt werd ich auch noch dafür "bestraft",dass ich mich zu sehr angepasst habe aber im Endeffekt hat er ja Recht.

Konnte ich mir selbst aber erst eingestehen,als ich mal - für mich alleine und in aller Ruhe - darüber nachgedacht habe.

Niemand kann Du sein ausser Du selbst und niemand kann Dir das nehmen.

Jetzt gerade bist Du verunsichert und Deine Frau auch.
Aber sie scheint doch immerhin zu versuchen,Dir nun mehr gerecht zu werden (wenn auch auf eine ungelenke/unbeholfene Weise).

Nur ich würde definitiv davon abraten,zusammen zu bleiben,weil man sich gemeinsam was aufgebaut hat (Haus etc).
Das darf aus meiner Sicht keine Rolle spielen,weil es geht um die Beziehung.
Darum zu lernen,sich wieder näher zu kommen.

Und das geht meines Erachtens nur darüber,sich emotional absolut verletzlich zu machen und darüber dem Partner zu zeigen,dass man ihm (grundsätzlich) vertraut.

x 1 #12


P
Zitat von BlackSkies:
Hi, euch allen ganz herzlichen und lieben Dank für eure offenen und ehrlichen Antworten. Entschuldigt die etwas verspätete Antwort, aber ich ...

Ihr scheint ja beide an der Beziehung festhalten zu wollen.
Du hast viele gute Fragen, die dich gleichzeitig etwas zu überfordern scheinen oder zumindest aktuell nicht befriedigend beantwortet werden können.
Ich könnte mir vorstellen, dass eine gute Beziehungsberstung oder Paartherapie helfen könnte.

#13


A


x 4





App im Playstore