Hallo.
Ich lese schon seit Längerem hier mit und habe mich heute durchgerungen, mich hier anzumelden. Gestern Abend habe ich meine toxische, komplizierte, emotional instabile und erschöpfende Beziehung mit meiner Freundin beendet. Es hat mich viel Überwindung gekostet, da ich sie noch immer liebe wie niemals einen Menschen zu vor und sie mir sehr wichtig ist. Es geht mir jetzt, wie sollte es auch anders sein, richtig sch. damit. Ich vermisse sie, obwohl es die richtige Entscheidung war, das Ganze zu beenden, bevor ich noch mehr daran kaputt gehe, als ich schon bin.

Ich habe sie letztes Jahr im April kennengelernt und seit Oktober/November letzten Jahres waren wir zusammen - mit sehr vielen Problem, Höhen und Tiefen. Leider haben die Tiefen überwogen, aber ich war immer für sie da, habe sie immer unterstützt, ihr geholfen, sie emotional aufgebaut. Alle in meinem Freundeskreis haben mir dazu geraten, es zu beenden und sich mit der Zeit auch von mir fern gehalten, da sie unsere Beziehung nicht akzeptiert haben, weil unser Altersunterschied doch sehr beträchtlich ist und ihr Job auf Ablehnung in meinem Freundeskreis gestoßen ist. Ich stand aber immer hinter ihr.

In der Zwischenzeit bin ich aber daran zerbrochen, ich bin nicht mehr der, der ich einmal war, das sehe ich inzwischen selbst, bin in Therapie und muss versuchen, wieder mein normales Leben zurückzufinden. Ich schaff es noch nicht, ihre Nummer zu löschen, ihre und unsere gemeinsamen Fotos zu löschen und zu Hause abzuhängen. Es ist pures Emotionschaos in meinem Kopf.

Wir seid ihr mit euren Trennungen umgegangen? Ich weiß, so von wegen Erinnerungen, Fotos und Nummer löschen, auf sozialen Medien blockieren und die ganzen Standardratschläge. Aber ich schaffe das zur Zeit nicht und will das auch nicht. Habe gestern zwei "Freunden" geschrieben, dass es zu Ende ist. Die einzige Reaktion, die kam war: Tut mir Leid, aber ich hab es ja schon immer gesagt und du nicht auf mich gehört.

Ich freue mich, über euren Input, ob ihr auch schon Erfahrung mit toxischen Beziehungen hattet, an denen ihr fast selbst zerbrochen seid und trotzdem mehr Liebe als Ablehnung nach der Trennung empfunden habt?

26.09.2019 12:05 • 02.10.2019 #1


4 Antworten ↓


Icefalki
Nun, manches Gift kann auch süchtig machen.

Vielleicht hilft dir, wenn du über dich nachdenkst, warum du etwas nicht loslassen möchtest, das dich so belastet und zerbrochen hat. Warum du dieses Verhalten als Liebe angesehen hast. Warum du jemand liebst, der dich so behandelt hat.

26.09.2019 12:22 • #2


Zitat von Icefalki:
Warum du jemand liebst, der dich so behandelt hat.


Ja, manches Gift macht in der Tat süchtig und sie ist in gewisser Weise wie eine Dro. für mich, wovon ich nicht loskomme. Es gab so viele Punkte, die dafür sprachen, es schon länger zu beenden, aber ich habe es nie geschafft. Ich habe mich nie zu dem Schritt durchgerungen. Warum liebt man jemanden, der einen so behandelt? Das ist eine schwierige aber ziemlich gute Frage... Mein Freundeskreis hat auch nie verstanden, warum ich sie so liebe und so viel für sie gemacht habe und immer hinter ihr stand, egal was passiert ist. Ich habe ad-hoc noch nicht mal eine Antwort auf die Frage... Vielleicht Faszination und die Tatsache, dass ich durch sie wieder entdeckt hab, dass ich noch lebe und man einfach das Leben genießen und Spaß haben kann, ohne an Morgen zu denken. Meine letzten beiden langen Beziehungen waren im Vergleich zu ihr eher langweilig, harmonisch und alltäglich.

26.09.2019 12:33 • #3


Icefalki
Ich bin ja jetzt schon älter und habe mehr Aufregung im Leben gehabt, als mir lieb war. Wer Paniker ist, lebt ziemlich am Limit. Zwischenzeitlich liebe ich die stinknormale Normalität.

Und was dich betrifft, was unterm Strich rauskommt, ist das was zählt.

26.09.2019 16:15 • #4


Ich komme einfach nicht von ihr los...
Letzte Woche Mittwoch habe ich ihr gesagt, dass es für mich ein Lebewohl ist. Donnerstag und Freitag hatten wir keinen Kontakt. Freitagnacht schreibt sie mir, ob ich mit ihr und den Mädels noch zusammen in die Disco gehen mag. Ich hab natürlich zugesagt. Es war aber eine ziemlich kalte Stimmung zwischen uns, haben uns nur per Handschlag begrüßt und nicht miteinander geredet und nicht zusammen getanzt. Sie ist mir aus dem Weg gegangen. Habe sie und die Mädels dann nach Hause gefahren am Morgen und haben uns auch nur kurz Tschüß gesagt. Samstagnacht ruft sie wieder an, weint und meint, ich solle sie nicht alleine lassen, weil sie außer mir niemanden hat und ob ich wieder mit ihr und den Mädels in die Diso gehe. Natürlich war ich wieder mit. Sie ist mir um den Hals gefallen, hat mich lange umarmt, wir haben uns gut verstanden, viel zusammen getanzt. Es war wieder viel Alk. und Dro. im Spiel und sie hat ihre eiskalte Hülle nicht aufrecht erhalten können. Wir haben bis weit nach Sonnenaufgang gefeiert und uns auch Sonntagabend noch mal kurz gesehen.

Ich komme einfach nicht los von ihr, obwohl ich weiß, dass sie mir mehr schlecht als gut tut.

02.10.2019 08:13 • #5