Zitat von StilleSeele:ich finde es traurig, dass man heutzutage immer seltener auf Menschen trifft mit denen man sich auf gleicher Wellenlänge befindet und wo der Kontakt sich vertieft und mit der Zeit beständig wird. Wahre Werte wie Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Offenheit, Hilfsbereitschaft sind so gut wie verloren gegangen.
Das hört sich so an, als hättest du schon ein langes Leben hinter dir und könntest beurteilen, wie es "früher" war und wie es "heutzutage" ist. Aber du bist wohl doch noch ziemlich jung, oder?

Es ist bei fast allen Menschen so, dass man mit dem Älterwerden immer seltener auf Menschen trifft, mit denen man sich schnell auf gleicher Wellenlänge befindet und wo der Kontakt mit der Zeit beständig wird. Es ist typischerweise die
Kindheit und frühe
Jugendzeit, in der man sich bei
gleichartigen Tätigkeiten trifft - im Kindergarten, in der Schule -, und sich allein schon deswegen ein gewisses Ausmaß an Verstehen und gleicher Wellenlänge einstellt. Und durch die automatische
Dauer des Kontakts entstehen meist automatisch auch tiefere Freundschaften.
Danach folgen oft unterschiedliche Ausbildungswege und -orte, wodurch diese Kontakte oft schwächer werden oder ganz verloren gehen, und neue Kontakte und daraus sich ergebende Freundschaften haben sehr viel schlechtere Voraussetzungen fürs Entstehen.
Daher kommt dann oft der Gedanke, dass das "früher" alles besser war und dass "heutzutage" solche Werte (Fraundschaft, Vertrauen usw.) "verlorengegangen" seien.
Das ist aber eine rein subjektive Erfahrung, die sich bei den meisten im Leben einstellt, v.a. wenn er/sie nicht sein Leben lang in der Nähe seines Aufwachs-Ortes bleibt.
Zitat von StilleSeele:die meisten schwimmen einfach mit dem Strom. Diejenigen die gegen den Strom schwimmen gelten als Außenseiter.
Der "Strom"
besteht ja aus den Menschen, die in eine bestimmte Richtung schwimmen. Das nennt man auch denglisch-neudeutsch: "Mainstream".
Die anderen sind per Definition "Außenseiter", sie schwimmen eben nicht in der Mitte, sondern außen.
Das sagt aber nichts über Wert oder Unwert bzw. Recht oder Unrecht der Außenseiter aus.
Allerdings sind die Menschen, die im Strom mitschwimmern, sehr oft der MEINUNG, dass die anderen im UNRECHT seien. Dadurch wird es den Außenseitern
schwerer gemacht. Das ist aber einer der Überlebensmechanismen von Gruppen (auch schon bei Affen wissenschaftlich fesrgestellt ).
Allerdings werden manche Außenseiter durch den Widerstand ihrer Umwelt stärker - siehe Conchita Wurst alias Tom Neuwirth.
Es bringt einem einfach nichts, auf den Mainstream zu schimpfen. Wenn man etwas anderes will, muss man die Ärmel hochkrempeln, in die Hände spucken und loslegen.
