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Liebe Community,

Ich wünsche mir vom Herzen, dass jemand liest was ich schreibe und auch nur einen kleinen Teil nachvollziehen kann.

Jetzt weiß ich endgültig nicht weiter. Seit heute Morgen erkläre ich mich selber für. psychisch krank? Ich will gerne beschreiben, was mein Problem ist, aber ich habe das Gefühl, keine Aussage trifft es. Egal wie ich es formuliere, ich glaube, es klingt nur halb so schlimm, wie es in Wirklichkeit ist. Ich versuche es, weil ich absolut nicht weiter weiß und einfach mit jemandem reden möchte, der es auch nur annähernd versteht.
Ich komme manchmal in sehr eigenartige Zustände. Situation heute morgen: Ich bin quasi panikerfüllt aus meinem Bett aufgesprungen. Die Gedanken wieder SO verwirrend?! Nichts rationales. Keine begründete Angst. Keine Schmerzen. Ich hatte ein Kribbeln in den Beinen und Armen und alles war versteift. Ich griff mir immer wieder in die Haare, mein Mund stand fast permanent offen und meine Augen aufgerissen. Im Spiegel sah ich aus wie eine Irre. Jetzt weiß ich, was wohl jeder sagen würde: Panikattacke. Nein, ich weiß, was Panikattacken sind. Das hier ist anders und tausendmal schlimmer. Der Höhepunkt heute morgen war, (ich bin Studentin und gerade für ein paar Tage in meinem Elternhaus zu Besuch) als ich mich ins Schlafzimmer meiner Eltern gestellt habe und hilflos dabei zugesehen habe, wie sie schliefen. Als meine Mutter aufwachte, war sie verwirrt und fragte ob alles gut sei. Ich meinte dann nur ja und bin weiter in den nächsten Raum geschlendert. Meine Gedanken waren so merkwürdig und ich hatte das Gefühl, dass ich mich jetzt ständig so fühlen müsste. Es ist wie zu träumen. Im Kopf sind auf einmal Formen und Farben, Dinge die absolut keinen Sinn machen (ich kann es einfach nicht beschreiben. ).
Was vielleicht interessant sein könnte: Gestern bin ich bei meinem Freund aufgewacht und dieser meinte etwas besorgt zu mir, dass er jetzt schon mehrmals beobachtet hätte, dass ich nachts so eine Art Krampf bekomme. Meine Hände würden sich zu Fäusten ballen und alles sei hart. Es würde dann besser werden, wenn er mir den Hals oder den Kopf streicheln würde. Aber auch Schlafparalysen kann ich ausschließen, denn ich habe weder Albträume, noch bekomme ich diese Anfälle in irgendeiner Weise mit.
Schlafen tu ich schon seit über einem Jahr schlecht. Zu Beginn waren es meist Panikattacken, von denen ich nachts heimgesucht wurde. Daraus entwickelte sich die typische Angst vor der Angst und das ist es gewesen mit ruhigen Nächten. Konnte mich an erholsamen Schlaf kaum noch erinnern. Die letzten Monate ging dies allerdings wieder. Ich hatte gemerkt, dass es mir vor allem gut geht, wenn ich nicht alleine schlafen musste. Aber das Problem jetzt, dass ich ständig dieses Gefühl im Kopf bekomme, diese Gedanken an irrationale Kleinigkeiten, Formen, Farben, Kribbeln und das harte Gefühl im Kopf. es ist einfach immer wieder und absolut unangekündigt da. Wenn es nicht a ist, lebe ich in Angst davor.

Man denkt jetzt bestimmt, ich solle zum Arzt oder es könnten Depressionen etc. sein. Ich habe absolut keinen Stress. Mich belastet im Grunde nichts. Meine Familien-Situation ist von Geburt an komplett unproblematisch, ich habe viele und sehr gute Freunde und einen Freund, der sich sorgt. In der Uni komme ich nach wie vor gut zurecht und auch ansonsten habe ich meines Erachtens nach keinen Anlass für sowas.
Was mein Arzt sagt: Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich beim Arzt war wegen Schlafstörungen, Herzrasen, Schmerzen in der Brust oder im Arm, plötzliche Stimmungsschwankungen, Extrasystolen und so weiter. Aber es kommt jedes Mal das gleiche: Stress, Stress, Stress, hier haben Sie Betablocker und Tavor und versuchen Sie sich zu entspannen. Ich habe mich noch nie getraut Tavor auszuprobieren.
Gehöre ich also langsam zum Psychiater? Sollte ich mir ernsthafte Gedanken um eine Einweisung machen? Die Angst vor der Angst lässt mich nicht mehr los. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben, in dem ich mich manchmal befinde.
Ich hoffe irgendjemand liest das und kann mir irgendwas dazu sagen. Irgendwas.

Liebe Grüße
Bienchen

27.07.2020 08:51 • 27.07.2020 #1


21 Antworten ↓


Cloudsinthesky
Ich kann nur zur schlaf paralyse sagen, dass jeder nachts die Muskeln ganz fest macht, das ist normal während bestimmter Schlaf Phasen. Schlaf paralyse ist es dann, wenn man dabei aufwacht.

Lass doch auch mal die hormone testen zb

lg

27.07.2020 09:09 • x 1 #2



Zustände, die niemand versteht ?

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Danke für den Tipp. Ich hab meine Blut in den letzten Monaten schon zweimal untersuchen lassen (es wurde auch auf Schilddrüse untersucht) aber es war immer alles in Ordnung... trotzdem Dankeschön !

27.07.2020 09:37 • x 1 #3


Cloudsinthesky
Zitat von Bienchen2:
Danke für den Tipp. Ich hab meine Blut in den letzten Monaten schon zweimal untersuchen lassen (es wurde auch auf Schilddrüse untersucht) aber es war immer alles in Ordnung... trotzdem Dankeschön !


Ich dachte eher an die weiblichen hormone, das macht ein Endokrinologikum zb.
Alles Gute!

27.07.2020 09:40 • x 1 #4


Achso, so ist das gemeint. Tatsächlich habe ich mir mal Gedanken gemacht, dass es mit etwas wie PMS zutun haben könnte... Oft habe ich solche Beschwerden ein paar Tage bevor ich meine Regel bekomme :/ Zufall?
Aber das ist reine Spekulation meinerseits

27.07.2020 09:45 • x 1 #5


Cloudsinthesky
Zitat von Bienchen2:
Achso, so ist das gemeint. Tatsächlich habe ich mir mal Gedanken gemacht, dass es mit etwas wie PMS zutun haben könnte... Oft habe ich solche Beschwerden ein paar Tage bevor ich meine Regel bekomme :/ Zufall?Aber das ist reine Spekulation meinerseits


Ich würde da mal dran bleiben und ggf ein Zyklus Tagebuch führen und damit zu einem Arzt gehen. Vielleicht auch ein gyn, der sich mit Hormonen a6sk, das tun nicht alle.
hormone steuern unser Leben, da könnte ein Zusammenhang schon möglich sein

27.07.2020 09:57 • x 1 #6


Icefalki
Warst du schon mal in einem Schlaflabor? Wurde ein 24 Stunden EKG, ein 24 Stunde Blutdrucktest durchgeführt? Blut auch mal in Richtung Eisen, Magnesium, Calcium, B 12, Auch ein Hormonstatus beim Frauenarzt?

Natürlich kann das alles auch psychisch sein, aber bevor man die Psyche verantwortlich macht, sollte alles andere abgeklärt werden und zwar richtig, ohne immer nur von Stress zu reden.

27.07.2020 12:18 • x 2 #7


Danke für die Antwort! Nein, in einem Schlaflabor war ich noch nicht. Ich habe vielleicht auch die Sorge, dass unter den Umständen dort keine Symptome auftreten... Schließlich fühlt man sich dort sicher und beschützt
Blutbilder wurden bei mir bereits gemacht und laut Arzt wäre da kein Wert auffällig. Einen Hormonstatus beim Frauenarzt habe ich bis jetzt noch nicht in Erwägung gezogen, aber könnte eine Option sein. Hat da jemand Erfahrung mit?

27.07.2020 13:07 • #8


Nachtrag: (ganz vergessen) Ja, ich habe auch sämtliche EKGs machen lassen Die einzige Auffälligkeit war da, dass ich hin und wieder mal ein paar Extrasystolen hätte. Angebliche wären diese aber ganz harmlos

27.07.2020 13:10 • #9


Zitat von Bienchen2:
Blutbilder wurden bei mir bereits gemacht und laut Arzt wäre da kein Wert auffällig.


Bedenke aber, dass grad Mineralien wie Magnesium, Calcium und Kalium und v.a Vitamine wie B12 nicht zum normalen Blutbild gehören.
Das sind nahezu alles Extrawerte.
Vor allem B12. Auf das bringt mich das Kribbeln.
Wenn Du einen guten Arzt hast, bitte ihn doch mal darum, nicht B12 zu testen, sondern einen Wert namens Holotranscobalamin (auch HoloTC genannt). Das ist die Speicherform von B12. Das normale B12, was die testen, kann unser Körper irrsinnnig lange im Blut aufrecht erhalten - auch mit fast leeren Speichern. Dann sieht's zwar im Bild gut aus, aber der Körper hat trotzdem zu wenig. Und das merkt man immer zuerst an solchen Nervensystem-Dingen, das Blutbild reagiert erst viel später.
Kann sein, dass Du den Wert privat bezahlen musst, aber ich finde, an der Gesundheit sollte man zuletzt sparen.

Und wenn Dein Arzt sagt, da könnte nix sein, weil die Blutbilder gut sind: Doch, kann
Es sind ganz feine Auffälligkeiten, an denen man das sehen kann, die aber meist nicht weiter ins Gewicht fällt, weil man die Werte nicht anders kennt.

27.07.2020 13:17 • x 1 #10


Lieben Dank Labelli! Das ist auf jeden Fall interessant, das werde ich mal im Hinterkopf behalten. Ich hätte nämlich gerne mal ein größeres Blutbild und nicht immer nur ja klingt nach Schilddrüse, gucken wir das mal nach..
Schlimmer als das Kribbeln (welches ich jetzt immernoch habe) ist aber auch dieses komische Gefühl im Kopf nach dem Aufstehen, aber auch in normalen Situationen. Es kommt ganz plötzlich.

Weißt du vielleicht / oder jemand anderes, ob bei der inneren Unruhe + dem Kribbeln irgendetwas hilft? Ich muss heute Abend wieder funktionieren, da ich mit meiner Freundin einen Tisch reserviert habe. Alles was ich jedoch da habe ist das gefürchtete Tavor, niedrige Betablocker und Neurexan (welches mir nicht wirklich irgendwas bringt)... Das wäre super lieb zu wissen

LG

27.07.2020 13:26 • #11


Zitat von Bienchen2:
Lieben Dank Labelli! Das ist auf jeden Fall interessant, das werde ich mal im Hinterkopf behalten. Ich hätte nämlich gerne mal ein größeres Blutbild und nicht immer nur ja klingt nach Schilddrüse, gucken wir das mal nach.

Was ist denn da rausgekommen?
Ich nehme an, es wurde immer nur der TSH-Wert gemacht und solange der nicht bei 5 liegt, ist alles gut lt. Arzt?

Zitat von Bienchen2:
Schlimmer als das Kribbeln (welches ich jetzt immernoch habe) ist aber auch dieses komische Gefühl im Kopf nach dem Aufstehen, aber auch in normalen Situationen. Es kommt ganz plötzlich.

So ein Gefühl wie Watte im Kopf?

Zitat von Bienchen2:
Weißt du vielleicht / oder jemand anderes, ob bei der inneren Unruhe + dem Kribbeln irgendetwas hilft? Ich muss heute Abend wieder funktionieren, da ich mit meiner Freundin einen Tisch reserviert habe. Alles was ich jedoch da habe ist das gefürchtete Tavor, niedrige Betablocker und Neurexan (welches mir nicht wirklich irgendwas bringt)... Das wäre super lieb zu wissen LG

Irgendwas, was plötzlich wirkt wie eine Kopfschmerztabeltte, wird es wohl nicht geben.
Mein Tipp wäre jetzt erstmal Magnesium. Damit kann man nicht viel falsch machen.
Ich würde jetzt keinen B-Komplex oder so nehmen, denn dann ist am Ende das Blutbild verfälscht, falls Du doch mal zu B12-Werten kommst

27.07.2020 13:37 • x 1 #12


Ich finde,Du kannst Deinen Zustand ganz gut selbst reflektieren.

Und nun musst Du schon wieder wieder funktionieren.

Die Angst,nicht mehr zu funktionieren zu können kann gross werden.
Ist die Angst vor Kontrollverlust oder auch die Angst verrückt zu werden.

Deine Zustände würde ich in Richtung Derealistation einordnen.
Man fühlt sich nicht ganz bei sich und kann sich selbst auch nicht mehr so steuern wie üblich.

Die geballten Fäuste nachts kenne ich auch,dass ist stark erhöhte innere Anspannung.
Manchmal sind beim Aufwachen dann die Finger zunächst ganz steif.
Kennst Du das?

27.07.2020 13:43 • x 1 #13


Hi
Das könnte auch evtl. eine Form der Epilepsie sein. Google mal nach Absencen.
LG

27.07.2020 13:46 • #14


Zitat von Airam:
HiDas könnte auch evtl. eine Form der Epilepsie sein. Google mal nach Absencen. LG


Nein @Bienchen2 - lass es bleiben.
Absence-Epilepsie ist etwas völlig anderes. Lass Dir da keine Panik einreden.

27.07.2020 13:51 • x 1 #15


Woher willst du das wissen. Meine Tochter leidet daran.
Es ist kein Weltuntergang wenn man sich mal damit beschäftigt

27.07.2020 13:53 • #16


Zitat von Airam:
Woher willst du das wissen. Meine Tochter leidet daran.Es ist kein Weltuntergang wenn man sich mal damit beschäftigt

Weil keins der Symptome klassisch dafür ist.

27.07.2020 13:54 • x 2 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Es passt zum Glück wirklich nicht so gut.. Ich habe nämlich keine Bewusstseinspause oder etwas in der Art. Ich bin mir meiner selbst in solchen Zuständen schon noch bewusst, aber mein Körper und meine Psyche scheinen etwas chaotisch zu sein...

Danke trotzdem

27.07.2020 13:57 • x 2 #18


Deswegen würde ich Deine chaotischen Zustände eher in Richtung Derealisation einordnen (ist nix schlimmes,nur unangenehm).
Kennst Du den Begriff?

27.07.2020 14:03 • x 1 #19


Zitat von Flame:
Deswegen würde ich Deine chaotischen Zustände eher in Richtung Derealisation einordnen (ist nix schlimmes,nur unangenehm).
Kennst Du den Begriff?


Ich habe mich da gerade mal sehr oberflächlich schlau gemacht Es ist aber schwierig. Was auf jeden Fall zutrifft: Ih denke mir dann tatsächlich, dass jetzt Irgendetwas mit meinem Kopf/Gehirn nicht stimmt. man denkt plötzlich anders und ja man hat auch das Gefühle, dass etwas im Kopf sei, im wahrsten Sinne des Wortes!

Was allerdings nicht passt: Ich nehme meine Umgebung und die Personen schon real wahr und ich Steuer mich auch selbst. Allerdings hinterfrage ich einige Stunden später alles. Warum war ich so paranoid? Warum bin ich hier und da nochmal hingegangen? Was waren das bitte für wirre Gedanken? Man reflektiert das ganze nochmal nüchtern...

Ich hoffe das klingt nicht zu verwirrend Lieben Dank !

PS: Die Beschreibung unangenehm trifft es so gut. Es ist das unangenehmste Gefühl und ich wünsche es niemandem...

27.07.2020 14:12 • #20



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