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"Was du liebst, lass frei.Kommt es zurück, gehört es dir." Das Zitat kennen wahrscheinlich viele.

Mich würde interessieren, inwiefern hier jemand aus eigener Beziehungserfahrung etwas dazu sagen kann?

Ich habe, seit ich in einer Beziehung bin, die (bisher wirklich unbegründete) Angst meinen Freund nicht halten zu können und enttäuscht zu werden. Der Grund dafür liegt im Scheitern vergangener, teilweise weniger fest definierter Beziehungen. Um zu vermeiden, dass sich das ein oder andere wiederholt, habe ich selbst den EIndruck zunehmend zu "klammern". Das ist insbesondere dann, wenn ich bei ihm sein will, damit ich mir in dieser Zeit keine quälenden Gedanken machen muss, zeitweise eher kontraproduktiv. Und die Angst vor der UNgewissheit unserer Beziehung ist auch dann präsent, macht mich total unentspannt und lässt mich die gemeinsame Zeit fast nie richtig genießen. Ich möchte wiederholen, dass es für diese Gedanken keine gegenwärtigen Gründe gibt;diese liegen ganz bei mir. Es ist vielmehr so, dass meine Gefühle für diese Person so tiefgehend sind, dass mich das so verletzlich und ängstlich macht, dass ich davor zurückschrecke.

Ich freue mich über jeden Beitrag. Danke schonmal!

LG, Amy

13.04.2013 23:10 • 20.04.2013 #1


4 Antworten ↓


Liebe Amy,
Es mag zunächst nicht schön klingen, aber nichts ist für Ewig!

Auch denke ich, gehört mir niemand, - auch nicht der, der zu mir zurück kommt.

Wenn man das akzeptiert, genießt man die Freundschaft und die Liebe - solange, wie sie dauert.

Ist es wahre Freundschaft, dann überdauert sie auch das Ende der Partnerschaft und liebst du ihn, ist sein Glück dir wichtiger, als das an ihm Festhalten, wenn er gehen will.

Hast du akzeptiert, dass er im Grunde frei ist zu gehen und du bleibst dennoch entspannt und geniesst die Zweisamkeit, wird er sich schwertun dich zu verlassen, denn jeder sucht nach Harmonie.

Hast du akzeptiert - erlebst du Harmonie

13.04.2013 23:54 • #2



Was du liebst, lass frei nur wie?

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HeikoEN
Zitat von Amy Re:
Ich habe, seit ich in einer Beziehung bin, die (bisher wirklich unbegründete) Angst meinen Freund nicht halten zu können und enttäuscht zu werden. Der Grund dafür liegt im Scheitern vergangener, teilweise weniger fest definierter Beziehungen.

Spannend, dass Du das so siehst.

Ich würde noch ein ganzes Stück weiter zurück gehen, in die Kindheit und dort versuchen herauszufinden, wie in dieser Zeit Deine Beziehungen und die Deiner Eltern miteinander waren.

Denn von dort holst Du dein "Grundmodell" her, was Beziehung ist, wie sie auszusehen hat und ggf. auch die Ängste, die damit verbunden sind, wenn ein Partner geht, nicht mehr will, es nicht so läuft, wie gewünscht usw.

Zitat von Amy Re:
Um zu vermeiden, dass sich das ein oder andere wiederholt, habe ich selbst den EIndruck zunehmend zu "klammern".

Ja, relativ typisch für Verlustängste.

Zitat von Amy Re:
Das ist insbesondere dann, wenn ich bei ihm sein will, damit ich mir in dieser Zeit keine quälenden Gedanken machen muss, zeitweise eher kontraproduktiv. Und die Angst vor der UNgewissheit unserer Beziehung ist auch dann präsent, macht mich total unentspannt und lässt mich die gemeinsame Zeit fast nie richtig genießen. Ich möchte wiederholen, dass es für diese Gedanken keine gegenwärtigen Gründe gibt;diese liegen ganz bei mir. Es ist vielmehr so, dass meine Gefühle für diese Person so tiefgehend sind, dass mich das so verletzlich und ängstlich macht, dass ich davor zurückschrecke.

DAS ist wiederum sehr gut schon analysiert, finde ich. Es verunsichert Dich so sehr, dass der Schmerz, die Angst sehr tief geht.

Und auch hier wieder der Hinweis, was lief in der Kindheit?

Was lässt Dich so tief verunsichern, wenn der Partner geht? Welche Gedanken kommen dann auf? Die aufkommende Angst beschützt "nur" ein tieferes Gefühl, welches der wahre Grund ist, für diese Ängste. Die Angst vor dem Alleinsein vielleicht.

Die Antwort auf die Ursachen liegen nicht im hier-und-jetzt oder bei Deinem aktuellen Partner.

14.04.2013 07:19 • #3


Dubist
Hey Amy ich kenn das Problem des klammerns ganz genau und ich weiß wie schlimm man sich fühlt in der Rolle des Anhänglichen. Der andere Teil springt dann immer weiter fort und fordert mehr Distanz, umso mehr klammern wir Klammeraffen dann, grins.
Nein, zum lachen ist das nicht, aber ganz merkwürdig ist, das viele von uns klammernden einen kalten ja zumeist auch abweisenden Vater hatten. Und schwupps landen wir wieder bei einem Partner der nicht soviel Nähe möchte, dann kalt und abweisend ist, oder ein Näheproblem hat. Angst vor Liebe nicht mehr Atmen zu können.
Oder gesunde Einstellung und einfach auch mal was für sich tun möchte.
Du schreibst von Beziehungen vor deinem Freund.
Wenn man liebt macht man sich verletzlich. Aber genau das ist der Punkt, wenn ein Partner der Lebensmittelpunkt ist, wenn wir vor Angst ihn zu verlieren nicht mehr schlafen können.
Dann können wir selber lernen auch mal andere schöne Dinge zu tun.
Das ist der gesunde Weg, nicht immer Fixierung auf den Partner.
zuerst war mir dieser Weg fremd, ich war gewohnt zu klammern und zu leiden. Ich dachte wenn ich diesen schmerz nicht mehr spüre wäre das ein Zeichen mangelnder Liebe für meinen Partner.
Aber dem ist nicht so.
Sondern wenn man auch Dinge für sicht macht, auch den anderen mal loslässt, das er für sich alleine was tun darf.
Sich dann mal wieder freut mit dem parnter was schönes zu unternehmen.
Das bedeutet nicht das die Liebe gegangen ist.
Ist dein Partner dein Lebensmittelpunkt, beherrscht dich die Angst ihn zu verlieren.
Was wäre wenn der schlimmste Fall einträte, nichts ist sicher.
Aber das gute ist, es muss gar nicht passieren weißt du.

Deshalb, lass immer mal innerlich los und fang an schöne dinge für dich zu tun.
Auch mal mit einer Freundin, oder so?
Aber auch mal nur für dich alleine sein können, lern das mal, schau ob das nicht auch mal guttut.
Sind diese Zeiten wo du alleine mit dir selber bist gedanklich dann nur geprägt von Dingen, was dein Freund tut oder nicht tut?
Dann ist schon eine Fixierung auf ihn passiert.
Es sei denn ihr seid noch in der verliebtheitsphase, dann ist das auch normal das man nur aufeinander draufhocken will, smile

19.04.2013 14:26 • #4


Vielen Dank für eure Beiträge!

Zitat:
Wenn man das akzeptiert, genießt man die Freundschaft und die Liebe - solange, wie sie dauert.

Das stimmt leider. Die Herausforderung für mich ist, genau das zu akzeptieren. Aber wenn ich darüber nachdenke..es war schon immer so, dass ich die schönsten Momente deshalb nie ganz genießen konnte, weil mich der Gedanke daran, dass dieser Moment vorbeigehen wird, ständig in meinem Kopf war. Dazu kommt, dass diese Gedanken ausschließlich in Beziehungen (nie in Freundschaften oder anderen Situationen) auftauchen.

Zitat:
Was lässt Dich so tief verunsichern, wenn der Partner geht? Welche Gedanken kommen dann auf? Die aufkommende Angst beschützt "nur" ein tieferes Gefühl, welches der wahre Grund ist, für diese Ängste. Die Angst vor dem Alleinsein vielleicht.

Gute Frage. Ich denke aber, die ANgst vor dem Alleinsein ist bei mir nicht der Grund. Was den Gedanken ans Verlassenwerden so verunsichernd macht ist die ANgst vor den daraus resultierenden Gefühlen und mein schädigender Umgang damit. Ich wüsste nicht wie und ob ich diesen Verlust aushalten könnte. Und auch wenn die Kindheit bei mir sicherlich auch kein von der Hand zu weisendes Argument ist, so kommen diese Befürchtungen im Wesentlichen aus einer anderen Beziehung.

Zitat:
ich kenn das Problem des klammerns ganz genau und ich weiß wie schlimm man sich fühlt in der Rolle des Anhänglichen. Der andere Teil springt dann immer weiter fort und fordert mehr Distanz,

Das ist vor allem deshalb schlimm, weil man sich in dieser Rolle selbst ja gar nicht mag.

Ich arbeite daran, mich von negativen Gedanken, SOrgen und Befürchtungen aller Art zu distanzieren und "umzudenken". (Nicht zuletzt ist das nämlich unglaublich anstrengend und belastend und raubt mir die Freunde an anderen DIngen)Dieses Thema betrifft wie gesagt aber nur meine BEziehung, niemals Freundschaften etc. Bisher gelingt mir das Umdenken aber nur in wenigen Fällen. DIe daraus immer wieder entstehenden Streitigkeiten sind einerseits notwendig, weil mein Freund mir diese (fast immer) lächerlichen Sorgen nehmen kann. Ich komme dann kurze ZEit innerlich extrem zur Ruhe. Aber lange hält das nie an und die letzten zwei Tage waren so schlimm, dass ich mich frage, ob ich dieser elenden Quälerei in meinem Kopf ein Ende bereiten kann, indem ich die Beziehung beende? Das kann einerseits keine Lösung sein, weiß ich doch, dass der grund in mir und nicht in dieser speziellen Beziehung oder an ihm liegt. Andererseits scheint es für mich zweitweise eher eine Einschränkung der Lebensqualität zu sein, diese Gedankenmuster nicht abschütteln zu können.

LG, Amy

20.04.2013 17:30 • #5




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