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Ich habe heute über mein Leben nachgedacht und einige Probleme gefunden.

Irgendwie scheine ich nie zufrieden zu sein. Wenn ich beruflich viel zu tun habe, bin ich leicht gestresst, aber wenn wenig los ist, ist mir meine Arbeit zu langweilig. Wenn ich viel Kontakt zu meinen Freunden habe, bin ich schlecht erschöpft und genervt, aber wenn wir uns weniger sehen, fühle ich mich einsam.

Meine Stimmung ändert sich ohnehin wahnsinnig schnell, allein heute war ich zunächst genervt wegen einem Streit mit jemandem, dann ging es mir wieder besser da ich auf der Arbeit schöne Aufgaben hatte, in meiner Mittagspause habe ich über die Person mit der ich Streit hatte nachgedacht und war wieder schlecht gelaunt, aber dann hatte ich im Büro wieder so viel Spaß, dass ich gar nicht nach Hause gehen wollte. Am Ende des Tages habe ich mich dann mit einer Freundin ausgetauscht, aber irgendwie war ich da wieder genervt, dass sie mich nicht versteht und jetzt sitze ich hier und fand den Tag ziemlich mies, obwohl außer besagtem Streit nur gute Dinge passiert sind.

Ich neige generell dazu mir schnell Sorgen zu machen und ich habe das Gefühl, das kommt nur davon, dass ich keine Ahnung habe woran ich sonst denken soll. Ich mag meine Arbeit und sie ist eigentlich abwechslungsreich und ich habe einige Hobbies, aber momentan fühlt sich jeder Tag gleich an. Egal was ich im Büro mache, mit wem ich mich nach Feierabend treffe, oder was ich am Wochenende vorhabe. Seit Monaten reizt mich mein Leben nicht mehr. Und die einzige Beschäftigung die ich habe, ist mich über Kleinigkeiten aufzuregen und mich über Dinge zu sorgen die nie passieren werden.

Ich habe heute extrem gemerkt, wie schwer es mir gefallen ist, positiv und optimistisch zu bleiben, weil es sich fast schon falsch anfühlt sich zu freuen? Oder weil meine Gefühle irgendwie ein Eigenleben haben. Ich weiß es nicht und ich bin sehr verwirrt und auch irgendwie einsam, obwohl ich dauernd Kontakt habe.

Gestern 21:50 • 23.05.2020 #1


4 Antworten ↓


Zephyr
Es ist nur eine Vermutung meinerseits, aber für mich klingt das nach einer außer Kontrolle geratener Balance deines individuellen Reiz-Levels. Denn meiner Ansicht nach, braucht jeder Mensch ein gewisses Maß an Reizen, um gut, zufrieden und ausgeglichen leben zu können. Doch diese Balance ist nicht immer leicht zu halten.

Also zumindest bei mir ist es dann so, dass dann teils der selbe Reiz entweder zuviel oder zu wenig sein kann. Ich selbst bin ja ein Mensch, der eigentlich immer etwas machen können muss und können müssen darf. Diese Reize hauchen mir Lebendigkeit ein und erfüllen mich eben. Aber dennoch kann es schnell mal zuviel an Reizen werden, oder aber auch mal zu wenig davon.

Ich für mich lernte letztendlich sehr tief in mich zu hören, was ich nun brauche und wann mir etwas zuviel ist. Dann lasse ich eben etwas sein oder breche es akut ab, oder im anderen Pol suche ich mir selbst eine neue Aufgabe, die ich akut machen kann.

Ich bin mir jedoch dessen bewusst, dass dir das wahrscheinlich jetzt nicht so sonderlich weiter hilft in deiner eigenen Problematik.

Was eventuell ein Problem in deiner Selbst sein könnte - auch nur eine Vermutung - dass du zu sehr an den inneren Gedanken festhälst, wie etwas für dich sein müsse. Dies kenne ich von mir bzgl. meiner Emotionen. Lange war ich fest davon überzeugt, ich müsse diese kontrollieren können. Doch mittlerweile lasse ich diese nahezu frei zu. Selbst wenn dies bedeutet, dass ich mir damit nach außen betrachtet nicht unbedingt Freunde mache.

Mein Rat entsprechend jener Vrmutungen ist daher, dass du eventuell meditieren solltest, um tief in dich zu gehen und zu erfahren, was du für dich selbst brauchst, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Vielleicht brauchst du ja auch nur mal Abstand von den ganzen äußeren Reizen dieser Welt. Es gibt nicht wenige Menschen, die wieder zu sich finden, indem sie mal für einige Zeit raus aus dieser sehr hektischen Welt gingen. Damit meine ich aber keinen klassischen "Urlaub", denn dieser ist bekanntlich ja auch nur Stress. Damit meine ich vielmehr, raus aus der Zivilisation zu gehen. Das kann bereits ein Waldspaziergang sein.

Ich hoffe, du findest irgendetwas in meinen Worten, was dir helfen kann.
Aber falls nicht, ist das natürlich kein Problem. In diesem Fall wünsche ich dir, dass andere Menschen hier dir weiterhelfen können werden.

LG
Zephyr

Vor 5 Stunden • x 2 #2


Wie siehts denn bei Dir aus mit der Liebe?
Vielleicht braucht s da mal nen Impuls.

Vor 1 Stunde • #3


Ich meditiere schon seit einer ganzen Weile, konnte bisher aber keine sonderlich positiven Ergebnisse feststellen. Auch Spaziergänge haben nicht (mehr) so einen wirklich beruhigenden Effekt. Selbst wenn ich stundenlang durch den Wald gehe, sobald ich wieder in meinem Alltag stecke ist alles wie zuvor.

Ich habe absolut kein Liebesleben, das ist aber verglichen mit allem anderen eher ein kleines Problem. Ich denke ich würde darüber auch gar nicht nachdenken, wenn mein Leben sonst erfüllt wäre. Aber es fühlt sich ja alles leer und sinnlos an, und dann kommt manchmal noch Einsamkeit dazu weil ich denke, jemand anderes könnte meine Probleme lösen.

Vor 49 Minuten • #4


cube_melon
Hallo,

wenn deine Psyche so reagiert, ist es gut möglich das dein Leben im mehr oder weniger bewusst Ungleichgewicht ist. Kann auch sein das Du verdrängst das dir was fehlt und es nun so an die Oberfläche tritt.

Lapidar gesagt ist unser Bewusstsein nur auf dem Unterbewusstsein aufgesetzt. Es ist schneller, hat Wünsche, hat Sorgen, will uns beschützen usw..

Das was dir fehlt und was im Ungleichgewicht ist kann ich nur raten oder mutmaßen. Denn nur Du läufst in deinen Schuhen und weißt wie es in dir Aussieht.

Gerade eben • #5




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