Was genau soll diese Geschichte von Abendschein nun dem TE bringen? Oder die Beiträge von Elemente? Wollt ihr ihm unterschwellig zu verstehen geben: Ihr wart zehn Jahre zusammen, du willst immer noch kein Kind, also habt ihr euch beide nicht richtig geliebt, dementsprechend kann die Trennung ja nicht so schwer wiegen? Zieh einfach aus, such dir einen neuen Job, ist doch alles kein Problem. Denn wenn du sie richtig lieben würdest, dann würdet ihr jetzt ein Baby machen. Tut ihr nicht, also kann die Trennung ja nicht so schwer sein?
Oh Mann, ich hoffe, er hat doch noch ein paar Freunde vielleicht. Mit der Familie scheint es ja auch schwer zu sein. Vielleicht schreibt ja auch noch jemand etwas, das ihm hilft und ihn aufbaut und nicht nur Vorwürfe.
Nebenbei bemerkt hat der TE mit keinem Wort erwähnt, warum er kein Kind möchte, und das muss er natürlich auch nicht begründen. Wir wissen noch nicht mal, ob das Paar früher immer gesagt hat, wir wollen später Familie und jetzt fällt ihm auf, er will nicht. Oder ob sie immer gesagt haben, Kinder niemals, und jetzt will sie doch plötzlich eins. Oder ob es einfach kein großes Thema war bislang, wie bei vielen in den 20ern.
Wie aber sähe denn eurer Meinung nach ein Kompromiss aus?
1. Sie bekommen ein Kind, obwohl er keins will. Ganz ehrlich, armes Kind.
2. Sie bekommen kein Kind und warten ab, ob sich beim TE in Richtung Kinderwunsch was verändert. Vielleicht bleibt die Partnerin dann kinderlos, aber vielleicht macht ihr das dann nichts aus, sie lieben sich ja. Wenn sie dann hier im Forum betrauert, dass sie nie Kinder bekommen hat, weil ihr Partner sie hingehalten hat, … naja ihr kennt solche Threads.
3. Und viele wundern sich jetzt etwas, dass es eine dritte Möglichkeit gibt: Sie versuchen es mit dem Kind, doch etwas läuft anders als erhofft. Schwangerschaft tritt nicht ein, Fehlgeburten, Komplikationen nach der Geburt, Wochenbettdepression, starke Verletzungen durch die Geburt am Körper der Mutter, sodass sie dauerhaft eingeschränkt ist, Zwillinge, ein Kind mit chronischen Krankheiten, besonderem Förderbedarf… oder, oder, oder. Natürlich kann man alles meistern, vor allem mit Liebe. Aber an manche stellt das Leben eben höhere Anforderungen als an andere. Und wenn sich jemand dafür nicht bereit fühlt, ist das legitim. Und wer Kinder hat weiß, dass das Finanzielle immer das ist, was noch obendrauf kommt, aber nicht der eigentliche Kern der Herausforderung.
4. Sehr unwahrscheinlich, aber soll auch vorkommen: Sie bekommen ein Baby, nichts Schlimmes passiert und der TE entdeckt, dass er Kinder doch toll findet und geht voll in seiner Vaterrolle auf. Wie gesagt, sehr unwahrscheinlich, wenn er vorher eine so ablehnende Haltung schon hat.
Ich möchte dem TE mitgeben, dass sich im Leben immer alles fügt, auch wenn es manchmal gar nicht danach aussieht. Versucht positiv auseinanderzugehen, schließlich seid ihr einen wichtigen Teil im Leben gemeinsam gegangen. Ich finde es sehr fair von dir, dass du klar sagst, du möchtest keine Kinder und nicht aus Egoismus und Angst vor Veränderung das Thema so lange verschleppst, bis es sich von selbst erledigt hat. Manchmal ändern sich Lebensplanungen eben. Das könnte genauso gut im Job etwas sein, wenn einer vielleicht in einer anderen Stadt tolle Aufstiegschancen hätte, der andere aber nicht mitmöchte oder kann wegen seinem Job/Freunden. Das Leben verläuft nie gradlinig und das Leben ist nie fair. Manchmal ist es zu unseren Gunsten unfair, darüber beklagen sich die wenigsten, manchmal zu unseren Lasten.
Versuche, einen guten Abschluss für dich zu finden. Denn daraus kann ein neuer Start werden. Versuche, in anderen Lebensbereichen keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen. Also nicht den derzeitigen Job kündigen, bevor du etwas Neues hast zum Beispiel.
Ich wünsche dir alles Gute.