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Das hatte er auch angeboten, aber ich konnt mir nicht vorstellen davor zu sitzen.

Wird in der Kirche auch ein komisches Gefühl sein, dass dort ein Mensch drin sein soll. Da ist einfach nichts mehr von übrig.

29.06.2018 16:00 • #21


Hallo und mein ganz herzliches Beileid Ich weiß genau, wie es Dir geht. Habe vor 11 Monaten meinen Vater verloren. Mit gerade mal 65 Jahren. Ganz plötzlich, innerhalb von Stunden war er tot. Herzinfarkt. Das hat uns getroffen. Wir konnten uns nicht mal verabschieden. Bis heute sitzt der Schmerz tief. Meine Trauer hat sich nicht verändert, ich bin noch genauso traumatisiert, wie am Anfang. Selbst jetzt, nach fast einem Jahr verstehe ich nicht, dass der tot sein soll. Mein Held. Mein über alles geliebter Papa. Trauer verläuft in Wellen. Es gibt Tage, da muss man nicht weinen, es ist okay & man kann damit umgehen. Innerhalb von Sekunden dreht sich das Blatt und ich stehe neben mir, fange an zu weinen und kann es kaum kontrollieren. Hatte vorher nie Erfahrung mit dem Tod gemacht. Es ist das Schlimmste, was mir in meinem Leben bisher passiert ist. Und es wird nie wieder gut. Wie kann es auch? Ein wichtiger Teil fehlt. Ich wünsche Dir alles Gute und ganz viel Kraft. Die wirst Du brauchen

29.06.2018 21:47 • x 1 #22



Trauer - Vater verstorben

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mein aufrichtiges Beileid.

Wenn die Sonne des Lebens unter geht - dann leuchten die Sterne der Erinnerung.

Es gibt eigentlich keine tröstenden Worte, weil der Verlust eines geliebten Menschen unerträglich ist.
Ich habe meinen Vater 1991 und meine Mutter 2007 verloren. Ist beides schon etwas her.
"Die Zeit heilt Wunden " ist ein blöder und zudem falscher Spruch.
Der Umgang mit dem Verlust und die Erinnerung wird sich wandeln.
Was dich jetzt noch mit großem Schmerz bewegt wird sich mit der Zeit in liebevolle Erinnerung wandeln.
Ich denke jeden Abend vor dem Schlafen an die Beiden - das ist meine Art Gebet .

29.06.2018 22:29 • x 3 #23


Im Moment kann ich es mir auch überhaupt nicht vorstellen das es jemals besser sein wird.

Und ich habe immer das Gefühl das man Zeit verpasst hat um sich noch irgendwie etwas zu liebes zu sagen.

Am Mittwoch, also übermorgen, ist die Beerdigung und ich habe so Angst davor. Mir grault es davor dort hin zu gehen. Ich meine klar gehe ich hin aber das wird richtig hart werden.

02.07.2018 06:32 • #24


Zitat von Daryl Dixon:
Im Moment kann ich es mir auch überhaupt nicht vorstellen das es jemals besser sein wird.

Und ich habe immer das Gefühl das man Zeit verpasst hat um sich noch irgendwie etwas zu liebes zu sagen.

Am Mittwoch, also übermorgen, ist die Beerdigung und ich habe so Angst davor. Mir grault es davor dort hin zu gehen. Ich meine klar gehe ich hin aber das wird richtig hart werden.



das kann ich gut nachvollziehen dass dir deine Trauer über diesen schweren Verlust
keinen Raum lässt für Zuversicht.

Jetzt ist die Zeit zum Trauern und Abschied nehmen. Und es ist wichtig diese zu durchleben.
Wir müssen Abschied nehmen können damit wir dieses Trauma verarbeiten können.
Dieses Gefühl kenne ich auch etwas verpasst zu haben, ein liebes Wort, eine Frage.
Ich spreche jeden Tag mit meinen Eltern dort oben und ich glaube fest daran dass sie mich
hören können.

Der Tag der Beisetzung ist ein schwerer aber wichtiger Teil der Trauerbewältigung.

Eigentlich hört man nie auf zu trauern, aber der Umgang damit wird sich auch bei dir ändern.

Du wirst deinen Vater immer bei dir haben, denn er hat einen Platz in deinem herzen.

ich sende dir viel Kraft für die kommenden Tage.

Thomas

02.07.2018 07:28 • x 2 #25


Lokalrunde
Guten Morgen, ich schreibe nur sehr wenig hier und lese meist nur, aber als ich gelesen habe wie es dir geht wurden Erinnerungen in mir wach. Mit 13 die Mutter verloren und 20 Jahre später den Vater. Nicht plötzlich und unerwartet aber dennoch unvorbereitet. Vor allem das Gefühl sich nicht verabschieden zu können oder es versäumt zu haben. Ich habe Monate danach noch nicht meine innere Ruhe zurück gefunden und wusste nicht was ich machen konnte.

Dann eines Tages eine einfache Überlegung über Nacht. Ich schrieb meinem verstorbenen Vater einen acht Seiten langen Brief, darin alles was mir auf der Seele lag und was ich noch aussprechen wollte. Mein Vater fuhr lange Zeit zur See als er noch in Arbeit stand. Ich nutzte einen kurz Urlaub auf Borkum für mein Vorhaben, ging dort an einem Herbsttag am frühen Morgen ins Ostland an den Strand im Regen und weit und breit ganz alleine, ich verbrannte den Brief und füllte die Asche vom Brief in eine kleine Flasche und warf sie in die aufgewühlte Nordsee.

Etwas ähnliches kann ich dir auch nur anraten, vielleicht fällt dir dau etwas ein. Alles gute dir!

02.07.2018 07:47 • x 2 #26


Also die Beedigung war ja gerstern.

Es war ein schwieriger Gang. Meine Augen tun immer noch weh vom weinen.

Ich hatte die Möglichkeit ein Bild mit einigen Sätzen drauf mit in die Stehle zu legen.

Das ist alles so unfair und ich sitze wieder hier und könnte nur weinen

05.07.2018 15:47 • #27


Lokalrunde
So schwer es auch ist aber unfair ist es nicht, im Gegenteil, unfair wäre es wenn einige betuchte nicht sterben müssten. Sicher läuft nicht immer alles so gerade im Leben, viele erkranken und müssen früh gehen, die Dinge des Lebens auf denen wir zurück gebliebenen aber keinen Einfluss haben. Ich bin da zu der Einsicht gekommen das man vieles im Leben einfach akzeptieren muss, weil ändern können wir nichts. Versuche nicht in die Schleife zu geraten mit deinen Gedanken du hättest es in deinen Händen, hast du nicht! Dein Vater ist über die Regenbogenbrücke gegangen so wie auch meiner vor über 20 Jahren schon, jedem steht es bevor und was auch immer geschehen sein mag dass Leben geht für uns weiter und das ist gut so. Ich musste mich auch danach befreien von vielen schlechten und quälenden Gefühlen und Gedanken. Ich habe noch einen Bruder und eine Schwester die beide älter sind, mein Bruder ist Schwerstbehindert (Epileptiker) und wird kommendes Jahr 70 Jahre. Um 1960 herum sagten die Ärzte meiner Mutter das er nicht viel älter werden wird wie 20/25. Er hat bislang beide überlebt trotz seiner schweren Anfälle und Gebrechen die mit dem Alter hinzu kamen. Ich versuche wann immer es geht Zeit mit ihm zu verbringen weil Zeit nicht unbegrenzt ist. Zeit im Leben und Zeit fürs Leben, vielleicht wäre es gut wenn du Trauerarbeit (auch in der Psychotherapie) beginnen würdest, mir selber hat damals eine Familienaufstellung geholfen, du findest im Netz einige Infos zum Thema bei Google wie hier - alles gute und Kopf hoch!
http://www.familienbande-pauls-reize.de ... dfaden.pdf

08.07.2018 08:12 • x 1 #28


@DarylDixon

Ich möchte dir ebenfalls mein tiefstes Mitgefühl aussprechen.
Auch ich habe vor nicht allzu langer Zeit einen geliebten Menschen verloren und weiß, wie es sich anfühlt.

Zitat von Daryl Dixon:
Im Moment ist es so das ich noch nicht mal weinen kann. Die ersten Tage habe ich nur geweint und jetzt kommt einfach nichts. Und ich bin dann sauer auf mich selber.


Du hast überhaupt keinen Grund, sauer auf dich zu sein.
Die Trauer um einen verstorbenen Menschen verläuft in Prozessen und es ist wichtig, dass man jeden einzelnen Prozess zulässt und durchlebt.

Weine, wann immer dir zum Weinen zumute ist.
Und wenn du nicht weinen kannst, ist das völlig in Ordnung.
Lass all deinen Gefühle freien Lauf.

08.07.2018 08:28 • x 2 #29


resalu
@DarylDixon

Guten Morgen
Jeder ist anders traurig wenn er einen geliebten Menschen verloren hat.

Als meine Tochter vor zwei Jahren starb, hat ihre kleinste Schwester immer nur allein geweint. Die mittlere kam immer zu mir wenn sie weinen musste.
Jetzt ist vor drei Wochen mein Papa verstorben. Die kleine hat stundenlang geweint, während die mittlere sich zurückgezogen hat.

Für Trauer gibt es wohl vier Phasen, wobei Ich da immer noch hin und her spring.

Sei nicht so hart zu dir weil du nicht weinen kannst. Achte gut auf dich!

08.07.2018 08:46 • x 2 #30


Das Problem was für mich dann da ist das ich dann immer denke das ich nicht traurig bin wenn ich nicht weine. Und das macht mich dann eben so sauer.

Morgen gehe ich den ersten Tag wieder arbeiten und davor habe ich auch etwas Angst da mein Vater dort von vielen gekannt wurde und ich dort wahrscheinlich öfter auf seinen Tod angesprochen werde.

08.07.2018 17:36 • #31


resalu
Und da hast du es in der Hand...sprich offen aus was dir recht ist und was eben nicht...

08.07.2018 17:45 • #32


Zitat von Daryl Dixon:
Das Problem was für mich dann da ist das ich dann immer denke das ich nicht traurig bin wenn ich nicht weine. Und das macht mich dann eben so sauer.


Setze dich mit deinen Gefühlen nicht unter Druck.
Man kann noch so traurig sein und trotzdem ist es völlig normal, wenn man nicht ständig weint.

Zitat von Daryl Dixon:
Morgen gehe ich den ersten Tag wieder arbeiten und davor habe ich auch etwas Angst da mein Vater dort von vielen gekannt wurde und ich dort wahrscheinlich öfter auf seinen Tod angesprochen werde.


Der erste Arbeitstag wird bestimmt schwer werden.
Einige Kollegen wissen vielleicht nicht, wie sie sich dir gegenüber verhalten sollen und sind befangen.
Wahrscheinlich haben sie genausoviel Angst vor eurer ersten Begengnung wie du.
Wenn die erste Hürde aber genommen ist, wird es dir vielleicht sogar guttun, mit ihnen über den Tod deines Vaters zu sprechen.

08.07.2018 17:45 • #33


Ich bin 3 Wochen nach dem Tod meines Vater wieder ins Büro gegangen und es hat mir so unfassbar gut getan. Ein bisschen Normalität zurück... das hat mich wieder etwas zurück geholt. Alle waren lieb, haben mich getröstet und sogar ein Tränchen mit mir geweint.

In 3 Wochen jährt sich der schlimmste Tag meines Lebens zum 1. Mal. Gerade geht's mir wieder nicht gut. Ich vermisse meinen geliebten Vater so sehr. Es ist immer noch total befremdlich für mich, dass er tot sein soll. Furchtbar.

Ich drück Dich feste und denk dran, Du bist nicht alleine...

Wir müssen das überstehen. Uns bleibt keine andere Wahl!

08.07.2018 19:05 • x 1 #34


Ich denke auch das mir die Arbeit auch wieder gut tun wird. Man wird abglenkt auch wenn ich finde das sich das blöd anhört. Man muss ja weiter machen auch das Arbeiten.

Es muss weiter gehen. Auch für mich.

Mag sin das s die erste Zit etwas schwieriger ist, aber Normalität ist auch irgendwo wichtig. Und vergessen kann man es nie.

08.07.2018 20:45 • x 1 #35


Abendschein
Zitat von resalu:
@DarylDixon

Guten Morgen
Jeder ist anders traurig wenn er einen geliebten Menschen verloren hat.

Als meine Tochter vor zwei Jahren starb, hat ihre kleinste Schwester immer nur allein geweint. Die mittlere kam immer zu mir wenn sie weinen musste.
Jetzt ist vor drei Wochen mein Papa verstorben. Die kleine hat stundenlang geweint, während die mittlere sich zurückgezogen hat.

Für Trauer gibt es wohl vier Phasen, wobei Ich da immer noch hin und her spring.

Sei nicht so hart zu dir weil du nicht weinen kannst. Achte gut auf dich!


@resalu was sind das für 4 Phasen der Trauer?

08.07.2018 21:06 • x 1 #36


Ich glaube auch, dass dir die Ablenkung gut tun wird.

Meine Frau hatte 1993 eine Totgeburt.
Es war der blanke Horror. Vor allem für meine Frau. Sie hätte sich am liebsten den ganzen Tag im Bett vergraben. Aber das ging nicht, weil sich schließlich jemand um unsere damals 2 jährige Tochter kümmern musste.
Ich bin sicher, dass ihr diese Aufgabe geholfen hat, sich nicht einfach aufzugeben.

08.07.2018 21:09 • x 2 #37

Sponsor-Mitgliedschaft

resalu
Zitat von Abendschein:

@resalu was sind das für 4 Phasen der Trauer?


Google mal Verena Kast...
Die hat das für mich gut geschrieben....

09.07.2018 08:33 • x 1 #38


Hey Daryl, wie war Dein erster Arbeitstag?

09.07.2018 16:41 • #39


Mein erster Arbeitstag war schon irgendwie anstrengend.

Viele Kollegen haben ihr Beileid ausgesprochen. Es gab auch welche die mit mir geweint haben. Meinen Vater kannten dort fast alle die dort arbeiten.

Ich vermisse ihn so sehr

10.07.2018 20:26 • #40



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