✔ Bereits empfohlene Antwort
Nein, es gibt drei große Bewegungen in der Psychotherapien.
Da sind die tiefenpsychologisch-psychodynamischen Therapien, die auf Freud zurückgehen. Dazu zählen unter anderem auch die Psychoanalyse und die Tiefenpsychologisch fundierte Therapie. Ihre Ursprünge liegen im 19. Jahrhundert (natürlich weiterentwickelt bis heute).
Hier geht es sehr verkürzt um das Un- und Unterbewusste, das jedem Menschen eigen ist, und das man sich durch Gespräche und Assoziationen ins Bewusstsein holen will, um auf diese Weise wo gewünscht anders zu handeln.
Da sind die verhaltenstherapeutische-kognitiven Therapien, die man vor allem so in den 30er, 40er Jahren des 20. Jhs. ansiedeln kann, auch wenn ihre Grundansätze ebenfalls ins 19. Jahrhundert zurückweisen. Dazu gehören KVT, VT oder auch EMDR. Namen da sind Ellis, Beck, Skinner...
Hier vertritt man sehr verkürzt die These, dass menschliches Verhalten immer erlernt ist und umgelernt oder verlernt werden kann. Das Augenmerk liegt mehr auf dem Verstand weniger auf den Emotionen.
Da sind als jüngste Gruppe die humanistischen Therapien, die ihren breitere Entwicklung in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrunderts erlebten. Dazu gehören z.B. Gesprächspsychotherapie, Gestalttherapie, Psychodrama etc. Je nach Auffassung wird auch das Systemische Konzept mit einbezogen. Große Namen sind Rogers, Frankl, Perl etc.
Sie gehen von einem ganzheitlichen Menschenbild aus. Der Mensch ist ein Gesamtwesen aus Verstand und Gefühl, Bewusstem und Unbewusstem und ist erst einmal von sich aus gut und funktioniert sinnvoll, selbst wenn er sinnlos anmutende Macken hat.
Leider werden derzeit nur Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierte Therapie und Verhaltenstherapie von den gesetzlichen Kassen übernommen. Grund ist nicht etwa, dass diese am besten funktionieren, sondern dass diese einfach die größte Lobby und vor allem mengenmäßig am meisten wissenschaftliche Belege für den Erfolg liefern können. Die erste Richtung, weil mit ihr alle Therapie ihren Anfang nahmen, die zweite Richtung, weil sie am leichtesten zu untersuchen und zu belegen sind. Die dritte und jüngste Richtung tut sich damit irgendwie sehr schwer.