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Hallo Ihr Lieben

Ich möchte mir seit längerem ein Tatoo stechen lassen. Ich habe nun seit 3 Jahren eine Angststörung mit Panikattacken und einer sozialen Phobie und vielen anderen Ängsten. Ich bin in Therapie, es hilft mir gut, aber ich weiss, das die Angst niemals aus meinem Leben verschwindet wird, auch wenn ich vielleicht irgendwann relativ angstfrei leben werde.

Darum möchte ich mir schon lange folgenden Spruch auf den Arm tätowieren:

fear is just a feeling and you can get over it.

Ich habe aber Angst vor dem Tatoo stechen, beispielsweise vor den Schmerzen, da ich beim Blutnehmen fast ohnmächtig werde. Ich weiss, das das Tatoo niemals an Bedeutung für mich verlieren wird. Jedoch habe ich Angst, dass ich mich dann vor allen und bis an mein Lebensende als Angstkranke oute, da dass Tatoo am Arm natürlich jeder sieht. An einer andern Stelle fände ich es jedoch nicht so toll, da es mich ja in allen Situationen erinnern soll, das ich die Angst überstehen kann. Ich möchte das Tatoo eigentlich umbedingt.

Was meint ihr?
Ich grüsse euch herzlich.
somehow

23.12.2014 19:32 • 24.12.2014 #1


9 Antworten ↓


Verstehe den Wunsch total, überdenke das Motiv, Größe und Schriftart auf jeden Fall sehr sorgfältig .
Und such Dir einen guten Tattooladen aus, kein Billighinterhofladen.
Ich hab z.B. einen teutonischen Krieger auf dem Oberarm, dessen Stärke macht mir Mut.
Ist wie so eine Art Talismann der mich auch schätzen soll.

23.12.2014 19:43 • #2



Tattoo über die Angst

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Hi Somehow,
wenn dir das Blutabnehmen Probleme bereitet, wirds beim tätowieren nicht einfacher, aber ich denke probieren geht über studieren,
probiers aus, man kann ja klein anfangen, vielleicht macht man ein Termin für einen Buchstaben deines Textes und je nach dem wie es
läuft, das nächste mal mehr. Man sollte auch eine Stelle wählen die nicht ganz so Schmerzhaft ist, auf der Oberseite der Arme z.B.

Nimm dir eine Nadel oder so und stech dich damit leicht in die Haut, am besten da wo das Tatoo hinsoll, so kann man sich ein kleines
bisschen vorbereiten und so siehst du auch selber ob es möglich ist.

Aber im Endefekt zählt der Wille und dann sind alle Schmerzen Schall und Rauch, ich will das Tatoo und daher halt ich die Schmerzen aus.

lg
deester

23.12.2014 19:45 • #3


danke euch

was meint ihr, wegen dem Statement das ich damit herumtrage? Ist etwas anderes als nur ein Symbol. Den jeder kann lesen, dass es sich um Angst handelt. Lege ich mir damit Steine in den Weg? Ich möchte mein Motiv nicht tausendmal begründen oder rechtfertigen. Oder mache ich mir einfach zu viele Sorgen?

23.12.2014 19:53 • #4


Du machst Dir zu viele Gedanken. Ich hab sehr viele tattoos und ich musste noch nie Rechenschaften ablegen darüber. Ausser wegen dem Fußballtattoo, und das gegenüber einem Fan einer anderen mannschaft. Aber sonst..... noch nie!

23.12.2014 19:56 • #5


Ich habe selbst eine Sozialphobie, und daher würde ich eher davon abraten sich so ein Tattoo stechen zu lassen.
Zumindest solange bis man gelernt hat richtig zur eigenen Angst zu stehen, so dass man bei Bedarf das Tattoo erklären kann.
Zudem hat die Überwindung einer Angststörung nach meiner eigenen Erfahrung viel mit dem ändern von Gedanken und Glaubenssätzen zu tun, so dass ein heute stimmig klingender Satz in ein paar Jahren als völliger Mist betrachtet werden könnte.
In meiner Vergangenheit hätte ich so einem Satz auch zugestimmt, aber heute würde ich ihn eher als unpassend betrachten, weil sich mein Denken und Umgang mit meinen Ängsten grundlegend geändert hat.

23.12.2014 21:37 • #6


MrsAngst
Also deinen Spruch finde ich toll. Ich denke auch nicht, dass es dich als Angstpatienten irgendwie outet.
Jeder Mensch hat Angst und du hast recht, sie wird dich dein Leben lang begleiten aber jeden Menschen begleitet die Angst ein leben lang.
Du kannst dir auch überlegen ob du die Schrift nicht in einer anderen Sprache willst?! Zum Beispiel in Elbisch? Also ich bin ziemlicher Herr der Ringe Fan
Vorm tattoovieren brauchst du keine Angst haben, such dir allerdings jemanden wirklich seriösen und bekannten. Auch wenn das mal 50 Euro mehr kosten könnte, aber dann bist du in guten Händen.

Ich hab selbst unglaubliche Angst vorm Blutabnehmen aber ich hab auch ein Tattoo. Das ist irgendwie ganz anders, weil da pickt dich eine Nadel die du a) nicht siehst und b) nicht so tief in deinen Körper sticht.
Der Schmerz ist auch ganz anders, es ist so ein brennen das an manchen Stellen wirklich weh tut aber dann sagst du einfach das du kurz ne Pause brauchst weil es zu sehr weh tut, stehst kurz auf und machst weiter. Kein Tattovierer sticht einfach weiter wenn der Kunde nicht mehr kann.
Und am Arm ist es eigentlich eh nicht so die schmerzhafte Stelle. Das müsste erträglich werden

23.12.2014 21:54 • #7


Celestine
Hallo somehow,

schöne Idee, Dir ein Mantra für Deinen Mut und gegen die Angst stechen zu lassen! Ich hätte gerne den Satz I'm alive als Tattoo. Weil ich ganz viel Mist in meinem Leben er- und überlebt habe. Die letzte Entscheidung habe ich aber noch nicht getroffen, naja so ein tattoo ist halt was für die Ewigkeit...
Bin gespannt, wie Deine Geschichte weiter geht!

23.12.2014 22:18 • #8


Also ich habe auch mehrere Tätowierungen und kann aus meiner Erfahrung sagen, dass jede Injektion bei einem Arzt schlimmer ist als das Stechen von einem Tattoo. Die beiden Stecharten kann man m.E. überhaupt nicht miteinander vergleichen, da zum einen die Nadeln der Tattoomaschine nicht so tief eindringen, nicht die Durchmesser einer Injektionsnadel haben und auch keine Druck oder Zugschmerz erzeugen. Dabei kommt es auch immer darauf an, wohin Du es stechen lässt, da unterschiedliche Körperstellen unterschiedlich empfindlich sind. Bei mir hat es auf dem Schulterblatt oder am Knöchel nicht so geschmerzt, als auf der Innenseite des Oberschenkels.

Was Dein Motiv betrifft kann ich nur sagen: Du trägst es Dein ganzes Leben mit Dir herum und entsprechend sollte das Motiv wohl überlegt sein. Sollte es Dir irgendwann nicht mehr behagen, damit dauernd konfrontiert zu sein, dann kannst Du eventuell mit einem Cover-up das ganze ändern. Und was das Urteil oder Denken anderer Menschen über Dein Tattoo betrifft, nun,... es geht sie zum einen nichts an, zum anderen bist Du nicht gezwungen Dich zu rechtfertigen. Es ist ein Teil von Dir und Du hast Deine Gründe. Alles andere ist uninteressant.

23.12.2014 22:26 • #9


danke für eure Beiträge. das beruhigt mich.
Werde mir das ganze überlegen und vielleicht mal einen Termin für eine Info abmachen.

24.12.2014 16:29 • #10



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