Zitat von Icefalki:Ich finde es gut, wenn du schreiben kannst. Hier ist alles anonym, keiner kennt dich wirklich. Natürlich kommen auch Antworten, die man nicht so gerne lesen möchte, nun, der User hinter den Antworten kennt man ja auch nicht wirklich, denk mir immer, jeder hat eben seine Geschichte, und seine Sicht auf alles.
Meine Kollegin hat frisch diagnostizierte Brustkrebs. Dank dieses Forums hier, verstehe ich ihre Aufs und Abs mit der Psyche. Rein sachlich könnte ich ihr sagen, Jetzt ist ja mal gut, hast keine Metastasen, OP wird durchgeführt , bist eigentlich nochmals gut weggekommen - aber- alles muss erstmals verkraftet werden. Deshalb darf sie mich anrufen, wann und wie sie es braucht.
Das Gleiche mit dir. Du brauchst jemanden, mit dem du darüber schreiben kannst. Natürlich, rein sachlich und objektiv ist das Quälerei vom Feinsten. Meine Angst war das auch . Der Verstand weiss das, aber die Gefühle gehen deswegen noch lange nicht weg.
Die Frage lautet eben immer, warum kann man nicht loslassen? Warum, in deinem Fall, braucht es diese Unerreichbarkeit eines Menschen, warum reicht dir die Normalität nicht aus? Vielleicht sehnst du dich auch nur nach der Urliebe, die man von den Eltern erwarten kann? Dieser allumfassenden Liebe, die nicht beurteilt bzw. Verurteilt?
Hallo Icefalki,
ja, ich brauche jemanden zum schreiben und Du bist für mich da.

Das stimmt mein Verstand merkt, dass meine Liebe ein Wahn ist, steht aber machtlos diesem Gefühl gegenüber. Es gibt viele für die so eine unerreichbare Liebe etwas erfüllendes, bereicherndes ist und das ist toll für diejenigen, aber bei mir ist es eben anders. Ich will so unbedingt in seiner Nähe sein, dass der Traum nicht ausreicht und die Sehnsucht und der Liebeskummer werden so groß, da sich alles auf die Erfüllung des Traums konzentriert. Der Verstand betrachtet es von oben und verzweifelt, weil er merkt ich verzehre mich. Verstehst Du, wie ich das meine?
Mit der Urliebe liegst Du glaube ich nicht falsch. Die ist wohl irgendwie nicht richtig aufgebaut worden, ob das der alleinige Grund ist und warum das so ist, weiß ich nicht. Als Kind brauchte ich sehr viel Liebe, Zuwendung, und Verständnis aber meine Eltern konnten dem Bedürfnis nicht genug nachkommen. Sie haben alles getan, was sie konnten, aber ich verlangte wohl zu viel, da ich ja auch eine Entwicklungsstörung habe, weshalb ich mich seltsam verhalten hatte. Ich fühle mich oft einsam, in einem leeren Raum schwebend, völlig, verlassen und allein.
LG, melancholy2