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Hallo,

ich bin 50 Jahre und habe zur Zeit immer Probleme damit, dass soviel in meinem Leben schon vergangen ist. Ich werde dann immer traurig. Auch wenn ich an schöne Dinge zurückdenke. Oft wache ich schon mit einem leicht beklemmenden Gefühl auf. Ich weiß nicht ob das normal ist! Meine Kinder sind erwachsen und ich bin Single. Alle meine Beziehungen (3 Mehrjährige) haben nicht gehalten. Ich habe aus meiner Sicht nur noch das letzte Drittel vor mir und weiß nicht wie ich darin glücklich werden soll. Für mich waren meine Kinder immer das Wichtigste. Es tut mir immer so weh an meine sehr kurze Jugend (bin mit 20 Vater geworden) und an die bereits vergangene Zeit mit meinen Kindern zu denken. Momentan kriege ich schon beklemmende Gefühle wenn ich was über Schauspieler oder Prominente die bereits gestorben sind google. Das führt mir vor Augen wie die Zeit vergeht.

Ich weiß nicht ob es einfach sowas wie eine Midlifecrises ist (allerdings ohne die dicken Autos und jüngeren Frauen) oder ob es eine psychische Störung ist. Vor allem weiß ich nicht wie ich das vergangene loslassen kann.

Bereits als Kind war es für mich immer schwer mit Veränderungen umzugehen. Genauso fühle ich mich jetzt auch wieder. Nur das es mittlerweile viel mehr Veränderungen sind.

Vielleicht hat jemand einen Rat!

LG

12.08.2020 10:05 • 22.08.2020 x 1 #1


12 Antworten ↓


Icefalki
Klar, vergesse mal die 50 und versuche im Hier und Jetzt zu leben. Und loslassen kann man, indem man sich wirklich klar macht, dass Vergangenheit rum ist. Du kannst nix mehr ändern, aber du kannst für deine Zukunft sorgen.

Aktiv werden, etwas tun, was dir Spass macht, ein Haustier, eine Hobby, sich sozial engagieren, unter Leute gehen, und und und....

Und wenn eine Depression dahintersteckt, dann such dir einen Therapeuten. Mich hat es gerissen, als ich 60 wurde, passiert eben manchmal. Auch das gehört mal dazu. Aber nicht im Elend bleiben, sondern Veränderungen angehen, was tun. Schau nach vorne, hast doch noch so viel zu erleben.

12.08.2020 12:08 • x 4 #2



Melancholisch weil so vieles schon vergangen ist

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Orangia
Freue dich an dem, was du erleben durftest. Und freue dich über das was noch kommt ...
Vielleicht gibt´s bald noch Enkelkinder ?
Bist du berufstätig ?

12.08.2020 13:23 • #3


Hallo, ja ich bin berufstätig. Und genau das ist der Punkt. Ich möchte im Hier und Jetzt leben und mich an den Dingen freuen die noch kommen. Deshalb ist mir ja nicht klar wieso ich so sentimental bin. Wie gesagt zieht sich das ja bereits durch mein gesamtes Leben. Mal mehr mal weniger.

12.08.2020 18:46 • #4


Orangia
Melancholisch sind wir alle irgendwann mal. Kommt drauf an, wie sehr du darunter leidest.
Vielleicht ist es nur eine Phase, die vorrüber geht.
Hast du soziale Kontakte, einen Freundeskreis, siehst du deine Kinder ?
Kann nur wiederholen, was Icefalki schon schrieb...wenn du in die Depression rutscht, solltest du dir therapeutische Hilfe holen.

12.08.2020 19:44 • #5


Hallo Orangia, ich sehe meine Kinder. Soziale Kontakte sind sehr mau in letzter Zeit. Vor allem seit das mit Corona anfing. Aber ich war mein Leben lang schon ein Mensch der Veränderungen nicht toll fand. Es kommt noch dazu, dass ich eigentlich gerne esse. Aber ich versuche mein Gewicht zu reduzieren. Da fällt einem auf, dass man innere Probleme sonst oft mit Essen kompensiert hat.

14.08.2020 07:24 • x 2 #6


Calima
Zitat von Diamonds:
Aber ich versuche mein Gewicht zu reduzieren. Da fällt einem auf, dass man innere Probleme sonst oft mit Essen kompensiert hat.

Das kann Ich bestätigen. Auf meinem Abnehmweg war die größte Herausforderung, Ersatz für das Essen zu finden. Das geht auf Dauer nur, wenn du ingesamt an deinem Leben bastelst.

Heißt: Du musst GESTALTEN. Sport, Hobbys, Außenkontakte, Tätigkeiten daheim. Das ist in Zeiten von Corona schwieriger, aber nicht unmöglich.

Ich hab das mit 57 gepackt und bin nach der Abnahme von 55 Kilo einen Halbmarathon gelaufen. Jetzt, mit 60, bin ich körperlich und psychisch weit besser drauf als mit 50 .

Die Lust am Leben kommt nicht immer von allein. Man muss manchmal ganz schön nachhelfen und dabei auch seine Bequemlichkeit von der Couch schubsen.

Du kannst die nächsten 40 Jahre damit verbringen, dich nach den ersten 30 zu sehnen, aber das wäre schon eine ziemliche Verschwendung von Zeit und Lebensqualität.

Vielleicht suchst du mal nach Dingen, die du immer mal gern machen wolltest? Reisen ist grade ein wenig schwierig, aber für eine solche eine Sprache lernen und Reisepartner suchen wäre drin. Oder den Motorrad- oder den Sportbootführerschein machen. Oder Theater spielen. Oder Flüchtlingen Deutsch beibringen.

Gegen Grübeln hilft körperliche Aktivität. Sport treiben und sich dabei verausgaben schickt Endorphine los. Und die machen einen echt heilsamen Job. Meine Heilung begann, als ich angefangen habe, jeden Tag zu gehen.

Du packst das schon. Such und finde Ideen und Ziele. Das ist der Sinn jeder ordentlichen Lebenskrise .

14.08.2020 08:42 • x 2 #7


Hallo, tut mir leid, dass ich mich erst jetzt wieder melde. Ich komme zu dem Schluss, dass die wenigen Inhalte meines Lebens dafür verantwortlich sind, dass ich mich jetzt so fühle. Das stimmt mit Calima überein. Deshalb macht es mir auch so Angst, dass mein Kind demnächst ihren eigenen Weg geht und ich meinen gehen muss.

Bin auch seit 5 Jahren Single und habe das Gefühl gar nicht mehr zu wissen wie man eine Partnerschaft führt (wenn ich es jemals gewusst habe *lach*).

Vielleicht muss ich mir wirklich als Ziel das Abnehmen setzen und vielleicht gibt es sogar bei mir in der Nähe Gruppen die einem bei sowas helfen.

Heute bin ich wieder mit sehr schlechtem Gefühl aufgestanden. Ich denke, dass ich mir auch auferlege nach dem Aufwachen keine Nachrichten zu lesen und abends vor dem Schlafen auch nicht. Am Besten vielleicht einmal täglich nur noch!

Grüße

20.08.2020 08:17 • #8


Icefalki
Zitat von Diamonds:
Deshalb macht es mir auch so Angst, dass mein Kind demnächst ihren eigenen Weg geht und ich meinen gehen muss.


Im Nachhinein kann es ein Segen sein, sich mal mit sich selbst auseinandersetzen zu müssen. Dafür kriegt man ne Macke, und weiss der Kuckuck noch alles und bekommt evtl. noch eine Chance.

Allerdings fällt die einem nicht in den Schoss, dafür muss man etwas tun. Aber Tun bedeutet, aktiv zu beginnen, und schauen, wohin es einen führt. Einfach machen und Veränderungen angehen wollen, ohne jetzt sofort zu einem Ergebnis kommen zu wollen. Der Weg ist das Ziel.

20.08.2020 11:15 • x 1 #9


Hoffnungsblick
Man sagt vielleicht leicht, dass man nicht zurückschauen soll. Das ist manchmal leichter gesagt als getan.
Aber Vergangenheit ist vorbei. Darum sollte man sie loslassen. Jetzt kann man nur noch aus ihr lernen, manche Fehler erkennen und diese dann vermeiden.

Melancholische Augenblicke sind doch auch normal, wenn sie nicht zu lange dauern.

Aber man sollte sich auch nicht verurteilen, wegen der vielen Fehler oder verpassten Chancen. Es war dein Lern- und Entwicklungsweg, den du ehren solltest.

Bin selbst ü60, aber das Leben macht mir immer noch sehr viel Spaß und Freude.
Mein Fazit: Lebensfreude hängt nicht vom Alter ab. Aber sie hängt davon ab, ob du Dankbarkeit empfinden kannst für alles und jedes und davon, wie gut du im Jetzt leben kannst.

20.08.2020 11:47 • x 2 #10


Das stimmt. Vielen Dank. Und genau das stelle ich mir schön vor. Aber ich weiß momentan nicht wie ich da hinkommen soll. Ich habe den ganzen Tag so einen Druck in der Magengegend (vom Kopf kommend). Ich kenne das schon. Ich war nach einem Beziehungsende schon mal in so einer Lage.

Bei mir wird dieses Jahr meine Gemütslage immer schlechter. Mit guten Phasen. Ich denke, dass es auch was mit Corona zu tun hat. Es hat einfach gezeigt wie schnell alles anders werden kann.

Auch kommt dazu, dass ich in meinem Leben niemals Menschen auch nur annähernd so geliebt habe wie meine Kinder. Einmal habe ich eine Frau auch sehr geliebt. Aber ansonsten konnte ich diese Frau bisher nicht finden. Und da diese nun sicher ihren eigenen Weg gehen (obwohl ich viel Kontakt habe) ist es als ob der wichtigste Abschnitt meines Lebens endet!

Das alles zusammen und noch andere Dinge ziehen meine Stimmung nach unten. Je mehr ich hier schreibe um so mehr denke ich, dass ich einen Termin beim Psychologen machen sollte.

22.08.2020 08:16 • x 2 #11


Das wäre auf jeden Fall eine gute Idee,dir ein wenig Unterstützung zu holen,es gibt solche Phasen im Leben in denen man über alles mögliche nachdenkt.
Vielleicht sind dies Phasen gar nicht Mal so verkehrt und sie führen uns in die Richtung,wo wir sein sollten.
Wünsche dir Glück

22.08.2020 08:28 • x 1 #12


Hoffnungsblick
Zitat von Diamonds:
Je mehr ich hier schreibe um so mehr denke ich, dass ich einen Termin beim Psychologen machen sollte.


Das ist sicher gut, dann hast du jemanden, der dich ein Stück weit begleitet auf deinem Weg.

22.08.2020 15:23 • x 2 #13



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