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Hallo liebe Forenmitglieder,


heute gab es mal wieder einen der vielen persönlichen Tiefpunkte, ich halte es nicht anders aus, deshalb schreibe ich. Es möchte sonst niemand zuhören bzw. mir beistehen und es kommt mir so vor, als ob sich alle Menschen, inklusive Familie, von mir abwenden, wenn ich meinen geistigen Status schildere.

Zu mir (auch wenn es etwas länger und nicht ganz chronologisch ist, dafür ehrlich):

Ich bin eine 21 jährige Frau, aufgewachsen mit verheirateten Eltern, einer 4 Jahre jüngeren Schwester auf dem selben Grundstück, auf dem unser mittelständisches Familienunternehmen steht.

Schon im Kindergartenalter ist mir irgendwie bewusst geworden, dass ich meinen Vater nie zufrieden stellen konnte. Er hat sich mit mir kaum beschäftigt, wie auch für das typische Familienleben. Für ihn war immer sein Hobby, seine Freunde und der Alk. wichtiger. Seiner Ansicht nach hat es uns ja an nichts gefehlt, es gab ja mehr als genug Geld und damit hatte sich das gegessen. Außerdem habe ich deutlich gemerkt, dass er sich immer mehr für Jungs interessierte, wie zB. meinen Cousin. Mit Jungs kann man ja Fußball spielen und all die Dinge machen die man mit Mädchen "offensichtlich" nicht machen kann. Das hat sich mein Leben lang bisher auch eigentlich so gehalten.

Als Kind habe ich auch sehr lauten, täglichen Streit zwischen meinen Eltern miterleben müssen.
Als ich dann 13 wurde, hatte meine Mutter eine schwere Erkrankung, die sie nur knapp überlebt hat und aufgrund derer sie ca. ein Jahr lang im Krankenhaus lag. Währenddessen hat sich meine liebe Großtante um uns gekümmert, mein Vater hat seinen Lebensstil nicht verändert in dieser Zeit.

Hier fing es eigentlich an, bergab zu gehen:

Da ich von Natur aus eher ein introvertierter Mensch war und mich diese Krankenhausgeschichte ziemlich mitgenommen hat, ging es schulisch und auch sozial bergab. Ich habe damals ein Gymnasium besucht, in dem ich es bis kurz vor meinem Abitur (G8, also 12. Klasse) ausgehalten habe. Ich wurde extrem schüchtern und entwickelte eine sehr starke Sprechangst vor Menschenmengen (zB. bei Referaten, beim Vorlesen), obwohl ich mich eigentlich gut ausdrücken kann. Dies hat mich später (ab meinem 18. Geburtstag, da ich mich ab diesem Zeitpunkt ja selbst krank melden darf) zum Schule schwänzen motiviert, weshalb ich dann auch abbrach. Außerdem fühlte ich mich durch diese Sprechangst auch irgendwie gemobbt und belächelt, ich wurde nie Ernst genommen von Klassenkameraden und Lehrern.

Seit meinem 16. Lebensjahr trinke ich regelmäßig, d.h. 1-2 mal die Woche. Ich trinke zwar sehr viel für eine Frau, aber niemals Schnap. und schon gar nicht bis zur Bewusstlosigkeit oder zum Übergeben.
Etwas später habe ich auch angefangen zu *beep*. Dadurch lernte ich auch ein paar Leute kennen, unter denen ich mich wohl und akzeptiert fühlte. Ich *beep* bis zu meinem 19. Lebensjahr jeden Tag exzessiv, um zu vergessen, dann immer weniger. Ich probierte eigentlich auch alles andere an Dro. aus, was auf dem Markt war (außer Dro., Dro. und Dro.). Das war aber wirklich nur ausprobieren, d.h. pro Substanz nur ein bis zwei Mal. Ich nehme seit Silvester 2012/2013 nichts mehr zu mir, außer Alk., da ich durch eine Überdosis eine Nacht im Krankenhaus landete.

Ich hatte in meinem Leben 3 Beziehungen, die erste war mit 16 eher unschuldig. Die zweite Beziehung ist zeitlich eben genau in diese exzessive Phase gefallen (18. bis 19. Lebensjahr). Das wurde von meinem damaligen Freund ausgenutzt und ich wurde in meinem komatösen "Schlaf" mehrere Male vergewaltigt, ohne Verhütung und Schamgefühl... Da ich genau in diesem Jahr der Beziehung auch die Antidepressiva Fluoxetin und Sertralin genommen habe und ich mich sehr alleingelassen fühlte (meine Eltern waren eher mit ihrer Trennung beschäftigt, meine Mutter wurde zur starken Alk.), habe ich nie etwas gegen die Vergewaltigungen gemacht oder gesagt. Außerdem wurde er bei jedem Versuch, Schluss zu machen, handgreiflich. Als ich die Antidepressiva abgesetzt hatte, war ich wieder bei mir und habe Schluss gemacht. Seitdem hatte ich zwar eine Beziehung, die aber eher ein Lückenfüller war, ich brauchte Trost.

Seit ich mein Abitur abgebrochen habe, mache ich eine Ausbildung (werde im Mai hoffentlich die Prüfung bestehen), die mir eigentlich sehr viel Spaß macht und später soll ich das Familienunternehmen führen. Nur das Problem ist, dass ich den Tiefpunkt meiner nun 7 Jahre langen Depression erreicht habe (mit Selbstmordgedanken beim Aufstehen und Schlafengehen, sogar wenn ich mit Freunden "lache"). Durch zwei Unfälle und schwere Knochenbrüche (bin am Steuer eingeschlafen, da ich Schlafprobleme habe) bin ich nun auch noch körperlich eingeschränkt, ich habe Schmerzen beim Gehen und Heben.

Ich habe keine Kraft mehr für irgendetwas. Ich vernachlässige alles, bis auf meine wochenendlichen Sauftouren.


Meine Mutter trinkt seit 5 Jahren durchgehend und meine Schwester klaut und hat eine Essstörung, sie brauchen selbst Hilfe und ich kann mich also auch nicht auf sie verlassen. Mein Vater versucht mittlerweile seine Vernachlässigung wieder gut zu machen, aber ist beruflich mittlerweile mehr als beschäftigt.


Ich würde gerne wissen, ob ihr ähnliches durchgemacht habt und wie ihr damit umgeht (Medikamente/Therapie/Selbsthilfe). Ich danke euch herzlich für eure Mühe und Aufmerksamkeit, ich weiß sonst nicht an wen ich mich wenden soll...

19.03.2014 18:50 • 19.03.2014 #1


2 Antworten ↓


HALLO,

es ist schlimm was du durch machst, bitte suche dir provesionelle Hilfe,
am besten bei einem Psychologen oder ner Institutsambulanz damit es nicht noch schlimmer
wird.

Das ist auch gar nicht schlimm, nehm die Hilfe in Anspruch du möchtest ja da heraus kommen.
Gerne helfen wir dir auch entsprechende Einrichtungen heraus zu suchen die in deiner Nähe sind.
Dann schreibe uns als Ersthelfer bitte direkt an.

VG bleeny

19.03.2014 19:58 • #2


Ich bin schon behandelt worden, die Behandlungen sind allerdings nie abgeschlossen worden. Beide Psychologen haben mich nicht verstanden und wollten mit einem "Exjunkie" nichts zu tun haben, bzw. haben sich komplett anders mir gegenüber verhalten, nachdem ich es erzählt habe (auf mich herabgesehen). Medikamente und ein stationärer Aufenthalt kommen für mich auch nicht in Frage. Ich will nicht wieder zum Zombie werden

19.03.2014 20:48 • #3