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Hallo ihr lieben,
ich habe folgendes Problem: ich bin 17 Jahre alt und lebe mit meiner Mutter und meinem Stiefvater zusammen sowie mit meinen beiden Stiefgeschwistern. Ich gehe noch zur schule und mache nächstes Jahr mein Abi. Seit einigen Jahren bereits macht mein Stiefvater mir das Leben zur Hölle. Er versucht mich kleinzuhalten und förmlich zu unterdrücken. Ich habe bei ihm absolut nicht das Gefühl, dass er mich liebt wie sein Kind. Früher war das allerdings anders nun ist es so, dass er sich andauernd in meine Beziehung einmischt ( habe seit 1,5 Jahren einen Freund, der sich den Ar. aufreißt um meinem Eltern zu gefallen) und mir vorschreibt was ich zu tun und zu lassen habe . Ich habe regelrecht Angst vor ihm und fühle mich in meinem zuhause unwohl weil ich ständig in der Sorge lebe er könnte ausrasten. Auch meiner mutter gegenüber ist er oft respektlos und beleidigt sie. ihr aber ist das egal. mein Stiefvater versucht regelrecht mein Leben zu kontrollieren und fest in der Hand zu haben. Ich versuche jedoch so gut es geht meinen Eltern alles recht zu machen um diesen Ausbrüchen von meinem Stiefvater zu entkommen. Es kommt auch häufig vor, dass er mich tagelang ignoriert und behandelt wie Luft. Natürlich mache ich auch Fehler und verhalte mich nicht immer korrekt. Aber Liebesentzug und Missachtung hat kein Kind verdient oder? Zudem ist er unglaublich respektlos. Um mal ein Beispiel zu nennen: Ich habe vergessen die Küche sauber zu machen und er schreit mich an : Du bist dir zu fein die Küche sauber zu machen aber fässt Schwänze an. ( scheinbar Anspielung auf meinen Freund, der auch nicht gerne zu mir kommt). So und ähnlich geht es mir jeden Tag. MEine mutter sagt kein Wort dazu und zu meinem leiblichen Vater habe ich keinen Kontakt mehr.
Tut mir leid für den langen text aber ich bin echt verzweifelt

08.07.2015 21:37 • 10.07.2015 #1


8 Antworten ↓


Hazy
Hallo Lisamarie,
das klingt richtig kacke, es tut mir leid. Seit wann verhält sich dein Stiefvater so, glaubst du es gibt einen bestimmten Anlass für ihn?
Du bist 17, also bald volljährig. Gibt es eine Möglichkeit auszuziehen, wenn du 18 bist? Vielleicht zu Verwandten, Freund, Freunden?
Ich glaube nicht, dass du Stiefvater und Mutter dazu bringen wirst, sich anders zu verhalten. Deine Mutter scheint ja offensichtlich die Augen zu verschließen, während er Narrenfreiheit hat.
Was sagen deine Geschwister dazu?
Liebe Grüße

08.07.2015 21:46 • #2



Mein Stiefvater beherrscht mein Leben

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warum er so geworden ist weiß ich leider auch nicht was...ich suche selber immer noch nach der Antwort. meine stiefgeschwister sind noch zu jung (78) die sehen das alles nicht wirklich...es gäbe die Möglichkeit dass ich nach dem Abi zu meinem Freund ziehen könnte , aber das dauert auch noch ein ganzes Jahr. vielen dank für deine schnelle Antwort!

08.07.2015 21:49 • #3


Anschana
Oh Mann, lisamarie. Das ist ja schrecklich!

Sieh mal, er hat ein Problem mit sich. Du spiegelst irgendetwas, das ihn auf die Palme bringt. Das ist aber sein Ding, nicht deines. Sofern du dich an die aufgestellten Regeln deiner Eltern hältst und auch sonst nicht aufmüpfig bist, hat er kein Recht, dich so zu behandeln. Und selbst dann nicht!
Denn - Respekt bekommt nur der, der ihn sich verdient.

Im Grunde ist der alte Herr mit sich frustriert und hat Angst. Ich kenne keinen anderen Grund, jemanden sonst zu ignorieren und so herablassend zu behandeln. Das tut er doch nur, um sich selbst besser zu fühlen.

Ich finde es interessant, das Ganze mal aus der Sicht eines Stiefkindes zu betrachten. Denn ich war selbst viele Jahre in der Rolle deiner Mutter gefangen. Dazu später.
Mein Ex hat meinen Sohn wie den letzten Dreck behandelt und ihn sogar geschlagen. Sein Sohn hingegen war der auserkorene Messias. Durfte alles und wenn er mal Mist gebaut hatte - was leider zu oft vorkam - dann waren alle anderen Schuld. Dieser Junge hat leider nie Grenzen kennengelernt.
Mein Sohn war besser in der Schule? Zack! Er wurde niedergemacht. Alles, was meiner besser machte, war eigentlich falsch.
Und ich? Ich war nachher nur noch müde und hilflos.
Mein Sohn war so alt wie du, als er sich entschloss, zu seinem Vater zu ziehen. Nur, um Ruhe zu haben. Als mein Ex dann mit der Anderen durchgebrannt ist, kam der Junge zurück.

Deine Mutter wird dir leider nicht helfen können. Sie braucht selbst Hilfe. Aber auch da bist nicht du in der Verantwortung. Vielleicht hilft ihr eine heilsame Klatsche.

Du hast nämlich die Möglichkeit, zum Jugendamt zu gehen und darum zu bitten, dich in einer Wohngruppe mit Gleichaltrigen unterzubringen. Wenn du 18 bist, kannst du sogar eine eigene Wohnung bekommen. Das Kindergeld steht dann dir zu sowie Unterhalt, etc. je nachdem, was du nach deinem Abi machen willst. Ausbildung oder studieren.
Kannst du ggf. bei deinem Freund unterkommen?
Auch, wenn deine Eltern dagegen sind kannst du diesen Schritt tun. Das Jugendamt übernimmt dann bis zu deinem 18. die Vormundschaft für dich.
Unterstützung bekommst du genug und vielleicht wird deine Mutter wach, wenn du weg bist. Bei mir war es so. Denn da fing ich langsam an, die Dinge anders zu sehen.

Mach dir keinen Kopf mehr um deinen Stiefvater. Der muss seine Probleme erstmal wie ein Mann lösen lernen, bevor er sie an Unschuldigen auslässt.

Drücke dir die Daumen und wünsche dir Kraft. Du solltest wirklich alles mobilisieren. Jugendamt, Vertrauenslehrer, etc. Alleine wirst du aus der Nummer nicht rauskommen... Und vielleicht bekommst du ja über den Weg Kontakt zu deinem leiblichen Vater. Den wird das Jugenamt nämlich als Erstes kontaktieren.

Halt die Ohren steif.

Anschana

08.07.2015 21:58 • x 2 #4


Hazy
Tolle Antwort Anschana

08.07.2015 22:03 • x 1 #5


Allein wegen Anschanas Antwort hat dieses Forum eine Daseinsberechtigung. Ich wünsche der Threaderstellerin alles gute und hoffe sie hört auf Anschanas Worte.

09.07.2015 00:33 • #6


Snow-White
Anschana.
Es war wirklich interessant, deinen Text zu lesen.
Doch meine Frage, wenn auch etwas persönlich, an dich... du musst natürlich nicht antworten.

Aber warum schaut man da als Mutter weg?

Denkt man, der Zwist ist vielleicht auch nur vorübergehende Rivalität?
Hat man Sorge, alles schlimmer zu machen, wenn man eingreift?
Ist man selbst abhängig von der Liebe des Mannes geworden und ihm gegenüber einfach nur Harmonie-bedürftig?
Sieht man es vielleicht auch einfach nicht, wie groß dieses Problem wirklich ist?

Ist nicht negativ gemeint, mich interessiert tatsächlich nur die Sicht der Mutter in solch einem Fall.

Grüße

09.07.2015 01:04 • #7


Anschana
Zitat von Snow-White:
Anschana.
Es war wirklich interessant, deinen Text zu lesen.
Doch meine Frage, wenn auch etwas persönlich, an dich... du musst natürlich nicht antworten.

Aber warum schaut man da als Mutter weg?

Denkt man, der Zwist ist vielleicht auch nur vorübergehende Rivalität?
Hat man Sorge, alles schlimmer zu machen, wenn man eingreift?
Ist man selbst abhängig von der Liebe des Mannes geworden und ihm gegenüber einfach nur Harmonie-bedürftig?
Sieht man es vielleicht auch einfach nicht, wie groß dieses Problem wirklich ist?

Ist nicht negativ gemeint, mich interessiert tatsächlich nur die Sicht der Mutter in solch einem Fall.

Grüße


Ich beantworte die Frage gern. Um eben den Kindern aus diesen Familien die Gelegenheit zu geben, sich nicht verlassen zu fühlen. Vor einigen Jahren hätte ich dir keine Antwort geben können, weil ich es selbst nicht anders gesehen hätte.
Und um Müttern, die das erleben, den Mut zu geben, aufzustehrn und dieser Situation die Stirn zu bieten. Für sich und ihre Kinder.

Zunächst hat es ganz viel mit Eigenliebe zu tun. Ich war nicht wirklich in meiner Mitte. Und dann kam dieser Mann, der diese Situation für sich unbewusst nutzte. Denn er fühlte sich offensichtlich noch kleiner als ich.
Im Grunde ist so eine Gewaltbeziehung wie Zuckerbrot und Peitsche. Man weiß nie, was passiert. Ist es heute gut, ist es heute wieder der Horror?
Natürlich sollte eine Mutter in allererster Linie ihr Kind schützen. Komme, was wolle. Aber ich war eigentlich nur noch damit beschäftigt, mich zu schützen. Das erfordert Kraft. Wenn man keine Möglichkeit zum Auftanken hat, dann lässt diese Kraft eines Tages nach. Man sieht alles, nimmt es wahr, weiß, dass es falsch ist. Aber man kommt einfach nicht aus diesem Muster heraus. Und weil man sich selbst als Versagerin sieht, weil man sein Kind nicht schützen kann, wird alles entweder ignoriert oder man gibt dem Mann sogar stellenweise Recht, um Ruhe zu haben.
Man sieht das Leid des Kindes. Verbindet es mit dem eigenen Unvermögen, die Situation zu bessern und weil man sich selbst ja nicht noch schlimmer fühlen möchte, schweigt man.
Und natürlich aus Angst. Denn so ein Minus-Mann nimmt keine Rücksicht. Meiner brüllte mich mal vor den Kindern an. Sie waren da um die 13,14 und die Kleine war gerade anderthalb. Du verdammtes Stück Schei.....! Noch nicht mal ordentlich f*cken kann man dich!
Jeder ängstliche Mensch, der seine eigene Wertschätzung verloren hat, empfindet diese Aussage in Zusammenhang mit der aggressiven Mimik und der Lautstärke als richtig.

Wenn man sich selbst nicht mehr liebt und schätzt, seinen eigenen Wert nicht mehr einordnen kann - wie soll man dann jemand anders lieben und schützen? Auch, wenn es das eigene Kind ist?

Ich hoffe, ich konnte es einigermaßen erklären. Ansonsten nochmal nachfragen. Ich finde das gerade für die Betroffenen wichtig, durch die Schleier auf die Wahrheit zu blicken und sich dieser zu stellen. Der Andere ändert sich nicht. Aber wenn man selbst etwas ändert, ändert sich das Leben. Und die einzige Möglichkeit zur Änderung ist eine Trennung, um wieder auftanken zu können.

LG, Anschana

10.07.2015 09:28 • x 2 #8


An den Themenstarter:

Ich bin selbst auch einmal mit 14 Jahren und einmal mit 16 Jahren mithilfe des Jugendamtes ausgezogen. Kannst mich gerne Fragen wie das Prozederre damals war...
Lg

10.07.2015 09:34 • #9




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