✔ Bereits empfohlene Antwort
Hallo @Muskelbiber,
Erstmal möchte ich dir mein herzliches Beileid aussprechen. Ich habe zwar nicht meinen kleinen Bruder verloren, aber viele andere Menschen die ich sehr geliebt habe. Ich möchte dir damit sagen, du bist nicht alleine mit deinem Schmerz.
Als ich Anfang 20 war verlor ich meine Mutter nach 6 Jahre langem Kampf gegen Krebs. Meine Welt brach unter meinen Füßen zusammen. Ich war z.Z. Dro., alc. Pot, und an den WE wurde immer geballert. Lass also die Finger weg, sowas macht’s nur schlimmer. Aber das weißt du ja selber schon.
Meine Geschichte endet leider noch nicht. Einpaar Monate nach dem Tod meiner Mama bin ich mit einer Freundesgruppe in den Urlaub gefahren. Wir waren dort in einem Feriencamp und wie das Schicksal es wollte verloren wir eine Freundin beim Bungeejumping. 17 Jahre war sie und schlug 2 Meter vor mir auf dem Boden auf. Mein zweiter Albtraum begann.
Aber auch hier endet meine Geschichte nicht. Ein paar Jahre später, mittlerweile war ich clean, nahm keine Dro., kein Alc. keine Medikamente. Nichts. Aber wie das Schicksal es mal wieder wollte starb mein Cousin an einem Plötzlichen Herztod. 44 Jahre alt. Kann passieren… das Leben ist eben ein Glücksspiel. Seit dem leide ich unter einer starken Angststörung. Psychosomatische Schmerzen begleitet von den heftigsten Panikattacken und dem ständigen Gefühl ich müsste auch bald sterben… es Fühlt sich einfach nur widerlich an!
Warum erzähle ich dir das? Ich möchte dir in dieser schwierigen Zeit etwas Hoffnung geben. Denn ich kämpfe bis heute und ich werde auch noch weiter kämpfen. Von Tag zu Tag bis es irgendwann besser wird und ich bin überzeugt, dass du auch ein Kämpfer bist.
Wie die meisten hier schon gesagt haben, halte dich an Menschen, die dich wirklich lieben. Deine Frau, dein Kind vielleicht noch ein paar gute Freunde. Konzentriere und fokussiere dich ganz auf dich und deine Art, wie du diesen tiefen Schmerz verarbeiten wirst. Dabei ist es wirklich schei… egal was jemand davon hält, denkt oder sagt. Du machst es auf deine Art, genauso wie ich es damals auf meine Art bewältigt habe.
Ich war bis heute (8 Jahre später) nur ein einziges Mal beim Grab meiner Mutter und das nur, weil meine Oma verstorben ist und sie dort beerdigt wurde. Schäme ich mich dafür - manchmal, aber ich mach es eben auf meine Art. Ich trage sie immer in meinem Herzen bei mir und wenn der Tag gekommen ist, werde ich bereit sein, sie am Grab aufzusuchen. Bekomme ich oft blöde Bemerkungen vom Rest meiner Buckligen Verwandtschaft - yes! Ist mir aber sowas von schei… egal.
Heute bin ich 28, lebe seit 7 Jahren Dro. frei, habe eine Angststörung und starke Panikattacken aber gebe nicht auf und du wirst es auch nicht tun. Ich hoffe, ich konnte dir zumindest ein wenig Mut zusprechen und dir ein Lichtlein in diesen dunkelsten Zeiten schenken. Halt uns auf dem laufenden und wenn was ist, immer raus damit, ich folge deinem thread und biete dir meine volle Unterstützung mit meinen Worten. Wenn dies erwünscht ist.
Bleib stark und sei dir selbst immer treu, dann wird irgendwann alles wieder gut!