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Ranibo
In den letzten Tagen geht es mir einfach nur schlecht. Nicht körperlich aber geistig/seelisch. Es fühlt sich an wie ein innerer Kampf.

Auf der einen Seite jenes Ich welches versucht kein Risiko einzugehen und den Status Quo aufrecht erhalten möchte, jenes ich was kalkuliert und mich vor mir selber schützen möchte.

Auf der anderen Seite, ein Ich welches am aller liebsten mein aktuelles Leben niederbrennen möchte. Weg von allem was ich kenne, Neu beginnen. Welches mich mit dem Gedanken spielen lässt, mir den Schädel mit jenem Labtop einschlagen zu lassen, mit dem ich diese Worte schreibe. Welches mich auf Abenteur schicken möchte. Dinge tun, ohne an Konsequenzen zu denken.

Am wohlsten fühle ich mich aktuell Nachts auf der Straße, mit Musik im Ohr. Abgekoppelt von allem, irgendwo zwischen Freiheit und Existenzlosigkeit.
Wenn ich mit Freunden und Kollegen interagiere, bin ich fröhlich, gut drauf und gut gelaunt.
Sobald ich alleine bin, fühle ich eine innere Leere.

Ich habe Hobbies und Interessen, mache Sport im Verein etc. Aber bei vielen Dingen habe ich aktuell das Gefühl, sie zu tun um mich an Gewohnheiten zu klammern, nicht aus Freude an der Sache.
Ich fühle mich unsäglich einsam, sehne mich nach einer Lebensgefährtin und habe doch das Gefühl, dass ich in meiner aktuellen Verfassung nicht beziehungsfähig bin.

Ich habe das Gefühl in einem offenen Käfig zu sitzen und mich zu beklagen, gefangen zu sein. Mein Verstand und meine Gefühle sind nicht im Einklang, kämpfen gegeneinander. Ich zerfleische mich innerlich selbst. Reibe mich zwischen dem Leben was ich führe und dem was ich begehre auf.

Ich habe demnächst einen Termin beim Psychologen. Mal schauen ob er mir helfen kann.

05.07.2021 20:07 • 09.07.2021 x 2 #1


6 Antworten ↓


cube_melon
Zitat von Ranibo:
Ich habe Hobbies und Interessen, mache Sport im Verein etc. Aber bei vielen Dingen habe ich aktuell das Gefühl, sie zu tun um mich an Gewohnheiten zu klammern, nicht aus Freude an der Sache.
Ich fühle mich unsäglich einsam, sehne mich nach einer Lebensgefährtin und habe doch das Gefühl, dass ich in meiner aktuellen Verfassung nicht beziehungsfähig bin.

Solche Lebenskrisen kenne ich von vielen Menschen. Nach Trennung, Verlust, Umbruch.

Das was Du genannt hast sind deine Ressourcen. Und auf die hast Du emotional keinen Zugriff. Also lässt Du sie weg. Ich persönlich habe meinen Freunden immer geraten die Ressourcen trotzdem zu tun, auch wenn sie sich leer anfühlen. Weil durch das einfache, mechanische tun das alles erhalten werden kann. Und auch über diesen Umweg man an seine Gefühle wieder heran kommen kann.

Es gibt eine Lebensweisheit, welche sich immer wieder bewahrheitet hat.
"Wenn Du eins mit dir bist, kannst Du besser zwei mit einem anderen sein"

Die innere Leere kann dir eine Partnerin zwar kompensieren. Damit legst Du aber ihr eine Aufgabe auf. Kompensation kann kaum eine dauerhafte Lösung sein.

Aus meiner Erfahrung führt der Weg zurück in die Welt über dich.

05.07.2021 20:35 • x 3 #2



Mein innerer Konflikt

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Howy33
Hätte fast von mir sein können. Ich glaube es ist wichtig das auch einfach mal aufzuschreiben und sich dessen bewusst zu machen. Man steht sich doch irgendwie selbst im Weg man müsste eigentlich den Rückwärtsgang einlegen und anders abbiegen. Trotzdem fährt man weiter und wartet auf eine Chance zum Wenden. Doch kommt da noch eine Gelegenheit?

Der Kopf sagt wenden der Fuß tritt aufs Gas. Hauptsache nicht stehen bleiben.

Finde ich gut das du denn Schritt gehts hoffentlich hilft es dir.

05.07.2021 20:49 • #3


Venla86
Hallo mein Lieber,

ich hoffe es geht dir mittlerweile schon etwas besser. Ich bin momentan mit vielem überfordert. Mit Einkaufen, Arztterminen, den Einfachsten Sachen. Es ist ein Auf und Ab. Dann die Nebenwirkungen der Medikamente. Starkes Schwitzen, Müdigkeit, Zittern und Gewichtszunahme.

Ich drücke dich und sende dir viele Grüße

Deine Sarah

05.07.2021 21:04 • #4


life74
Zitat von Ranibo:
Welches mich auf Abenteur schicken möchte. Dinge tun, ohne an Konsequenzen zu denken.


Zitat von Ranibo:
Am wohlsten fühle ich mich aktuell Nachts auf der Straße, mit Musik im Ohr. Abgekoppelt von allem, irgendwo zwischen Freiheit und Existenzlosigkeit.


hört sich toll an . . . und kann ich sehr gut nachvollziehen.

05.07.2021 21:29 • #5


Ranibo
Heute geht es mir wieder so richtig schlecht. Ich schaffe es aktuell nicht eine Mitte zu finden. Ich komme mir dumm und inkompetent vor. Gefühle und Verstand in einem ständigen Streit. Kein Einklang in Sicht. Und ich scheine immer Falsch zu liegen, wenn ich mich für eine Seite entscheide.

Wenn ich auf meinen Verstand höre, habe ich das Gefühl, als hielte ich mich selbst zurück. Rede mich kleiner, schlechter und dümmer als ich bin.
Wenn ich auf meine Emotionen höre, mache ich Fehler vor denen mein Verstand mich warnt.

Ich kann mir nicht vertrauen. Nicht meinem gesamten Ich, nicht meinem emotionalen Ich, nicht meinem rationalen Ich.

Mein Verstand sagt mir, es ist in Ordnung Fehler zu machen. Meine Emotionen wollen alles kurz und klein schlagen, schreien, ich würde immer nur Fehler machen und mein Verstand würde mich zurück halten.
Mein Verstand sagt mir, meine Emotionen lassen mich Fehler machen, blenden mich, führen mich in die Irre.

Ich habe das Gefühl zwischen Fronten zu stehen, umzingelt von mir selbst. In einem ständigen, ermüdendem Konflikt.

Selbst jetzt wo ich diese Worte schreibe, sagt mir mein Verstand, dass ich mich nur selbst bemitleide, meine Emotionen wollen herausschreien, meinen Kopf gegen die Wand schlagen und Dinge zerstören.

Das schlimmste an der Sache ist, dass ich weiß was los ist und ich doch nichts ändern kann. Das ich keine Konrtolle über mich selbst zu haben Scheine.

09.07.2021 17:39 • x 1 #6


life74
Das beschreibst du sehr gut. Ich kann es sehr gut nachvollziehen.

09.07.2021 18:08 • #7