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masky
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Hallo

Mir geht es gerade sehr schlecht. Ich bin Bachelor-Studentin und beginne im Winter vorraussichtlich meinen Master. Mein ganzes Studium hatte ich einen inneren Widerstand gegen das Studium gepaart mit Panikattacken.
Inzwischen habe ich festgestellt, dass diese durch das "nicht-wollen" des Studiums zustande kommen. Ich weiß aber nicht was ich dagegen zun soll. Mit dem Studium aufhören kommt nicht in Frage. Eigentlich mag ich mein Fach ja, und ich würde mir ewig vorwerfen, wenn ich aufgeben würde.
Ich komme einfach mit diesem furchtbaren Druck durch Klausuren, zu wenig Zeit, überzogene Ansprüche der Dozenten, der Anonymität nicht klar. Auch die Vorstellung, wie ich in der Berufswelt zurechtkommen soll, macht mich fertig. Ich fühle mich wie ein Kind. seufzen
Ständig gegen mein Bauchgefühl anzukämpfen ist so unglaublich anstrengend. Ich kann nicht mehr.

Die meisten meiner Freundinnen haben letztes Jahr schon mit dem Master angefangen. Nur eine Freundin wollte gemeinsam mit mir dieses Jahr mit dem Master starten. Sie will aber jetzt doch an eine andere Uni. Damit bin ich alleine.
Ich habe ganz extreme Angst vor den Laborpraktikas. Vielleicht sollte ich dazusagen, dass mir das Gefühl, nicht leisten zu können furchtbare Panik macht. In diesen Praktikas erwarten die Betreuer und mein Laborpartner dass ich funktioniere. Das triggert die Paniksymptome natürlich noch mehr. Ich will da einfach nicht mehr hin. Ich schaffe das nicht mehr. Mir macht es Angst, nicht funktionieren zu können und mich dann sozusagen fallen lassen zu müssen.

Das Studium nimmt mein ganzes Leben ein. Vor jedem neuen Semester verspüre ich einen extremen Widerstand und alles in mir brüllt "Geh da nicht mehr hin!"
Aber was soll ich tun? Ich weiß ja auch nicht, was ich sonst machen soll.

Seit 2h sitze ich hier und weine. Die Tränen kommen einfach durch. Ich kann nichts dagegen machen, geschweige denn aufhören. Ich will einfach nicht mehr.

05.05.2021 #1


33 Antworten ↓
Icefalki

Icefalki
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Zitat von masky:
Dagegen anzukommen ist ja bekanntlich schwierig, sonst gäbe es dieses Forum nicht.


Schau , ich erkenne in diesem Satz deine Abwehr zu der Tatsache, dass du, wie viele von uns, ein Problem haben. Was ich dir vorraus habe, ist das Wissen, dass es gar nicht schlimm ist, Probleme zu haben, schlimm ist nur, sie so abzulehnen.

Und ich tat das auch. Viele von uns sind sehr intelligent, ,leistungsbereit, deutlich anders in Denkweisen oder in ihrem Empfinden und anstelle, dass wir stolz darauf sind, rennen wir der Normalität hinterher, oder eben Ansichten, die wir meinen, erfüllen zu müssen.

Angst ist per se gar nicht schlimm, Angst heisst nur, Pass bitte auf dich auf. Aber sie ist deine Angst, nicht die anderen. Deine Wünsche, Ziele,Sehnsüchte sind deine, und ob andere sie auch teilen, wäre nett, muss aber nicht sein.

Und zum Erwachsensein zählt doch nur, dass man ganz alleine bestimmen darf, wie man leben möchte. In jungen Jahren mag das schon mal ängstigen, ist doch auch vollkommen ok .

Und deine Angst, dir selbst hilflos ausgeliefert zu sein, nun überlege doch mal, wie soll das denn funktionieren? Dazu hat man seinen Verstand, der nur noch darauf trainiert werden muss, Alternativen entwickeln zu können.

Und je mehr du dich mit dir beschäftigst, aber bitte ganz liebevoll, je mehr wird dir klar werden, Hey, ich kann rechtsrum,linksrum oder geradeaus gehen. Kann auch stehenbleiben, nix tun, aber vorwärts komme ich dann nicht.

Unsere falschen Gedanken sind das Problem, die kann man aber in richtige Bahnen lenken, wenn man das übt. Das kriegst du auch noch auf die Reihe, deine Angst ist da ein ziemlich treue Verbündete.

30.04.2021 22:31 • x 2 #25


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Innerer Konflikt lässt sich nicht lösen/Studium

x 3


Icefalki

Icefalki
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Zitat von masky:
ch habe furchtbare Versagensängste und kann nicht damit umgehen.


Nun, du benennst es doch. ANGST zu versagen.

Was ist am Versagen so schlimm? Wäre Abbruch ein Versagen, oder weitermachen und versagen? Wie kommst du zu diesen Ängsten? Wer beurteilt , was Versagen ist?

Ich würde wetten, dass in jedem Angstpatienten dieses Gefühl des NICHT GENÜGENS eine enorme Rolle spielt, das sich dann in Panikattacken äussert. Und solange Panik mit im Spiel ist, ist genügend Potential vorhanden, da Panik etwas mit Überleben zu tun hat.

Ist wie ein Vulkan der ausbricht und so ein Ausbruch ist enorme Energie. Wir Angsthasen begreifen einfach nicht, dass man diese Energie zur Verfügung hat, sie aufgrund unserer falschen Wahrnehmung aber eher als belastend erlebt. Jeder von uns kämpft sich trotz enorme Ängste mehr als durch und ist der Meinung, ich schaffe das nicht. Gut, wenn man zu lange kämpft, dann wird es kritisch. Dann erschöpft man sich.

Die Kunst besteht darin, dieses Potiential dafür zu nutzen, sich vor Versagen,etc. eben nimmer zu fürchten, sondern es sogar in Kauf zu nehmen. Die Angst als Signal anzusehen, dass man falsche Vorstellung hat, dass man ja nie versagen darf, Ziele nicht verändern darf, das nicht darf, dort nicht punktet, usw., die Liste ist lang.

Also, was ist so schlimm daran, auch mal versagen zu dürfen, Fehler zu machen, sich zu blamieren, oh Gott, selbst ne Panikattacke erlaubt man sich nicht.

Gut, das schreibt sich alles sehr leicht, aber darüber nachzudenken wäre doch mal ein Anfang.

Warum darf ICH eigentlich nicht mal versagen?

29.04.2021 22:27 • x 2 #21


Zum Beitrag im Thema ↓


S
Wenn Dir das Studium nicht zusagt, so wie ich es verstanden habe, dann quäle Dich doch bitte nicht.
Wieso willst Du es über den Zaun brechen, wenn es Dich nicht glücklich macht?
Du kannst auch eine Ausbildung statt dessen machen und evtl. später nochmal das Studium aufgreifen.

Wieso hast Du Sorge, dass deine Freundin nun woanders studiert und Du alleine bist?

Du bist für Dich selber verantwortlich und auch während eines Studiums musst Du Praktikas absolvieren, wo Du keine Freundin hast ....

x 1 #2


S
Du weißt nicht, was Du sonst machen sollst?
Naja, arbeiten muss jeder. Überleg mal, was Dich interessiert.....

#3


M
Zitat von portugal:
Wenn Dir das Studium nicht zusagt, so wie ich es verstanden habe, dann quäle Dich doch bitte nicht. Wieso willst Du es über den Zaun brechen, wenn es Dich nicht glücklich macht? Du kannst auch eine Ausbildung statt dessen machen und evtl. später nochmal das Studium aufgreifen. Wieso hast Du Sorge, dass deine ...


Mein Studienfach gefällt mir. Habe ich doch geschrieben.
Ich komme mit dem Druck und den paniktriggernden Situationen nicht zurecht.

Ich bin alleine, weil ich im Masterstudiengang künftig kaum jemanden näher kenne. Bisher dachte ich, besagte Freundin würde mit mir studieren, sodass wir Gruppenarbeiten oder Laborpraktikas zusammen machen können. Dann hätte ich wenigstens jemand vertrauten, wenn die Panik versucht hervorzubrechen.

Ich wüsste nicht, welche Ausbildung ich stattdessen machen soll. Ich bin ja eigentlich schon in der Richtung, die ich machen will.

#4


F
Ich hab den Eindruck dass Sie Angst hat vor der Berufspraxis.

Studieren ist das Eine,arbeiten was anderes...

@masky

Ich hatte eine sehr gute Therapeutin,bei ihr habe ich Verhaltenstherapie gemacht.
Sie hat auch von sich erzählt und meinte,kurz vor Abschluss ihres Studiums habe sie an Angstzuständen Panikattacken gelitten.
Einfach weil da der Druck am grössten war.

Danach habe sie nie wieder Probleme damit gehabt.

Möglicherweise stehst Du aktuell sehr unter Druck,was aber normal ist,wenn man "kurz vorm Ziel" steht.

Du beschreibst ja selbst,dass Du Deinen Fachbereich gerne hast,daran kann es also nicht liegen.

Also halte noch durch und zur Entspannung empfehle ich hochdosiertes Baldrian.
Gibt´s bei Rossmann.

x 1 #5


Mariebelle
Lass doch den Master.Such dir enen Job nach dem Bachelor Abschluss.
Was studierst du denn?

#6


M
Zitat von Flame:
Ich hab den Eindruck dass Sie Angst hat vor der Berufspraxis. Studieren ist das Eine,arbeiten was anderes...

Und was willst du mir jetzt damit sagen?

Zitat von Mariebelle:
Lass doch den Master.Such dir enen Job nach dem Bachelor Abschluss.
Was studierst du denn?

Lebensmitteltechnologie. Das arbeiten trau ich mir ja auch nicht zu

x 1 #7


F
@masky

Damit wollte ich sagen,dass Du möglicherweise Angst hast vor dem was nach dem Studium kommt.
Um das mal zu fassen zu kriegen,was Dich belastet.

#8


M
Zitat von Flame:
Ich hatte eine sehr gute Therapeutin,bei ihr habe ich Verhaltenstherapie gemacht.
Sie hat auch von sich erzählt und meinte,kurz vor Abschluss ihres Studiums habe sie an Angstzuständen Panikattacken gelitten.
Einfach weil da der Druck am grössten war.

Danach habe sie nie wieder Probleme damit gehabt.

Möglicherweise stehst Du aktuell sehr unter Druck,was aber normal ist,wenn man "kurz vorm Ziel" steht.

Du beschreibst ja selbst,dass Du Deinen Fachbereich gerne hast,daran kann es also nicht liegen.

Also halte noch durch und zur Entspannung empfehle ich hochdosiertes Baldrian.
Gibt´s bei Rossmann.


Ich hatte die Panikzustände von Anfang an. Klar belastet mich das "danach". Aber was soll ich nur tun?

#9


Mariebelle
Zitat von masky:
Und was willst du mir jetzt damit sagen? Lebensmitteltechnologie. Das arbeiten trau ich mir ja auch nicht zu
Dann mach erstmal ein Praktikum danach.Da kommst du in den Arbeitsalltag rein ohne gleich viel Verantwortung tragen zu muessen u es ist zeilich begrenzt.

#10


M
Zitat von Mariebelle:
Dann mach erstmal ein Praktikum danach.Da kommst du in den Arbeitsalltag rein ohne gleich viel Verantwortung tragen zu muessen u es ist zeilich begrenzt.

Es geht mir weniger um die Verantwortung. Es geht mir um die Angst, Panik zu kriegen und dann nicht mehr das geforderte leisten zu können. Das kann auch im Praktikum passieren.

#11


F
Ich würde zumindest das Studium beenden und dann weiter sehen.

x 1 #12


Mariebelle
Zitat von masky:
Es geht mir weniger um die Verantwortung. Es geht mir um die Angst, Panik zu kriegen und dann nicht mehr das geforderte leisten zu können. Das kann auch im Praktikum passieren.


In einem Praktikum haegt aber nicht gleich deine ganze Existenz vom Job ab u du kannst dich einueben mit deinen Zustaenden.

x 2 #13


F
Also ist es eine grundsätzliche Angst vorm Versagen.
Davon ist glaub ich kaum ein Mensch frei.

Was nun dagegen tun?

x 2 #14


Mariebelle
Zitat von Flame:
Also ist es eine grundsätzliche Angst vorm Versagen. Davon ist glaub ich kaum ein Mensch frei. Was nun dagegen tun?
Dagegen kann man nichts tun,damit muss man leben lernen.

Die TE ist gerade 21 u im Uebergang in das Erwachsenenalter mit all seinen neuen Anspruechen u Verantwortung fuer das eigene Leben. Daumen hoch
Da muss man durch.Rueckschlaege gibt es immer wieder und man lernt an Erfahrung dazu.

x 2 #15


F
Ja,seh ich auch so.
Ist keine einfache Zeit ,andererseits ist noch alles offen.

x 2 #16


M
Zitat von masky:

Ich hatte die Panikzustände von Anfang an. Klar belastet mich das "danach". Aber was soll ich nur tun?


Hallo, wie wäre es vielleicht damit, dass du dir - sofern finanziell möglich- im Master einfach etwas mehr Zeit lässt. Es steht ja nirgendwo geschrieben, dass man alles in Regelstudienzeit schaffen muss. Das könnte den Druck ja etwas rausnehmen und gleichzeitig hättest du mehr Zeit um nebenbei noch arbeiten zu gehen und dich somit auch daran gewöhnen zu können. Oder manche machen auch ein gap year zwischen Bachelor und Master.

x 2 #17

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S
Zitat von masky:
Es geht mir weniger um die Verantwortung. Es geht mir um die Angst, Panik zu kriegen und dann nicht mehr das geforderte leisten zu können. Das kann auch im Praktikum passieren.

Das kann dir ueberall passieren, selbst eine Putzfrau sthet enorm unter Druck, alles in einer bestimmten Zeitangabe zu schaffen und dazu noch hoechstprofessionell.

Ich wuerde Dir raten, eine Verhaltenstherapie anzustreben, die Ursachen liegen meist viel tiefer ....

#18


L
Hallo,
ich war mal in einer ähnlichen Situation und dann sogar schon fast 30. Ich hab erst eine Ausbildung gemacht (damals mein Traumberuf) hab aber dann im Laufe der Jahre gemerkt das es in der Praxis nicht das ist, was ich auf Dauer machen will. Durch ein Praktikum oder in der Theorie ist es schwer einen wirklichen Eindruck vom Job zu bekommen. Danach wollte ich unbedingt studieren aber hab schon nach einem Jahr bemerkt, dass studieren ansich nicht meins ist. Ich war ziemlich unglücklich damit. Prüfungsängste und zu viel Theorie machten es mir schwer und ich hielt aber trotzdem noch länger dran fest, blieb eingeschrieben aber begann zeitgleich Vollzeit erneut in meinem Ausbildungsberuf zu arbeiten. Wollte irgendwie nochmal schauen, ob mir dieser in einem anderen Unternehmen doch zusagt aber dann kamen endgültige Entscheidungen. Gegen den Job und das Studium brach ich ganz kurz vorm Abschluss ab, weil es eh schon zu lange auf Eis lag. Ich persönlich hab das alles nie bereut obwohl alle sagten es sei verrückt abzubrechen. Mir lag ja das Fach aber eben nicht das studieren und somit begann ich freiberuflich in diesem Bereich zu arbeiten. Bei mir waren es nie rationale Entscheidungen sondern hab mich einfach vom Gefühl leiten lassen. Manchmal braucht es vielleicht viele Unwege um seinen Platz im Beruf zu finden aber finde das ist völlig ok. Auch kann es ja durchaus sein, dass ein Job mit 20 passt und 10 Jahre später stellt man fest der Bereich ist nicht (mehr) das richtige.

#19


M
Ja, ihr habt recht. Ich habe furchtbare Versagensängste und kann nicht damit umgehen.
Eine Therapie mache ich seit 4 Jahren, aber es nur sehr langsam oder garnicht besser...Deswegen bin ich ja so verzweifelt Sad

#20


A


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Dr. Christina Wiesemann
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