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Schlaflose
Zitat von vanni:
das handelt sich eher nicht um ein missverständnis, er weis ja das ich das nicht beides gleichzeitg kann, weil die technik das nicht hinbekommt bei mir und äussert eben trotzdem immer so ne sachen.


Dann habe ich das falsch verstanden. Ich habe das so verstanden, dass er dachte, dass du mit dem PC ins Internet gehst und telefonierst und er dich für blöd hält, dass du nicht wüsstest, dass da beides gleichzeitig geht. Aber egal, lass dich von solchen Äußerungen nicht verunsichern bzw. rechtfertige dich wenn du merkst, dass er dich für blöd hinstellen will.

Ich bin in diesem Forum gelandet, weil ich eine "ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung" habe, die sich bei mir hauptsächlich durch extreme Schlafstörungen seit über 20 Jahren geäußert hat. Ich bin eigentlich Lehrerin für Englisch und Französisch am Gymnasium, hatte aber schon von Anfang an Angst in dieser Rolle, aber ich habe mich trotzdem der Situation immer wieder gestellt, weil ich dachte, dass es irgendwann besser wird, aber es ist immer schlimmer geworden. Vor einem Jahr war es dann so schlimm, dass ich monatelang krank geschrieben war und eine Therapie begonnen habe, wo ich diese Diagnose bekam. Mein Therapeut hat mir geraten, nicht mehr in die Schule zurückzugehen, und ich hatte das Glück, dass ich vor 8 Wochen einen Verwaltungsjob im Bildungsministerium bekommen habe, und seitdem geht es mir hervorragend.

Viele Grüße

#101


V
he schlaflose,

hat das dann bedeutet, das du deswegen so mies drauf warst, weil du in der schule noch aktiv warst?
weil wenn du dein arbeitsplatz gewechselt hast und es dir nun richitg gut geht, dann könnte man das ja behaupten, oder?

bist du noch in therapie und wenn was für einen machast du denn?

liebe grüße

#102


A


Ich bin verwirrt :)

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Schlaflose
Hallo Vanni,

Also, die ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung ist eine Sache, die im Laufe der Jugend enstanden ist und ich habe sie eigentlich immer noch. Aber gerade der Lehrerberuf ist ist so ziemlich das Schlimmste, was man sich antun kann, wenn man diese Störung hat. Dadurch, dass ich jetzt einen Job habe, wo ich nicht vor Leuten reden muss, nicht ständig im Mittelpunkt stehe und keine Angst haben muss, mich öffentlich irgendwie zu blamieren und kritisiert zu werden, geht es mir halt sehr viel besser. Meine Therapie mache ich trotzdem noch weiter, weil sie mir wirklich hilft, mehr Selbsbewusstsein zu bekommen und soziale Ängste abzubauen. Es ist eine Gesprächstherapie mit Anteilen von Verhaltenstherapie und Hypnosetherapie.

Viele Grüße

#103


V
he schlaflose,

na dass klingt ziemlich gut und freut mich auch für dich
mir geht es heute wieder nicht sehr gut, mache mir wieder gedanken um das buch.

ich muss dich glei nochmal was fragen.
es geht immer noch um den satz, das es nicht das verhalten des anderen ist, sondern unsere bewertung.

wenn ein mensch mich bspw. erniedrigt, ist das dann auch eine bewertung "er erniedrigt mich"

ich denke nämlich die ganze zeit darüber nach, wenn man von einem menschen erniedrigt wird, kann ich doch nicht sagen das das meine bewertung ist "er hat mich erniedrigt" die mich verletzt, oder?
oder wenn jemand zum bsp. unfreundlich ist, kann ich doch nicht sagen, weil ich den als unfreundlich ansehen geht es mir schlecht. oder bin ich wieder auf dem holzweg?

liebe grüße

#104


G
Zitat von vanni:
oder wenn jemand zum bsp. unfreundlich ist, kann ich doch nicht sagen, weil ich den als unfreundlich ansehen geht es mir schlecht. oder bin ich wieder auf dem holzweg?
Ich antworte mal darauf: JA.

#105


Adler83
Ein Beispiel von mir, was real passiert, wie ich bewerte und fühle: Meine Freundin arbeitet Freitag sehr lange, sagt nicht Bescheid, ich warte vergebens auf sie. Morgens hatte es eine Diskussion zwiscchen uns gegeben. Ich erreiche sie spät abends, gibt sich geschockt, ist müde, will mich nicht mehr sehen. Tags darauf meldet sie sich, faulenzt, nimmt sich Zeit für sich, lässt mich "hängen", der ich mich auf ein gemeinsames Wochenende gefreut habe. Ich bin verletzt, bin ihr nicht wichtig, sie entfernt sich von mir. Narzistische Gedanken und Gefühle von mir. Und trotzdem ihr Verhalten nicht sehr rücksichtsvoll, was unsere gemeinsame Planung betrifft. Nicht leicht, den "inneren Narzisten" da raus zu lassen, und trotzdem zu sehen, wie die Situation für mich real unbefriedigend ist.

Sonntag muss sie arbeiten, sagt formlos den gemeinsamen Tag ab, wenig rücksichtsvoll, wie ich das empfinde, ich BIN enttäuscht, sogar verärgert. Aber da lauert der Narzist: Sie liebt mich nicht, behandelt mich so, als ob ich ihr egal bin. Aber Vorsicht: Ihre Firma wurde übernommen, sie hat Spaß an der Arbeit, ein großes Pflichtbewusstsein, ihr ist der Bereich sehr wichtig. Was will ich sehen? Meine unbändige, narzistische Enttäuschung, mein wirkliches, berechtigtes Unwohlsein, wenn ich mich sicher weiß, ob die gemeinsamen Verabredungen, die mir so wichtig sind, auch zustande kommen ODER sehe ich ihre Situation, was ihr wichtig ist, was sie beschäftigt, all die Dinge, an denen ich doch immer wieder sehe, dass ich ihr wichtig BIN und selbst das sollte ich für mein Selbstwertgefühl nicht brauchen.

Es gibt reales Verhalten, damit verbundene Enttäuschung, Verärgerung, und es gibt narzistische Gefühle, der innere Schrei, das unmäßige Verletztsein, das nur selbstgerecht ist, zu nichts führt, wofür sonst niemand mehr verantwortlich ist als man selber.

#106


V
Zitat von GastB:
Zitat von vanni:
oder wenn jemand zum bsp. unfreundlich ist, kann ich doch nicht sagen, weil ich den als unfreundlich ansehen geht es mir schlecht. oder bin ich wieder auf dem holzweg?
Ich antworte mal darauf: JA.


gut also wenn jemand unfreundlich ist, sage ich einfach damit es mir nicht schlecht geht, der war nett, oder was willst du mir sagen gast

#107


V
hey adler,

ich finde dein text ziemlich unverständlich, sorry.
was willst du mir genau sagen?

grüße

#108


Adler83
hi vanni,

ich habe deinen Thread nur teilweise gelesen und habe auch meinen eigenen Senf dagelassen, weil ich da gerade eine schwierige Situation hatte, sorry, ist schwer aufzudröseln.

Also, dir geht es darum, dass man sich nicht mies fühlen muss, wenn andere nicht nett sind, weil: wie man sich fühlt, hängt davon ab, wie man es bewertet, ja? Teilweise ja, finde ich. Wobei es eben auch noch die Mitmenschen gibt, man hat es nicht alles selbst in der Hand, ich kann von anderen Menschen Schönes und auch Verletzendes erfahren. Wenn ich denke, ich kann alles nur über meine Bewertungen willentlich kontrollieren, bin ich nicht in Kontakt mit der Realität - im Extremfall. Wobei das im Prinpip schon richtig so ist mit den Bewertungen ("Nimm's locker", wenn's geht).

Dann fiel auch der Begriff Narzismus. Aber manchmal ist das Verhalten anderer wirklich nervig bis verletzend. Ich wollte aus meiner speziellen Beziehungssituation heraus beschreiben, wie da so die Gedanken sind, wenn ich versuche, zu unterscheiden: Was ist real und wo habe ich narzistische Gedanken und Gefühle. Die sind leider manchmal extrem, was jetzt nichts mit deinem Thread tu tun hat, muss ich gestehen Bezieh das nicht auf dich, ich spreche von mir, das machen "Egozentriker" leider manchmal. Aber es gibt 2-3 Aufhänger hier, die mir bekannt vorkommen.

Ich habe im Moment öfters für mich schwierige Situationen in meiner Beziehung, wegen meiner eigenen Gefühlslage. Bedürfnisse werden spät ein bisschen befriedigt, oft auch nicht, das ist eine Gratwanderung, damit umzugehen, wenn man das nicht als kleines Kind, sondern als Erwachsener durchmacht, was eigentlich nicht möglich ist. Hat mit mir zu tun, weniger mit dir. Aber vielleicht kannst du trotzdem etwas damit anfangen.

Es ist nicht immer einfach zu unterscheiden: Wo bewerte ich "falsch", so dass ich mich mies fühle, wo sind narzistische Gedanken und Gefühle, wo erlebe ich real Dinge von anderen, die ich zurecht mindestens "doof" finde (vor die Füße spucken), wie sind die Situationen real, was empfinde ich jetzt als verletzend, das morgen, mit ein bisschen Abstand sowas von unwichtig ist, und dann kann ich es doch auch gleich locker sehen, wenigstens das lernen (nenn es einfach Gelassenheit).

Ich weiß, ist sicher alles auch noch unverständlich. Muss mal noch in Ruhe den Thread lesen.

Grüße

#109


V
Hey schlaflose bist du noch da?

#110


V
hey schlaflose,

was ist los, wo bist du?

liebe grüße

#111


G
Ich vermute, sie ist zu Hause.

Aber wie oft soll sie, sollen wir dir die Sache noch erklären, vanni?

#112


V
weist du was gast wenn du nicht auf meine fragen eingehst, die ich dir persönlich stelle, komme ich auch nicht weiter.mit dem unfreundlich sein, habe ich leider bis heute keine antwort bekommen und weiss immer noch nicht, was du mir sagen willst, es waren sehr viele fragen worauf ich leider keine antwort bekommen habe.

#113


R

Ich bin verwirrt

Hallo zusammen,

ich möchte, bevor ich zum eigentlichen Thema komme, hier meine Geschichte aufschreiben. Der Grund warum ich in diesem Forum gelandet bin.
Kann also etwas länger werden der erste Beitrag.

Ich hoffe auf zahlreiche Antworten und Meinungen. Nicht weil ich Entscheidungshilfe suche. Entscheiden muss ich schon allein. Mich interessieren aber Meinungen, Sichtweisen und evtl. auch Erfahrungen anderer Menschen.

Zur Vorgeschichte:

Vor drei Monaten hat sich meine Frau von mir getrennt. Es kam für mich völlig überraschend. Mit einem solchen Schritt hatte ich bis dahin in keinster Weise gerechnet.

Wir waren 9 Jahre zusammen, haben vor drei Jahren entschieden ein Haus zu bauen und zu heiraten. In das Haus sind wir vor zwei Jahren eingezogen.
Unsere Partnerschaft war immer sehr harmonisch, es gab keine Streitigkeiten (was möglicherweise ein Fehler war), keiner hat den anderen belogen oder betrogen. Gut am Anfang der Beziehung gab es da mal was bei ihr, aber das ist eigentlich lange abgehakt. Kommt aber gerade wieder bei mir hoch. Dazu später mehr.
Wir haben immer an einem Strick gezogen, uns gegenseitig unterstützt, einer war für den anderen da und die Liebe und Verbundenheit war auf beiden Seiten sehr groß.
Für mich war sie die Traumpartnerin. Das Ding meines Lebens. Bei ihr hatte ich das Gefühl angekommen zu sein und bleiben zu wollen.
Ich bin fast sicher, dass es bei ihr über lange Strecken ebenso war.
Sie wollte zwar die Trennung, leidet aber selber, selbst jetzt nach 3 Monaten, sehr darunter. Im Moment will sie es aber auch noch nicht rückgängig machen. Ob überhaupt steht für sie in den Sternen. Es ist nich ausgeschlossen aber auch nicht sicher.
Kurz zu uns: Ich bin 45 jahre alt, sie 41. Wir hatten beide zuvor auch langjährige Beziehungen, die bei uns beiden jeweils vom anderen Partner beendet wurden. Wir haben beide, jeder für sich, damals sehr darunter gelitten. Zu dem Zeitpunkt kannten wir uns noch nicht.
Meine Ex hat damals leider in ihrem Schmerz eine Weile nach Alk. gegriffen und wurde Alk.. Es war keine lange Zeit die sie getrunken hat, hat aber gereicht um sie krank zu machen. Das hatte sie dann damals selber gemerkt, wollte das so nicht mehr, hat einen Entzug gemacht und eine Therapie. Erst danach lernten wir uns kennen.
Sie war also trocken und glücklich damit. Es war so ziemlich das erste was sie mir von sich erzählte. Ich fand das ok und wir kamen zusammen. Im Prinzip zog sie noch in der Nacht in der wir uns kennenlernten bei mir ein. Sie hatte zwar ihre eigene Wohnung, ihren Job, ihr Leben. Aber die Verbindung zwischen uns war von der ersten Stunde an so stark, dass es für uns beide sofort klar war: Wir gehören zusammen.
Es war eine phantastische Zeit, magisch, traumhaft.
Wir blieben zusammen, wohnten zusammen, lebten zusammen.
Schon nach drei Tagen verzichteten wir auf Verhütung. Wir haben es sofort darauf angelegt Kinder zu bekommen. Es kam aber nie dazu.
Es gab nach ein paar Wochen einen Vorfall, auf den ich später noch näher eingehen werde.
Ich habe es damals geschluckt, weil ich sie nicht verlieren wollte.
Warum es mit Kindern nicht geklappt hat haben wir nach ein paar Jahren untersuchen lassen.
Es liegt an mir, ich kann nicht auf natürlichem Weg zeugen. Künstlich würde es wahrscheinlich gehen. Das haben wir aber nie näher Untersuchen lassen.
Dieses Ergebnis war uns aber lange bevor wir uns für Haus und Heirat entschieden haben bekannt.

Wie schon geschrieben lebten wir sehr glücklich und harmonisch zusammen. Wir passten einfach zusammen wie ich es vorher nie erlebt hatte. Meine vorherige Beziehung ging auch 9 Jahre und war über weite Strecken schön. Zum Schluss nicht mehr so sehr. Aber diese Beziehung nun war ein vielfaches schöner, tiefer, intensiver und gehaltvoller.
Sie war, und so sehe ich es eigentlich auch heute noch, der Deckel auf meinen Topf.

Die Zeit in der das Haus gebaut wurde war ziemlich stressig. Wir haben zwar nicht selber gebaut, sondern durch eine Firma bauen lassen, aber es gab trotzdem viel zu erledigen.
Beide gingen wir ja auch Vollzeit arbeiten. Nachdem wir dann in das Haus vor zwei Jahren eingezogen waren, hatten wir beide auch längere Arbeitswege. Das war aber vorher auch klar.
So hatten wir während der Woche weniger Zeit füreinander und an den Wochenenden musste dann all das erledigt werden, was wir in der Woche nicht schafften.
Einkaufen, Wäsche waschen, Haus sauber halten etc. Ich habe mich immer an den Hausarbeiten beteiligt. Auch schon vorher. Fenster putzen, Bäder sauber halten, Einkaufen habe ich alles erledigt. Also es blieb nichts nur an ihr hängen.
Ich muss auch dazu sagen, dass ich während all der jahre selber B. und gelegentlich mal Whisk. getrunken habe. Zwar mäßig aber regelmäßig. Das war eigentlich für sie auch kein Problem. Sie war weiter abstinent und was ich machte war mein Ding.

Über diesen Haus-Alltag schlief dann so langsam unsere Beziehung ein. Wir unternahmen nicht mehr so viel, fuhren nicht mehr in Urlaub und es begann langsam sich eher in eine WG-Situation zu verwandeln. Wir lebten mehr nebeneinander als miteinander.
Trotzdem weiter harmonisch und ohne Streitigkeiten.

Offensichtlich begann dies alles meine Frau mehr zu belasten als ich ahnte. Sie war in den letzten Monaten leicht depressiv. Es waren auch weitere äußere Einflüsse, die ich dafür verantwortlich machte. Konflikt mit der Mutter, mit der Schwester, mit Freundinnen.
Bei einer Freundik kam es im letzten Jahr auch zu einem Kontaktabbruch. Darunter litt meine Frau eine Weile, wusste aber das es so besser ist.

Letzten Sommer begann meine Frau dann Alk. B. und Alk. Sekt zu trinken. Das ging auch erst soweit gut.
Im Dezember bei Freunden sollte sie ein Alk. B. bekommen, der Gastgeber gab ihr aber versehentlich eins mit Alk..
Da brachen offensichtlich Dämme bei ihr ein.
In den Folgemonaten trank sie dann ab und zu mal ein Glas Wein. Nur eins, nicht mehr.
Im Februar dann hatte sie einen Rückfall und trank vier Tage durch. Der Zustand in dem ich sie plötzlich erlebte schockierte mich. Sie wollte in der Zeit aber auch wieder Intimitäten, die vorher auch nur noch selten waren. In dieser Zeit sprachen wir auch darüber, dass wir nicht mehr ganz so glücklich sind wie früher und ob der Hausbau ein Fehler war und wir überlegen sollten das Haus wieder zu verkaufen.
Nach den vier Tagen hörte sie wieder auf zu trinken, blieb noch ein paar Tage zu Hause und ging dann wieder arbeiten.
Dazu muss ich sagen, dass auch das Thema Kind kurz vorher wieder aufkam. Sie hatte einen Termin bei einer Ärztin gemacht, damit wir uns beide noch einmal untersuchen lassen konnten, ob es mit einer künstlichen Befruchtung klappen könnte und noch nicht zu spät ist.
Zu dem Termin kam es aber nicht. Der fiel genau in ihren Rückfall.

Nun ging sie wieder arbeiten, es lief ein paar Wochen "normal" weiter. Wir änderten nichts, da wir auch nicht so wirklich wussten wo der Hebel anzusetzten ist. Und vor allem redeten wir nicht über wichtige Sachen. Nur das alltägliche.
Ostern hatte sie dann einen erneuten Rückfall. Ich hatte nach dem ersten angeregt doch noch einmal zum Arzt zu gehen oder eine Therapie ins Auge zu fassen. Da hat sie sich aber nicht drum gekümmert und ich habe auch nicht nachgehakt.
Also hatte sie einen zweiten Rückfall. Der ging fünf Tage und war noch heftiger als der erste. Sie trank sich im Prinzip von einem Koma ins nächste. Dann habe ich sie in ein Krankenhaus gebracht. Sie wollte es selber. Dort habe ich sie regelmäßig besucht. Ihr Entzug muss sehr heftig gewesen sein.

Auf dieser Station lernte sie natürlich andere Menschen mit dem gleichen Problem kennen.
So auch einen anderen Mann. Ich habe ihn dort bei meinen Besuchen auch gesehen. Er hat nicht nur ein Alk., sondern noch andere Dro.. Er ist politox. War im Knast wegen Beschaffungskriminalität (Einen Dealer überfallen), ist von oben bis unter tätowiert und gepierct. Typ Rockabilly. Unangepasster Outsider.
Ich bin nun auch nicht Spießer vor dem Herrn, hab selber Tattoos und Ohrringe. Aber vom Typ her ist er eigentlich nicht der Typ mann auf den meine Frau normalerweise steht.
Sie kam also aus der Klinik zurück und telefonierte jeden Tag mit dem Typ. Hat sie auch nicht verheimlicht. Sie sagte sie würden sich gut verstehen und könnten gut quatschen. Mir war das nach zwei, drei Tagen dann schon langsam unheimlich. Ich frage sie noch einmal nach dem Typ und sie sagte, sie seien sich sehr symphatisch. Zeitgleich veränderte sie sich rapide, sagte sie müsse jetzt ein Ego-Schwein (ihre Worte) sein und alles tun um zu vermeiden jemals wieder einen Rückfall zu haben. Das es auch sein kann, dass sie sich von mir trennen müsse.
Ich war geschockt.
Sie telefonierte weiter täglich mit dem anderen und sagte mich auch, dass sie sich mit ihm treffen wollen. Das ging dann noch ein paar Tage, spitze sich zu und ich zog aus. erst einmal zu einem Freund. Nach wenigen Tagen wollte ich eine Aussprache, wollte ihr klar machen das ich ihr Mann bin und zu ihr halte. Das es jetzt eine sehr schwere Zeit ist, ich aber hinter ihr stehe und für sie da bin.
Sie hörte sich alles an und sagte mir dann, dass sie den kompletten Cut, die Trennung will.
Ich war nochmehr geschockt.

Seit dem wohnen wir nicht mehr zusammen. Ich blieb erst 14 Tage bei meinem Kumpel, dann suchte ich mir vorübergehend ein WG-Zimmer und habe nun eine kleine Wohnung.
Sie hat mit dem Typ eine Affäre angefangen, was zu erwarten war. Sie sagte ganz am Anfang, kurz nachdem ich ausgezogen war und sie noch einmal darauf ansprach, dass sie sich zu ihm hingezogen fühlt und an ihm interessiert ist.
Später räumte sie es als Affäre ein. Keine Beziehung und auch kein Beziehungsaufbau. Aber eine Affäre.

Ich habe extrem gelitten unter der ganzen Situation, habe mehr als zwei monate gebraucht, um halbwegs wieder ein Bein auf die Erde zu bekommen. Ich bin beim Psychiater gewesen, habe Antidepressiva bekommen und mache nun auch eine Psychotherapie.
Medikamente nehme ich keine mehr und trinke auch seit mehr als zwei Monaten keinen Alk. mehr.

Wir hatten die ganze Zeit über Kontakt. Ich habe natürlich am Anfang, in den ersten Wochen alle Fehler gemacht, die man machen kann. Gebettelt, gefleht, beschenkt.
Es ist aber slbst jetzt nie laut oder gar handgreiflich geworden. Ich habe ihr auch keine großen Vorwürfe gemacht, aber immer wieder zum Ausdruck gebracht, dass ich es einfach nicht verstehe was sie da macht.

Sie hat nie ausgeschlossen, dass wir vielleicht noch einmal eine Chance haben, wollte und will mir aber auch keine Hoffnungen machen.

Ich habe dann nach drei, vier Wochen angefangen zurück zu schrauben mit meinen Bemühungen sie zu überzeugen. Bringt im Moment eh nichts.
Ich weiß, dass sie selber sehr unter der Trennung leidet, viel weint und große Schuldgefühle hat.
Sie konnte bis vor kurzem nicht in unserem gemeinsamen Bett schlafen und macht sich selber viele Gedanken. Rückgängig will sie es im Moment aber auch nicht machen.

Wie gesagt habe ich extrem gelitten. Das ging am Anfang mit Suizidgedanken einher. Zum Glück habe ich das mit viel Hilfe die ich mir gesucht habe überwunden.
Aber auch nach drei Monaten leide ich unter der Trennung.
Bis gestern war mein einziger Wunsch sie zurück zu bekommen.

Nun zum eigentlichen Thema:

Nun geht aber seit gestern merkwürdiges bei mir vor. Ich fange an mich zu hinterfragen, ob es überhaupt noch einen Sinn hätte mich mit ihr noch einmal einzulassen.
Könnte ich ihr jemals wieder vertrauen?
Jetzt kommt die Sache, die ich ganz am Anfang der Geschichte ansprach.
Als wir uns damals kennenlernten hatte sie eine Beziehung zu einem Typ, die rein sexuell war. Keine Liebesbeziehung oder so. Sie trafen sich ab und zu um Sex zu haben. Nicht mehr und nicht weniger.
Von ihm erzählte sie mir auch gleich am Anfang unserer Beziehung. Im Prinzip parallel mit dem überwundene Alk-Problem.
Ein paar Wochen später ist sie mit ihm aber für ein Wochenende weg gefahren. Doppelzimmer im Hotel. Das war ja schon länger gebucht und bezahlt sagte sie. Und es würde nichts laufen.
So naiv das zu glauben bin ich nicht. Auch wenn ich so blöd war es ihr nicht zu untersagen. Aber wir kannten uns erst ein paar Wochen und ich wollte sie nicht verlieren. So habe ich es zugelassen.
Seit dem habe ich eigentlich all die Jahre nie wirklich 100% blindes Vertrauen gehabt. Ein Restzweifel blieb immer. Ich habe das zwar über weite Strecken verdrängt. Vergessen habe ich es aber nicht.

Was wäre nun, ich würde es noch einmal mit ihr versuchen? Ich weiß im Moment, seit gestern, nicht mehr, ob ich damit leben könnte. Verzeihen ja, aber damit auch wirklich leben?
Glücklich werden und mich wieder fallen lassen so wie es einmal war?
Es würde immer ein Schatten über uns schweben.
Hätte ich nicht ständig Angst und Paranoia, wenn sie mal alleine etwas unternimmt, oder später von der Arbeit nach Hause kommt?
Ich hatte ja vorher schon immer meine Gedanken, ob sie vielleicht nicht doch noch Kontakt zu dem Typen vom Anfang der Beziehung hat und sich heimlich mit ihm trifft.

Ich weiß aktuell nicht ob ich das schaffen könnte.
Entscheiden kann ich das nur alleine.
Ich liebe sie immer noch. Sehr sogar. Sie ist immer noch meine Traumfrau.
Aber sie hat mir so sehr weh getan.
Könnte ich das vegeben und mit ihr neu beginnen?

Und selbst wenn ich mich dafür entscheiden würde, es ist ja noch nicht gesagt das sie mich auch noch einmal zurück will.
Auch wenn sie mir kleine Signale sendet. Mir sagt das sie mich vermißt, dass sie viel an mich denkt, dass sie von mir träumt.

Sie nimmt mit mir Kontakt auf, nicht ich mit ihr. Sie rief mich letzten Freitag an und wollte wissen, ob ich Sonntags Lust habe mich mit ihr zu treffen. Bei mir. Gemeinsam kochen, essen, quatschen.
Wir telefonierten abends noch einmal und habe ich sie gefragt, ob denn die Affäre noch läuft. Sie sagte: Im Moment nicht.

Was soll ich denn mit einem "im Moment nicht" anfangen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben? Im Moment eine Pause? Und was spiele ich da gerade für eine Rolle? Der Pausenclown?

Sie war dann Sonntag bei mir. Sonst hat sie mich immer zur Begrüßung, zum Abschied und auch zwischendrin mal geküsst. Das wollte ich jetzt aber nicht mehr, habe es abgelehnt.
Nach dem Treffen schrieb sie mir abends noch, dass bei den letzen Treffen (wir hatten uns auch Dienstag schon mal getroffen) anfänglich etwas Spannung war, wir aber dann so gut reden konnten wie lange nicht mehr. Und das es mir schlecht geht, aber der alte Ryan (ist nicht mein richtiger Name) durchscheint den sie mal kennen gelernt hat. Und auch ein neuer, was sie sehr schön findet.

Das zum Schluss noch zur Info: Als Trennungsgrund gab sie an, dass es nicht der andere Typ gewesen sei. Er sei nur ein Symptom, dass es soweit gekommen ist, dass sie sich für einen anderen Mann interessiert.
Der Grund war die eingeschlafene Beziehung und das wir nicht über wirklich wichtige Dinge geredet haben.
Auch das sie nie Mutter geworden ist belastet sie. Und sie gab nach der Trennung zu, dass es sie zum Schluss hin sehrwohl gestört hat wenn ich etwas getrunken hatte.

So, das ist meine Geschichte. Ganz schön lang geworden.

Ich würde nun von euch gerne wissen, wie ihr damit umgehen würdet. Weiter kämpfen und hoffen das es mit dem Traumpartner noch einmal klappt. Und wenn dann intensiv am geschehenen geimansam arbeiten um wieder vertrauen aufzubauen?
Oder würdet ihr eher sagen: War ne schöne Zeit, viel riskiert und alles verloren. Es sollte dabei bleiben und jeder sollte für sich noch einmal bei null anfangen. Unbelastet in eine mögliche neue Beziehung gehen.

Danke schon jetzt, dass ihr den Roman gelesen habt und mir eure Meinung schreibt.

Ryan

#114


A
Du hast vor ihr alk getrunken? Obwohl sie mal Alk. krank war?

#115


G
Ich hab alles aufmerksam gelesen.

Ach schade, dass es so doof für dich gelaufen ist.

Welchen Eindruck hast du? Hat sie mit dem Typen aus dem KH Alc-Partys gefeiert? Hat sie ihn vielleicht ausgesucht, um sich gehen lassen zu können?

#116


G
Es klingt so, als wolle sie gern zwei verschiedene Leben leben. Einmal mit dir, das sichere und ruhige Leben und aber auch gern das andere mit Alk. und Komasaufen

#117

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R
@aero: Ja ich habe vor ihr Alk getrunken. Wir haben das ganz am Anfang unserer Beziehung geklärt. Sie hat mir ganz klar gesagt, dass es für sie kein Problem ist. Ich müsse nicht komplett darauf verzichten, nur weil sie abstinent leben will / muss. Es war ganz klar abgesprochen, dass sie mir Bescheid sagt, sollte es für sie zur Belastung werden. Das war es aber all die Jahre nicht. Nur zum Schluss hin hat es sie doch gestört. Sie hat es mir aber nicht gesagt. Erst nach der Trennung.

@Gina: Nein sie hat mit ihm nichts getrunken. Sie hat, seit ich sie in die Klinik gebracht habe, keinen Tropfen mehr angerührt und bleibt nun auch wieder dabei. Am Sonntag sagte sie mir auch, dass sie keine Lust hat sich langfristig mit politoxen Menschen anzufreunden. Sie will wieder ein normales Leben. Ohne Alk.
Wie gesagt hat sie mit ihm nichts getrunken. Da bin ich 100% sicher. Keine Partys, kein Komasaufen. Das ist nicht ihr Weg. Auch wenn sie die beiden Rückfälle hatte.

#118


G
Vielleicht klingt das jetzt doof, Ryan, aber viele Frauen, gerade solche, die kein Baby bekommen haben, bekommen ab dem 40 zigsten so etwas wie eine Krise. Sie hinterfragen sich selbst, ihre Beziehung, ihre Daseinsbrrechtigung. Sie fragen sich, was sie bisher vom Leben hatten und erinnern sich an ihre unerfüllten Bedürfnisse.

#119


R
Das klingt ganz und garnicht doof. Denn genauso ist es ja. Sie hat eine Lebenskrise und hat das eine ganze Weile weg gedrückt. Wollte es nicht an sich heran lassen. Konnte auch nicht darüber reden, weil sie den Gedanken nicht bewusst zugelassen hat. Sie sagte, zum Schluss hätte sie nichts mehr gefühlt. Keine Freude, kein Leid, keine Liebe, kein Kummer. Sie fühlte sich nur noch wie ein Betonklotz. Der einzige Weg da raus war durch den Rückfall. Im Prinzip gegen sich selbst gerichtet. Man nennt es Autoaggression. Das kann durch ritzen der Haut oder eben auch durch einen solchen Rückfall ausgedrückt werden. Und nach dem Rückfall schlägt sie nun alles kurz und klein um sich zu befreien.

Meine erste langjährige Partnerin war etwas älter als ich. Die Beziehung endete auch von ihrer Seite aus. Im genau dem gleichen Alter...

Nun zielt das alles aber nicht auf mein eigentliches Thema ab. Da geht es ja darum, ob aus eurer Sicht ein, bisher theoretisch erdachter, Neubeginn mit Aufbau von Vertrauen möglich wäre. Und zwar aus meiner Sicht. Nicht aus ihrer.
Wir haben viel zusammen erlebt und erreicht, haben zusammen etwas geschafft und geschaffen. Das alles hinter mir zu lassen fällt nicht einfach. Frage ist ja, ob es aus eurer Sicht Sinn macht darum zu kämpfen. Trotz allem was vorgefallen ist. Liebe ist von meiner Seite noch genug da. Aber Herz und Verstand gehen nicht immer gleiche Wege. Mein Herz sagt ganz laut JA. Und bisher habe ich nur mein Herz gehört. Jetzt funkt aber auch mein Verstand wieder Signale. Und der sagt, dass ich es mir ganz genau überlegen soll, ob ich das zulassen soll oder besser nicht. Wie gesagt alles Theorie. Es gibt von ihr keine klaren Signale, dass sie zurück will. Es gibt nur das klare Signal, dass sie es nicht ausschließt. Ich muss aber auch mich selber nun hinterfragen was ich noch kann und was nicht, was ich noch will und was nicht.
Dazu würde mich interessieren wie ihr das seht.

Die ganze Vorgeschichte ist nur Beiwerk.

#120


A


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