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Hallo, ich habe folgendes Problem...
Am besten fange ich ganz von vorne an, damit man es vielleicht besser versteht.
Ich leide schon seit 2008, seit ich 17 bin, unter diesen quälenden Grübelgedanken, die immer nur sinnlos sind und nie zu irgendwas führen. Mit 17 begann ich von einem jungen Mann zu schwärmen, den ich eigentlich kaum kannte, nur von ganz früher aus der Schule. Ich fand ihn gutaussehend und fand, dass er einfach eine besondere Ausstrahlung hatte, auch wenn ich eigentlich wusste, dass sein Charakter nicht der allerbeste ist.
Ich habe und hatte keinen Kontakt mit ihm, sondern hatte ihn nur in einem sozialen Netzwerk wieder gefunden. Ich träumte ständig von ihm und dachte fast nur an ihn. So konnte ich auch etwas vor Problemen im Alltag flüchten.
Doch es war nicht nur Schwärmerei, sondern ich machte mir ständig Gedanken und Sorgen um ihn, hatte Angst es geht ihm aus bestimmten Gründen in seinem Leben (familiäre Dinge, Lebenswandel..) schlecht oder er würde leiden. Dabei wusste ich nicht mal, ob das stimmt oder nicht total übertrieben ist, was ich mir ausmale. Diese Gedanken wurden oft durch irgendetwas ausgelöst, das mich auch nur indirekt an ihn erinnerte und dann fiel ich für viele Tage oder Wochen in ein Loch, steigerte mich in die Gedanken hinein bis ich nur noch weinte, konnte nichts mehr essen, garnichts mehr genießen. Zum Träumen war ich dann nicht mehr in der Lage.

Ich versuchte dann nach 3 Jahren Kontakt zu ihm aufzunehmen. Allerdings ohne Erfolg, denn er zeigte mir , dass er kein Interesse hatte. Ich habe ihm aber nicht von meinen Träumerein uns Schwärmereien erzählt, sondern fragte nur, ob wir uns kennenlernen können, wer ich bin und sowas halt.

Doch obwohl er mich zurückgewiesen hatte, hörten meine Träumereien und schlechten Gedanken nicht auf. Jedesmal wenn ich ihn zufällig irgendwo sah, fiel ich erneut in eine depressive Verstimmung, weil ich ihn so toll fand, aber wusste er kann nicht bei mir sein und weil ich immernoch dachte, dass es ihm schlecht geht. Denke nicht, ich bin ein Stalker, ich habe schon seit 2011 nicht mehr mit ihm geredet.

Im Jahr 2013 merkte ich, dass meine Gedanken an ihn so langsam weniger wurden.
Er war zwar immernoch in meinen Träumen, jedoch nicht so im Vordergrund. Ich war zuerst erleichtert und dachte, dass meine Probleme mit diesem Grübelzwang jetzt vielleicht besser werden,
doch das Denkmuster, dass mich dazu führte, immer wieder von meinen Grüblereien gefangen genommen zu werden, blieb. Auch meine extreme Verträumtheit ging nicht weg.

Es war wie wenn ein Grübelthema das andere ablöst. Seit ca. Ende 2013 ist es nun so, dass es mich jedesmal ziemlich fertig macht, wenn ich z.B höre dass jemand eine Grippe oder Erkältung hat. Es ist das selbse Denkmuster, sobald ich mitbekomme, das jemand sowas hat, grüble ich nur noch, versuche mich ganz stark in die Person hineinzuversetzen. Aber diese Gedanken drehen sich immer nur im Kreis und ich fühle mich nur schlecht dabei. Sobald ich merke, dass es mir wieder anfängt schlecht zu gehen, versuche ich dagegen anzukämpfen, doch ich schaffe es nie. Ich bin gefühlsmäßig einfach nicht stabil.
Und ich habe immer das Gefühl, wertvoller zu sein wenn ich krank bin, also ich meine sowas wie Grippe. Ich habe sogar das Gefühl, eine Erkältung oder Grippe bekommen zu wollen, nur um dieses Gefühl zu erleben, mich wertvoller zu fühlen. Oft habe ich dann auch einen ganz intensiven Traum, dass sich der junge Mann in den ich lange verliebt war/ bin irgendwie um mich kümmert und das Gefühl ist, wie als würde ich fliegen. Oder ich überlege mir, wie oft er krank ist und ich bin traurig, weil ich nicht bei ihm sein kann, wenn er es ist. Ich verbinde das irgendwie so stark mit Geborgenheit und Beschützt und Gebliebt werden.
Obwohl ich beruflich viel erreiche, habe z.B Prüfungen bestanden und ab Januar wahrscheinlich Fachabi, werden meine psychischen Probleme schlimmer. Meine Gedanken drehen sich fast nur noch darum. Ich finde diese Art von Gedanken viel schlimmer, als die, die ich vorher hatte. Und ich schäme mich dafür und viele mich schuldig. Ich wünsche mir nur, ich wäre glücklich und einfach normal.

Ich war schon oft in Psychotherapie, sogar mal in Reha. Meine letzte Therapie musste ich abbrechen, da meine Therapeutin wollte, dass ich Neuroleptika nehme, was ich aber wegen der vielen schlimmen Folgen von diesen Medikamenten nicht nehmen wollte. Deswegen brach sie die Therapie ab. Sie sagte, ich habe einen Serotoninmangel im Gehirn und zu viel Dopamin (so ungefähr).
Jetzt bin ich wieder auf der Suche nach Therapie, habe alle Therapeuten in der Umgebung und anderen Städten angerufen, doch nirgendwo ist ein Platz frei. Meine Familie weiß nicht mehr, wie sie mir noch helfen soll. Ich hätte so gerne Therapie, das würde mir so gut tun.
Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll.

LG

18.07.2014 21:04 • 22.07.2014 #1


3 Antworten ↓


S
Hallo Elfe22,

herzlich willkommen im Forum.

Ich habe den Eindruck dass Du sehr einsam bist, weil sich die meisten Deiner Gedanken darum drehen wie sehr Dich andere vermissen und Du Dir verschiedene Situationen mit ihnen ertäumst. Hast Du keine Freunde und bist Du in Deiner Freizeit überwiegend zu Hause ?

Der bizarre Wunsch krank zu sein und somit irgendwelche körperlichen Missempfindungen zu spüren, ist öfter bei psychich Kranken anzutreffen. Den Körper zu spüren und zu merken dass man noch existiert ist für solche Personen wichtig.

Du möchtest glücklich und normal sein, weigerst Dich aber Deine Medis zu nehmen. Diese Medis benötigst Du aber dringend. Wenn die Nebenwirkungen so stark sind dann solltest Du schauen ob es nicht ein anderes Medi gibt dass Du besser verträgst. Ansonsten musst Du halt abwägen was schlimmer ist. Die Nebenwirkungen oder der Nutzen der Medis.
Zusätzlich Therapie ist natürlich auch sehr gut.

Liebe Grüsse

20.07.2014 19:25 • x 1 #2


A


Grübeleien und schlechte Gedanken weiß nicht weiter

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Hi
dankeschön. Ich habe eigentlich eher gute Bekannte oder Kollgegen, irgendwie weiß ich nicht oft ich das wirklich Freunde nennen würde. Ich kenne schon viele Leute, aber irgendwie ist keine Bekanntschaft so richtig eng. Ja, ich bin überwiegend zu Hause. Ich wohne auch in einem langweiligen Dorf, das keine gute Busverbindung hat und ich habe noch keinen Führerschein. Ich habe schon angefangen zu machen, habe ihn aber wegen meiner Prüfungen und auch wegen den sozialen Ängsten abgebrochen.
Ja, ich denke auch das mein Wunsch krank vielleicht was damit zu tun hat, dass ich es in der Kindheit schön fand, wenn man sich dann gekümmert hat und viel vorsichtiger mit mir war, als ich krank war.

Ich habe jetzt angefangen ein Medikament zu nehmen. Seit 3 Tagen nehme ich 10 mg Citalopram. Die Nebenwirkungen sind bis jetzt nicht so stark. Ich bin nur öfters plötzlich müde und muss total viel gähnen. Aber das ist nicht so schlimm. Nur heute nacht wurde ich plötzlich um 3 wach und konnte für 2 Stunden nicht mehr schlafen. Aber ich weiß nicht, ob es wegen dem Medikament war. Ich hoffe aber trotzdem, dass die Nebenwirkungen bald besser werden.

Wegen Therapie werde ich nächsten Monat wieder bei der einen Psychologin anrufen, die jedesmal sagt, dass ich nächsten Monat nochmal anrufen soll. Ich hoffe, dass es irgendwann mal klappt.

LG

21.07.2014 14:41 • #3


T
Hallo Elfe,
diese Grübeleien, die Du beschreibst, kenne ich auch. Ich hatte eine ähnlich Phase und mich dabei in eine nicht reale Frau verliebt. Irgendwann ging diese Phase von allein zu Ende und was blieb, war die Einsamkeit. Aber ich bin schon 34 und Du bist anscheinend noch deutlich jünger und hast andere Möglichkeiten - gerade in einem Dorf.

Ich bin kein Psychologe, aber ich finde Du solltest Dir nicht wünschen krank zu sein. Wenn Du in einem Dorf lebst, dann versuche etwas daraus zu machen. Gehe raus und zeige Dich! Stelle Dich als Kandidatin für den Ortschaftsrat auf. Oder wie ist das bei Euch im Ort, gibt es da noch mehr Jugendliche? Was machen die? Frage beim Bürgermeister nach, ob Du ein leerstehendes Haus/Scheune usw. als Jugendtreff nutzen kannst. Versuche ein paar Leute zusammenzutrommeln, mit denen ihr vielleicht ein paar alte Mopeds aus den Scheuen abstauben und wieder aufbereiten könnt.

Letztlich mußt Du den Kopf frei bekommen für andere und schönere Gedanken.

Mit Medikamenten kenne ich mich nicht aus. Ich verstehe immer nicht, warum ein Medikament den seelischen Zustand ändern kann, wenn Umgebungseinflüsse diesen hervorgerufen haben. Das Medikament ändert ja nicht die Umgebung. Aber, wie gesagt, da habe ich keine Ahnung davon. Das ist nur meine persönliche Meinung.

Viele Grüße
Taros

22.07.2014 11:49 • #4