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Claudinchen
Ich muss mir hier einmal Luft machen, ich weiß einfach nicht mehr weiter... Mein Sohn ist schwer psychisch krank, er leidet unter Depressionen, Panikattacken und großen Trennungsängsten sowie einer sozialen Phobie. Außerdem hat er eine starke Neuralgie im Rücken und eine Trichterbrust. Alle bisherigen Psychologen wollten ihn in eine Klinik einweisen, aber er weigert sich standhaft. Alle bisher verschriebenen Medis brachten nur starke Nebenwirkungen hervor, mehr nicht. Deshalb hat er vor einem Jahr angefangen Dro. zu nehmen. Dies half ihm einigermaßen mit seiner Psyche und nachts trotz Neuralgieattacken zu schlafen. Aber das ist natürlich keine Dauerlösung und zudem auch sehr kostenintensiv.
Er ist mittlerweile so weit, dass er sich umbringen will, weil sein Geld für den "Stoff" nicht mehr reicht. Reden hilft nicht, er hat keine Hoffnung auf Besserung und es dauert ihm auch alles zu lange. Ich wollte den sozialpsychiatrischen Dienst anrufen, aber dann droht er sofort wieder mit Suizid. Das ist momentan das einzige Thema. Ich müsste dringend ins Krankenhaus, aber ich kann ihn nicht alleine lassen... Freunde hat er nicht, und Familie haben wir auch nicht. Hat jemand einen Rat für mich? LG

28.05.2018 13:30 • 28.05.2018 #1


12 Antworten ↓


EsIstIch
Denkst du er meint das ernst mit dem Suizid?
Wenn Ja:

Zitat:
In den meisten Bundesländern ist eine Einweisung eines Patienten in eine psychiatrische Klinik nach dem Psychisch-Kranken-Gesetz geregelt (PsychKG). Darin hat der Gesetzgeber festgehalten, dass im Falle einer akuten Selbst- oder Fremdgefährdung Betroffene durch Angehörige, Betreuer, den Sozialpsychiatrischen Dienst, das Amtsgericht oder durch die Polizei auch ohne ihre Einwilligung unfreiwillig eingewiesen werden können.

28.05.2018 13:32 • x 3 #2



Große Sorge um meinen Sohn 18

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Angor
Hallo

Ich rate dazu, Deinen Sohn einweisen zu lassen!

Ihm muss dringend geholfen werden, er scheint ziemlich labil, und es stimmt nicht was immer behauptet wird, dass jemand keinen Suizid begeht nur weil er ihn offen ankündigt, auch wenn er Dich damit erst mal offensichtlich nur moralisch unter Druck setzen will.

Allein schon wegen der Dro., er muss unbedingt auf Entzug. Es ist richtig, ihn nicht mit seinen Problemen allein zu lassen, aber Deine Gesundheit ist auch wichtig.

Bitte erkundige Dich wegen der Zwangseinweisung, aber sprich mit ihm vorher nicht darüber.

Ich weiß, es ist hart für eine Mutter, aber Du tust es ja dann aus Sorge und Liebe für ihn.

Alles Gute!

LG Angor

28.05.2018 13:44 • x 2 #3


Claudinchen
Kann er sich denn in so einer Klinik nicht auch etwas antun? Gerade wenn er weiß, er kommt dort nicht raus?

28.05.2018 14:01 • #4


Angor
Nein kann er nicht, sie achten dort auf ihn. Mein Mann und ich mussten vor Jahren meine Schwägerin wegen einer Psychose und akuter Suizidgefahr einweisen lassen.

28.05.2018 14:05 • #5


Claudinchen
Gut, das ist dann wohl das Beste. Alle Psychologen meinten nämlich bis jetzt, wenn er nicht freiwillig geht könne man nichts machen. Vielen Dank!

28.05.2018 14:09 • #6


Icefalki
Zitat von Claudinchen:
Kann er sich denn in so einer Klinik nicht auch etwas antun? Gerade wenn er weiß, er kommt dort nicht raus?


Wer wirklich will, kann es immer tun, Denk ich mal. Und wenn's zuhause geschieht, machst du dir auch Vorwürfe, nicht alles menschenmögliche getan zu haben, damit das eben nicht geschehen muss.

Suizidgefährdete gehören in psychiatrische Einrichtungen, damit das Problem behandelt wird. Nichts tun, ändert nichts. Angehörige sind damit überfordert.

Es tut mir sehr leid, und ich kann nachfühlen, wie es dir geht. Aber handeln solltest du, bin da ganz der Meinung meiner Vorredner.

28.05.2018 14:11 • x 1 #7


Angor
Es kostet Mühe, und auch Überzeugungsarbeit, beim zweiten Mal ist uns die Einweisung meiner Schwägerin nicht rechtzeitig gelungen, weil uns der Arzt erst nicht geglaubt hat. Bitte bleib am Ball und ich wünsche Dir viel Kraft!
LG Angor

28.05.2018 14:13 • #8


Ich denke leider auch, da musst du ggf. in den kalten Apfel beißen. Würde ich auch nur ungerne machen, ist meistens nicht schön für den Patienten, aber manchmal muss man Leuten so helfen.
Wenn man nichts tut, dann würde man sich im Fall der Fälle Vorwürfe machen.

Und sag alles, ich denke dann sollte ne Einweisung kein Problem sein.

Darf ich fragen, was er für Dro. nimmt?

Würde jetzt mal vermuten Opiate/Opioide? War auch mal mein Steckenpferd, weniger wegen Schmerzen, mehr wegen Druck und Beruhigung.

Sehr wichtig meiner Meinung nach:

Angeben, dass er die und die Dro. nimmt, wohl hochgradig abhängig ist und nicht stabil. Suizidgedanken und viel Greuel können auch beim Entzug / mit zu niedriger Dosis kommen.

Also ich war nie suizidial, aber während kalten Entzügen war meine Stimmung schon recht dunkel.

Wenn es wirklich Opiate sind:

Wäre es imho. sinnig, ihn dort in der Psychiatrie zu substituieren. Wenn jemand chronische Schmerzen hat, starke psychische Probleme + Abhängigkeit, dann macht ein Entzug so auf Haudrauf keinen Sinn.

Substituiert macht zwar nicht weniger abhängig, aber man hat keine Geldprobleme, keine Beschaffungskriminalität & psychosoziale Beratung. Und sauberen Stoff. Und ne längere Schmerzmedikation mit Opiaten ist körperlich nicht wirklich schädlich oder organtoxisch. Also kein Beinbruch wie bei anderen Süchten (Meth, Dro., Alk. etc - da ist man schnell körperlich hinüber), Abhängigkeit ist natürlich unschön und die wird durch ne Substitution teils eher vergrößert.

Bin echt froh, dass ich nur von niederpotenten Opiaten abhängig war und kein Schmerzpatient bin. Ich werde das Gefühl immer vermissen, bin aber seit 3-4 Jahren clean.

28.05.2018 14:28 • #9


Claudinchen
Es ist "nur" Canna., aber das reicht ihm nicht mehr wirklich, er braucht immer mehr und mehr davon.

28.05.2018 15:16 • #10


Angor
Canna. ist leider eine Einstiegsdroge, irgendwann reicht es ihm nicht mehr...wie meinem Stiefsohn.
Als wir erfuhren, dass er so harte Dro. nimmt, (er wohnte ja lange nicht mehr bei uns) war es leider schon zu spät, ihm zu helfen.

28.05.2018 15:28 • #11


EsIstIch
Ich würde besser jetzt als gleich einen Arzt hinzuziehen und sei es erstmal "nur" der HA.
Der sollte auch die Regelungen für eine Zwangseinweisung kennen die bei euch gelten.

28.05.2018 15:34 • #12


Ich komme ja ursprünglich aus Dro.. Also wirklich guten, wo es um Safer-Use, Missbrauch/Gebrauch, Kultur, Set, Setting etc. geht.
Sogar mal mit moderiert.

Tue mich mit so ner Aussage etwas schwer. Dro. ist ja eben auch ne psychische Störung bzw. resultiert aus massivsten Leidensdruck, den man so unter Kontrolle bringen möchte, weil man keinen anderen Ausweg mehr sieht. Da kann man noch so vernünftig und rational sein, was ich eigentlich bin. Das ist, auch wenn man Eigenverantwortung hat, wie ne sehr üble Fremdsteuerung.

Also gibts meiner Meinung nach den Einstieg immer durch sowas, keiner ballert sich nur hedonistisch oder grundlos weg. Als ich 2 Jahre komplett clean war (nicht mal Kaffee oder Alk.) gings mir auch einfach gut, ich war berauscht ohne Dro. quasi. Jetzt schlechtere Phase und auch das Verlangen sich zu sedieren oder zu vergessen.

Und von Leuten die Canna. verkaufen, bekommt man i.d.R. kein Dro. oder harte Dro., die meisten ticken nur Gras.

Stärkeres nimmt man, weil einem der Rausch nicht reicht, Toleranz, Wirkverlust + belastende Abhängigkeit.

Das kann einem genauso gut mit Alk., Benzos oder Ritalin passieren.

Die Leute sind halt Suchtler und am Boden, da ist gefühlt alles besser als die nüchterne Realität.

---

Aber gut, dass es "nur" Canna. ist. Zwar auch nicht toll davon abhängig oder angewiesen zu sein. Meiner Meinung nach aber weit besser als Alk., Benzo oder Opiatabhängig.

Und wenns ihm beim Schlafen und den körperlichen Schmerzen hilft, naja auch therapeutisch irgendwo verständlich.

Ggf. hat er sogar, wenn er mehr Diagnostik, Krankeneinsicht und Behandlung hat ne Chance das medizinisch zu bekommen. Ne normale Schmerzversorgung / Medikation würde wohl auch Sinn machen.

Kannst du beim Einweisen auch mit dem Canna. erwähnen, das werden die wohl nicht substituieren können, aber da ist der Entzug auch eher "Pipifax" im Gegensatz zu anderen Sachen. Wird aber sicher trotzdem alles sehr sehr schwierig für ihn.

Würde dir wünschen, dass du mehr an deinen Sohn rankommst, er Krankeneinsicht hat, seinen Konsum etwas runterregelt und dann freiwillig stationär gehen würde.

Aber naja, das wird realistisch nicht passieren, ist auch als Mutter nicht deine Aufgabe und würde dich wohl mehr kaputtmachen als, dass es was bringt.

Berichte auf jeden Fall wie das mit dem Einweisen läuft. Drücke die Daumen!

28.05.2018 15:41 • #13



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