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kritisches_Auge
Mich beunruhigt etwas dass User die ich sehr mochte auf einmal das Forum verlassen, es ist als wären sie zu einem Geist geworden der nicht mehr existiert.
Und rein durch Zufall fand ich dazu heute einen Artikel in der Psychologie heute.

Ghosting beschreibt das Phänomen wenn Menschen plötzlich verschwinden, es ist als seien sie nie dagewesen. Alle Versuche wieder Kontakt aufzunehmen scheitern. Der Mensch scheint sich in Luft aufgelöst zu haben.

Schon oft wurde über Funkstille gesprochen, sie ist mit dem Ghosting verwandt, aber nicht das gleiche.
Bei der Funkstille wird eine Flucht vor etwas angetreten das einem unerträglich erscheint. Es geht um einen Inhalt.
Beim Ghosting bestimmt die Form den Inhalt, ohne Grund verschwindet jemand, für ihn hat der Kommunikation keine Wert mehr, der andere ist wie eine Spielfigur die nicht mehr gebraucht und in die Ecke geworfen wird.
Gerade auch in Foren findet Ghosting statt, einige User gehen nach intensiver Kommunikation plötzlich,mamche hinterlassen noch eine Abschiedsnachricht, andere drücken einfach auf den Knopf und verschwinden.
Den vollständigen Artikel zu Ghosting findet ihr hier:
https://www.psychologie-heute.de/bezieh. sting.html

13.11.2019 15:08 • 15.11.2019 x 7 #1


37 Antworten ↓


heartstowolves
Das ist ein spannendes Thema um drüber zu reden. Bzw. auch ein sehr Leid geplagtes.
Ich wurde vermehrt online aber auch "real" geghostet und hab auch einmal selber jemanden geghostet.

Es ist teilweise schwierig zu verstehen, warum genau es passiert. Ich frage mich meist, was im Kopf der Person vor sich geht um ohne ein Wort von der Bildfläche zu verschwinden.
Mir schwirrt da gerade was im Kopf rum, aber ich weiß noch nicht wie ich es richtig formulieren soll.

13.11.2019 15:19 • #2


kritisches_Auge
Lasse dir Zeit, manchmal fällt einem eine Antwort ein wie die Pflaume vom Baum.

13.11.2019 16:40 • #3


heartstowolves
Also ich glaube ich hab's jetzt soweit, dass es etwas Sinn macht.

Zum einen ist das ja eher ein Ding der Neuzeit. Ich möchte das erstmal allgemein gesehen beschreiben was ich davon denke. So toll das Internet und Social Media auch ist aber es hat einen ganz großen Knackpunkt: Wir verlieren oder besser gesagt verlernen richtige Kommunikation. Ich habe teilweise Bekannte und Freunde, die über Whatsapp und Co. keine richtigen Sätze mehr formulieren können und das zeigt sich auch im wahren Leben. Probleme oder Störfaktoren werden nicht mehr persönlich kommuniziert, sondern man weicht auf Emails, SMS, Whatsapp etc. aus. Dadurch entstehen so viele Missverständnisse. Der leichtere Weg ist deswegen: Einfach von der Bildfläche verschwinden. Man muss sich nicht mehr mit einer Person auseinandersetzen. Ich selber hab es schon miterlebt, dass ich Männer via Datingapp kennengelernt habe. Das find ich, ist auch so ein Thema für sich - meine Generation spricht sich kaum noch unterwegs an sondern alles wird nur über das Handy gemacht. Ich finde es auch irritierend, wenn ich mal unterwegs bin und einfach alle nur in den Display starren anstatt den Moment zu genießen. Auf jeden Fall - um nicht abzuschweifen- gab es dann doch welche, mit denen ich mich super verstanden habe und man sich treffen wollte. Und dann hat man nie wieder was von der Person gehört. Da wurde ich zum Teil sogar blockiert. Oder nach ein paar Treffen wo alles gut lief - nichts mehr. Keine Funkstille, nix. Die Person war einfach verschwunden. Sowas ist mir auch mit einer damaligen Freundin passiert. Hatten uns im FSJ kennengelernt und waren irgendwann wie beste Freundinnen. Irgendwann wurde der Kontakt wegen unseren Ausbildungen weniger, aber man hat sich trotzdem noch öfters geschrieben oder telefoniert. Und von einem auf den anderen Tag war sie weg. Ohne was zu sagen. Hat sich von Facebook gelöscht, hat die Nummer gewechselt. Ich wusste nicht, was überhaupt passiert ist.
Und ich habe selber auch mal jemanden geghostet. Wir hatten mehrere Treffen und am letzten Treffen wo er dann bei mir daheim war..also..der hat sich benommen, das war unter aller Kanone. Lag wie ein Pascha auf dem Sofa und hat mir irgendwann während dem Film schauen auf den Kopf geschlagen wenn ich nicht auf seine blöden Bemerkungen eingegangen bin. Ich hab es dann versucht anzusprechen, bekam die Antwort "Man du Spaßbremse" und nachdem er meine Wohnung widerwillig verlassen hat hab ich ihn überall blockiert.

Und was das Forum hier betrifft...das ist so eine Sache. Da versuche ich mich irgendwie in die Person reinzufühlen. Vielleicht war das Forum zu viel für sie und wollte einen sauberen Cut machen? Man weiß es leider nicht.
Ärgerlich ist es auf jeden Fall, da man im Grunde alles immer bereden kann. Aber davor haben eben auch viele Angst: Die Konfrontation jemanden zu sagen, dass er mit einem keinen Kontakt mehr haben möchte oder oder oder.
Ich hoffe das war so weit verständlich, wenn mir noch was dazu einfällt schreibe ich es noch. Aber über deine Meinung bin ich schon sehr gespannt

13.11.2019 17:12 • x 1 #4


Sich zu ignorieren oder sich zurückzuziehen ist nicht neu, nur das es digital besonders einfach ist.

13.11.2019 17:49 • x 4 #5


heartstowolves
@Inkompatibel ja das meinte ich. Hab heut irgendwie Probleme auf den Punkt zu kommen

13.11.2019 18:10 • #6


Zitat von heartstowolves:
Und was das Forum hier betrifft...das ist so eine Sache. Da versuche ich mich irgendwie in die Person reinzufühlen.


So sehe ich das auch, hier geht es nicht um mich sondern um Menschen die Hilfe brauchen. Und wenn ich mit ein paar Worten jemandem etwas helfen konnte, ist das wichtigste getan und es war auch sinnvoll investierte Zeit.

Wer ein Forum aber für sich selbst nutzt als eine Art Platform um Freunde oder Gleichgesinnte zu finden der sollte nicht zuviel erwarten. Selbst wenn braucht es Zeit bis sich Vertrauen entwickelt und viele wollen hier auch ganz sicher niemanden zu Nahe treten.

13.11.2019 18:31 • #7


heartstowolves
Zitat von Inkompatibel:
So sehe ich das auch, hier geht es nicht um mich sondern um Menschen die Hilfe brauchen. Und wenn ich mit ein paar Worten jemandem etwas helfen konnte, ist das wichtigste getan und es war auch sinnvoll investierte Zeit.

Da stimme ich dir zu. Und manchmal hilft es einem dann auch selber. Also ich merke häufig, dass ich ein gutes Gefühl für den Tag habe wenn ich weiß, ich konnte jemanden zumindest etwas helfen oder ablenken. Bzw. sehe dann selber, dass ich als Person doch nicht so verloren bin, wie ich dachte.




Zitat von Inkompatibel:
Wer ein Forum aber für sich selbst nutzt als eine Art Platform um Freunde oder Gleichgesinnte zu finden der sollte nicht zuviel erwarten. Selbst wenn braucht es Zeit bis sich Vertrauen entwickelt und viele wollen hier auch ganz sicher niemanden zu Nahe treten.

Eben. Es gibt auch einige Threads die mir wirklich sauer aufstoßen. Die lese ich mittlerweile schon gar nicht mehr. Es wird Hilfe oder Austausch gesucht, es kommen viele tolle Ideen und Vorschläge zusammen und werden einfach eiskalt ignoriert und es wird täglich weitergejammert wie schwer das doch alles für sie ist. Versteh mich nicht falsch, es gibt Tage da jammere ich auch ganz schön rum aber sobald ich auch nur den kleinsten Tipp oder Stupser bekomme dann nehme ich das an und probiere es aus. Es geht ja hier nicht drum "Wem geht es am Schlechtesten" oder "Ich bin der/die Ärmste von euch allen, schaut her"

13.11.2019 18:45 • #8


Mylenix
Habe bis jetzt noch nie Jemanden geghostet, denn ich kann mich da sehr gut einfühlen wie verletzt Menschen sich dann fühlen können. Selbst wenn ich nicht mehr das große Interesse habe, auf Nachrichten antworte ich meist, und wenn überhaupt mache ich ne Kontaktpause wenn die Person es trotz Ansage nicht versteht. Schließlich opfert man so viele wertvolle Kraft und Stunden damit den Anderen kennen zu lernen...

13.11.2019 18:48 • x 2 #9


Schlaflose
Es ist doch das Tolle an Foren, dass man anonym ist und einfach verschwinden kann, wenn man keine Lust mehr hat. Im echten Leben ist das schon mit größerem Aufwand verbunden. Telefonnummer ändern, umziehen, auswandern. Und durchs Internet kann man sowieso fast jeden irgendwie ausfindig machen, wenn man es unbedingt will.

13.11.2019 18:57 • x 2 #10


kritisches_Auge
Jeder hat natürlich das Recht dazu zu verschwinden wenn er möchte, es kommt auch immer darauf an wieviel jemand schrieb, wieviel Zuspruch er bekam, das ist ein entscheidender Punkt. Wenigstens bei mir tauchen dann Fragen bei einem Verschwinden auf wie ob der Betreffende etwas Ungutes erfuhr, etc.

Beispielhaft war für mich der Abschied von Bernd mit dem ich mich ausgetauscht hatte und den ich schon vermißte. Da konnte ich mit dem Kopf nicken, zustimmen, es schade für mich finden, aber ihn verstehen.

feedback-wuensche-f35/bernie1970-zieht-weiter-t99296.html#p1758203

13.11.2019 19:41 • x 1 #11


Veritas
Kann und möchte Ich auch nicht nachvollziehen, wie Leute andere, die einem etwas bedeuten (und/oder umgekehrt), mit 'nem Fragezeichen zurücklassen. Schlechter Charakterzug! Thema hatten wir schon mal irgendwo vor Wochen...

Wer geistert, hat keinen Geist.

13.11.2019 19:50 • x 4 #12


kritisches_Auge
Dein letzer Satz gefällt mir, kurz und bündig hast du es auf den Punkt gebracht

13.11.2019 20:05 • x 1 #13


Zephyr
Meiner Ansicht nach versuchte sich hier mal wieder ein Psychologe wichtig zu machen, indem er etwas Alt-Bekanntem einen neuen Anstrich und Namen verpasste.

Dieses "Ghosting" ist eben einfach nur ein simpler Kontaktabbruch. Dabei ist bei einem Kontaktabbruch niemand verpflichtet, einen Grund dafür zu nennen, oder diesen vorher anzukündigen. Wer verschwinden will, kann verschwinden. Zudem gibt es keinen Fall, in welchem jemand ohne Grund verschwindet. Es gibt immer einen Grund für alles. Nur erfährt man eben nicht immer den Grund für alles.

Was dabei letztendlich die Frage ist, wie gerecht und moralisch ist es im Einzelfall, bei einem Kontaktabbruch nichts zu sagen?

Zu guter Letzt, das ist sicher keine moderne Erscheinung oder heute leichter als früher. Vor dem Zeitalter des flächendeckenden Internet- und Telefonanschlusses, konnte man im Grunde auch relativ einfach verschwinden. Einfach nachts die Sachen zusammenpacken und ab nach - wohin auch immer. Erst durch die digitale Überwachung wurde das deutlich schwieriger.

13.11.2019 22:04 • x 3 #14


Schlaflose
Zitat von kritisches_Auge:
Beispielhaft war für mich der Abschied von Bernd mit dem ich mich ausgetauscht hatte und den ich schon vermißte. Da konnte ich mit dem Kopf nicken, zustimmen, es schade für mich finden, aber ihn verstehen.

Der hat sich aber doch ganz offiziell verabschiedet.
Was ich als Frechheit empfinde ist, wenn jemand einen Beiträgt erstellt und Antworten bekommt und gar nicht mehr darauf reagiert.

14.11.2019 07:08 • x 3 #15


Angor
Zitat von Schlaflose:
Der hat sich aber doch ganz offiziell verabschiedet.

Richtig, und das ist doch in Ordnung. Oft wird manchen unterstellt, die sich verabschieden möchten, sie möchten Aufmerksamkeit bzw. jemand, der sie davon abhält, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Das ist falsch, wenn jemand das postet und und es wird dann darauf reagiert: Bitte tue es nicht, so fühlt sich derjenige bestätigt, dass er seinen Platz im Forum hat, dass er vermisst wird, und das man ihn mag.

Und dann überlegt er es sich anders, weil der User es einfach mal braucht, um zu wissen, wo er steht, und einige wissen es auch gar nicht, dass man sie mag und gern liest. Und dieser User braucht einfach mal Zuspruch, weil es ihm zur Zeit nicht gut geht.

Fast jeder hat doch sicher mal so eine eine Phase gehabt.

Bitte sagt einfach Bescheid, wenn es Euch mal nicht gut geht und Ihr damit liebäugelt, Euch abzumelden.
Es gibt immer User, die Euch vermissen und wo es dann auch ein bischen weh tut, wenn derjenige einfach verschwindet.

LG Angor

14.11.2019 07:29 • x 3 #16


kritisches_Auge
Ja, der Abschied von Bernd war vollkommen in Ordnung, jeder muss aber letzten Endes selber wissen wie er das handhabt.
Es geht mir aber letzten Endes darum, dass viele hier im Forum schon schrieben, dass private Kontakte plötzlich abgebrochen wurden, dass keine Antworten mehr gegeben wurden und eine Löschung im messenger stattfand. Früher war so ein Abschied bedeutend schwieriger, als Kontaktmöglichkeit gab es ja nur das Telefon und nie ans Telefon zu gehen wenn jemand anruft, ist bedeutend mühsamer.

14.11.2019 09:19 • #17


Schlaflose
Zitat von kritisches_Auge:
Früher war so ein Abschied bedeutend schwieriger, als Kontaktmöglichkeit gab es ja nur das Telefon und nie ans Telefon zu gehen wenn jemand anruft, ist bedeutend mühsamer.

Aber zu den Zeiten hatte man nicht Hunderte oder Tausende Kontakte. Wenn man in allen Foren, wo man mal angemeldet war und mit zig Leuten schrieb, den Kontakt aufrechterhalten will und auf die Befindlichkeiten jedes einzelnen Rücksicht nehmen würde, hätte man den ganzen Tag nichts anderes zu tun.

14.11.2019 09:25 • x 1 #18


kritisches_Auge
Das ist richtig, ich ging davon aus, dass man ein oder zwei Kontakte hat die einem ebem wichtig sind, so ging es jedenfalls mir, aber einigen ist wohl die Quantität wichtiger.

Wenn die Gespräche sich an der Oberfläche bewegen ist ja auch dagegen nichts zu sagen, aber dem anderen das GEfühl zu geben sehr wichtig für ihn zu sein, in dem Sinne " ich bin so froh dich gefunden zu haben" um dann plötzlich zu verschwinden, finde ich doof.

Ein paar Worte sollten einem der andere wert sein, wie etwa " ich merke, dass der Kontakt mich überfordert, mache es gut."

14.11.2019 09:34 • x 2 #19


Schlaflose
Zitat von kritisches_Auge:
Ein paar Worte sollten einem der andere wert sein, wie etwa " ich merke, dass der Kontakt mich überfordert, mache es gut."

Ich hätte einen Horror davor, das zu schreiben. Ich will nichts tun, was mir ein schlechtes Gefühl macht, bloß damit der andere sich besser fühlt. Als mir die PNs, die ich früher bekam, zuviel wurden, habe ich diese Funktion einfach ausschalten lassen. Und ich reagiere auch nicht auf Freundschaftsanfragen. Ich habe einmal den Fehler gemacht, mit einer Userin aus dem Forum über meine private E-Mail Adresse zu schreiben. Sie hat immer mehr angefangen mich zu kritisieren und zu bevormunden und das kann ich gar nicht ab. Als es mir zu bunt wurde, habe ich ihr ein paar Dinge unter die Gürtellinie ausgeteilt und sie hat mir daraufhin mit dem Anwalt gedroht. Sie hatte ja auch meinen richtigen Namen und meinen Wohnort. Daraufhin habe ich mich dazu erniedrigt, mich zu entschuldigen und sie angefleht, das nicht zu machen. So etwas passiert mir nie wieder.

14.11.2019 16:10 • #20




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