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Hallo zusammen

Ich bin neu hier und hoffe um einige Meinungen zu meiner Situation. Es wird eine längere Geschichte, versuche Sie jedoch auf das wichtige zu reduzieren.

Ich und meine Schwester haben eine sehr enge Beziehung, jedoch leider auch sehr viel Streit. Sie ist 3 Jahre älter als ich. Ich bin 30 Jahre alt.
Sie hat bereits 2 Kinder von 2 verschiedenen Vätern und hat nun einen neuen Partner.

Sie steht finanziell immer sehr knapp da und arbeitet sehr viel und hat ein sehr zeitintensives Hobby. Dadurch hat Sie immer wieder Geldnot, Zeitengpässe und hat immer etwas zu klagen.

Ich versuche ihr so gut zu helfen wie ich kann und das seit immer.
- Ich nehme die Kinder zu mir, wenn Sie zeitlich nicht organisieren kann
- Ich helfe ihr die Rechnungen zu bezahlen
- Ich höre ihr immer zu wenn sie Probleme hat. Und das ist eigentlich täglich.

Ich erwarte jedoch auch, dass etwas zurück kommt. Erwarte auch dass Sie sich einmal Zeit nimmt für mich wen ich etwas benötige. Hier kommt jedoch immer die Aussage "Sie habe ja selbst genug und nie Feierabend mit 2 Kindern". Sie wirft mir auch immer vor, dass ich kein Verständnis für Sie habe wenn ich einmal sauer werde weil Sie mich wieder stehen lässt. Ich sollte verstehen, dass Sie doch jetzt nach Hause muss.

Auch habe ich bereits mehrfach mitbekommen, dass Sie bei anderen schlecht über mich spricht und ihr Freundeskreis das Gefühl hat, dass ich ihr nur schlechter will und Sie von ihren Zielen abhalte. Aber eigentlich will ich ihr nur helfen. Und manchmal sage ich halt nicht, was sie gerne hören möchte. Aber dann bin ich immer gleich die Böse.

Ich weiss auch, dass ich nicht immer einfach bin. Aber ich möchte doch nur, dass etwas zurück kommt.

Erwarte ich hier zu viel? Sollte ich mehr Verständnis haben, da Sie Familie hat?
Sie sagt mir auch immer, ich werde noch merken wie das ist wenn man Familie hat.

Um einige Rückmeldungen wäre ich sehr dankbar. Ich muss es einfach irgendwie loswerden.
Weiss nicht mehr wie ich damit klarkomme.

Immer wieder sage ich mir, dass ich mich jetzt zurück ziehe und sie alleine machen lasse. Aber wenn Sie dann wieder in einer Situation ist, wo sie Hilfe braucht kann ich nicht nein sagen.

was denkt ihr darüber?

LG
mh

10.06.2016 12:03 • 13.10.2016 #1


5 Antworten ↓


Icefalki
Hallo, ich bin der Meinung, dass es nur Probleme macht, wenn man erwartet und das nicht formuliert.

Das führt logischerweise zur Enttäuschungen. Woher soll der andere das denn wissen, was du erwartest? Und wenn deine Erwartungen nicht erfüllt werden, sollte es Konsequenzen geben.

Deine Schwester sieht in dir eine Hilfe. Und du gibst sie ihr, weil du nicht nein sagen kannst.

Ergo ist das dein Problem. Also, nicht auf die Schwester sauer sein, sondern dir überlegen, warum du das für Sie tust.

Das ist immer der beste Weg. Sich selbst zu fragen, warum hab ich ein Problem. Und wenn du dir das überlegst, dann gibt es auch Wege, das Problem zu lösen.

Selbst wenn du erkennen musst, dass du lieber den Kopf einziehst, weil du Angst vor den Konsequenzen hast. Dann stehe dazu und erwarte nichts.

Jeder Mensch trifft Entscheidungen. Will ich das, oder nicht, mach ich das , oder nicht? Und warum tu ich das?

Hast du den Grund rausgefunden , dann steh dazu. So oder so. Entscheidungen treffen zu können, zu dürfen, macht dich frei.

Eigentlich ist es doch recht einfach, wenn du dein Warum herausgefunden hast.

10.06.2016 13:52 • #2



Auseinandersetzung mit meiner Schwester

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Mondkatze
Hallo mh86

Ich schreibe mal, was ich denke.
Es ist auch kein Vorwurf, nur meine Meinung.

Ich finde zunächst einmal, dass man helfen sollte, ohne zu erwarten. Denn es wird nie das zurückkommen, was man erwartet. Und helfen sollte man einfach aus dem Herzen heraus, weil es nötig ist und jemand Hilfe braucht.
Das bedeutet natürlich nicht, dass man sich ausnutzen lassen soll.

Und wenn die eigene Erwartungshaltung immer enttäuscht wird, wird daraus schnell Frust.

Ich habe hier auch schon mal gelesen, dass sich jemand beklagt hat, weil die Person sich "aufgeopfert" hat für Freunde. Das ist meiner Meinung nach eine dumme Ausrede, um von seinem eigenen Frust durch seine Erwartungen abzulenken.

Aber das ist wie gesagt KEIN Vorwurf an dich, sondern meine Grundeinstellung.

Für mich sieht das in deinem Fall so aus, dass deine Schwester dich voll in ihr Leben einbezieht und auf jeden Fall mit deiner Unterstützung rechnet. Und wenn du nicht da bist, wenn sie dich auffordert ihr zu helfen, dann macht sie dir ein schlechtes Gewissen und versucht dich unter Druck zu setzen.
" du wirst schon sehen", usw.
Sie versteht es fabelhaft, dich einzuplanen, besser zu verplanen.
Und du machst mit.

Aber es ist ihr Leben uns sie muss lernen, es selbst in die Hand zu nehmen. Sie hat 2 Kinder, genau deshalb muss die ihr Leben selbst in den Griff bekommen.

Es ist ganz toll von dir, dass du immer für sie Dasein möchtest, aber damit unterstützt du ihre Bequemlichkeit ( habe ich jetzt mal unterstellt )

Du hast aber dein eigens Leben und du bist auch nicht für deine Schwester verantwortlich.
Es ehrt dich wirklich, dass du ihr sogar bei ihren offenen Rechnungen hilfst.
Aber meinst du, dass sie dadurch lernt es selbst zu schaffen?

Ich denke, du solltest Grenzen setzen.
Du KANNST ihr helfen, wenn du Zeit und Lust hast. Aber du solltest dich nicht in der Verpflichtung sehen, immer und ständig Dasein zu müssen.
Das hält niemand auf Dauer aus.

Redet sie wirklich schlecht über Dich?
Wenn es so ist, dann würde ich sie unbedingt darauf ansprechen. Denn das ist etwas, das geklärt werden sollte.

Was will sie denn überhaupt?
Will sie ihr ganzes Leben lang, dass jemand ihr Leben organisiert und sie nur das macht, wozu sie sich in der Lage fühlt?

Wie gesagt, dass ist nur meine Meinung dazu und ich kann ja auch nur Schlüsse aus deinem Beitrag ziehen.
Wie es sonst zwischen euch ist, dass weiß ich nicht.

LG
Mondkatze

10.06.2016 13:55 • #3


Zitat:
Erwarte ich hier zu viel? Sollte ich mehr Verständnis haben, da Sie Familie hat?
Sie sagt mir auch immer, ich werde noch merken wie das ist wenn man Familie hat.

Hallo mh86,
mir ist diese Schilderung besonders aufgefallen. Richtig ist, daß es mit Kindern nicht einfach ist ...oder sagen wir, daß es einem mit Kindern nicht einfach gemacht wird. Allerdings finde ich in dem Zusammenhang, daß es fast wie ein Vorwurf an dich ist, daß du keine Familie hast. Als würde sich deine Schwester wünschen, daß du Kinder hättest und sie lieber keine hätte? "...du wirst noch merken, wie das ist, wenn man Familie hat." Klingt weiterhin wie eine Entschuldigung oder Begründung, daß sie dir ständig Hilfe abverlangt, so wie "wozu hat man eine Schwester."
Ich denke, es ist richtig von dir, auch ein Danke zu erwarten und vor allem, daß sie vor anderen nicht schlecht über dich spricht. Schließlich hat sie auch einen Partner, der ihr helfen sollte, so daß du gar nicht einspringen müßtest. Auch ein teures Hobby ist ja nun mal ihre Sache. Schön, daß du sie dabei unterstützt, aber zu welchem Preis denn bitte.

Einfach zu fordern, daß du ihr immer hilfst, nur weil du noch keine Familie hast, ist total unfair. Das sind doch ihre Kinder und du kannst ja nichts dafür, daß sie sie hat. Als Tante ist es sehr schön und man hat ja nur die Vorteile mit den Kids, aber es sind ihre Kinder. Vielleicht nimmst du dich mit deinen Hilfsangeboten etwas zurück und vielleicht läßt du sie auch mal gegen die Wand rennen. Wenn du immer hilfst und für alles einspringst, hat deine Schwester vielleicht ein Gewohnheitsgefühl entwickelt und das solltest du abbauen. Denn wie soll sie dir denn danken, wenn es selbstverständlich geworden ist?

Ich kenne komplizierte Geschwisterkonstellationen und ich bin auch nicht stolz darauf, daß ich mit meiner Schwester (5 Jahre älter) seit fast 20 Jahren gar nicht mehr spreche. Aber mein Bruder und ich verstehen uns gut und helfen uns gegenseitig, so wie wir können. Bitte und Danke gehören grundsätzlich zum guten Ton und wir würden gegenseitig auch nie übel nachreden.

Grüße

10.06.2016 14:02 • #4


Hallo zusammen

Vielen Dank für eure Rückmeldungen, welche mir sehr helfen.

Ja es ist richtig, man sollte nicht erwarten. Ist manchmal doch sehr schwierig das einfach abzuschalten. Werde mich jedoch Bemühungen, keine Erwartung zu haben. Und werde mich auch versuchen aus Ihrem Leben etwas zurück zu ziehen. So geht es für mich nicht weiter und ja, Sie muss es selbst lernen. Es ist ihr Leben. Und solange ich immer wieder helfe, wird es nie bessern.

Betreffend den Erwartungen..ich habe Ihr immer gesagt wennich etwas anderes erwartet hätte und was ich mir von ihr wünschen würde. Sie weiss also sehr genau was ich denke und wie ich das ganze fühle.
Ich bin immer direkt und ehrlich, auch wenn man das nicht immer hören will.

Eure Inputs haben mir sehr geholfen und mir die ganze Situation klarer gemacht.

Ich hoffe, dass ich nun den Weg finden kann, welcher für mich auch stimmt.

Danke euch allen von Herzen.

LG
mg

13.06.2016 10:28 • x 1 #5


Hallo zusammen

Wollte euch kurz erzählen wie sich nun das ganze gewendet hat.

Ich habe angefangen mich zurück zu ziehen und ihr auch mitgeteilt, dass ich mich nicht mehr um all ihre Sachen kümmern möchte und kann. Auch finanziell habe ich einmal Nein gesagt, als Sie fragte.

Was ist dann passiert?
Meine Schwester hat mich zum Teufel geschickt, behandelt mich wie der letzte Dreck und darf mir sagen dass ich ihr nie geholfen habe sondern sie nur kontrolliert und herumbefehlt habe.

Wenn man solche Geschwister hat, braucht man echt keine Feinde. Wir haben nun seit 2 Monaten fast keinen Kontakt mehr. Nur noch wenn ich die Kinder sehen möchte.

Ist echt hart wie sie nun mit mir umgeht aber ich versuche dieses Kapitel abzuschliessen. Wie sagt man, Zum Glück kann man sich die Freunde selbst aussuchen, die Blutverwanden leider nicht.

13.10.2016 15:08 • #6




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