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Hallo zusammen,

mir geht es gerade gar nicht gut, ich bin total aufgewühlt und ziemlich durcheinander.

Heute war ich bei meinem Hausarzt, weil ich seit Tagen starke Rückenschmerzen, mit zusätzlicher Luftnot habe.
Dieser hatte sich sofort meinen Rücken angeschaut, gleichzeitig noch meinen Puls und meine Lunge abgehorcht. Puls und Lunge waren soweit ok, außer 2 Extrasystolen, die er gehört hatte und ich auch deutlich spürte, laut ihm sind diese aber harmlos.

Als er meinen Rücken abgetastet hatte, war er direkt erschrocken, laut ihm hätte ich keinerlei Muskulatur und Fettgewebe mehr, seine Worte waren, dass ich ja nurnoch aus Knochen bestehen würde.
So kam es auch ruckzuck dazu, dass er nach meinem Gewicht und meinem Essverhalten gefragt hatte.
Mir wurde sofort ganz anders, weil ich seit Monaten vermutet hatte, dass ich vielleicht in eine Essstörung gerutscht bin, auch wenn ich es immer verdrängt hatte.
Alles fing mit einer Diät an, seitdem achte ich auf jedes Gramm, zähle genaustens die Kalorien, alles dreht sich nurnoch um Essen und um mein Gewicht, den ganzen Tag lang.
Ich fühle mich selbst viel zu dick, möchte eigentlich noch abnehmen, obwohl ich laut ihm ein BMI von 17,8 habe.
Er sagte mir auch ziemlich schnell, obwohl ich ihm zu diesem Zeitpunkt nichtmal erklärt hatte, wie es mir tatsächlich geht, dass er eine Magersucht vermutet, ich wusste überhaupt nicht mehr, was ich noch sagen soll.
Laut ihm wäre ich zu dünn und mein BMI viel zu niedrig, normal wäre ein BMI von mindestens 20, bei meinem BMI wäre er nun in sehr großer Sorge.
Ich hatte ihm dann auch gesagt, dass ich mich nicht schlank oder dünn fühle und dass ich nicht der Meinung sei, dass ich dünn ausschaue.
Da fing er gleich an zu reden und zu erklären, dass ich anscheinend eine typische Wahrnehmungsstörung hätte.
Es kamen noch Fragen, ob ich mich nach den Mahlzeiten übergeben würde, ob ich Abführmittel verwende, das tu ich zumindest nicht, wirklich glauben konnte er es aber nicht, immer wieder kamen die selben Fragen. Das Gespräch war für mich sehr schlimm, weil ich es all die Monate gut verstecken und verdrängen konnte und auch, weil ich mich überhaupt nicht bereit fühle, irgendetwas daran zu ändern.
Ich will nicht zunehmen, alleine bei dem Gedanken wird mir schlecht und unwohl. Ich weiß, dass ich mich furchtbar fühlen würde, wenn ich mehr wiegen würde, ich fühle mich doch sogar jetzt noch total unwohl in meinem Körper. Ich kann auch nicht mehr essen, mir geht es so schlecht, wenn ich mal mehr gegessen habe, dass ich die Tage danach nichts mehr zu mir nehme.

Nun hat er mir eine Frist gesetzt, ich soll in 4 Wochen wiederkommen und etwas zugenommen haben. Ansonsten sollten wir gemeinsam über eine Therapie nachdenken, meinte er.
Ich bin total geschockt, das setzt mich gerade wahnsinnig unter Druck und macht mich total traurig. Ich bin total durcheinander und weiß nicht, was ich nun tun soll, ich habe wirklich Angst. Es kam auch total unerwartet, schließlich bin ich nur wegen meiner Rückenschmerzen und Luftproblemen zu ihm, jetzt bereue ich es, überhaupt da gewesen zu sein.
Alleine diese Frist, bis dahin etwas an Gewicht zugelegt zu haben, obwohl ich doch gar nicht kann und will, ich fühle mich total überfordert. Vielleicht ist es auch die Bestätigung, die mich so schockt, wo ich mir all die Monate einredete, dass ich gesund sei. Ich weiß gerade nicht, wie ich damit umgehen soll?

11.01.2022 18:37 • 12.01.2022 #1


3 Antworten ↓


Perle
Liebe Katharina,

bitte siehe es als Chance! Es ist gut und richtig, dass Dein Arzt in dieser Sache nicht locker lässt! Er hat auch Recht mit der Wahrnehmungsstörung, denn diese ist typisch für eine Essstörung. Natürlich bist Du entsetzt, denn jetzt hat da jemand sozusagen Dein Geheimnis entdeckt, d. h. nun bist Du unter Zugzwang, Dein Leben, Dein Denken und Handeln zu hinterfragen. Insofern lege ich es Dir sehr ans Herz, Dich in therapeutische Behandlung zu begeben.

Liebe Grüße, Perle

11.01.2022 19:07 • x 1 #2



Arzt vermutet Magersucht, macht mir Druck

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Gaulin
@Katharina93 vom Prinzip her musst du darüber gar nicht geschockt, traurig sein oder dich schlecht fühlen. Eine Therapie ist doch das beste was es gibt. Dort wird dir geholfen mit dir und deinem Körper Frieden zu schließen, es hält dich davon ab krank zu werden. Denn wenn der Arzt es so einschätzt, meinst du nicht, dass er Recht haben könnte? Er will dir damit nur helfen. In einer Therapie wird sicher nicht nur dein Essproblem thematisiert, sondern auch die Gründe erforscht und behandelt, damit du dich endlich (wieder) gut fühlst. Zudem bist du dann damit auch nicht mehr allein, du bekommst Unterstützung. Das ist prima. Ich würde mich drauf freuen. Du wirst ernst genommen, respektiert und beachtet. Das tut gut. Glaub mir.

11.01.2022 19:16 • x 2 #3


Zitat von Katharina93:
Ich will nicht zunehmen, alleine bei dem Gedanken wird mir schlecht und unwohl. Ich weiß, dass ich mich furchtbar fühlen würde, wenn ich mehr wiegen würde, ich fühle mich doch sogar jetzt noch total unwohl in meinem Körper. Ich kann auch nicht mehr essen, mir geht es so schlecht, wenn ich mal mehr gegessen habe, dass ich die Tage danach nichts mehr zu mir nehme.


Wie kam es denn zu diesem Unwohlsein? Was hast Du als Maßstab bzw als Vergleich rangezogen? Instagram Models oder Influencerinnen?

Das ist nämlich der Hauptgrund, warum sich so viele(gerade Junge Menschen) schlecht fühlen. Sie sehen halt andere Junge Menschen die weiter als man selber ist, hübscher (meint man selber) , oder erfolgreicher, oder in einem reicheren Umfled aufgewachsen sind und vergleicht sich dann mit sich selbst, bzw. dem momentanen Lebens.

In der Zeit wo ich aufgewachsen bin, gab es sowas Gottsei Dank nicht. Heute werden die Jungendlichen und jungen Erwachsenen mit einer Flut an Infos zugemüllt. Davon muss man sich befreien!

Ich habe damals viele Videos gesehen und wollte wie Arnold sein. Das war meine Vorstellung von mit und meiner Person. Ich war damals ziemlich dünn und schon mit 16 Jahren 1.90cm. Ich habe dann sehr viele Jahre an mir gearbeitet und habe jetzt eine gute Figur. Mit der Fitness Begeisterung kam auch das Interesse an Kochen und Ernährung.
Schlechtes Essen=Kein guter Körper.

Das alles habe ich aber nicht für andere getan, sondern für mich selbst und ein postitives Wohlbefinden. Gut, bissl auch für das Freibad und Frauen....

Man darf heute nicht auf die vielen narzistisch veranlagten Persönlichkeiten achten, die Ihr gesicht überall zeigen.

Vielleicht gefällst Du ja einem/einer genauso wie Du bist (ohne abzumagern!).

Mach den Versuch und treibe Sport (aber auch dort nicht zu sehr ins Extreme abdriften)

12.01.2022 12:10 • x 3 #4